Bevorteiligte und Benachteiligte von §63 StGB

30. Januar 2024 Thema abonnieren
 Von 
HuhuDingsda
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Bevorteiligte und Benachteiligte von §63 StGB

Guten Morgen,

ich schreibe gerade an einer Hausarbeit, die sich, grob gesagt, um das Thema §63 StGB dreht (Studiengang ist nicht Rechtswissenschaften).

In einem Teil meiner Arbeit geht es darum, ob bestimmte Tätergruppen von der Verhängung der Maßregel profitieren und bestimmte Tätergruppen benachteiligt werden.

In der Literatur habe ich überdurchschnittliche Verweildauern bei Sexualstraftätern gefunden. Unterdurchschnittlich ist die Verweildauer bei Tätern, die "sonstige Delikte" begangen haben.
Schwierig ist, dass viele Quellen die Deliktgruppen sehr weitläufig fassen und nicht näher spezifieren.
Ebenso gibt es eine große Varianz hinsichtlich der Verweildauern insbesondere nach den Bundesländern. Die Verweildauern liegen manchmal bei durchschnittlich sechs Jahren, andere Quellen sprechen von rund zehn Jahren - unabhängig vom Delikt, reine Durchschnittswerte.

Was mich zu der Frage an das Forum bringt:
Statista gibt für das Jahr 2022 41.888 Strafgefangene in Deutschland an. Von diesen wurden "nur" 12,7 % zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren oder mehr verurteilt. Zu mehr als zehn Jahren Freiheitsstrafe oder lebenslänglich wurden 5,3 % der Gefangenen verurteilt (Quelle)

Wenn ich jetzt die Verweildauern in den Maßregelvollzügen damit in Relation setze und im Fall von Verurteilungen nach §21 StGB die Parallelstrafen vergleiche, komme ich kurz gefasst zu folgender Aussage:
"Tendenziell ist die Verhängung einer Maßregel nach §63 StGB für Verurteilte, deren Tat die Verhängung einer hohen Freiheitsstrafe (5 Jahre und mehr) hätte erwarten lassen, mit Vorteilen verbunden: Sie genießen Lockerungen wie Ausführungen und Ausgänge in größerem Umfang, als dies bei der Vollstreckung einer regulären Freiheitsstrafe möglich gewesen wäre. Hingegen sind solche Verurteilten, deren Tat eine eher geringe Freiheitsstrafe hätte erwarten lassen, tendenziell benachteiligt. Die Höhe der Parallelstrafen hat keinen signifikanten Einfluss auf die Entlassungsdauern."

Die letzte Aussage ist nur grob vorformuliert.

Meine Frage ist, ob diese Aussage so mit euren praktischen Erfahrungen übereinstimmt.

Danke und gute Nacht!

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1 Antwort
Sortierung:
#1
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38899 Beiträge, 14071x hilfreich)

Gerade in der genannten Bestimmung sowie auch in den Bestimmungen für Regelvollzug haben wir viele unbestimmte Rechtsbegriffe, die im Einzelfall auszufüllen sind. Und sowohl im Regelvollzug als auch in Unterbringungsfällen geht es darum, den Betroffenen so viele Integrationsmöglichkeiten wie möglich zu bieten als auch dennoch den Schutz der Allgemeinheit zu gewährleisten. Bei kurzen Haft- bzw. Unterbringungen ist der Täter doch gar nicht einschätzbar, deshalb wird es da auch nichts geben; weder für den Langzeit-Untergebrachten, noch für den kurzzeitig Untergebrachten.

Ich würde mich als Einstieg in die Problematik mit unbestimmten Rechtsbegriffen befassen, dann damit, wie sie ausgefüllt werden im Einzelfall, dann damit, unter welchen Voraussetzungen Freigang u.s.w. möglich ist.

wirdwerden

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