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Bewährungswiderruf 2020

 Von 
Kriechel 2020
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Bewährungswiderruf 2020

Guten Abend zusammen.

Ich wurde im Januar 2018 wegen Betrug zu 1 Jahr und 2 Monate haft verurteilt. Die Strafe wurde zubewährung ausgesetzt mit der Auflage 1800 Euro in 50 Euro Raten monatlich zurück zuzahlen.

Im Mai diesen Jahres habe ich erst Post erhalten dass das Urteil rechtskräftig ist und ich im kommenden Monat mit den Zahlungen beginnen soll.

Im Juni habe ich dann begonnen 50 Euro monatlich zuzahlen. Leider ist es im September untergegangen da meine Frau und ich corona bedingt in kurzarbeit mussten ( was natürlich keine Entschuldigung ist und dumm war)

Nun kam vorgestern der Brief das die Staatsanwaltschaft beantragt hat die Bewährung zu wiederrufen und ich Ende des Monats angehört werden soll.

Was mich wundert als Begründung steht in dem Brief das ich hätte im Februar 2018 anfangen müssen zu zahlen und bisher keine Zahlungen eingegangen sind....

Mein Brief kam wiegesagt im Mai 2020, der Brief hatte aber ein Erstellungsdatum von Oktober 2019.

Meine Anwältin die mich begleiten wird meinte auch zu mir das dass Urteil Oktober 2019 rechtskräftig wurde. Wie kann denn sein das dann im Brief steht Februar 2018 und ich den Brief erst 2020 erhalte und meine Anwältin 2019? Wie kann es sein das keine Zahlungen angeblich eingegangen sind? Ich kann die Zahlungen von Juni 2020 bis November 2020 belegen ausser halt den September was dumm ist.

Meine Frage ist:

wie hoch einzuschätzen ist das ich definitiv für 14 Monate in haft muss? Ich bin natürlich für mein Handeln verantwortlich und werde wenn es so kommt natürlich dafür gerade stehen. Jedoch hab ich natürlich große Sorge.

Zu meiner Person:

Bin 33 Jahre alt, verheiratet habe 4 Kinder bin seit 2016 in einem festen Arbeitsverhältniss, bin in Insolvenz gegangen und hab seit der Verurteilung keinen Mist mehr gebaut. Die Verurteilung war damals ein weckruf für mich. Ich habe mein Leben neu aufgebaut. Gibt es Chancen das ich nicht in haft muss oder ist es so gut wie ausgeschlossen das ich auf freien fuss bleibe?

Der Text ist lang geworden.. Sry dafür.

Für hilfreiche Antworten wäre ich euch sehr dankbar.



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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Frage angeblich Haft Brief


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(28794 Beiträge, 15675x hilfreich)

Wie kann denn sein das dann im Brief steht Februar 2018 und ich den Brief erst 2020 erhalte und meine Anwältin 2019? Keine Ahnung - keiner hier kann hellsehen. Woher genau sollte das hier jemand wissen, zumal es ja anscheinend nicht einmal Ihre Anwältin weiß?
Wie kann es sein das keine Zahlungen angeblich eingegangen sind? Siehe letzte Antwort.
Ich kann die Zahlungen von Juni 2020 bis November 2020 belegen ausser halt den September was dumm ist. Na, dann bringen Sie die Belege halt zu Ihrer Anhörung mit.
Meine Anwältin die mich begleiten wird meinte auch zu mir das dass Urteil Oktober 2019 rechtskräftig wurde. Und weshalb genau wurde das Urteil erst nach anderthalb Jahren rechtskräftig? Von irgendeiner Berufung oder Revision müssten Sie ja wissen - Sie erwähnen derlei aber nirgends.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#2
 Von 
Kriechel 2020
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Es gab einen Mittäter er ist in Berufung gegangen. Ich wollte erst mit ziehen bin dann aber nicht hin. Der Mittäter ist dann auch noch in revision gegangen. Wann das war weiß ich aber nicht genau da ich den Kontakt zudem Mittäter nach der Verhandlung abgebrochen habe.

Das Berufungsverfahren wurde 2 mal verschoben nur deswegen kann ich mir erklären das es im Oktober 2019 rechtskräftig wurde.

Mich wundert es halt nur das in dem Brief von vor 2 Tagen drin steht es wäre 2018 rechtskräftig gewesen. Was ja definitiv nicht stimmt.



-- Editiert von Kriechel 2020 am 07.11.2020 01:18

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#3
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(28794 Beiträge, 15675x hilfreich)

Es gab einen Mittäter er ist in Berufung gegangen. Die Berufung Ihres Mittäters hemmt aber die Rechtskraft Ihres Urteils nicht.
Mich wundert es halt nur das in dem Brief von vor 2 Tagen drin steht es wäre 2018 rechtskräftig gewesen. Was ja definitiv nicht stimmt. Oder doch? Siehe oben. Die einzige denkbare Variante wäre, dass die Staatsanwaltschaft in Berufung gegen Ihr Urteil ging - das stünde einer Rechtskraft im Wege. Nichtsdestotrotz - davon würden Sie wissen und vor allem hätten Sie dann in eine Berufungsverhandlung gemußt: Davon lese ich aber nichts.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#4
 Von 
Kriechel 2020
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Der Mittäter ist in Berufung gegangen. Am Tag der Verurteilung teilte meine Anwältin mit das auch wir in Berufung gehen.

Dadurch es aber zwei mal verschoben wurde und ich das alles hintermir lassen wollte ( neu anfangen) bin ich dann nicht zur berufungsverhandlung gegangen.

Der Staatsanwalt ist nicht in Berufung gegangen.

Meine Anwältin teilte mir wie gesagt mit dass das Urteil Oktober 2019 rechtskräftig wurde.

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#5
 Von 
Solan196
Status:
Lehrling
(1457 Beiträge, 144x hilfreich)

Ich mag mich ja irren, aber ist ein Urteil in einer Strafsache nicht ab Verkündung rechtskräftig? Ich meine wenn das Urteil im Termin verkündigt wurde.

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#6
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28652 Beiträge, 8641x hilfreich)

Zitat (von Solan196):
aber ist ein Urteil in einer Strafsache nicht ab Verkündung rechtskräftig?

Nein, natürlich nicht. Sonst könnte man ja nie ein Rechtsmittel gegen ein Urteil einlegen. ;)

Ein "Stuhl-Urteil" (also eines in einer Hauptverhandlung) wird 1 Woche nach Verkündung rechtskräftig. § 314, Abs. 1, bzw. § 341, Abs. 1 StPO.

Sofort nach Verkündung wird es nur dann rechtskräftig wenn alle "Rechtsmittelberechtigten" (also Angeklagter, Staatsanwaltschaft und ggf. Nebenklage) direkt Rechtsmittelverzicht erklären.

Zitat (von Kriechel 2020):
Es gab einen Mittäter er ist in Berufung gegangen. Ich wollte erst mit ziehen bin dann aber nicht hin.

Du bist auch in Berufung gegangen, allerdings nicht zur Berufungshauptverhandlung erschienen. Dadurch wurde Deine Berufung am Tag der Berufungshauptverhandlung (offenbar im Oktober 2019) durch Beschluss verworfen und das Urteil wurde an diesem Tag rechtskräftig.



Zitat (von Kriechel 2020):
Was mich wundert als Begründung steht in dem Brief das ich hätte im Februar 2018 anfangen müssen zu zahlen


Offenbar ein Fehler. Du hättest im November 2019 anfangen müssen.

Zitat (von Kriechel 2020):
und bisher keine Zahlungen eingegangen sind....


Nunja, das ist recht logisch. Denn im Oktober 2019 (Datum des Briefes) waren ja auch keine Zahlungen eingegangen.

Zitat (von Kriechel 2020):
Mein Brief kam wiegesagt im Mai 2020


Per Zustellung (gelber Brief)? Oder als normaler Brief? Wenn per Zustellung lässt sich das Zugangsdatum ja problemlos nachweisen.

Zitat (von Kriechel 2020):
wie hoch einzuschätzen ist das ich definitiv für 14 Monate in haft muss?


Wenn nachweisbar ist, oder zumindest zur Überzeugung des/der Richter*in glaubhaft, dass der Brief tatsächlich erst im Mai 2020 kam, ist die Gefahr äußerst gering,.

Wenn nicht muss man abwarten. Ein Ticket in den Knast ist es jedenfalls noch nicht. Im Übrigen kann man gegen einen Bewährungswiderruf (wenn er denn erfolgen sollte) auch noch Rechtsmittel einlegen.



-- Editiert von !!Streetworker!! am 07.11.2020 12:43

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#7
 Von 
Kriechel 2020
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Es stand nicht im Brief der mai erst zugestellt wurde das keine Zahlungen geleistet wurden sondern in dem Brief vor drei Tagen. Jedoch sind Zahlungen seit Juni 2020 eingegangen.

Es war ein gelber Brief, jedoch hab ich den Umschlag nicht mehr.

Kann ich das irgendwo einsehen wann genau dieser hier zugestellt wurde?

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#8
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28652 Beiträge, 8641x hilfreich)

Zitat (von Kriechel 2020):
Es stand nicht im Brief der mai erst zugestellt wurde das keine Zahlungen geleistet wurden sondern in dem Brief vor drei Tagen. Jedoch sind Zahlungen seit Juni 2020 eingegangen.

Gut - dann muss geklärt werden, warum das da steht. Ob die StA die Zahlungen übersehen hat, oder die Zahlungen fehlgeleitet wurden, oder die Zahlungen falsch deklariert waren (falsches Aktenzeichen z.B.) oder was auch immer ... Letztendlich gibt es ja die Überweisungsbelege, mit denen die Zahlungen nachgewiesen werden können. Oder hast Du die auch nicht mehr?

Zitat (von Kriechel 2020):
Es war ein gelber Brief, jedoch hab ich den Umschlag nicht mehr.

Das ist schlecht. Dann muss man darauf hoffen, dass sich die Diskrepanz zwischen Datum des Briefes und Zustelldatum aus den Unterlagen der StA nachweisbar ist.

Zitat (von Kriechel 2020):
Kann ich das irgendwo einsehen wann genau dieser hier zugestellt wurde?

In der Vollstreckungsakte (s. 1 Absatz höher). Das wird das Gericht aber schon von sich aus veranlassen.

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#9
 Von 
Kriechel 2020
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für eure Hilfe.

Zahlungsbelege hab ich alle da.

War mir nie bewusst Umschläge aufzubewahren. Wird sich ab heute ändern.

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#10
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28652 Beiträge, 8641x hilfreich)

Zitat (von Kriechel 2020):
War mir nie bewusst Umschläge aufzubewahren. Wird sich ab heute ändern.

Ja, bei förmlichen Zustellungen kann das u.U. sehr entscheidend sein.

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