Bewährungswiderruf und Gnadengesuch

20. September 2023 Thema abonnieren
 Von 
stefanie2102
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)
Bewährungswiderruf und Gnadengesuch

Hallo ich wende mich nochmal hier ans Forum da mein Anwalt noch eine Woche im Urlaub ist.

Ich habe eine Bewährungsstrafe welche leider widerrufen wurde. Ich schäme mich selbst dafür, aber ich war damals einfach mit meinem Leben überfordert.
Um zu versuchen alles wieder in meinem Leben zu regeln hat mein Anwalt ein Gnadengesuch gestellt im Juli.
Von diesem Gnadengesuch habe ich bis heute keine Ablehnung oder sonst was. Auch mein Anwalt nicht lauf Sekretärin. Jedoch bekam ich heute die Ladung zum Strafantritt in zwei Wochen. Mein grosses Problem dabei ich wurde in eine Jva verwiesen welche keine Mutter Kind Einrichtung hat, jedoch war mit meinem damaligen Bewährungshelfer ausgemacht das die Kinder mitkommen mit mir. Da mein Mann wie ich auch das gleiche Problem hat wie ich und bereits seine Haftstrafe verbüßt kann er die Kinder nicht nehmen. Und zu einer Pflegefamilie möchte ich sie nicht geben da meine Kinder sehr stark auf mich fixiert sind. Sie sind 2 und 4.
Bitte verurteilt mich nicht, ich selbst schon psychisch damit zu kämpfen mit Alpträumen und Panik Attacken. Ich würde es gern wenn ich es könnte ungeschehen machen.

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32698 Beiträge, 17211x hilfreich)

Und was genau ist jetzt die Frage? Ein Gnadengesuch hat keine aufschiebende Wirkung, falls Sie das wissen wollten. Und was Sie mit dem Bewährungshelfer "ausmachen", dürfte keinerlei rechtliche Wirkung haben - das sehen Sie ja am Erhalt der Ladung.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#2
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38145 Beiträge, 13929x hilfreich)

Also, seit April hat sich nichts geändert. Du hast keine Vorsorge getroffen für die Zeit der Inhaftierung, hast weiter vor Dich hin gewurschtelt, unter Verdrängung der Realität. Oder was hast Du inzwischen angeleiert, um die Versorgung der Kinder sicher zu stellen? Ein "ich will keine Pflegefamilie" langt bei der Vorgeschichte mit Sicherheit nicht aus.

wirdwerden

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#3
 Von 
stefanie2102
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Und was genau ist jetzt die Frage?


Meine Frage war ob ich eine Entscheidung meines Gnadenantrags mitgeteilt bekomme bzw. mein Anwalt
Ich weiss selbst das ich Mist gebaut habe und ich stehe auch dazu. Ich habe natürlich Vorkehrungen getroffen, wenn alle Sticke reisen wäre meine 19 jährige Tochter hier welche die zwei kleinen betreuen würde. Gibt es die Möglich einen Haftaufschub zu bekommen, es würden 4-8 Wochen ausreichend sein.

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#4
 Von 
ratlose mama
Status:
Lehrling
(1343 Beiträge, 508x hilfreich)

Zitat (von stefanie2102):
wenn alle Sticke reisen wäre meine 19 jährige Tochter hier welche die zwei kleinen betreuen würde.


Das wird dann das JA entscheiden

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#5
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1358 Beiträge, 271x hilfreich)

Guten Abend @stefanie2102,

ich erinnere mich halbwegs an Ihren Fall und bitte höflich um Korrektur, falls in der Zusammenfassung etwas nicht stimmig sein sollte: Der narzisstische, cholerische Ehemann (der nicht Kindsvater ist) misshandelt seine Frau und selbst das jüngste (2- bis 3-jährige) Kleinkind willkürlich, mitunter täglich körperlich und seelisch schwer (mit dem Wissen der Kindsmutter, die die Kinder in die Ehe mit eingebracht hatte). Bei den älteren Kindern dauerten die Misshandlungen bis zu deren Auszug aus der elterlichen Wohnung an. Bei - durch Dritte aus Sorge motivierten - Besuchen des JA stritt die Kindsmutter die Misshandlungen durch den Ehemann ab, wodurch es zu keinen weiteren Maßnahmen zum Schutz der weiterhin misshandelten Kinder kam (weder behördlich noch durch die Mutter selbst). Die Mutter tritt nun eine Haftstrafe an, da sie ihren Bewährungsauflagen nicht nachkam, während der Ehemann bereits eine Haftstrafe absitzt. Habe ich das so weit richtig verstanden?

Ich bitte dringend um Korrektur zu meinem Verständnis, da sich ansonsten..

Zitat (von stefanie2102):
Da mein Mann wie ich auch das gleiche Problem hat wie ich und bereits seine Haftstrafe verbüßt kann er die Kinder nicht nehmen.
..so liest als würde man auch nur entfernt in Erwägung ziehen, die Kinder erneut in die Obhut des misshandelnden Ehemannes zu geben.

Zitat (von stefanie2102):
wenn alle Sticke reisen wäre meine 19 jährige Tochter hier welche die zwei kleinen betreuen würde
Also diejenige Tochter, die zeitlebens im Elternhaus ebenfalls seelisch und körperlich misshandelt wurde und diesem erst vor kurzem endlich entfliehen konnte? Diese soll (mit 19 Jahren) nun die erhebliche Verantwortung für ihre zwei ebenfalls misshandelten, kleinen Geschwister übernehmen, verstehe ich das auch richtig?

Zu der eigentlichen Frage zum Gnadenverfahren bitte ich um kurze Benennung des Bundeslandes, in dem der (ich habe es in diesem Forum niemals mehr erhofft) fiktive Fall stattfindet.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38145 Beiträge, 13929x hilfreich)

@ ratlose Mama: die erwachsene Tochter kann die Kids übernehmen für die Zeit der Inhaftierung, ohne dass es einer Genehmigung des Jugendamtes/der Einrichtung einer Pflegestelle bedarf, weil wir es mit einer nahen Verwandten der Kinder zu tun haben.

Das könnte also durchaus funktionieren. Ob es angesichts der Vorgeschichte sinnvoll ist, diese Lösung anzupeilen, ist eine ganz andere Frage. Da teile ich die Bedenken von @deus.

Vielleicht wäre es sinnvoll gewesen, schon im April diesen Jahres den Antrag auf Unterbringung in einer Mutter/Kind Einrichtung zu stellen. Denn einmal sind diese Plätze ja nicht so zahlreich; zum anderen hat nach meiner Kenntnis die Einweisungsanstalt, in welche man ja üblicherweise beim Absitzen einer längeren Haftstrafe zunächst kommt, keine Mutter/Kind-Abteilungen.

Ganz ehrlich: ich verstehe nicht, wie man bei der Vorgeschichte, bei zwei so kleinen Kindern so verantwortungslos in den Tag leben kann.

wirdwerden

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#7
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32698 Beiträge, 17211x hilfreich)

Eine Entscheidung über den Gnadenantrag bekommen Sie mitgeteilt, wenn eine Entscheidung vorliegt - das muss insofern nicht vor dem Haftantritt passieren. Eine aufschiebende Wirkung hat ein Gnadenantrag, wie schon erwähnt, nicht.

-- Editiert von User am 21. September 2023 17:27

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#8
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1358 Beiträge, 271x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Eine aufschiebende Wirkung hat ein Gnadenantrag, wie schon erwähnt, nicht.
Praktisch jein. Daher meine Abschlussfrage aus #5.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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#9
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32698 Beiträge, 17211x hilfreich)

Nö, nicht "jein": In keinem Bundesland, auch nicht in Berlin, wo das mal so war, hat ein Gnadenantrag aufschiebende Wirkung (jedenfalls nicht bei Freiheitsstrafen).

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#10
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1358 Beiträge, 271x hilfreich)

Ja, @muemmel.. natürlich ist das zutreffend und ich möchte mit meinem..

Zitat (von DeusExMachina):
Praktisch jein.

..an keiner Stelle behauptet haben, dass Gnadengesuche aufschiebende Wirkung entfalten. Gleichzeitig möchte ich der TEin aber nicht vorenthalten (das ist doch wohl durchaus legitim, oder?), dass ein Gnadengesuch - je nach Bundesland (deshalb habe ich mittlerweile zweimal nachgefragt) mehr oder minder - zu einer praktischen Hemmung, respektive vorläufigen Einstellung der Vollstreckung führen kann (vgl. 8 Abs. 2 BayGnO, 9 Abs. 2 GnO NW u.a.).

-- Editiert von User am 23. September 2023 01:17

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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#11
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32698 Beiträge, 17211x hilfreich)

zu einer praktischen Hemmung, respektive vorläufigen Einstellung der Vollstreckung führen kann Was hier aber offenbar nicht geschehen ist - der Gnadenantrag liegt ja seit Juli vor und hat die Vollstreckungsbehörde nicht von der Ladung zum Strafantritt abgehalten...

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#12
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1358 Beiträge, 271x hilfreich)

(Editiert)

-- Editiert von Moderator am 24. September 2023 17:36

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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