Beweise bei EDV Manipulation - Hausdurchsuchung

8. Februar 2013 Thema abonnieren
 Von 
hans30
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Beweise bei EDV Manipulation - Hausdurchsuchung

Folgende Situation:
EDV Mitarbeiter eines Mittelständlers wird gekündigt und muss 10.000€ Schadenersatz leisten.

Grund: Manipulation eines Servers/deren Software.

Man einigt sich außergerichtlich und der ehemalige Mitarbeiter bezahlt die Summe.

3 Monate später kommt es zu massiven Störungen an vielen internen Servern/Software, teilweise massiver Datenverlust.

Es existieren einige Logdateien dass etwas gelöscht bzw. verändert wurde - jedoch ist kein "zugewiesenes Benutzerkonto" oder gar ein Name gelistet. Auf den Bändern der Überwachungskameras ist niemand zu sehen. Die Ereignisse fanden gegen 4.00 Uhr nachts statt - vermutlich von extern. Auf der Firewall wurden keine Einträge zu dieser Zeit gefunden. Es bleibt noch der Zugang über WLAN oder direkt per Kabel. Bei der WLAN Verbindung sind einige Anmeldungen zu dieser Zeit vorhanden. Allerdings können diese Daten keiner Person zugeordnet werden.


Was kann gegen den, vermutlich schuldigen, ehemaligen Mitarbeiter unternommen werden?

Wir erhoffen uns von einer Hausdurchsuchung dass wir Daten auf seinem Computer finden die mit dem Angriff zusammenhängen.



Danke!

Notfall oder generelle Fragen?

Notfall oder generelle Fragen?

Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

quote:
Was kann gegen den, vermutlich schuldigen, ehemaligen Mitarbeiter unternommen werden?


Strafanzeige erstatten und abwarten, was die Polizei/Staatsanwaltschaft ermittelt.

-----------------
"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
touchmyspirit
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 25x hilfreich)

Wer in der Lage ist, solche Schäden zu verursachen und seine Spuren dabei so sorgfältig zu verwischen, wird das verwendete Endgerät und die Zugriffsdaten danach sicherlich sicher gelöscht haben oder die Tatwaffe "Laptop" zerstört oder unwiederfindbar veräußert haben, weil ihm bewusst ist, dass er zuerst verdächtigt wird.

Daten sind nie zu 100% sicher, wenn sie nicht durch entsprechende Methoden geschützt sind.
Wer seine Daten nicht regelmäßig, zugriffssicher sichert, handelt fahrlässig.

Mir ist ein ähnlicher Fall bekannt, bei dem zwar Zugänge zur Verfaltungssoftware gesperrt wurden, jedoch die FTP-Zugangsdaten und die Zugangsdaten zur Datenbank nicht geändert wurden.

Man sollte sich daher von Spezialisten / Sachverständigen beraten lassen, wie und weshalb man seine Daten selbst und den Zugriff auf die Daten schützt.

Fraglich ist im geschilderten Fall sicherlich auch, ob ein ausreichender Verdacht für die Anordnung einer Hausdurchsuchung besteht. Man kann nicht einfach sämtliche Computer und internetfähigen Geräte beschlagnahmen und durchsuchen. Schließlich befinden sich häufig auch Daten anderer Familienmitglieder auf solchen Geräten, die nicht unter Verdacht stehen und in deren Privatsphäre dadurch massiv eingegriffen würde.


-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
hans30
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Antworten.

Leider wurden die Kennwörter auch in diesem Fall seither noch nicht geändert, somit war es vermutlich relativ einfach.

Interessant wäre es eben wie die Chancen stehen dass man an die verdächtige Person zum Geständnis bringen kann bzw. ob er seine Kennwörter für den Computer, Email etc. herausgeben muss...


Danke!

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort


#5
 Von 
touchmyspirit
Status:
Frischling
(14 Beiträge, 25x hilfreich)

Jemand mit der kriminellen Energie Daten zu löschen und seine Spuren zu verwischen, werden Sie kaum dazu bringen, dies zuzugeben.

Selbst wemm er es Ihnen gegenüber zugibt, hat so ein Geständnis keinerlei Wert, wenn es vor Gericht bestritten wird. Auch dann nicht, wenn Sie das Gespräch ohne das Wissen des Täters aufnehmen.

Sie sollten zukünftig Daten sichern und versuchen Ihren Umgang mit Passwörtern und Zugriffsrechten zu optimieren.

Ich kenne den Umfang Ihres Datenverlustes nicht, jedoch arbeite ich mit Programmierern, die in der Lage sind, aus Logfiles und Datenbankanalyse Daten wieder aufzubereiten.
Falls Sie möchteb, können Sie mich per privater Nachricht kontaktieren. Ich sende Ihnen dann meine Kontaktdaten und wir können Anfang kommender Woche erst einmal telefonieren.
Wenn ich die Sachlage kenne, kann ich unsere Experten befragen, ob man die Daten retten oder wiederherstellen kann.



-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
wastl
Status:
Richter
(8350 Beiträge, 1492x hilfreich)

Interessant wäre es eben wie die Chancen stehen dass man an die verdächtige Person zum Geständnis bringen kann bzw. ob er seine Kennwörter für den Computer, Email etc. herausgeben muss...
Wenn Sie eine Anzeige erstatten ist derjenige Beschuldigter und muss weder Angaben zur Sache überhaupt machen noch müssten diese, wenn er welche macht, der Wahrheit entsprechen. Ein Beschuldigter darf lügen was das Zeug hält, so lange er damit niemanden fälschlich einer Straftat beschuldigt oder umgekehrt eine Strafvereitelung begeht.

Die Beweislage, die Sie eingangs geschildert haben, ist ausgesprochen dünn. Es ist eigentlich nicht mal eine Beweislage. Eine Durchsuchung ist ein ziemlicher Eingriff. Es genügt zwar strafrechtlich ein Anfangsverdacht, doch muss abgewogen werden, ob die Aussichten, etwas brauchbares zu finden, den Grundrechtseingriff rechtfertigen. Hier wird zu berücksichtigen sein, dass sich der Verdacht im Grunde nur auf eine Vermutung nach der Art "Wer solls denn sonst gewesen sein?" stützt und dass bei einer derart professionellen Vorgehensweise kaum zu erwarten ist, dass sich auf Rechnern oder sonstwo Spuren finden.

Selbst wemm er es Ihnen gegenüber zugibt, hat so ein Geständnis keinerlei Wert, wenn es vor Gericht bestritten wird. Auch dann nicht, wenn Sie das Gespräch ohne das Wissen des Täters aufnehmen.
Es spielt grundsätzlich keine Rolle, wem gegenüber sich jemand geständig äußert, so lange keine Zeugnisverweigerungsrechte greifen. Soll heißen: Gesteht jemand bei der Polizei und sagt in der Hauptverhandlung nichts mehr, ist der Vernehmungsbeamte Zeuge für die Aussage. Gesteht jemand gegenüber einer Privatperson, dann ist eben die Privatperson Zeuge. Allerdings ist es eine Frage des Beweiswerts. Wenn der Geschädigte angibt, dass der Beschuldigte ihm gegenüber die Tat eingeräumt hat, ist das nicht so sonderlich überzeugend.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Lari-Fari
Status:
Praktikant
(519 Beiträge, 260x hilfreich)

Naja, es sollen schon auf deutlich dünnerer Tatsachengrundlage Hausdurchsuchungen angeordnet und zueweilen sogar Anklagen erhoben worden sein. Theorie und Praxis liegen da manchmal weit auseinander.

Ich würde an Ihrer Stelle zunächst mal einen eigenen Sachverständigen damit beauftragen, nach Spuren zu suchen. Vielleicht gibt es ja doch irgendetwas, was der Täter vergessen hat und einen Hinweis auf seine Identität gibt.

Und dann sollten Sie einen Rechtsanwalt damit beauftragen, für Sie eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft einzureichen. Wenn die Anzeigeschrift einigermaßen schüssigen, substantiierten Tatsachenvortrag enthält, steigen Ihre Chancen jedenfalls erheblich, dass die Staatsanwaltschaft in Ihrem Sinne Ermittlungen einleitet und vielleicht auch eine Hausdurchsuchung durchführt.


-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
wastl
Status:
Richter
(8350 Beiträge, 1492x hilfreich)

Und dann sollten Sie einen Rechtsanwalt damit beauftragen, für Sie eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft einzureichen. Wenn die Anzeigeschrift einigermaßen schüssigen, substantiierten Tatsachenvortrag enthält, steigen Ihre Chancen jedenfalls erheblich, dass die Staatsanwaltschaft in Ihrem Sinne Ermittlungen einleitet und vielleicht auch eine Hausdurchsuchung durchführt.
Da Sie in der Lage sind, den Sachverhalt selbst darzulegen, ist überhaupt nicht ersichtlich, wieso Sie sich die Kosten für einen Rechtsanwalt ans Bein binden sollten. Diese Kosten sollte der tragen müssen, der solche Ratschläge gibt.
Es gibt sicher Fälle, in denen ich auch hier sage "Ab zum Anwalt", aber diese Sache gehört nun ganz sicher nicht dazu.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Pragmaticus
Status:
Lehrling
(1449 Beiträge, 507x hilfreich)

quote:
Leider wurden die Kennwörter auch in diesem Fall seither noch nicht geändert, somit war es vermutlich relativ einfach.
Das ist grob fahrlässig. Insofern wird es schwieriger gegen den Ex-MA vorzugehen,wenn man seinen eigenen Laden nicht unter Kontrolle hat. Es gibt gute IT-Forensicer, die hier durchaus Spuren finden könnten. Ob sich der Kostenaufwand lohnt und ob man davon Geld wiedersieht, das sei dahingestellt. Selbst wenn man eine MacID hätte, wird eine Beweisführung schwierig. Mich würde man damit nicht erwischen!

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Lari-Fari
Status:
Praktikant
(519 Beiträge, 260x hilfreich)

quote:
Da Sie in der Lage sind, den Sachverhalt selbst darzulegen, ist überhaupt nicht ersichtlich, wieso Sie sich die Kosten für einen Rechtsanwalt ans Bein binden sollten

Wer solche Ratschläge gibt, meint es zwar sicherlich gut, hat aber offenbar erstaunlich wenig Ahnung von der Praxis.

Den Sachverhalt geeignet darlegen kann in meinen Augen derjenige am besten, der auch weiß, worauf es rechtlich eigentlich ankommt. Und ein Rechtsanwalt hat nun mal die gleiche Ausbildung wie der Staatsanwalt, der ja auf Grundlage der Anzeigeschrift letztlich darüber entscheidet, ob und welche Ermittlungsmaßnahmen getroffen werden.

Also ich für meinen Teil würde sicherlich 160 € dafür investieren (soviel kostet das nach RVG gerade mal), dass meine eigenen Ermittlungen in professioneller Form aufbereichtet und bei der Staatsanwaltschaft eingereicht werden.

Entscheiden muss das aber natürlich jeder selbst.

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
BuffySlayer
Status:
Praktikant
(993 Beiträge, 483x hilfreich)

quote:
ob er seine Kennwörter für den Computer, Email etc. herausgeben muss


In Deutschland jedenfalls nicht, da sich niemand selbst belasten (bzw. an seiner eigenen Überführung mitwirken) muß.

AFAIK sieht das z.B. in England zumindest hinsichtlich des "Passwort herausgeben" anders aus, was allerdings hinsichtlich der EMRK zumindest nicht unbedenklich ist.

-----------------
""

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
nefrage234
Status:
Schüler
(182 Beiträge, 37x hilfreich)

Leider sehe ich das Thema jetzt erst. Ich hoffe, Sie sind nicht auf diesen Benutzer reingefallen:

> Wer in der Lage ist, solche Schäden zu verursachen und seine
> Spuren dabei so sorgfältig zu verwischen, wird das verwendete
> Endgerät und die Zugriffsdaten danach sicherlich sicher gelöscht
> haben oder die Tatwaffe "Laptop" zerstört oder unwiederfindbar
> veräußert haben, weil ihm bewusst ist, dass er zuerst verdächtigt
> wird.

Erstens hat der TE keinerlei Hinweise darauf gegeben, daß Logdateien manipuliert worden sein könnten. Zweitens ist die Folgerung, der Verursacher arbeite praktisch mit Sicherheit mit professionellen Angriffsmethoden einfach haarsträubend. Die weiteren Behauptungen und Folgerungen entbehren jeder Grundlage. Es handelt sich um reines Aufbauschen.

> Jemand mit der kriminellen Energie Daten zu löschen und seine
> Spuren zu verwischen, werden Sie kaum dazu bringen, dies
> zuzugeben.

Auch diese Weisheit widerspricht schon dem gesunden Menschenverstand bzw. der Lebenserfahrung. Mal umformuliert: "Jemand mit krimineller Energie ist grundsätzlich nicht zum Geständnis zu bewegen."

Bis hierher ist das alles reine Panikmache, aber die Erklärung dafür wird prompt mitgeliefert:

> Ich kenne den Umfang Ihres Datenverlustes nicht, jedoch
> arbeite ich mit Programmierern, die in der Lage sind, aus
> Logfiles und Datenbankanalyse Daten wieder aufzubereiten.
>
> Falls Sie möchteb, können Sie mich per privater Nachricht
> kontaktieren. Ich sende Ihnen dann meine Kontaktdaten und
> wir können Anfang kommender Woche erst einmal telefonieren.

Es war also bloß Marketingblabla. Wenden Sie sich nötigenfalls lieber an ein seriöses Datenrettungsunternehmen, das nicht mit Selbstverständlichkeiten wie "wir haben Programmierer, die Logdateien lesen können" prahlen muß.

> Wenn ich die Sachlage kenne, kann ich unsere Experten
> befragen, ob man die Daten retten oder wiederherstellen kann.

Jemand der behauptet, er könne über ein Telefongespräch klären, ob die Daten gerettet werden können, schneidet bloß auf. Dafür ist die Materie viel zu komplex.

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 265.278 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.329 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen