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Bierbecherwurf

8.1.2009 Thema abonnieren Zum Thema: KV schreiben
 Von 
Bootsmannia
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)
Bierbecherwurf

Hi.
Jemand hat während einer Veranstaltung einen gefüllten Bierbecher in die Menge geworfen. Der Werfer wurde ausfindig gemacht und bekommt nun ein Schreiben wo ihm die Gef. KV nach §224 vorgeworfen wird. Der Werfer kann sich jedoch daran überhaupt nicht errinnern, weil stark alkoholisiert und deswegen Filmriß.

Fragen:

Hat das Ordnungspersonal nicht widrig gehandelt indem es den stark angetrunkenen Zuschauer den Zugang zum Stadion gewährt hat (lt. Stadionordnung sollte dies verboten sein)?

Plastikbierbecher sind doch extra aus Plastik im Einsatz, damit es keine Verletzungen gibt. Sind diese dann doch als gefährliche Werkzeuge anzusehen?

Ist in jedem Fall, auch bei nicht vorbestrafen, einen Gefängisstrafe obligatorisch?

Danke.

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KV schreiben


26 Antworten
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#1
 Von 
passenger
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 12x hilfreich)

Eine Gefängnisstrafe käme bei einem Fall, wie dem vorgenannten, wohl gewiß nicht in Betracht. Wenn in dem Tatvorwurf auf Gefährliche KV erkannt werden konnte, wird wohl auch eine entsprechende Verletzung des Geschädigten vorliegen. Die kann durchaus erheblich sein, wenn die Umstände dazu geführt haben.

Sicherlich hätte das Ordnungspersonal besser aufpassen müssen - aber das wirkt sich für den Täter nicht schuldmindernd aus.

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#2
 Von 
passenger
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 12x hilfreich)

@Bootsmannia Nachtrag: hier wäre wohl auch noch zu bewerten, ob ein Vorsatz zur Körperverletzung vorlag. Bei einem Plastikbecher kann ich mir das kaum vorstellen. Ist der Becher denn "einfach nur so", also aus reiner Lebensfreude heraus, in die Menge geworfen worden?

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#3
 Von 
Bootsmannia
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Hi Passenger.
Also, man könnte den Wurf evtl. so bezeichnen, dass er sich aufgrund dessen ergeben hat, weil bei der Veranstaltung ein Tor für die Gegner gefallen ist, und jemand sich darüber geärgert hat. Also quasi aus Effekt heraus.

Der Versuch ist sagen wir mal verneint worden.

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#4
 Von 
passenger
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 12x hilfreich)

So wie sich die Sache darstellt, hat der Werfer unter Eventualvorsatz gehandelt, soll heißen: er hat die Folgen seines Handelns, also eine mögliche Körperverletzung, biligend in Kauf genommen. Dies genügt im deutschen Strafrecht, um einen Tatbestand zu erfüllen . In diesem Falle: die gefährliche KV.

Um solch einen Fall besser beurteilen zu können, müßte natürlich auch noch der Verletzungsgrad des Geschädigten bekannt sein. Ließe sich dazu noch etwas von deiner Seite aus sagen?

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#5
 Von 
passenger
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 12x hilfreich)

Nachtrag: (wenn schon, denn schon) Wie hat er denn geworfen? Zielgerichtet und aus kurzer Distanz (denn so wird es wohl gewesen sein, weil er identifiziert worden ist)? Also, so wie sich die Sache für mich jetzt darstellt, tendiere ich immer mehr zur gefährlichen KV, so wie es ja auch der Tatvorwurf ist.

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#6
 Von 
Bootsmannia
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Spielt es denn überhaupt noch eine Rolle, ob derjenige volltrunken gewesen ist, also sein handeln nicht mehr beherrschbar war. Könnten Zeugen denjenigen entlasten, die gesehen haben, dass dies so war?

Ob jemand verletzt worden ist jetzt mal nicht bekannt. Derjenige kann sich überhaupt nicht an die Aufnahme der Personalien seitens der Polizei errinnern, geschweige denn ob er aus dem Veranstaltungsort verbannt wurde oder sonst noch Dinge. Evtl. könnte es sein, das die Polizei das zufälligerweise per Videoüberwachung gesehen hat und so zugegriffen hat. Da müßte man wohl irgendwie die Akteneinsicht erbeten, aber dies dürfen ja nur Anwälte, oder?

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#7
 Von 
guest-12311.10.2014 11:33:25
Status:
Senior-Partner
(6004 Beiträge, 1790x hilfreich)

quote:
Hat das Ordnungspersonal nicht widrig gehandelt indem es den stark angetrunkenen Zuschauer den Zugang zum Stadion gewährt hat (lt. Stadionordnung sollte dies verboten sein)?
Das hieße ja im Umkehrschluß, dass jeder Besucher vor Betreten des Stadions einem Alkotest unterzogen werden müsste. Das ist ja wohl realitätsfern. Die Polizei haftet schließlich auch nicht für alkoholbedingte Verkehrsunfälle.

quote:
hier wäre wohl auch noch zu bewerten, ob ein Vorsatz zur Körperverletzung vorlag.
Es reicht wenn man die Verletzung anderer Personen billigend in Kauf genommen hat. Das dürfte vorliegend der Fall gewesen sein.

quote:
Spielt es denn überhaupt noch eine Rolle, ob derjenige volltrunken gewesen ist, also sein handeln nicht mehr beherrschbar war. Könnten Zeugen denjenigen entlasten, die gesehen haben, dass dies so war?
dann wäre die Verurteilung wegen fahlässigen Vollrauschs die Folge. Käme unterm Strich aufs Gleich raus.

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#8
 Von 
Wellkamp
Status:
Praktikant
(961 Beiträge, 412x hilfreich)

> Hat das Ordnungspersonal nicht widrig gehandelt indem es den stark angetrunkenen Zuschauer den Zugang zum Stadion gewährt hat (lt. Stadionordnung sollte dies verboten sein)?

Selbst wenn dem so wäre, würde das die Schuld nicht mindern.
Kausalität liegt ja gerade nicht vor, denn daß der Täter dasselbe nicht auch draußen auf der Straße hätte tun können/wollen, ist nicht ersichtlich.
Und für sich ist immer noch jeder selbst verantwortlich.
D.h. auch wenn ich dir eine MP in die Hand drücke, bleibt es Mord, wenn du damit deine Frau erschießt, weil sie mit dem Nachbarn im Bett war.

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#9
 Von 
passenger
Status:
Beginner
(72 Beiträge, 12x hilfreich)

@ Bootmannia / Akteneinsicht kann man auch selbst beantragen. Allein zu diesem Zweck braucht man keinen Rechtsanwalt mehr beauftragen. Das Schreiben kam sicherlich von der Kripo, und die Sache wird noch im Vorverfahren sein. Ich würde einer Vorladung nachkommen und dann weitersehen. Aber wieso wurde kein Alc.-Test gemacht? Das ist eigentlich unabdingbar bei dem Verdacht einer Straftat! Es ist immer schlecht, wenn man sich nicht mehr erinnern kann. Was ist das denn nun genau für ein Schreiben, das da kam? Und der Grad der Trunkenheit kann durchaus schuldmindernd wirken, das ist doch bekannt. :bang:

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#10
 Von 
Ilsa1939
Status:
Bachelor
(3728 Beiträge, 1062x hilfreich)

Also ich finde es weit hergeholt, einen Plastikbecher, auch wenn er gefüllt ist, als gefährliches Werkzeug anzusehen. Bei einem Glas oder einer Flasche wäre das anders. Vorsätzliche einfache Körperverletzung wird es aber schon gewesen sein, denn es reicht aus, dass Werfer in etwa eine Vorstellung hat, was bei so einem Wurf passiert – also jemand kriegt das Ding ab und das ist unangenehm. Sachbeschädigung könnte ebenfalls dazukommen.

Bei beiden Tatbeständen kann man allerdings auch anfangen, zu diskutieren.
Kann ein Treffer mit einem vollen / halbvollen Pappbecher überhaupt weh tun?
Ist Übergießen mit Bier eine üble und unangemessene Behandlung, die das körperliche Wohlbefinden nicht nur unwesentlich beeinträchtigt? – Rennfahrer und deutsche Fußballmeister übergießen sich regelmäßig mit Schampus bzw. Bier.
Ist eine biergetränkte Jacke eine Sachbeschädigung? – Kann ja gewaschen werden.

Bei einem Plastikbecherwurf würde ich mich in einem Anhörungsbogen der Polizei nachdrücklich gegen den Vorwurf der GEFÄHRLICHEN Körperverletzung wehren und sonst nichts weiter einräumen. Motto: Ich kann mich nicht erinnern, einen Becher geworfen zu haben. Im Übrigen wäre ein Plastikbecher, auch wenn er mit Bier gefüllt ist, kein gefährliches Werkzeug.

Wenn sich der Fall, so wie geschildert, zugetragen hat, ist dass strafrechtlicher Kleinkram, der normalerweise durch Einstellung erledigt wird, mit etwas Glück – je nach Beweislage – sogar ohne Geldauflage. Andernfalls können die oben angegebenen Argumente noch immer gebracht werden.
Ob es die Staatsanwaltschaft auf eine Gerichtsverhandlung ankommt lässt, halte ich für fraglich. Ist den überhaupt ein Geschädigter ermittelt worden der als Zeuge aussagen könnte? Oder wurde der Werfer nur beobachtet, wie er seinen Becher in die Menge geworfen hat? Im letzteren Fall wird es für die Strafverfolgungsbehörden nicht einfach werden, irgendetwas schweres herbeizukonstruieren.

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#11
 Von 
Bootsmannia
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

@wellkamp
Klaro ist jeder für sich selber verantwortlich. Aber der Vergleich MP - Bierbecher und Tod - gef. KV ist doch schon weit her geholt. Oder ticken die Rechtstaatlichen Uhren genau so?

@passenger
Akteneinsicht - mit einem formlosen Schreiben (vielleicht gibt es ja ein Musterschreiben im www?)? Muss der Werfer dann vor Ort beim KK erscheinen, oder werden Kopien der Akten dem Werfer zugeschickt?

Schreiben - "schriftl. Äußerung als Beschuldigte(r)" vom Kriminalkommissariat

Alc.-Test - unabdingbar, mmmhhh. Hört sich positiv für den Werfer an. Aber der Werfer hat keine Ahnung ob solcher durchgeführt wurde. Einstichstellen wurden nicht gefunden. Steht sicher in den Akten.

Um so ein Bierbecher handelt es sich - http://www.dasgehtgarnich.de/Fotos/alkohol/
Bierbecher+mit+Henkel,++VW-Halle+Braunschweig,+17.03.2006.jpg

@Mausi1939
Super Statement von die (natürlich auch von den anderen!)

Gegen gef. KV wehren - man könnte sich vorstellen, dass aufgrund von Videoüberwachung der Werfer identifiziert wurde. Aber das wird ja in den Akten stehen.

Strafrechtlicher Kleinkram - will der Werfer hoffen.

Gerichtsverhandlung fraglich - siehe oben.

Schönes Wochenende euch allen,

Bootsmann


-- Editiert von Bootsmannia am 09.01.2009 18:55

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#12
 Von 
Ilsa1939
Status:
Bachelor
(3728 Beiträge, 1062x hilfreich)

+++ Gegen gef. KV wehren - man könnte sich vorstellen, dass aufgrund von Videoüberwachung der Werfer identifiziert wurde. Aber das wird ja in den Akten stehen. +++

Mir geht es ja vor allem auch um das, die "Opfer". Können die als Zeugen benannt werden. Ist da von einem Opfer im Tatvorwurf die Rede oder nur davon, dass der Werfer beim werfen erkannt worden ist?
In einer Hauptverhandlung - zu der es wohl nur theoretisch kommt, oder aber wenn der Werfer auf stur stellt und auch keine Geldauflage zahlen möchte - könnte vorgetragen werden, dass von dem Pappbecher niemand getroffen worden ist, jedenfalls aber das Bekleckern mit Bier oder ein Treffer mit einem Pappbecher wohl kaum schmerzhaft sein kann bzw. die für eine Körperverletzung erforderliche Erheblichkeitsschwelle nicht überschreitet. Wenn dann kein "Opfer" da ist, dass jammert, wie doll weh der Treffer getan hat, dann ist's vielleicht ganz vorbei mit der Körperverletzung.
Ich würde es aber trotzdem sinnvoll finden, eine Verfahrenseinstellung mit geringer Geldauflage anzunehmen.

P.S.: Akteneinsicht gibt's - soweit ich weiß - nach Abschluss der Ermittlungen und nicht, während die Polizei ermittelt.

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#13
 Von 
Bootsmannia
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Also, ich schreib mal den Vorwurf im Wortlaut hier rein:

"Ihnen wird zur Last gelegt, im Rahmen der Veranstaltung einen gefüllten Bierbecher nach vorn auf weitere Zuschauer geworfen zu haben. Sie können sich nun schriftlich zur Sache äußern."

Wie kann man den überhaupt herausfinden, ob es ein Opfer gegeben hat? Könnte man da den zuständigen Sachbearbeiter anrufen?

Was bedeutet eigentlich, der Vermerk "Versuch - Nein"?

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#14
 Von 
Ilsa1939
Status:
Bachelor
(3728 Beiträge, 1062x hilfreich)

+++ Was bedeutet eigentlich, der Vermerk "Versuch - Nein"? +++

Es wird der Vorwurf erhoben, dass die gef. KV nicht nur versucht, sondern auch vollendet worden ist.

+++ Wie kann man den überhaupt herausfinden, ob es ein Opfer gegeben hat? Könnte man da den zuständigen Sachbearbeiter anrufen? +++

Akteneinsicht, aber ich glaube die gibt's erst nach Abschluss der Ermittlungen. Im übrigen rate ich davon ab, sich als Laie telefonisch mit dem Sachbearbeiter in Verbindung zu setzen - erst recht mit so einer Frage.

Ansonsten steht in dem Schreiben der Polizei echt nicht mir drin? Z.B. jmd. sei getroffen und verletzt worden oder so?

Wenn Sie sich wegen Alkohol und der ganzen Aufregung nicht mehr so erinnern können, dann würd ich das da so reinschreiben, auch dass Sie nicht mehr wissen, ob Sie überhaupt jemanden bei dem Wurf getroffen haben oder nicht und ob der Becher nun halbvoll war oder schon leer oder so. Sicherlich tut der Wurf Ihnen aber leid. An was Sie sich erinnern können und was Ihnen leid tut, dass weiß ich natürlich nicht.
Im übrigen würde ich darauf hinweisen dass ein Wurf mit einem Plastikbecher - selbst wenn tatsächlich etwas Flüssigkeit drinn gewesen sein sollte - jedenfalls kein gefährliches Werkzeug ist.

Wenn dann die Reaktion der Staatsanwaltschaft oder - hoffentlich nicht - Anklageschrift kommt, dann können Sie noch immer zum Rechtsanwalt.



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#15
 Von 
Bootsmannia
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Tipps.

+++Ansonsten steht in dem Schreiben der Polizei echt nicht mir drin? Z.B. jmd. sei getroffen und verletzt worden oder so?+++
Nein, mehr steht wirklich nicht im Schreiben der Polizei.

Eine Frage taucht da noch auf.
Sollte angekreuzt werden, dass die Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße gewollt ist? Wie hoch könnte diese ausfallen?

Und noch eine Frage:
Könnte es von Vorteil sein, wenn man noch schreibt, dass man am Vorabend auf einer Hochtzeitsfeier war, auf der reichlich Alkohol konsumiert wurde, dann nach nur 3 Std. Schlaf auf der Zugfahrt wieder Alkohol getrunken hat und aufgrund der hohen Alkoholeinnahme von ca. 14 bis 19 Uhr keine Erinnerung mehr hatte. Übrigens, der Werfer war nicht allein unterwegs, sondern mit 2 Freunden.
Oder sollte man nach der Devise --was man nicht weiß, macht mich nicht heiß-- verfahren. Nachher wird dem Werfer noch gewollter Rauschzustand vorgeworfen.

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#16
 Von 
guest123-2151
Status:
Frischling
(48 Beiträge, 12x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#17
 Von 
Ilsa1939
Status:
Bachelor
(3728 Beiträge, 1062x hilfreich)

+++ Sollte angekreuzt werden, dass die Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße gewollt ist? Wie hoch könnte diese ausfallen? +++

Wenn Sie sich nicht so genau erinnern können, was vorgefallen ist, dann können Sie eigentlich nicht mit der Einstellung gegen Geldauflage einverstanden sein. Mann könnte allerdings schreiben, dass manso etwas der Beurteilung durch die Staatsanwaltschaft überlässt.

+++ Könnte es von Vorteil sein, wenn man noch schreibt, dass man am Vorabend auf einer Hochzeitsfeier war, auf der reichlich Alkohol konsumiert wurde, ... +++

Wenn Sie sich nicht so genau erinnern können, was vorgefallen ist, dann kann man möglichst kurz schreiben und sollte nicht nach Entschuldigengen suchen, bei denen man wie ein Alkoholiker dasteht. Wenn man sich nicht erinnert, dann ist das in Ordnung und die Staatsanwaltschaft muss einem ein strafbares Verhalten nachweisen. Wenn man sich erinnert, dass man Mist gebaut hat, aber die Schuld bei anderen sucht - den Umständen, Alkohol, wenig Schlaf, die gegnerische Mannschaft hat ein Tor geschossen, die Ordner haben nicht aufgepasst, die Polizei hat nicht richtig ermittelt -, dann kommt das nicht gut an, und die Staatsanwaltschaft kommt möglicherweise zu der Überzeugung, dass eine Strafe auch deshalb angemessen ist, um dem Täter vor Augen zu führen, dass er selbst für sein Handeln verantwortlich ist.

Zum Schluss:
Wenn Sie so viele Fragen haben, ist es vielleicht doch besser, gemeinsam mit einem Anwalt die Einlassung zu formulieren. Sie können ja zunächst um Fristverlängerung bitten. Stellung nehmen kann man ohnehin immer. Ich gehe aber davon aus, dass es sich strafrechtlich gesehen um Kleinkram handelt, so dass die Kosten für einen Anwalt die Höhe einer möglichen Geldauflage /-strafe leicht übersteigen können.

Sicherlich haben Sie auch gemerkt, dass der User maschaffrath nicht gut auf mich zu sprechen ist. Ich überlasse es Ihnen, sich ein eigenes Bild zu machen.

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#18
 Von 
Bootsmannia
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Mausi1939.
Vielen Dank erstmal für Ihre Mühe, mir meine umfangreiche Fragen zu beantworten. Je tiefer man sich mit dem Thema auseinander setzt, desto mehr Fragen tauchen auf. Sicher, ein Anwalt zu nehmen, wäre die beste Methode.
Ich werde jetzt mal die Schriftliche Äußerung als Beschuldigter schreiben und abschicken. Vllt. könnten Sie ja auch nochmal einen Blick drauf werfen bzw. werd ich hier die Stichpunkte aufschreiben.
Morgen werd ich mal einen Anwalt telefonisch befragen, den ein Bekannter kennt. Auch werd ich mal über Anwalt.de einen Kostenvoranschlag reinholen.

Und dem Beitrag von maschaffrath kann ich irgendwie nicht so ganz folgen. Muss ich sicherlich noch öfters durchlesen... Und in Abs. 1 heißt es nicht §147 ZPO, sondern $147 StPO, wie ich jetzt herausgefunden habe.

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#19
 Von 
guest123-2151
Status:
Frischling
(48 Beiträge, 12x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#20
 Von 
Bootsmannia
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo maschaffrath.
Ok, jetzt verstehe ich es deutlicher.
Aber Ihre Ansicht, das mausi1939 in diesem Thread, mit unterstellt, ich sei ein "minderwertiger Querulant" kann ich dennoch nicht beiwohnen. Ich finde die Tipps die Er/Sie gegeben hat hilfreich.

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#21
 Von 
Bootsmannia
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Hi.
Hab jetzt mal ein Vorgespräch mit einem Anwalt gehabt.

- Akteneinsicht ist generell für Privatpersonen nicht möglich
- Wenn es Verletzte gegeben hätte, würde es im Schreiben stehen
- Er empfahl mir, nur die notwendige Angaben inkl. des Nettogehalts zu machen, und das Schreiben zurückzusenden.
- Er meint, ca. 15-20 Tagessätze Strafe müßten es werden.
- Wenn es mehr werden sollte, kann man ja immer noch dagegen vorgehen.
- Und ja, ein Plastikbierbecher, auch wenn nur noch bisschen gefüllt, wird als ein gefährliches Werkzeug behandelt.

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#22
 Von 
Ilsa1939
Status:
Bachelor
(3728 Beiträge, 1062x hilfreich)

+++ Er meint, ca. 15-20 Tagessätze Strafe müßten es werden. ...
Und ja, ein Plastikbierbecher, auch wenn nur noch bisschen gefüllt, wird als ein gefährliches Werkzeug behandelt. +++

Ganz schon raffiniert der Kollege!
Wenn's keinen gefährliche KV wird sondern im Ergebnis nur eine einfache, dann - nehme ich mal an - wir der Anwalt Ihnen erzählen, dass das nur seinem anwaltlichen Verhandlungsgeschick zu verdanken ist.

:grins:

Weswegen der Anwalt allerdings schon jetzt von 15 bis 20 TS ausgeht, obwohl bei einer mit einem gefährlichen Werkzeug begangenen KV die Mindeststrafe 6 Moante = 180 Tagessätze wäre, bleibt natürlich das Geheimnis des Anwalts; siehe § 224 StGB.

Die anwaltliche Beratung ist im Großen und Ganzen trotzdem brauchbar. Wenn Sie wollen, lassen Sie sich durch den Anwalt vertreten.


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#23
 Von 
Bootsmannia
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Hi Mausi1939.

Was passiert denn eigentlich, wenn ich die Anschuldigung zugeben würde (was ich aber nicht machen werde)? Wird es dann direkt eine Verurteilung geben?

Bin halt neugierg. Hab mich jetzt so richtig in das Thema reingefressen.

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#24
 Von 
Bootsmannia
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Noch eine Frage:

Da ja der Tatvorwurf recht schwammig formuliert ist, kann ich denn von der Polizei verlangen, mir einen detailierten Tatvorwurf zu schreiben, in dem man erkennt, ob und wann ich welche Personen durch einen Wurf mit einem Bierbecher getroffen und verletzt haben soll.
Weiter noch eine Frage, falls mich ein Verletzter angezeigt hat, müsste dies nicht auch im Tatvorwurf benannt werden?

Zur Erinnerung, folgendes steht im Schreiben der Polizei.
- Gefährliche Körperverletzung (§ 224 StGB)
- Versuch nein
Bemerkungen:
Es wird (Ihnen) zur Last gelegt, im Rahmen des Fußballbundesliga-Spiels X - Y einen gefüllten Bierbecher nach vorn auf weitere Zuschauer geworfen zu haben. Sie können sich nun schriftlich zur Sache äußern. Bitte benutzen sie ggf. die Rückseite von Blatt -2-.

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#25
 Von 
Bootsmannia
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo.
Kann mir nicht doch jemand meine beiden vorherigen Beiträge beantworten.

Danke im Voraus.

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#26
 Von 
Bootsmannia
Status:
Frischling
(17 Beiträge, 0x hilfreich)

Die Sache wurde ohne irgendwelche Strafe o. sonst was eingestellt.

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