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Chatverlauf an eine andere Person übermitteln strafbar

 Von 
go546862-67
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Chatverlauf an eine andere Person übermitteln strafbar

Hallo,
mich würde Ihre Einschätzung zu folgendem fiktiven Sachverhalt interessieren:
F (seit mehreren Jahren liiert) führt über Monate eine intime Beziehung zu M.
Als M davon erfährt, beendet er diese; möchte aber den Partner von F darüber in Kenntnis setzen.
Würde M sich strafbar machen, wenn er dem Partner von F bspw den gesamten Chatverlauf oder Bildschirmaufnahme mit den eindeutigsten Beweisen auf einem USB-Stick schicken würde?
Oder das Beweismaterial als "Datensicherung" auf Dr*pbox hochlädt und dem Partner einen Direktlink dazu schickt?
Wenn ja: Gibt es überhaupt einen "legalen Weg", um das Vorhaben in die Tat umzusetzen, bspw indem man sich mit dem Partner persönlich trifft und ihn einen Blick in sein Handy werfen lässt?




-- Editiert von go546862-67 am 18.05.2020 18:16

-- Editiert von Moderator am 18.05.2020 23:27

-- Thema wurde verschoben am 18.05.2020 23:27

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
strafbar Handy persönlich


14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(12008 Beiträge, 7966x hilfreich)

Zitat:
Würde M sich strafbar machen, wenn er dem Partner von F bspw den gesamten Chatverlauf oder Bildschirmaufnahme mit den eindeutigsten Beweisen auf einem USB-Stick schicken würde?

Nein.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#2
 Von 
großmädle
Status:
Frischling
(40 Beiträge, 6x hilfreich)

Was will denn M mit diesem Kindergarten denn erreichen?
Das ist ja das allerletzte.........

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#3
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5138 Beiträge, 1720x hilfreich)

Zitat (von go546862-67):
Würde M sich strafbar machen, wenn er dem Partner von F bspw den gesamten Chatverlauf oder Bildschirmaufnahme mit den eindeutigsten Beweisen auf einem USB-Stick schicken würde?

Bezüglich des Chatverlaufes an sich gibt es weder strafrechtlich noch zivilrechlich (allg. Persönlichkeitsrecht, Urheberrecht) irgendwelche Probleme.
Sollten auch Fotos der Gegenseite zum Chatverlauf gehören, wird die Weitergabe dieser unzulässig sein (da man davon ausgehen kann, daß die Fotos unter der stillschweigenden Vereinbarung einer Vertraulichkeit übermittelt wurden und daher keine Zustimmung zur Verbreitung durch den Urheber vorliegt).

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#4
 Von 
go546862-67
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Antwort, BigiBigiBigi
Wenn man eine Bildschirmaufnahme des Chats machen und dabei bestimmte Sprachnachrichten abspielen oder Bilder öffnen würde, fiele dies auch unter Verbreitung?

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#5
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(12008 Beiträge, 7966x hilfreich)

Sprachnachrichten sind sehr(!) kritisch - da ist man fast immer im strafbaren Bereich.
Bilder sind mittelmäßig kritisch - kommt drauf an, was drauf ist und wer das Foto gemacht hat.
Textnachrichten sind ziemlich unkritisch.

Bei Antwort #1 bin ich davon ausgegangen, dass mit "Chatverlauf" nur Text gemeint ist.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(84770 Beiträge, 34567x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Sprachnachrichten sind sehr(!) kritisch - da ist man fast immer im strafbaren Bereich.

Warum? § 201 StGB kommt da ja nicht zum tragen.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#7
 Von 
drkabo
Status:
Philosoph
(12008 Beiträge, 7966x hilfreich)

Warum sollte §201 (1) Nr. 2 nicht einschlägig sein?

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(84770 Beiträge, 34567x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Warum sollte §201 (1) Nr. 2 nicht einschlägig sein?

Zitat:
wer unbefugt
1. das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen auf einen Tonträger aufnimmt
2. eine so hergestellte Aufnahme gebraucht oder einem Dritten zugänglich macht.

Unbefugt ist es ja schon mal nicht, weil das eine normale Kommunikation in dem Bereich ist und der Absender der Absender der Aufnahme (konkludent) zugestimmt hat..
Aber viel wesentlicher: er hat es ja nicht aufgenommen, sondern der Absender hat es aufgenommen und ihm dann zugesendet.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#9
 Von 
fragesteller2020
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Guten Abend! Ich weiß nicht ob es Usus ist, aber ich habe mich zwecks exakt dieser Fragestellung auch hier angemeldet und dachte ich hole das Thema einfach wieder hoch, nachdem die Frage im Grunde nicht abschließend geklärt wurde.
Ist es denn nun strafbar einer dritten Person ein Screenrecording inkl. des Abspielens einiger Sprachaufnahmen zu übermitteln oder nicht?
Auch finde ich die oben gestellte Frage bzgl des Filehosting-Diensts interessant: Wie sähe die Sache denn bspw aus, wenn man dort einige Beweise für den Betrug hochlädt und dem betrogenen Partner einen Link dazu schickt? Man ja keinen Einfluss darauf ob der Partner diesem Link folgt und die Daten öffnet oder nicht, hat - zumindest in der Sicht eines absoluten Laien - die eventuell strafrechtlich relevanten Dateien also nicht direkt verbreitet. Wobei ich da auch ganz falsch liegen mag.
Vielleicht ist jemand so nett und bringt bzgl beider Fragen Licht ins Dunkel.

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#10
 Von 
kalledelhaie
Status:
Praktikant
(525 Beiträge, 100x hilfreich)

meiner Laien-Einschätzung nach ist der Dreh und Angelpunkt die "Veröffentlichung".

Beim hochladen auf einen Filehoster mit öffentlichem Link, kann man die Ansicht vertreten, dass es potentiell jedem (unbekannten) Dritte möglich ist die Daten herunterzuladen, die Daten somit veröffentlicht werden. Das wäre, ohne Zustimmung desjenigen der die Aufnahmen verfasst hat, eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts.

Beim bilateralen versenden/zeigen sehe ich es, wie oben andere auch, nicht so kritisch. Wer schreibt, bleibt.

Grüße

Signatur:Die von mir vertretenen Meinungen sind rein private Einschätzungen und ersetzen keine professionelle
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#11
 Von 
Zuckerberg
Status:
Schüler
(496 Beiträge, 629x hilfreich)

Zitat:
Auch finde ich die oben gestellte Frage bzgl des Filehosting-Diensts interessant: Wie sähe die Sache denn bspw aus, wenn man dort einige Beweise für den Betrug hochlädt und dem betrogenen Partner einen Link dazu schickt? Man ja keinen Einfluss darauf ob der Partner diesem Link folgt und die Daten öffnet oder nicht, hat - zumindest in der Sicht eines absoluten Laien - die eventuell strafrechtlich relevanten Dateien also nicht direkt verbreitet.
Ich sehe diese Form der Verbreitung (als Oberbegriff sowohl für die Verschaffung als auch die Veröffentlichung/Zugänglichmachung) deutlich kritischer als das bloße Senden an eine bestimmte Person.

Bei der Veröffentlichung (!) auf einem Server (egal ob Dropbox oder etwas anderes) ist das Mterial einem unbeschränkt großen Empfängerkreis zur Verfügung gestellt.

Wird das Material nur einer ausgewählten Person verschafft, besteht dieses Problem zumindest nicht unmittelbar.

Als vielleicht einleuchtender Beweis: Es gibt bekanntermaßen Seiten im Internet, auf denen urheberrechtlich geschützte File usw. eingestellt werden. Diese Anbieter machen eigentlich auch nichts anderes, als irgendwo auf ihren (oder fremden) Servern eine Kopie zu hinterlegen und dem breiten Publikum den Link dazu zur Verfügung zu stellen. Doch ist man sich einig, dass das rechtlich unzulässig ist.

Zitat:
Ist es denn nun strafbar einer dritten Person ein Screenrecording inkl. des Abspielens einiger Sprachaufnahmen zu übermitteln oder nicht?
Das kann man meiner Meinung nach nicht abschließend beantworten, da es auf die Umstände des jeweils einzelnen Falls ankommt.

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#12
 Von 
fragesteller2020
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Zuckerberg):
Zitat:
Bei der Veröffentlichung (!) auf einem Server (egal ob Dropbox oder etwas anderes) ist das Mterial einem unbeschränkt großen Empfängerkreis zur Verfügung gestellt.
Wird das Material nur einer ausgewählten Person verschafft, besteht dieses Problem zumindest nicht unmittelbar.

Meine Erfahrungen mit Dropbox sind anders: Ich lade etwas hoch, und wenn ich dies mit einer anderen Person teilen möchte, lasse ich Dropbox mit der "Teilen-Funktion" einen Link dazu erstellen.
Andere Menschen haben darauf keinen Zugriff, es sei denn, die Person würde den Link noch an andere schicken.

Zitat:
Ist es denn nun strafbar einer dritten Person ein Screenrecording inkl. des Abspielens einiger Sprachaufnahmen zu übermitteln oder nicht?
Das kann man meiner Meinung nach nicht abschließend beantworten, da es auf die Umstände des jeweils einzelnen Falls ankommt.

Nun, der Umstand ist wie folgt:
Person A hatte eine angebliche Beziehung mit Person B, war jedoch die ganze Zeit über mit Person C in einer Beziehung. C wurde stets als Ex-Partner vorgestellt, ua auch in diversen Sprachnachrichten.
B möchte C nun von der ganzen Sache in Kenntnis setzen und sucht den "legalsten aller Wege" dafür.


-- Editiert von fragesteller2020 am 14.07.2020 16:30

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#13
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5138 Beiträge, 1720x hilfreich)

Zitat (von fragesteller2020):
B möchte C nun von der ganzen Sache in Kenntnis setzen und sucht den "legalsten aller Wege" dafür.

Erst mal könnte er C ja darüber einfach in Kenntnis setzen. Wenn C das dann nicht glaubt und Beweise sehen will, kann man sich ja überlegen, wie gerichtsfest die im Zweifel sind. (Eine "Bildschirmaufnahme" hat per se noch wenig Beweiskraft, weil man nahezu jeden Bildschirminhalt selbst erzeugen kann. Ein unabhängiger Zeuge, der ggfs. auf einem Ausdruck unterschreibt, daß dies eine korrekte Darstellung des Chatverlaufs von X und Y auf Website Z zu Zeitpunkt T darstellt, ist dann quasi der Gold-Standard.)

Warum so aufwendig? Naja, wenn A jetzt behauptet, die Beweise sind gefälscht und B wegen §§186, 187 StGB anzeigt, dann sollte B schon Beweise haben, die auch strafrechtlich verwertbar sind.

-- Editiert von BigiBigiBigi am 15.07.2020 12:13

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#14
 Von 
fragesteller2020
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von BigiBigiBigi):
Erst mal könnte er C ja darüber einfach in Kenntnis setzen. Wenn C das dann nicht glaubt und Beweise sehen will, kann man sich ja überlegen, wie gerichtsfest die im Zweifel sind. (Eine "Bildschirmaufnahme" hat per se noch wenig Beweiskraft, weil man nahezu jeden Bildschirminhalt selbst erzeugen kann.)

Deswegen ja auch die Frage nach den Sprachnachrichten und Fotos/Videos, die man im Zuge dieser Bildschirmaufnahme öffnen würde, denn diese kann nicht jeder selbst erzeugen, außer man ist ein ausgesprochen guter Stimmenimitator und Doppelgänger von B :grins:

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