Cyanid versucht online zu bestellt, Verkäufer sagt er hat kein Geld erhalten, Bank sagt Geld ist da

20. Dezember 2023 Thema abonnieren
 Von 
guest-12326.12.2023 23:24:58
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Cyanid versucht online zu bestellt, Verkäufer sagt er hat kein Geld erhalten, Bank sagt Geld ist da

Hallo zusammen
Ich habe versucht, mir aus einem Online-Shop Cyanid zwecks Suizid zu besorgen und habe nach einiger Suche einen Shop gefunden (was die erste rote Flagge hätte sein sollen)
Leider war ich mental offensichtlich nicht auf der Höhe und habe viele Sachen ignoriert, wie die Tatsache dass der Laden über Google findbar war und es kein Impressum gibt. Egal, bestellt, Geld überwiesen, fertig.
Seit dem schreibt mir der Verkäufer, dass mein Geld nicht bei ihm eingegangen ist, nach Kontrolle auf meiner Seite ist aber sehr eindeutig klar, dass das Geld bei ihm angekommen ist.
Nachdem sich mein Verstand wieder aufgeklart hatte, war mir schnell bewusst, dass man mich betrogen hat.
Ich würde dies gerne zur Anzeige bringen, nicht nur um zu versuchen, mein Geld zurück zu bekommen, sondern auch um den Laden vom Netz zu nehmen, damit andere Personen in meinem Zustand nicht ausgenutzt werden können.

Meine konkrete Frage ist nun, welche strafrechtlichen Folgen habe ich zu befürchten, wenn ich dies zur Anzeige bringe? Ich habe ja klar versucht, mir verbotene Substanzen anzueignen.
Ich habe eine dokumentierte, mehrjährige Therapiehistorie mit suizidalen Tendenzen die eventuell strafmildernd wirken könnte? Aber ich habe keine Ahnung und bin verunsichert.
Der Verkäufer hat eine französische IBAN aber sonst habe ich keine Hinweise auf die Person.

Danke schon einmal für eure Zeit, Hilfe und Antwort.

Mit freundlichen Grüßen,
MrArrows

Notfall oder generelle Fragen?

Notfall oder generelle Fragen?

Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121772 Beiträge, 40061x hilfreich)

Zitat (von MrArrows):
Bank sagt Geld ist da

In welcher Form sagt das denn die Bank?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1540 Beiträge, 326x hilfreich)

Zunächst einmal würde ich gerne @MrArrows auf zwei nicht unwesentliche Umstände hinweisen:

1. Bei einer Cyanidvergiftung handelt es sich um einen rglm. keineswegs schnellen und schmerzfreien Prozess. So können insbesondere die Muskelkrämpfe und das Erbrechen bis hin zu (gefühlt) Bestandteilen von Magen und Speiseröhre über längere Zeit vonstattengehen, neben dem Eindruck des Erstickens unter Aushustens von blutigem Material. Auch möchte ich höflich anmerken, dass diejenige Person, die einen (nach erfolgreichem Suizid) antreffen wird, diese Lebenserfahrung nicht verdient hat und übrigens nur schwer verarbeiten können wird - unabhängig der Umstände, die vorliegen.

2. Als jemand, der in seinem Leben bereits unter schweren Depressionen litt, die bekanntlich nicht heilbar, aber behandelbar sind, möchte ich ebenso darauf hinweisen, dass es tatsächlich in jeder denkbaren Lebenslage Hilfe gibt - sofern man sie nur zulässt. Und es ist m.E. feige, wenn man den einfachsten und nebenbei finalen bzw. unumkehrbaren (das ist ein Problem) Ausweg wählt, bevor man alles Weitere zumindest ausprobiert hat (der einfachste, rationale Schritt wäre übrigens der Griff zum Telefon: 0800 1110111). Vor einiger Zeit hätte ich mich auch (aus Gründen) suizidieren können. Heute habe ich die großartigsten Kinder und Enkelkinder, die ich mir erträumen konnte, eine Familie, mit der ich mich erneut auf Weihnachten freuen kann, sogar ein ansehnliches Lebenswerk hinterlassen. Die Finsternis, die Qualen und die Schmerzen von damals hätten mir einen Vogel gezeigt - aber so ist es nun einmal - und das ist auch gut so. Ich würde jeden Suizidenten gerne darum bitten bzw. dazu auffordern, sich noch eine allerletzte Chance zu geben - für solche Fälle stehe ich mit meiner bescheidenen Lebenserfahrung per PM zur Verfügung.

Zur Sache: Es wäre möglich, bei der für sich zuständigen StA Strafanzeige zu stellen. Dadurch würde man sich allerdings selbst belasten. Eine anonyme Strafanzeige bedürfte einer erheblichen Anschaulich- und Stichhaltigkeit, um Ermittlungen zu motivieren. Bis vor einiger Zeit konnte auch noch - anonym - das BKA-Hinweisportal genutzt werden. Dieses wurde leider mittlerweile eingeschränkt, seitdem (gefühlt) jeder zweite Bundesbürger einen islamistischen Mitmenschen angezeigt hat, der den Holocaust bejubelt und gg. Juden hetzt.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
manweissesnicht
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 1x hilfreich)

Vergiss die Strafanzeige, sei froh, dass du das Zeug nicht bekommen hast. Vielleicht ist es dein Glück.

Versuche einen Neuanfang. Ich weiß es ist alles leichter gesagt als getan. Bei mir läuft im Leben leider auch vieles Schei*e, aber dir wird nur einmal die Möglichkeit gegeben.

Tipp: Versuche einen Neuanfang, vielleicht in einer ganz anderen Umgebung.

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38860 Beiträge, 14069x hilfreich)

Ich spreche niemandem das Recht ab, seinem Leben ein Ende zu setzen. Wirklich nicht. Nur, dazu bedarf es nicht illegaler Aktionen. Und erst recht nicht von (professionellen) Anbietern aufgezeigte Lösungswege, die keine Lösung bieten, außer für das Konto des Anbieters. Ich kann nur dringend zur Strafanzeige raten. Und einfach mal davon ausgehen, dass das Verfahren bei dieser Konstellation, was möglicherweise eingeleitet werden könnte, eingestellt wird.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16791 Beiträge, 9393x hilfreich)

Zitat (von MrArrows):
Meine konkrete Frage ist nun, welche strafrechtlichen Folgen habe ich zu befürchten, wenn ich dies zur Anzeige bringe?

Mit keinen.
Denn der Versandhandel mit gefährlichen Chemikalien ist in Deutschland zwar verboten - aber strafbar macht sich der Händler, nicht der Kunde.

Viel unangenehmer dürfte werden, dass die Polizei nach einer Anzeige möglicherweise unangemeldet bei Ihnen vor der Tür steht und anschließend Ihre Wohnung auseinander nimmt, weil der Verdacht, dass Sie noch andere gefährliche Substanzen zu Hause haben könnten, nicht ganz fernliegt.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1540 Beiträge, 326x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Viel unangenehmer dürfte werden, dass die Polizei nach einer Anzeige möglicherweise unangemeldet bei Ihnen vor der Tür steht und anschließend Ihre Wohnung auseinander nimmt, weil der Verdacht, dass Sie noch andere gefährliche Substanzen zu Hause haben könnten, nicht ganz fernliegt.
Ja, das wäre nicht unwahrscheinlich und würde dem TE in seiner Lebenssituation nicht weiterhelfen. Ich verstehe, dass das Hauptaugenmerk auf die eigene Gesundheit gerichtet sein müsste, aber eine Motivation vorliegt, den Händler strafrechtlich verfolgen zu lassen. Unter diesen Gesichtspunkten könne man sich zu einem anonymen Hinweis bewegen lassen - gerne auch unter Verweis auf den Umstand, dass das rechtswidrige Angebot des Händlers einem das Leben hätte kosten können. Es muss allerdings klar sein, dass man keine Kenntnis über den weiteren Verfahrensgang erlangen wird und sich daraufhin primär auf sich selbst konzentrieren sollte.

PS: Der Nachteil ggü. der ordentlichen Strafanzeige wäre, dass man in der Ungewissheit verbleibt, ob nicht doch Maßnahmen in Folge der Sichtung z.B. des Bankkontos des betroffenen Händlers zuungunsten des (selbst wenn) anonymen Hinweisgebers ergriffen würden. So sind IBAN-Überweisungen tatsächlich recht gut nachverfolgbar.

-- Editiert von User am 22. Dezember 2023 00:17

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 271.459 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
109.661 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen