Denunziation

26. März 2003 Thema abonnieren
 Von 
Guenni
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Denunziation

Hab grossen Mist gebaut.
Hab Jemanden per Anonymer Mail angeschwärzt.
Nun scheint die Sache aufgeflogen zu sein, jedenfalls hat er sich bei mir gemeldet und hat gesagt, er kann Beweisen dass ich der Absender der anonymen Mail gewesen bin und hat die Sache seinem Anwalt übergeben.
In der Mail habe ich einem Abmahne-RA mitgeteilt, er soll mal die Homepage von xxx auf Ust-ID prüfen. Und das die Person schwarz CD´s brennt.
Ich muss davon ausgehen, dass der von mir angeschriebene RA den Betreiber des anon-Servers zwingen konnte, meine IP herauszugeben.
Welcher Strafbestand kommt zum tragen und mit welchem Strafmaß muss ich rechnen?

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6 Antworten
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#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

Es kommt drauf an, was Du in Deiner mail behauptet hast.

z.B. "Überprüfen Sie doch mal die Homepage bezügl. der USt-Id, da könnte was faul sein, außerdem könnte es sein daß der Mensch schwarz CD's brennt"

Dann passiert gar nichts = keine STB erfüllt.

Hsat Du ihn konkret einer oder mehrerer Straftaten beschuldigt, und sind diese Vorwürfe nicht zutreffend kommen §§ 186 , 187 StGB in Betracht (üble Nachrede und/oder Verleumdung) In diesem Fall wohl eher §168 StGB bezüglich der CDs.

"Falsche Verdächtigung" (§164 StGB ) kommt i.d.F. nicht in Frage, da dazu die Anzeige bei der Polizei, oder einer anderen zur Annahme von Anzeigen vorgesehenen Stelle (z.B. StA), erfolgen muß.



§ 186 Üble Nachrede
Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.


§ 187 Verleumdung
Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.




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"Gruß, Bob
(Sozialarbeiter in der Straffälligen- und Drogenhilfe)"

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#2
 Von 
Guenni
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Hi Bob,

eigentlich wurde das Ganze ja nicht öffentlich gemacht, da die eMail ja "nur" an eine Person gegangen ist.

Muss ich davon ausgehen, dass ihm ein Schaden entstanden ist in Form einer Abmahnung wegen fehlender UST-ID und ich das ihm bezahlen muss?

Guenni

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#3
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

Hallo.

Der §186 sagt aus:

Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe[...]bestraft.

Verächtlich machen gegenüber nur einer Person reicht also.

Wenn er Schadenersatz von Dir haben will, muß er -unabhängig von der strafrechtlichen Seite- auch noch zivilrechtlich gegen Dich vorgehen.



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"Gruß, Bob
(Sozialarbeiter in der Straffälligen- und Drogenhilfe)"

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#4
 Von 
Guenni
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Tja, dann bin ich wohl auch noch meinen Job los! Dafür brauche ich ein einwandfreies Führungszeugnis.

Guenni

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#5
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

Erst mal die Kirche im Dorf lassen.


Eine Freiheitsstrafe sehe ich hier keinesfalls, da der Schaden für den Denunzierten da schon sehr beträchtlich sein muß, was ich auch nicht sehe, und/oder Du einschlägig vorbestraft bist.

Wären wir also im Bereich der Geldstrafe. Einen Führungszeugniseintrag gibt es erst ab 91 Tagesätze, wenn Du bisher noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten bist. Falls Du allerdings schon einen Bundeszentralregistereintrag hast (also schon mal wegen irgend etwas verurteilt worden bist) gibt's auch für weniger als 90 TGS einen FZ-Eintrag.

Und außerdem: warte erst mal ab, was passiert. Wenn ich's richtig verstanden habe, hast Du ja noch gar keine Post von der Polizei bekommen ?!

Falls Du welche bekommst, einfach noch mal melden.


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"Gruß, Bob
(Sozialarbeiter in der Straffälligen- und Drogenhilfe)"

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#6
 Von 
Guenni
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke Bob,

da ich nicht "einschlägig" Vorbestraft bin und meines Wissens nach auch kein Zentralregistereintrag vorhanden ist, hab ich nun doch wieder etwas Hoffnung.

Sollte sich etwas Neues ergeben, hänge ich es hier an den Faden.

Gruß
Guenni

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