Denunziation beim Arbeitgeber

23. Juli 2007 Thema abonnieren
 Von 
Godeysen
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 6x hilfreich)
Denunziation beim Arbeitgeber

Ein Mitarbeiter einer Zeitung, an die ich einen Leserbrief geschrieben hatte, hat diesen Leserbrief offenbar an meinen Arbeitgeber in der Absicht politischer Denunziation weitergeleitet. Der Inhalt des Leserbriefs kann politisch interpretiert werden. Mein Arbeitgeber erteilte mir eine schriftliche Ermahnung, weil ich in der Signatur meiner Email die Adresse des Arbeitgebers verwendet hatte. Die Email-Adresse war jedoch keine Firmen-Emailadresse der Arbeitgeberfirma.
Ich fragte in der Redaktion der Zeitung nach, wie denn der Leserbrief an meinen Arbeitgeber gelangen konnte. Dort war man höchst bestürzt; die Sache ging bis zur Chefetage, und mir wurde versichert, daß das keinesfalls geschehen darf, und man sich den Vorfall nicht erklären könne. Leserbriefe werden im Übrigen niemals mit Adresse veröffentlicht (davon ging ich auch aus; der Arbeitgeber hätte also, wenn alles mit rechten dingen zugeht, nichts zu monieren). Offenbar ist auch die Zeitung sehr daran interessiert, die undichte Stelle aufzuklären. - Frage nun: Wie ist die rechtliche Situation zu bewerten? Was genau tut (a) jemand, der solche Daten offenbar in der Absicht, "Gesinnungspolizei" zu spielen, dem Arbeitgeber zuleitet, und (b) jemand, der mir dann daraus einen Strick drehen will?

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22 Antworten
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#1
 Von 
guest123-1660
Status:
Bachelor
(3594 Beiträge, 1143x hilfreich)

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#2
 Von 
Godeysen
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 6x hilfreich)

Es gibt einen ähnlichen Thread unter Arbeitsrecht. Hier geht es mir darum, etwas über die strafrechtliche Dimension des Verhaltens des Zeitungsredakteurs in Erfahrung zu bringen. Wenn Du also darüber etwas beitragen kannst..?

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#3
 Von 
guest123-1660
Status:
Bachelor
(3594 Beiträge, 1143x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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#4
 Von 
Godeysen
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 6x hilfreich)

Chavah,

du hast offenbar weder Ahnung noch meinen Beitrag richtig gelesen. Wo steht da, daß ich den Leserbrief während der Arbeitszeit geschrieben habe? So ein Unsinn.
"Nichts so offen wie Email" - ja, das erklärt aber nicht, daß ein Mitarbeiter der Zeitung meine Mail absichtlich an den in der Signatur (weißt Du, was das ist?) genannten Arbeitgeber weiterleitet, um mich in Mißkredit zu bringen. Eine Rückfrage oder Rückmeldung auf den Leserbrief an die Absender-Adresse wäre nur bei mir und sonst nirgendwo gelandet. Die Emailadresse hatte nichts mit dem Arbeitgeber zu tun. Jetzt verstanden?

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#5
 Von 
brainpower
Status:
Schüler
(213 Beiträge, 41x hilfreich)

Das Verwenden der Signatur des Arbeitgebers als Unterschrift in einer Email läßt darauf schließen, dass die Firma, in der Du arbeitest, diesen Leserbrief verfaßt hat. Wenn nun der Redakteur eine Rückfrage zum Inhalt dieses Leserbriefs hat, dann ist er nicht gezwungen, mit dem "Antwort-Button" per Email zu antworten.

Im vorliegenden Fall hat der Redakteur eben die in der Signatur angegebene Adresse des Unterzeichners dazu verwendet. Wie sollte man daraus denn eine strafbare Handlung des Redakteurs ableiten können?

Strafrechtliche Relevanz könnte hier höchstens dadurch entstanden sein, dass Du ohne Legitimation durch den Arbeitgeber dessen Signatur für eine private Email verwendet hast.

b

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#6
 Von 
Godeysen
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 6x hilfreich)

Hallo brainpower,

seltsamerweise sieht der Ressortleiter bei der Zeitung das ganz anders. Das Verhalten des Zeitungsmitarbeiters kann ernste Konsequenzen für ihn haben- aber sie wissen eben nicht, wer's war. Das weiß aber möglicherweise mein Arbeitgeber, der vielleicht ein entsprechendes Freunderl in der Redaktion sitzen hat...
Die Geschäftsadresse in der Signatur berechtigt nicht dazu, den Arbeitgeber über den Leserbrief zu informieren. Das gab's vielleicht mal in der DDR.
Weiß hier wirklich niemand bescheid? Ich dachte, das wäre ein Expertenforum...

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#7
 Von 
guest123-1540
Status:
Praktikant
(878 Beiträge, 224x hilfreich)

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#8
 Von 
guest123-1660
Status:
Bachelor
(3594 Beiträge, 1143x hilfreich)

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#9
 Von 
Mareike123
Status:
Unparteiischer
(9585 Beiträge, 1712x hilfreich)

Weiß hier wirklich niemand bescheid? Ich dachte, das wäre ein Expertenforum

Bloß weil die Antwort Ihnen nicht gefällt, ist sie nicht falsch.
Wenn Sie hier nur Antworten hören wollen, die Sie in Ihrer Meinung bestätigen, sagen Sie das gefälligst gleich. Das spart uns viel Mühe. :augenroll:

Grundsätzlich kann der Empfänger eines Briefes (einer Mail/PN/ICQ-Nachricht) damit machen, was er will. Ob für Journalisten im Einzelfall besondere Schweigepflichten gelten, müßte man prüfen; bei Leserbriefen würde ich davon jedoch erst einmal nicht ausgehen.

Wenn Sie mir in einem Brief schreiben 'ich betrüge meine Frau', darf ich das jedem erzählen - Ihrem Chef, Ihrer Frau, Ihren Kindern, dem Kioskbesitzer an der Ecke, dem Chefredakteur des Focus etc.

-- Editiert von Mareike am 24.07.2007 15:31:32

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#10
 Von 
Godeysen
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 6x hilfreich)

Liebe Mareike,
schon mal was vom Briefgeheimnis gehört?

Im Übrigen kann es wohl nicht wahr sein, daß eine Landrätin einen Ministerpräsidenten stürzen kann, weil dessen Untergebene in ihrem promiskuitiven Privatleben geschnüffelt haben - während andererseits Redakteure ohne weiteres Bürger denunzieren können.

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#11
 Von 
Mädchenflüsterer
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

.

-- Editiert von Mädchenflüsterer am 24.07.2007 21:52:50

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#12
 Von 
brainpower
Status:
Schüler
(213 Beiträge, 41x hilfreich)

Auch das Briefgeheimnis wurde gewahrt, da der Redakteur sich vertrauensvoll an den Unterzeichner gewendet hat.

Im vorliegenden Sachverhalt gibt es keine Konstruktion, die den Redakteur auch nur in die Nähe des Strafrechts bringen würde.

b

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#13
 Von 
Godeysen
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 6x hilfreich)

Das trifft nicht zu. Der Unterzeichner bin ich, gesendet von einer persönlichen Email-Adresse, zu der nur ich Zugang habe, und die nichts mit dem Server des Arbeitgebers zu tun hat. Die Postadresse (keine email, kein Tel.) des Arbeitgebers (eine Bildungseinrichtung) habe ich in der Signatur und folge damit wissenschaftlichem Usus (ich arbeite auch an einer Uni), im Schriftverkehr die "Stationierung" anzugeben.

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#14
 Von 
guest123-1660
Status:
Bachelor
(3594 Beiträge, 1143x hilfreich)

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#15
 Von 
Godeysen
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 6x hilfreich)

Lieber Chavah,

das war vielleicht in der DDR so. Hier gibt es das Briefgeheimnis. Warum stand dann die ganze Redaktion Kopf, als ich sie nach dem Vorfall befragt habe?

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#16
 Von 
guest123-1660
Status:
Bachelor
(3594 Beiträge, 1143x hilfreich)

--- editiert vom Admin

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
Godeysen
Status:
Frischling
(15 Beiträge, 6x hilfreich)

Ich habe einfach in der Redaktion angerufen und gefragt, wie mein Leserbrief zum Arbeitgeber gelangt ist. Das sorgte dort für sehr viel mehr Aufregung als ich vermutete. Wenn das alles ganz normal wäre, hätte man mir wohl erklärt: Selber schuld, wir haben eben nachgefragt. Man war aber höchst bestürzt; die Sache wurde weitergeleitet, ich bekam einen Rückruf, man erklärte mir, das dürfe nie passieren, man könne sich das nicht erklären etc. etc.

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#18
 Von 
guest123-1660
Status:
Bachelor
(3594 Beiträge, 1143x hilfreich)

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#19
 Von 
guest-12330.08.2015 11:38:25
Status:
Lehrling
(1436 Beiträge, 561x hilfreich)

Leserbriefe werden in der Zeitung immer mit vollem Vor- und Zunamen veröffentlicht - damit distanziert sich die Zeitung rechtlich von Lesermeinungen, die sonst als deren eigene Meinung ausgelegt werden könnte. Trotz aller Distanzierung gebietet es die journalistische Sorgfaltspflicht (w/ evtl. Mithaftung bei falschen Tatsachenbehauptungen), in einem Leserbrief enthaltene Behauptungen zu überprüfen - im Fall einer möglichen schweren Beeinträchtigung Dritter ist eine Redaktion sogar zur Überprüfung verpflichtet. Wo sie was überprüft, ist ihr selbst überlassen.
Außerdem: Was hätte denn den AG davon abhalten sollen, die Zeitung mit dem abgedruckten Leserbrief zu lesen? Geschickt wurde ja schließlich mit dem Hintergedanken, dass die Sache auch gedruckt wird und somit der Öffentlichkeit ohne Ausnahme zugänglich gemacht wird.



-----------------
"Viele Leute glauben, daß sie denken, wenn sie lediglich ihre Vorurteile neu ordnen. (W. James)"

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#20
 Von 
Posen
Status:
Lehrling
(1183 Beiträge, 212x hilfreich)

Genauso ist das. Hierfür sind im eigentlichen Leserbriefe da. Nach dem Pressegesetz ist es sogar so, sollte eine unwahre Behauptung festgestellt werden, so muss das veröffentlichte Medium sogar eine Gegendarstellung drucken. Mit Briefgeheimnis hat ein Leserbrief wahrlich nichts zu tun, denn der muss ja in solch einer Situation von Anderen gelesen werden, auch, wenn dieser erst den eigentlichen Empfänger nicht erreicht. Ob das in der DDR so war, könnten Sie vielleicht beantworten. Was haben Sie denn genau geschrieben, dass Sie jetzt meinen, solche Probleme machen/haben zu müssen. Haben Sie tatsächliche Ihre wirklichen politische Meinung schriftlich dargelegt? Zu welchem Zweck? Sollten in Ihrer Meinung etwa nicht verfassungskonforme Äusserungen schriftlich fixiert worden sein, so besteht für Ihren Arbeitgeber tatsächlich ein berechtigtes Interesse, hiervon Kenntniss zu erlangen, weil es eine Bildungseinrichtung ist.

Grüsse
A.Posen

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#21
 Von 
guest-12319.11.2008 09:24:21
Status:
Lehrling
(1536 Beiträge, 182x hilfreich)

quote:
Im Übrigen kann es wohl nicht wahr sein, daß eine Landrätin einen Ministerpräsidenten stürzen kann, weil dessen Untergebene in ihrem promiskuitiven Privatleben geschnüffelt haben


...und das ist gut so!

:grins:


Zum Thema: halte ich nicht in Ordnung von der Zeitung bzw. einen seiner MA. Aber genauso wenig in Ordnung ist es, in der Signatur deinen AG aufzuführen!





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"Wie war das mit dem Pferd vor der Apotheke?"

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
guest123-1660
Status:
Bachelor
(3594 Beiträge, 1143x hilfreich)

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