Diebstahl, Fangprämie, Vorstrafe ???

6. Oktober 2004 Thema abonnieren
 Von 
qwert1
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 0x hilfreich)
Diebstahl, Fangprämie, Vorstrafe ???

hallo,
ich wurde gestern beim ladendiebstahl erwischt, habe alles zugegeben und 150euro fangprämie bezahlt, sachwert ca. 10euro.
leider habe ich vor 2 jahren schonmal so ein mist verbockt, sachwert über 50euro, 60 tagessätze, kein FZ eintrag.
wie ist das jetzt mit der aktuellen sache, muss ich da noch eine geldstrafe zahlen bzw. bekomme ich einen eintrag oder wird das wegen des geringen sachwertes eingestellt?
und ist es überhaupt rechtens 150euro fangprämie zu verlangen?

mfg

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hjbartel
Status:
Schüler
(215 Beiträge, 36x hilfreich)

Hallo,

entscheidend ist, was der Laden (angesichts der Höhe) daraus macht. Wenn die eine Strafanzeige stellen und Du verurteilt wirst, hast Du ein Problem. Auch wenn es nur eine geringe Geldstrafe ist, führt sie dazu, dass beide Strafen in Deinem FZ auftauchen. Einzelne Strafen bis 90 TS kommen nicht rein, das gilt aber nicht, wenn eine weitere Verurteilung dazukommt.

Der Staatsanwalt kann natürlich ein Verfahren einstellen, und das ist bei 10 Euro auch im Rahmen des Möglichen, gegen Dich spricht aber, dass Du kein Ersttäter bist. Bei einer Verurteilung zu 50 TS war das auch sicher ein höherer Wert als 10 Euro. Der StA kann sich auch sagen, dass die damalige Strafe Dich nicht abgeschreckt hat und er die Sache zur Anklage bringen muss.

Es ist nach meinem Wissen höhere Meinung in der Rechtsprechung, dass eine Fangprämie verlangt werden darf, wobei ich persönlich 150 Euronen sehr heftig finde. (Früher waren das mal 50 Mark).
Wenn allerdings der Laden keine Strafanzeige stellt und Du Dir eine Geldstrafe und das unsaubere FZ ersparst, ist das mit Sicherheit günstiger als 150 Euro. Das ist ein Grund, vielleicht nicht über den Betrag zu diskutieren, sondern zähneknirschend zu zahlen.

Gruss Hans-Jürgen
***

-- Editiert von hjbartel am 06.10.2004 10:00:15

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#2
 Von 
qwert1
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 0x hilfreich)

danke dir, die 150euro fangprämie habe ich ja nun schon bezahlt. der dedektiv meinte; es wird eine meldung an die polizei geben also gehe ich davon aus, dass darunter eine anzeige zu verstehen ist?
sollte ich die 150euro anfechten, ich weiß ja gar nicht wo man nachlesen kann wie die in diesen baumarkt ihre fangprämie rechtfertigen?
alles in allem, was erwartet mich denn nun im normalfall, noch eine fette gelstrafe ?

mfg

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#3
 Von 
hjbartel
Status:
Schüler
(215 Beiträge, 36x hilfreich)

Hi,

ja, Meldung an die Polizei ist Anzeige. Eine andere Deutung fällt mir da nicht ein.

Wenn der Staatsanwalt nicht einstellt (siehe mein Posting), wird das eine Geldstrafe, über deren Höhe ich nicht spekulieren möchte. Das kommt darauf an, wie hoch der Staatsanwalt im Strafbefehl die Tatsache berücksichtigt, dass Du einschlägig vorbestraft bist.

Wegen der evtl. möglichen Vermeidung einer Anzeige und der Diskussion über die Fangprämie kann ich Dir raten, Dir einen anwaltlichen Rat zu holen. Unter dem Link Rechtsberatung bekommst Du für 10 Euro schon brauchbare, individuelle Tipps.

Gruss Hans-Jürgen
***

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#4
 Von 
Bob.Vila
Status:
Student
(2644 Beiträge, 437x hilfreich)

"Es ist nach meinem Wissen höhere Meinung in der Rechtsprechung, dass eine Fangprämie verlangt werden darf, wobei ich persönlich 150 Euronen sehr heftig finde. (Früher waren das mal 50 Mark)."

Was ist denn eine "höhere Meinung" in der Rspr.?

Auf jeden Fall ist eine Fangprämie von € 150,00 (insb. angesichts des niedrigen Werts der gestohlenen Sache) überzogen - der BGH (die "höhere Meinung" in der Rspr.? ;) ) hat vor längerer Zeit in einer Entscheidung beim Diebstahl geringwertiger Sachen (wie schon ausgeführt) eine Prämie von max. DM 50,00 als zulässig angesehen. Heutzutage werden mE max. € 50,00 als zulässig anzusehen sein.

-----------------
"fiat justitia et pereat mundus..."

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#5
 Von 
hjbartel
Status:
Schüler
(215 Beiträge, 36x hilfreich)

Hallo Bob,

meines Wissens nennt man das "höhere Meinung", wenn sich durch verschiedene Urteile von höheren (OLG, BGH) Gerichten da eine bestimmte Rechtsauffassung bildet, die nicht in Gesetzen verankert ist. Aber ich bin Laie, ich lern gern dazu.

Gruss Hans-Jürgen
***

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#6
 Von 
Bob.Vila
Status:
Student
(2644 Beiträge, 437x hilfreich)

Also, der Begriff wäre mir neu... IdR wird mE in diesen Fällen einfach von der herrschenden Meinung (in der Rsp./Lit.) gesprochen.

-----------------
"fiat justitia et pereat mundus..."

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#7
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Da wird Hans-Jürgen wohl das Kürzel "hM" fehlinterpretiert haben --> "herrschende Meinung"

-----------------
"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#8
 Von 
wastl
Status:
Richter
(8350 Beiträge, 1491x hilfreich)

Auch wenn es nur 10 € sind: Bei einem Wiederhlungstäter dürfte eine Einstellung nicht drin sein, zumal ja auch damals nicht eingestellt wurde.

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#9
 Von 
qwert1
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 0x hilfreich)

mit welcher strafe muss ich denn da rechnen? habe ja alles zugegeben und bezahlt! werde aber morgen zu meinen anwalt gehen zwecks der 150euro fangprämie, die mir zu hoch erscheint!
die strafrechtliche sache sei rechtschutzlich nicht versicherbar, also der diebstahl; stimmt das(kann ja eh nix mehr dran ändern)?
könnte ich noch was tun damit ich strafrechtlich keine strafe bekomme, entschuldigungsschreiben etc.?

mfg

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#10
 Von 
wastl
Status:
Richter
(8350 Beiträge, 1491x hilfreich)

Die Rechtsschutzversicherung zahlt nicht bei Vorsatztaten. Und eine solche liegt ja nun mal vor.

Eine Entschuldigung kann nie schaden. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass das Verfahren eingestellt wird. Vergessen Sie den jetzigen Katzenjammer nicht. Genau der soll Sie ja vor weiteren Straftaten bewahren, was in diesem Fall nun mal nicht geklappt hat.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Der Diebstahlsvorwurf als solcher ist nicht versicherbar, daß ist richtig. Und auch für die Zivilforderung wird die Versicherung m.E. nicht eintreten, da es sich um "Schadenersatz aus unerlaubter Handlung " handelt.

"Rechnen" würde ich hier mit einer Geldstrafe (Höhe nicht vorhersehbar), mit viel Glück evtl. eine Einstellung nach § 153a StPO gegen eine "gesalzene" Geldauflage. Mit einer sanktionslosen Einstellung nach § 153 StPO rechne auch ich hier nicht

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"<small>da mihi factum, dabo tibi ius-iura novit curia
Gruß,Bob(SozArb. Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#12
 Von 
hjbartel
Status:
Schüler
(215 Beiträge, 36x hilfreich)

@bob, streetworker

Sorry, ja klar, es heisst "herrschende" und nicht "höhere", habe das verwechselt.

Gruss Hans-Jürgen
***

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