Diebstahl 60€ Parfüm

13. Mai 2021 Thema abonnieren
 Von 
Felibeli
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Diebstahl 60€ Parfüm

Hey, ich möchte gerne den Tatbestand schildern um die Strafe dadurch einzuschätzen.
Ich (18) und ein Freund (19) gehen in eine Drogerie. Ich entscheide mich dazu ein 60€ Parfüm für einen Freund als Geschenk da er zu diesem Zeitpunkt im Krankenhaus lag zu klauen. (Ja es war dumm). Ich wurde erwischt und es kam zur Anzeige. So weit so gut, der Freund der dabei war wusste von der Tat die ich begangen habe nichts. Genauso wenig wusste aber auch ich nicht dass er seine Schreckschuss welche er durch seinen kleinen Waffenschein berechtigt ist mit sich zu führen, mit sich führt. Diese hatte auch mit der Tat nichts zutun. Dennoch wird uns jetzt BEIDEN Diebstahl mit Waffe vorgeworfen, obwohl er mit dem Diebstahl nichts zutun hat und ich nichts mit dieser „Waffe" welche ohnehin nie zum Einsatz oder Ähnliches kam. Wir beide sind nicht vorbestraft, jedoch war ich vor 3 Jahren also mit 15 dabei als ein anderer etwas klaute und habe dafür Mittäterschaft zu diesem Zeitpunkt bekommen gehabt. Zählt dies nun als Ersttat oder Wiederholungstat und mit was muss ich rechnen? Wir beide werden noch nach dem Jugendstrafrecht gehandelt, er ist Student und ich Abiturient und voraussichtlich nächstes Jahr auch Student. Mir lässt dies keine Ruhe, es war mir eine Lehre...

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118774 Beiträge, 39628x hilfreich)

Zitat (von Felibeli):
Zählt dies nun als Ersttat

Sehe ich nicht so.



Zitat (von Felibeli):
mit was muss ich rechnen?

Ihr beide mit einem Verfahren wegen "Diebstahl mit Waffe" und mit entsprechende Verurteilung. Der Freund zusätzlich mit dem Einzug des Waffenscheines und dem Einzug der Waffe(n).


Da Ermittler und Gerichte "ich wusste nichts davon" genauso häufig wie "ich bin unschuldig" zu hören bekommen und Angeklagte lügen dürfen, das sich die Balken biegen, sollte man überlegen wie man das behauptete beweisen könnte.
Beweisen bedeutet "zur Überzeugung des Gerichtes glaubwürdig darlegen".


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
Felibeli
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Da Ermittler und Gerichte "ich wusste nichts davon" genauso häufig wie "ich bin unschuldig" zu hören bekommen und Angeklagte lügen dürfen, das sich die Balken biegen, sollte man überlegen wie man das behauptete beweisen könnte.
Aber die Waffe hat dennoch nichts mit dem Tatbestand zutun gehabt und wurde erst nach der Durchsuchung der Polizei gefunden welche auf meinen Wunsch dazu gerufen wurde, hätte ich dies nicht gewollt wäre diese nie gekommen und es wäre nie dazu gekommen dass sie die Waffe gefunden hätten.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Zitat (von Felibeli):
dieser „Waffe" welche ohnehin nie zum Einsatz oder Ähnliches kam.


Wäre sie das, würde der Tatvorwurf nicht auf Diebstahl mit Waffen lauten, sondern auf schweren Raub oder schweren räuberischen Diebstahl usw.

Letztendlich könnt ihr Eure Geschichte nur so erzählen wie hier und abwarten was Staatsanwaltschaft und Gericht draus machen.

Ersttäter bist Du natürlich nicht mehr, aufgrund der anderen Sache.

-- Editiert von !!Streetworker!! am 14.05.2021 00:34

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#4
 Von 
Zuckerberg
Status:
Lehrling
(1909 Beiträge, 1138x hilfreich)

Zitat:
es war mir eine Lehre...
Naja, beim letzten Mal hat das ja auch nicht lange angehalten.

Zitat:
wurde erst nach der Durchsuchung der Polizei gefunden welche auf meinen Wunsch dazu gerufen wurde
Warum?????

Jedenfalls ist das ja nun recht ärgerlich. Sie haben ja nun ohne Zweifel einen zumindest versuchten Diebstahl begangen, vermutlich war dieser aber auch vollendet. Zunächst macht das keinen soooo großen Unterschied).

Für den Freund geht es jetzt sowieso um alles oder nichts. Für Sie steht jetzt eine deutliche Strafschärfung im Raum. Dabei wird es zunächst vor allem auf diese Fragen ankommen:

1) Inwiefern war der Freund in diese Tat eingeweiht?
2) Wusste Sie von der Waffe?

Es wird dabei dann darauf ankommen, ob der Richter, der am Ende über diesen Fall entscheiden muss, Ihnen das "er wusste nichts von dem Diebstahl und ich wusste nichts von der Waffe" abkaufen wird. Das hängt zu 50% von dem Richter ab und zu 50% von so vielen Einzelheiten des Falls, dass man das hier nicht vorhersagen kann. Auf der einen Seite ist es freilich so, dass dann, wenn dem Richter Zweifel verbleiben, er zu Ihren Gunsten entscheiden muss. Die Frage ist aber, ob dem Richter hier noch Zweifel bleiben würden. Denn auf der anderen Seite hat der Richter regelmäßig mit lügenden Angeklagten zu tun und weiß das. Es braucht vielleicht gar nicht so viel, um es für den Richter so aussehen zu lassen, als hätten Sie (entgegen Ihren Beteuerungen) doch als (bewaffnete) Mittäter gehandelt.

Im Idealfall können Sie schon den Staatsanwalt davon überzeugen, dass Fragen 1) und 2) jeweils zu verneinen sind. Dann wird die bewaffnete Tat bei Ihnen nicht angeklagt und der Freund wird gar nicht angeklagt. Spätestens dann, wenn das aber nicht gelingen wird (und das würde ich befürchten), dann würde ich dringend darüber nachdenken, mir einen Rechtsanwalt als Verteidiger zu suchen. Theoretisch brauchen Sie keinen Verteidiger und können sich selber verteidigen. Mehr als klug könnte das aber sein. Der Nachteil wäre natürlich das Honorar des Anwalts, dass Sie (der Freund kann da schon hoffnungsvoller sein) aber selber zahlen müssten. Mit vielen Hundert Euro wäre hier zu rechnen.

Übrigens ist es nicht zwingend so, dass Sie unter Jugendstrafrecht fallen. Es könnte auch Erwachsenenstrafrecht angewendet werden. Das wäre ärgerlich, da Diebstahl mit Waffen da eine Mindeststrafe von 6 Monaten kennt. Bei Ihnen kämen noch die Mittäterschaft und vor allem die (einschlägige) Vorbelastung strafschärfend hinzu. Ich würde aber vermuten, dass tatsächlich Jugendstrafrecht angewendet werden wird. Das entscheidet der Richter.

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#5
 Von 
Felibeli
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Zuckerberg):
1) Inwiefern war der Freund in diese Tat eingeweiht?
2) Wusste Sie von der Waffe?

Also zunächst einmal danke für Ihre ausführliche Antwort. Tatsächlich wusste ich nichts von der mitgeführten Waffe, ich wusste nicht einmal dass er eine besitzt nur dass er einen kleinen Waffenschein besitzt, dennoch hatte diese nichts mit der gesamten Tat zutun gehabt, ich habe auch bei meiner Aussage sowie er auch deutlich gesagt dies war mein Verdienst und er hatte zu keinem Punkt daran Mitschuld, genauso wie er auch nichts von dem wusste. Es müsste also eigentlich „nur" ein einfacher Diebstahl sein deshalb finde ich die Anzeige Diebstahl mit Waffe auch echt unangebracht. Des Weiteren war meine frühere „Tat" so gesehen „nur" ein klassisches Mitgegangen Mitgefangen als 15 Jähriger, ansonsten bin ich Polizeilich nie aufgefallen.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Zitat (von Felibeli):
Tatsächlich wusste ich nichts von der mitgeführten Waffe,


Ja, davon muss man jetzt halt nur noch die StA und das Gericht überzeugen, bzw. das Gericht müsste "im Zweifel" glauben, dass es so ist.

Die "Fragen" von "Zuckerberg"

Zitat (von Zuckerberg):

1) Inwiefern war der Freund in diese Tat eingeweiht?
2) Wusste Sie von der Waffe?


waren insoweit nicht an Dich gerichtet, sondern sollten darstellen, welche Fragen bei der Beurteilung und Einordnung der Sache für StA und Gericht die relevanten sind.

Zitat (von Felibeli):
dennoch hatte diese nichts mit der gesamten Tat zutun gehabt


Es ist unklar, was Du unter "zutun" verstehst. Prinzipiell wird eine Waffe bei einer Straftat (bzw. bestimmten Straftaten) nicht erst dann relevant, wenn sie "eingesetzt" oder auch nur "hervorgeholt" wird. Es reicht (so eben auch beim Diebstahl) bereits, wenn sie nur (halbwegs griffbereit) "mitgeführt" wird und entsprechend potenziell zum Einsatz kommen könnte. Ein Dieb, der eine Waffe mitführt begeht rechtlich gesehen einen "Diebstahl mit Waffen", auch dann wenn die Waffe die ganze Zeit in der Tasche bleibt. Wie oben schon gesagt: Wird sie hervorgeholt, selbst nur zur Einschüchterung, bewegen wir uns auf einer ganz anderen Ebene von Straftaten: den (schweren) Raubdelikten. Da würden wir dann schon über eine Mindeststrafe von 5 Jahren Freiheitsstrafe reden, § 250, Abs. 2 StGB. - jedenfalls im Erwachsenenrecht. Selbst im "minderschweren Fall" noch über eine Mindeststrafe von 1 Jahr.

Zitat (von Felibeli):
ich habe auch bei meiner Aussage sowie er auch deutlich gesagt dies war mein Verdienst und er hatte zu keinem Punkt daran Mitschuld, genauso wie er auch nichts von dem wusste. Es müsste also eigentlich „nur" ein einfacher Diebstahl


Wenn man Euch das Fettgedruckte glaubt, wird es am Ende auch auf einfachen Diebstahl hinauslaufen.

Zitat (von Felibeli):
deshalb finde ich die Anzeige Diebstahl mit Waffe auch echt unangebracht.


Nein, die ist völlig korrekt, da nunmal der Verdacht besteht, dass ein (gemeinschaftlicher) Diebstahl mit Waffe vorliegt. Daher ist ein entsprechendes Ermittlungsverfahren einzuleiten. Dass ein Beschuldigter die Tat -wie vorgeworfen- ggü. der Polizei bestreitet ändert daran nichts. Das Ermittlungsverfahren ist ja genau dazu da, diesen Verdacht entweder zu erhärten oder zu entkräften. Und je nachdem erfolgt dann halt entsprechend die Anklage/Verurteilung.

Zitat (von Felibeli):
Des Weiteren war meine frühere „Tat" so gesehen „nur" ein klassisches Mitgegangen Mitgefangen als 15 Jähriger, ansonsten bin ich Polizeilich nie aufgefallen.


Trotzdem gab es ja anscheinend irgendeine strafrechtliche Konsequenz, also entweder ein Urteil vom Jugendrichter oder eine Einstellung (ggf. durch die StA) nach § 45 JGG. Und diese ist im Erziehungsregister eingetragen, bis zum 24. Geburtstag. Und so lange das so ist, ist man halt kein Ersttäter mehr bei einer neuen Tat. Leicht verschärfend kommt noch dazu, dass es sich auch dort um ein "Vermögensdelikt" handelte, also um eine sog. "einschlägige" Vorbelastung.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32740 Beiträge, 17222x hilfreich)

Mit Jugendarrest würde ich hier übrigens schon rechnen, wenn der Schuldspruch auf Diebstahl mW lautet. Falls es nicht bei WE-Arrest bleibt, muss der dann halt in den Ferien verbüßt werden...

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

2x Hilfreiche Antwort

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