Diebstahl - Vorladung als Beschuldigter

9. September 2006 Thema abonnieren
 Von 
Löri
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Diebstahl - Vorladung als Beschuldigter

Hallo, ich habe heute eine Vorladung von der Polizei als Beschuldigter bekommen.

Letzte Woche habe ich bei mir im Keller mit zwei Freunden ein wenig gefeiert, das heißt wir ham so einige bierflaschen gelehrt und waren am ende total betrunken. Gegen ca. 3 uhr (nachts) sind wir auf die "dumme" Idee gekommen nach draußen zu gehen und durchs Dorf zu ziehen. Wir wollte bei ein paar Freunden Klingelstreiche und solche Sachen machen. Dann sind wir an einem Grundstück vorbeigekommen mit einem ziemlich großen Garten der nicht großartig umzäunt ist und ohne probleme zu betreten ist. Wir waren leider schon so betrunken, dass wir nun in den Garten gegangen sind und uns da ein wenig umgeschaut haben. Dabei haben wir einen Schuppen, der offen stand, betreten und ein paar Gartengeräte durcheinander geworfen. Wir haben auch eine Schubkarre und drei uralte Harken gefunden. Wir sind nun auf die dumme idee gekommen uns gegenseitig in der Schubkarre irgendwelche Hügel runterzuschieben (es klingt wohl sehr kindisch und mir ist es auch ziemlich peinlich, aber wir waren nunmal total betrunken) Kurz gesagt: wir haben die Schubkarre und die Harken von dem Grundstück entwendet und sie am Ende ca. 3 Meter entfernt auf der anderen Straßenseite in einen Busch geschmissen. Leider haben wir noch die Stiele von den drei Harken zertreten. Ich bin dann kurzfristig alleine zu mir nach hause zurück um mir eine Jacke zu holen, doch auf halben Weg kammen mir zwei Polizisten mit Taschenlampen entgegen. Hier fing das eigentliche Schlamassel an, denn aus einem Reflex heraus wollte ich wegrennen. Bin natürlich nicht weit gekommen und wurde festgenommen. Den Polizisten habe ich dann erzählt, dass wir ein paar Klingelstreiche gemacht haben und ich deswegen weggerannt bin. Schließlich kamen meine beiden Kollegen und wurden auch festgenommen. Aber nochmal zur Veranschaulichung: Die Festnahme fand ca. 300 Meter von dem eigentlichen "Tatort" entfernt statt, das heißt wir wurden NICHT auf frischer Tat ertappt! Und die Polizisten begaben sich, soweit ich dass mitbekommen konnte auch nicht dorthin, um irgendwas zu untersuchen oder so, sondern nahmen nur unsere Personalien auf und verschwanden dann wieder. So und heute haben wir alle drei eine Vorladung bekommen um als Beschuldigte auszusagen. Uns wird Diebstahl vorgeworfen.
Mich interessiert es nun, ob es ratsam ist die ganze Wahrheit zu erzählen, oder ob man nicht alles erzählt, oder die Aussage ganz verweigert. Ich weiß ja nicht ob es Zeugen für die Tat (also dass entwenden der Schubkarre gibt. Ich gehe davon aus das der Besitzer die Schubkarre am nächsten Tag aus dem Gebüsch geholt hat, es wurde ihm also nicht wirklich etwas gestohlen).

Außerdem: Welche Strafen erwarten uns? Hat jemand erfahrung in ähnlichen Fällen!

Wir sind übrigens alle 21, und haben uns vorher nie etwas zu schulden kommen lassen.

Danke schon im Vorraus für eure Antworten

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5 Antworten
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#1
 Von 
JuR
Status:
Unparteiischer
(9878 Beiträge, 1430x hilfreich)

Ob Sie aussagen, die Aussage verweigern (was Ihr gutes Recht ist), oder ein Teilgeständnis ablegen, ist Ihnen überlassen. Diese Entscheidung werden wir Ihnen nicht abnehmen. Entsprechend der Schilderungen Ihres Sachverhaltes ist eine Strafbarkeit wegen Sachbeschädigung gegeben, wegen Diebstahls hingegen nicht.


Mit freundlichen Grüßen,

- Rönner -

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#2
 Von 
C.Konert
Status:
Praktikant
(663 Beiträge, 92x hilfreich)

Hinsichtlich der Schubkarre dürfte das wohl noch eine straflose Gebrauchsanmaßung sein (Furtum usus); wegen der zerbrochenen Stiele wohl eine Sachbeschädigung. Durch das Einsteigen in den Schuppen könnte der Tatbestand des Hausfriedensbruches erfüllt sein (bin mir nicht sicher, ob der Schuppen geschützt ist, aber ich denke schon).
Man bemerke, dass der Hausfriedensbruch nur auf Antrag, und die Sachbeschädigung nur auf Antrag bzw. öffentlichem Interesse verfolgt wird. Vielleicht könnten Sie sich bei den Geschädigten entschuldigen und den Schaden wieder gut machen, so dass entweder gar kein Strafantrag gestellt wird, oder ein bestehender zurückgenommen wird. In dem Fall würde es zu keinem Gerichtsverfahren kommen.
Ansonsten wäre eine Einstellung (mit oder ohne Auflagen) oder wenn es schlecht läuft eine milde Geldstrafe möglich.

-----------------
"stud.iur Hr. C.Konert
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg"

-- Editiert von c.konert am 09.09.2006 18:22:30

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#3
 Von 
JuR
Status:
Unparteiischer
(9878 Beiträge, 1430x hilfreich)

Sehr geehrter Herr Konert,

quote:
Durch das Einsteigen in den Schuppen könnte der Tatbestand des Hausfriedensbruches erfüllt sein (bin mir nicht sicher, ob der Schuppen geschützt ist, aber ich denke schon).
Dann würde ich Sie gerne bitten, mir diese Frage zu beantworten.


Mit freundlichen Grüßen,

- Rönner -

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
C.Konert
Status:
Praktikant
(663 Beiträge, 92x hilfreich)

Der Schuppen fällt nicht darunter(zumindest nicht von dem, was ich gelesen hatte). Dennoch könnte der Hausfriedensbruch durch das betreten des Grundstücks verwirklicht sein, weil dies unter Umständen als befriedetes Besitztum gilt.

"Befriedetes Besitztum
Gemeint sind Grundstücke (also nur Unbewegliche Sachen!), diei äußerlich erkennbarer Weise mittels zusammenhängender (nicht notwendig lückenloser) Schutzwehren gegen das beliebige Betreten durch andere gesichert, daher (in gewisser weise) eingefriedet sind (z.B. Hecken, Mauern ..." [Rengier BTII § 30 Rdn. 4].

Sollte das Grundstück keinen Zaun besitzen, so wird es wohl als geschützte Zubehörfläche zum Haus ebenfalls vom Tatbestand erfasst, allerdings besteht streit unter welches Merkmal man diese Subsumiert. [Rengier BTII § 30 Rdn. 5 ; OLG Oldenburg, NJW 1985, 1352 ; BayObLG NJW 1995, 269 .]

-----------------
"stud.iur Hr. C.Konert
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg"

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#5
 Von 
zuspät
Status:
Praktikant
(537 Beiträge, 179x hilfreich)

Naja, wenn man zur Aufklärung beitragen kann - was bei einem Besäufnis zu bezweifeln sein dürfte ;) - macht sich vor Gericht, so es denn soweit kommt, immer gut. Ich könnte mir vorstellen, daß ein Richter dies - trotz des 'gehobenen' Alters - als Dummen-Jungen-Streich ansehen könnte, sofern man bisher noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten ist und niemand ernsthaft geschädigt wurde.

Den Sachschaden sollte man von sich aus, schnellstmöglich ersetzen und sich natürlich entschuldigen.

'Im Namen des Volkes: Geht mir aus den Augen!' ;)

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"Meine Beiträge spiegeln nur meine persönliche Meinung wider. "

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