Diebstahl in einer Diskothek

8. Mai 2003 Thema abonnieren
 Von 
Marcus A.
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Diebstahl in einer Diskothek

Hallo,

ich war vor einem Monat mit ein paar Freunden in einer kneipenähnlichen Discothek. Zu späterer Stunde und nach einigen Getränken (sicherlich unter 3,0 Promille) habe ich unbemerkt eine 0,7 Liter Flasche Bacardi (etwa zu einem Viertel gefüllt) von der Theke entwendet und anschließend teilweise konsumiert. Etwa eine halbe Stunde später bemerkte ein Angestellter der "Kneipe", dass ich die Flasche in der Hand hielt und holte darauf einen Türsteher, der mich ohne Vorwarnung am Kragen aus der Kneipe rausschleifte.

Die Polizei wurde gerufen, meine Personalien aufgenommen und ein paar Fragen gestellt. In meiner Scham (und der Tatsache, dass ich nicht direkt beim Diebstahl erwischt wurde) behauptete ich, dass ich die Flasche von einem Gast bekommen hätte, den ich nicht näher kenne.

Nun habe ich eine Vorladung von der Polizei bekommen: Anlaß § 242 StGB , Diebstahl in/aus Gaststätten.

Obwohl ich nicht direkt beim Entwenden der Barcardi Flasche erwischt wurde, will ich die Tat trotzdem gestehen.

Mir stellt sich jedoch die Frage , ob ich Möglichkeit auf Einstellung des Verfahrens habe. Da der Verkaufspreis der Flasche nach Angaben der Türsteher 80 Euro beträgt, würde diese die magische 50 Euro Grenze wohl überschreiten. Andererseits war die Flasche nur zu einem Viertel gefüllt.
Zählt nun der Verkaufs- oder Marktwert der Flasche (15 Euro).

Ich bin 22 Jahre alt, Student (wie ist das mit dem Einkommen?), bin im August 2001 wegen Haschischkonsum aufgefallen, das Verfahren wurde jedoch wegen Geringfügigkeit (bei 0,7g) eingestellt, also nicht vorbestraft.
Das Bundesland ist Rheinland-Pfalz.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir weiterhelfen könnten.

MfG

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8 Antworten
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#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

Auch bei § 242 StGB ist eine Einstellung möglich. Der Unterschied zu § 248a StGB ist nur das §242 StGB kein Antragsdelikt ist.

Einkommen berechtnet sich in diesem Fall nach BaföG oder Einkommen von Job's oder Apanage der Eltern. Im Zweifelsfall 1/30 des z.Zt. gültigen Sozialhilfesatzes (max.10,-EUR).

Die Einstellung nach 31a BtmG ist noch im zentralen staatsanwaltschaftl. Verfahrensreg. gespeichert (bis 2004), von daher entfällt "Ersttäterbonus"

-----------------
"Gruß, Bob
(Sozialarbeiter in der Straffälligen- und Drogenhilfe)"

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#2
 Von 
Cybermarkus
Status:
Schüler
(259 Beiträge, 22x hilfreich)

@Bob:

Wo Du gerade vom staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsregister sprichst. Gegen mich ist Anfang 1999 ein Verfahren von der Staatsanwaltschaft gegen Geldbuße eingestellt worden... Heißt das, dass über diesen Vorfall heute niemand mehr etwas findet, wenn er meine Person überprüft? Im staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsregister scheint das wohl gelöscht zu sein, richtig?

Grüße
Markus

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#3
 Von 
JuR
Status:
Unparteiischer
(9878 Beiträge, 1432x hilfreich)

Guten Abend Marcus,

natürlich ist es von Relevanz, ob die Flasche noch voll, oder nur noch zu einem Viertel gefüllt war. Folglich haben Sie schon gute Chancen auf eine Einstellung des Verfahrens.

@Cybermarkus:

Nein, wenn es erst 1999 in das zentrale Staatsanwaltschaftliche Verfahrensregister eingetragen wurde, so werden Sie den Eintrag dort immer noch vorfinden. Das Staatsanwaltschaftliche Verfahrensregister ist jedoch keinesfalls mit dem Persönlichen Führungszeugnis, oder dem Bundeszentralregister gleichzusetzen. In das ZStV haben neben den Strafverfolgungsbehörden auch der Verfassungsschutz, der MAD, der BND und seit dem 01.04.03 auch die Verwaltungsbehörden Einsicht, die über waffenrechtliche Erlaubnisse zu entscheiden haben (Zuverlässigkeitsprüfung).

Auf normalem Wege tritt dieser Eintrag also nicht in Erscheinung bei einer Überprüfung Ihrer Person z.B. durch Ihren Arbeitgeber.

Mit freundlichen Grüßen,

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Julian Tifflor
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

@BOBO

Mein Gott, was es alles für Register gibt... welche Fristen gibt es überhaupt, wenn z. B. ein Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt wurde:
1) beim BZR?
2) beim ZStV?
Am besten, man gerät gar nicht erst in die Mühlen der Justiz... haha - aber DIE Erkenntnis kommt einem immer zu spät...:(

Gruß Julian

-----------------
"Julian"

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

Hallo Cybermarkus.

Nein, der 1999er Eintrag dürfte nicht mehr im Verfahrensregister stehen, denn Einstellungen werden nur für 3 Jahre gespeichert [vgl.§ 489(4)3 StPO ]. Dies gilt zwar nicht für nur vorläufig eingestellte Verfahren (Einstellung gegen Geldbuße nach § 153a StPO ist ein solches), aber die "Vorläufigkeit" ist IMHO beendet, sobald die Geldbuße (die letzte Rate) tatsächlich gezahlt wurde. Dann ist das Verfahren rechtskräftig abgeschlossen (Einstellung). Ab da gilt dann auch die "3-Jahres-Frist"

-----------------
"Gruß, Bob
(Sozialarbeiter in der Straffälligen- und Drogenhilfe)"

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

@Julian

Mein Gott, was es alles für Register gibt... welche Fristen gibt es überhaupt, wenn z. B. ein Verfahren wegen Geringfügigkeit eingestellt wurde:
1) beim BZR?
2) beim ZStV?


Wegen Geringfügigkeit eingestellte Verfahren werde nim BZR überhaupt nicht eingetragen. Im ZStV werden endgültige Einstellungen (z.B. §§ 153 , 154 , 170 StPO , § 31a BtmG) für die Dauer von 3 Jahren gespeichert. Bei vorläufig eingestellten Verfahren (z.B. § 153a StPO ) beginnt die Frist, sobald aus der "Vorläufigkeit" eine "Endgültigkeit" geworden ist, also sobald die Auflage(n)/Weisung(en) erfüllt worden sind.

Vergleiche hierzu auch: §§ 24 , 34 , 46 BZRG , sowie § 489 StPO .




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"Gruß, Bob
(Sozialarbeiter in der Straffälligen- und Drogenhilfe)"

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
JuR
Status:
Unparteiischer
(9878 Beiträge, 1432x hilfreich)

Hallo Bob,

der Eintrag in das ZStV wird auch nach 3 Jahren gelöscht? Bist du dir da sicher?

Gruß,

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

Nein, da habe ich einen Fehler gemacht. (Auch im anderen Thread von Sylvia schon berichtigt)

Der § 489 StPO regelt nicht die Löschungsfrsiten aus dem StA-Register, sondern die Fristen zur Überprüfung der Löschung. Die Löschungsfristen selber ergeben sich aus §§ 486 ff. StPO .

Sorry wegen der Verwirrung

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