Durchsuchungsbefehl nach vermutetem Diebstahl?

4. Oktober 2014 Thema abonnieren
 Von 
nutzer546
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Durchsuchungsbefehl nach vermutetem Diebstahl?

Ein fiktiver Fall:
Ein Kunde betritt ein Schreibwarengeschäft. Er nimmt sich einen Füllfederhalter und sagt der Verkäuferin, er wird diesen kaufen. Die Verkäuferin ist dabei beim Kunden. Auf einmal erhält die Verkäuferin einen Anruf, geht ins Lager und sieht den Kunden nicht mehr. Als sie zurückkommt, ist der Kunde weg. Die Verkäuferin denkt nun, der Kunde habe den Füller gestohlen. Das Problem: die Füller sehen alle gleich aus, liegen unsortiert in einer großen Schachtel und es ist unklar, wie viele Füller insgesamt in der Schachtel liegen.
Mal angenommen, die Verkäuferin stellt Strafanzeige gegen den Kunden. Die Polizei schafft es, den Kunden zu ermit-teln, wird es eine Hausdurchsuchung geben? Reicht die An-nahme der Verkäuferin, der Kunde könnte ein Dieb sein, für eine Hausdurchsuchung aus? Was die Verkäuferin nicht weiß: Als sie telefonierte, verließ der Kunde ohne Füller das Geschäft. Dem Kunden gefiel der Füller doch nicht so richtig.

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122636 Beiträge, 40156x hilfreich)

Im Rahmen der Emittlungen können alle angemessenen Mittel angewendet werden.
Dazu zählt auch eine Hausdurchsuchung.



quote:<hr size=1 noshade>und es ist unklar, wie viele Füller insgesamt in der Schachtel liegen. <hr size=1 noshade>

Höchstens dem Kunden, Geschäftsleute pflegen eine Inventarliste zu haben.



quote:<hr size=1 noshade>Was die Verkäuferin nicht weiß: Als sie telefonierte, verließ der Kunde ohne Füller das Geschäft. <hr size=1 noshade>

Dann hoffen wir mal die eventuell verborgenen Kameras nichts anderes zeigen.


Ansonsten könnte man überlegen sich zu stellen ...





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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#2
 Von 
seidi256
Status:
Praktikant
(844 Beiträge, 329x hilfreich)

also theoretisch wäre eine Hausdurchsuchung denkbar.

aber in Praxis für so einen Fall doch sehr stark übertrieben und unverhältnissmäßig!!

ob eine Durchsuchung verhältnismäßig ist hängt vom Einzelfall ab,
Es sind jedoch die Schwere des Eingriffs gegenüber dem Betroffenen und das Interesse der Öffentlichkeit an einer wirksamen Strafverfolgung gegeneinander abzuwägen. Die Maßnahme kann unverhältnismäßig sein, wenn die Schwere des Delikts sehr geringfügig ist, wenn der Beweis auch mit anderen Beweismitteln zu führen ist oder wenn der Eingriff den Betroffenen so schwer belastet, dass zum Beispiel seine Existenzgrundlage in Frage gestellt wird.

daher würde mit sehr hoher warscheinlichkeit keine Durchsuchungen erfolgen,weil diese verstöße gegen das Prinzip der Verhältnismäßigkeit.den in dem erwähnten Fall stehen die Tat und das Ermittlungsziel (dem Kunden als Täter zu überführen und ggf den Füller aufzufinden) in keinem vertretbaren Verhältnis mehr zur Schwere der Tat

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#3
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

quote:
Die Verkäuferin denkt nun, der Kunde habe den Füller gestohlen


Woher weiß man denn, was die VKin denkt?

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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
metttwurstkneckebrot
Status:
Praktikant
(605 Beiträge, 297x hilfreich)

quote:
Woher weiß man denn, was die VKin denkt?

Weiß man ja nicht. Aber ist es Dir noch nie passiert, dass Du plötzlich denkst "Oh schei*e, was ist jetzt, wenn die anderen denken, dass .... und ich kann nicht das Gegenteil beweisen"?

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"Grüße vom metttwurstkneckebrot :) "

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#5
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

quote:
Aber ist es Dir noch nie passiert, dass Du plötzlich denkst "Oh schei*e, was ist jetzt, wenn die anderen denken, dass


Doch...

Aber das "Denken der Verkäuferin" war ja im Eingangsbeitrag als Tatsache formuliert: "Die Verkäuferin denkt..." und nicht als Möglichkeit a la "Die Verkäuferin denkt möglicherweise..." oder "Die Verkäuferin könnte denken..."

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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

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#6
 Von 
metttwurstkneckebrot
Status:
Praktikant
(605 Beiträge, 297x hilfreich)

quote:
Aber das "Denken der Verkäuferin" war ja im Eingangsbeitrag als Tatsache formuliert

Das finde ich nicht, wenn die gesamte Schilderung unter der Überschrift "Ein fiktiver Fall:" steht.

Ich finde außerdem, dass der Eindruck entstehen kann, Du würdest schon allein wegen der Wortwahl "die Verkäuferin denkt nun" glauben, dass der nutzer546 etwas gestohlen hat.

Wohingegen ich finde, dass die Schilderung das nicht hergibt, und außerdem aufgrund der Beitragshistorie des nutzer546 annehme, dass es sich bei ihm um die Reinkarnation von Mahatma Gandhi handelt :)


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"Grüße vom metttwurstkneckebrot :) "

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#7
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

quote:
Das finde ich nicht, wenn die gesamte Schilderung unter der Überschrift "Ein fiktiver Fall:" steht.


Achso... Und welche Teile dieses "fiktiven Falles" soll man Deiner Ansicht nun ernst nehmen dürfen und welche nicht? (Mal abgesehen davon dass Du eine Frage mit "Weiß man ja nicht" beantwortest, die ich dem TE gestellt hatte. Woher weißt Du denn, was die VKin denkt oder was der TE darüber weiß? Vielleicht hat er die Formulierung "die VKin denkt" ja auch ganz bewußt so gewählt, weil er nähere Informationen darüber hat, was sie denkt ?! Genau deshalb frage ich ja nach)

quote:
die Füller sehen alle gleich aus,


Darf man das Deiner Meinung nach ernst, bzw. als Tatsache nehmen, oder nicht, weil es ja fiktiv ist und keine Tatsache?! Sahen die Füller vielleicht doch nicht alle gleich aus?

quote:
und es ist unklar, wie viele Füller insgesamt in der Schachtel liegen.


Darf man das ernst nehmen, oder auch nicht, weil es ja fiktiv ist und keine Tatsache?! Wußte die VKin vielleicht genau, wie viele Füller es sind?

quote:

Auf einmal erhält die Verkäuferin einen Anruf, geht ins Lager und sieht den Kunden nicht mehr.


Wie ist es damit? Tatsache oder nicht?

quote:
Als sie zurückkommt, ist der Kunde weg.


Fiktiv? Tatsache?


quote:
Ich finde außerdem, dass der Eindruck entstehen kann, Du würdest schon allein wegen der Wortwahl "die Verkäuferin denkt nun" glauben, dass der nutzer546 etwas gestohlen hat.


Ich finde, dass ich einfach nur ganz normal nachgefragt habe, warum die Verkäuferin denkt , dass man gestohlen hat, bzw. woher man weiß, dass die Verkäuferin es denkt . Nicht mehr und nicht weniger.
Dafür, dass Du in diese einfache Nachfrage böse Absichten hineininterpretierst, kann ich nichts.

Und die Aussage "Die Verkäuferin denkt" stellt nun mal die Beschreibung einer Tátsache dar.

Wenn es einfach nur eine unglückliche, bzw. ungenaue Formulierung war, kann der TE das richtig stellen und alles ist ohne jegliche Aufregung geklärt.

Aber diese Antwort/Erklärung, was er wie gemeint hat, sollten wir doch vielleicht ihm selbst überlassen, denn er wird es wohl am besten von uns dreien wissen, oder meinst Du nicht?



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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

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#8
 Von 
NinaONina
Status:
Lehrling
(1504 Beiträge, 1226x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Die Verkäuferin denkt nun, der Kunde habe den Füller gestohlen. <hr size=1 noshade>


Wenn sie das nicht mal sicher weiß (weil sie nicht weiß, ob nun ein Füller fehlt oder nicht), könnte man doch auch billigende Inkaufnahme in Bezug auf §164 StGB annehmen, wenn sie einfach ins Blaue hinein Strafanzeige gegen den Kunden erstattet, oder?

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#9
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

Wie gesagt: Es müßte seitens des TE erst mal erklärt werden, was mit "die Verkäuferin denkt" genau gemeint ist.

Denkt Sie, dass ein Füller fehlt, weiß es aber nicht ...?

oder weiß sie, dass einer fehlt und denkt, es war Kunde A, der ihn gestohlen hat (und nicht Kunde B,C,D,E,...)

oder war der Satz einfach nur ungenau formuliert und sie denkt mglw. überhaupt nicht an Diebstahl ???


Was anhand des Eingangsbeitrages auch noch offen ist, ist die Frage, ob der Kunde überhaupt namentlich oder sonst identifizierbar in dem Geschäft bekannt ist. Ist das nicht der Fall, wird eine Verfolgung ohnehin praktisch kaum möglich sein. Ist es der Fall, macht -möglichweise- auch die Wortwahl mit dem "die Verkäuferin denkt" Sinn. Denn dann könnte -zum Beispiel- die Verkäuferin ggü. einem anderen Kunden, der den TE ebenfalls kennt, den entspr. Verdacht geäußert haben und dieser hat wiederum den TE darüber informiert. Genau das wollte ich durch meine Nachfrage herausbekommen :)

Was den § 164 StGB im Allgemeinen angeht, braucht es hinsichtlich der Unwahrheit direkten Vorsatz,
vgl. Prof. Wolf, Uni Frankfurt, Nr. 6


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#10
 Von 
NinaONina
Status:
Lehrling
(1504 Beiträge, 1226x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Was den § 164 StGB im Allgemeinen angeht, braucht es hinsichtlich der Unwahrheit direkten Vorsatz,
vgl. Prof. Wolf, Uni Frankfurt, Nr. 6 <hr size=1 noshade>


Das ist aber doof. D.h. ich darf Gott und die Welt anzeigen nach dem Motto "ich glaube - bin aber nicht sicher - daß mir 10 EUR aus dem Portemonnaie fehlen und es könnte sein, daß ... mir das Portemonnaie aus der Tasche genommen und das Geld genommen hat, weil er/sie in derselben Stadt wohnt"?

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