Einbruch Diebstahl oder Hausfriedensbruch?

20. September 2011 Thema abonnieren
 Von 
RobinB1994
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)
Einbruch Diebstahl oder Hausfriedensbruch?

Hallo an alle,

Ich bin nicht vorbestraft, auf dem Gymnasium und 17 jahre alt. Leider bin ich durch falschen Umgang vor circa 2 wochen in eine Situation verwickelt worden, die nun von der Polizei genauestens untersucht wird und ich bin einer der Tatverdächtigen.

Wie die Überschrift schon andeutet, geht es um das unerlaubte Betreten eines Grundstücks bzw. eines Hauses aber da der Sachverhalt etwas komplizierter ist, beschreibe ich erst einmal was sich an dem besagten Tag abgespielt hat:

Ein Freund von mir, nennen wir in M., welcher mehrfach vorbestraft ist, ruft mich an und will etwas mit mir und einem weiteren Freund, nennen wir in K., unternehmen. K. ist genau wie ich, weder vorbestraft und genießt einen guten Ruf in seinem Umfeld.
Das Verhältnis von K. und mir gegenüber M. hat sich die letzte Zeit verschlechtert, eben dadurch dass M. soviel Mist baut und er keine Grenzen kennt. Trotzdem haben K. und ich beschlossen, nocheinmal etwas mit M. zu unternehmen.
Meine Mutter fährt mich zum Wohnhaus von M., dort treffen wir uns mit einem Freund von M., nennen wir ihn C., welchen ich nur durch Erzählungen kenne aber selbst noch nie gesehen habe. Er ist auch vorbestraft. Wir warten zu dritt auf einen gemeinsamen Freund von M. und mir, nennen wir in J., welchen M. auch noch kurzfristig eingeladen hat. J. hat gerade eine Anzeige wegen Diebstahl am Laufen, jedoch ist er ansonsten unbestraft.
Da M. Probleme zu Hause hat, können wir nicht zu ihm gehen. Deswegen schlägt C. vor, in den Garten eines gemeinsamen Bekannten von M. und C. zu gehen, da dieser im Moment mit der gesamten Familie im Urlaub ist. Ich frage nach, ob das denn für den gemeinsamen Freund von M. und C. in Ordnung ginge, darauf antworteten beide mit "Ja". Wir sitzen also im Garten des gemeinsamen Freundes und K., der mit dem Fahrrad gefahren ist, wird von mir zu dem Haus gelotst, da weder er noch ich jemals auf diesem Grundstück waren und die Bewohner auch nicht kennen. Nachdem wir vollständig sind, kommt M. auf die Idee, ein gekipptes Fenster des Hauses aufzubrechen um in das Haus zu gelangen.
J. und C. helfen recht bald M. bei seinen Versuchen, das Fenster aufzubrechen. K. und ich halten uns raus, weil wir uns nicht strafbar machen wollen.
Nach wiederholten vergeblichen Versuchen das Fenster zu öffnen, sagen M., C. und J. zu uns, dass wir mal versuchen sollen, ob wir durch das halboffene Fenster gelangen. Wir lehnen ab aber die Drei nerven uns solange bis wir mit der Absicht auf das Fenstersims klettern, zu behaupten wir passen nicht durch und uns dann wieder aus dem Geschehen zurückzuziehen.
Nachdem wir dies taten, versuchen die Drei weiterhin das Fenster mit Gewalt zu öffnen und mit immer stärkeren Mitteln. Deswegen schalten K. und Ich uns ein und versuchen die anderen von ihrem Vorhaben abzubringen. Diese hören nicht auf uns und machen weiter.
K. und ich haben keine lust mehr und ich rufe meine Mutter an, dass sie mich abholt. Als wir gehen, droht uns M. mit Gewalt, falls wir ihn verraten. Die Drei lassen wir am Haus zurück, welche immer noch das Fenster versuchen zu öffnen. Meine Mutter holt mich um halb 6 in einer Seitenstraße ab und K. fährt mit dem Fahrrad nach Hause.

Ein paar Tage später prahlen J. und M. in einem social Network mit ihren Taten, welche sie in dem Haus verübt haben. K und J. waren also mit C. zusammen im Haus und haben dort mehrere Delikte verübt (Sexhotlines angerufen, in die Küche uriniert, Geld und Wertgegenstände geklaut). M. war auch noch an dem darauffolgenden tag in dem Haus.
Die Chatprotokolle beider habe ich noch gespeichert.

Circa 2 Wochen nach dem Vorfall ruft die Polizei bei mir an, ich solle bitte mit meiner Mutter aufs Revier kommen und eine Aussage machen. Dort wird mir mittgeteilt, dass ich von jemandem als Tatverdächtiger beschuldigt wurde.
Ich gebe alles zu, was ich und K. gemacht haben und nenne auch die Namen von M., C. und J. Es wird so zu protokoll genommen.
In 2 Tagen muss ich nochmal hin und Fingerabdrücke geben, da ich eingeräumt habe, es könnten Fingerabdrücke von mir an dem besagten Fenster sein.

Nun meine Frage an euch:
Mit was haben K. (der morgen aussagt) und ich zu befürchten? Was genau haben wir verbrochen? Und wie sehen die Strafen aus, mit denen M., C. und J. zu rechnen haben?

Würde mich über eine rasche Antwort freuen, ich bin ziemlich durch den Wind wegen der Sache.

MFG Robin

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6 Antworten
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#2
 Von 
!!Streetworker!!
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Unbeschreiblich
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Für die mögl. Strafen für C,J,M kommt es auch darauf an, was das für ein Haus war, also ob ein Wohnhaus oder ein Gartenhaus, dass kein eigl. "Wohnhaus" ist.

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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

3x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
RobinB1994
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)

Danke für die Antwort. Ich habe immer schon befürchtet, dass es mit M. schwierigkeiten geben würde und ja, mir ist auch bewusst, dass M. ein schlechter umgang ist. M. ist mittlerweile durch einen Umzug und schulwechsel auch kein Thema mehr in meinem Leben.

Oh, mein Fehler, K. war nicht in dem Haus, Ich habe da K. mit M. verwechselt.

Also gewaltsam haben wir uns keinen Zutritt zum Grundstück verschafft ( Gartentor war nicht verschlossen).
Das einzige was eben beim Eindringen an sich beschädigt wurde, ist eben das Fenster.

Die unterschiedlichen schilderungen wird es mit sicherheit geben, es wurde ja behauptet, K., M. und ich wären im haus gewesen, was K. und ich abstreiten.

Also Anzeige wurde von der Familie des gemeinsamen Bekannten von M. und C. gegen M. in die wege geleitet.
Ich denke, da haben eher die eltern des gemeinsamen Bekannten die Anzeige gestellt.

In §123 StGB ist von einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr und/oder einer Geldstrafe die Rede.
Dadurch, dass K. und ich weder Vorstrafen haben oder sonst irgendwie negativ aufgefallen sind, Reue zeigen, geständig waren und weder Eigentum beschädigt noch entwendet haben, frage ich mich da schon, in welchem Maße diese Strafe dann ausfallen wird. Gerade weil wir noch minderjährig sind.




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#4
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>es wurde ja behauptet, K., M. und ich wären im haus gewesen, was K. und ich abstreiten. <hr size=1 noshade>


Wer behauptet das denn, dass auch Du und K im Haus waren?

quote:<hr size=1 noshade>Also Anzeige wurde von der Familie des gemeinsamen Bekannten von M. und C. gegen M. in die wege geleitet.
Ich denke, da haben eher die eltern des gemeinsamen Bekannten die Anzeige gestellt. <hr size=1 noshade>


Vermutlich. Hinergrund von Nicks Frage war jedoch, dass "hausfriedensbruch" ein Delikt ist, für das nicht nur eine Anzeige, sondern auch ein gesonderter Strafantrag gegen eine bestimmmte Person notwendig ist. Und wenn Du und K die Geschädigten davon überzeugen könntet, dass ihr (fast) nichts mit der Sache zu tun habt, sind sie vielleicht so nett und stellen keinen Strafantrag gegen Euch 2 oder nehmen einen bereits gestellten zurück (einen Strafantrag kann man näml. im Gegensatz zu einer Strafanzeige zurücknehmen). Du und K könntet ja z.B. Hilfe im Garten anbieten.

quote:<hr size=1 noshade>In §123 StGB ist von einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr und/oder einer Geldstrafe die Rede.
Dadurch, dass K. und ich weder Vorstrafen haben oder sonst irgendwie negativ aufgefallen sind, Reue zeigen, geständig waren und weder Eigentum beschädigt noch entwendet haben, frage ich mich da schon, in welchem Maße diese Strafe dann ausfallen wird. Gerade weil wir noch minderjährig sind. <hr size=1 noshade>


Im Jugendrecht gelten die Mindeststrafandrohungen des allg. Strafrechts nicht, insb, gibt es im Jugendrecht auch keine Geldstrafen. Es können Euch z.B. soziale Arbeitstunden auferlegt werden, oder auch ein sog. Täter-Opfer-Ausgleich "veranstaltet" werden. Das wäre dann sowas wie ich oben schon beschrieben habe (nur halt unter Regie der Justiz): Das Verfahren wird eingestellt, dafür helft Ihr einige Stunden im Garten mit o.ä.

Wobei natrürl. nich die Frage ist, ob man Euch wirklich nur den Hausfriedensbruch anhängen wird. Wenn die anderen 3 aussagen, dass Ihr mit ihm Haus wart, ist auch der Einbruch noch nicht vom Tisch.

Meine 2 Fragen sind auch noch offen:

Wie alt sind denn C,M,J und was war es für ein Haus. Wohnhaus mit Garten drumrum, oder ein Gartenhaus, das nicht in erster Linie zu Wohnzwecken dient? Das ist wichtig wür die Unterscheidung § 243 oder 244 StGB

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#5
 Von 
RobinB1994
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)

Vielen Dank für deine Antwort!
Behauptet hat dies meines Wissens nach M., welcher von der geschädigten Familie auf seine Taten angesprochen wurde.
Also kennt die Familie mindestens unsere Vornamen und so wurde eben die ganze Sache ins Rollen gebracht.

Zu der Sache mit dem Entschuldigen bei der geschädigten Familie, die Idee ist mir vorhin auch gekommen und wenn das juristisch "Zwei Paar schuhe" sein sollten, dass eben ein extra Strafantrag gegen K. und mich eingeleitet werden müsste, werden K. und ich im Beisein K.´s informierter Mutter (Glücklicherweise Anwältin), das Gespräch mit der Familie suchen und uns für unser Vergehen entschuldigen und damit hoffentlich das Ganze so schnell und unkompliziert wie möglich aus der Welt schaffen.

Achso, also wäre die "Höchststrafe", die es im Jugenstrafrecht für Hausfriedensbruch etc. gibt, eine andere als die in §123 StGB verankerte? Na dann werde ich wohl einfach warten müssen, mit einem schlechten Gefühl im Bauch.

Ich bin mir leider ziemlich sicher, dass mindestens M. gegen uns aussagen wird, nämlich dass wir mit im Haus waren.
Am Freitag werde ich erkennungsdienstlich behandelt, um eben festzustellen ob ich im Haus war oder nur außerhalb des Hauses Spuren hinterlassen habe. Das würde höchstwahrscheinlich mit der entlastenden Aussage von K. und diversen Chatprotokollen, welche ich als Beweis zur Verfügung gestellt habe, ihr Übriges tun.

Zu C., J. und M. :
-J. ist 17, nicht vorbestraft hat aber eine laufende Anzeige wegen Diebstahl am Hals, in die auch M. verwickelt ist.
-M. ist 16 Jahre alt, mehrfach vorbestraft und in weiten Kreisen als "Böser Bube" bekannt. Außerdem nimmt er regelmäßig Drogen (Kifft und zieht Pepp) weswegen er auch schon bei der Polizei war.
-Da ich C. nicht kenne, an dem Tag das erste Mal persönlich getroffen habe, weiß ich das genaue Alter nicht, er wird 16 oder 17 Jahre alt sein. Auch vorbestraft soweit ich weiß, auch mit "Zusammenarbeit" von M.

Zu dem Haus:
Es handelt sich um ein Einfamilienhaus, mit Garten und in dieses Haus wurde eingebrochen, dort wohnen auch die Besitzer des Grundstückes.

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1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Achso, also wäre die "Höchststrafe", die es im Jugenstrafrecht für Hausfriedensbruch etc. gibt, eine andere als die in §123 StGB verankerte? Na dann werde ich wohl einfach warten müssen, mit einem schlechten Gefühl im Bauch. <hr size=1 noshade>


Nein, im Fall von Hausfriedensbruch wäre die Höchststrafe auch im Jugendrecht ein Jahr.

Wenn wenn aber z.B. den Wohnungseinbruchdiebstahl {§ 244 StGB ) nimmt, wäre im Erwachsenenrecht die Mindeststrafe 6 Monate und die Höchststrafe 10 Jahre. Im Jugendrecht gäbe es keine Mindestrafe (es könnten auch bloß Sozialstunden verhängt werden) und die Höchststrafe wären 5 Jahre. Bei Taten die im Erwachsenenrecht eine Höchstrafe von mehr als 10 Jahren haben (also 15 Jahre oder lebenslänglich) ist die Höchststrafe im Jugendrecht = 10 Jahre.

quote:<hr size=1 noshade> Zu dem Haus: <hr size=1 noshade>


O.K. dann handelt es sich also um einen Wohnungseinbruchdiebstahl nach § 244 StGB , den ich im Absatz oberhalb erklärt habe. Ein Erwachsener hätte hier eine Mindeststrafe von 6 Monaten Freiheitsstrafe sicher. Da C-M-J aber auch noch Jugendliche sind, gilt diese Mindeststrafe eben nicht. Je nach Art und Anzahl der Vorstrafen kommt da z.B. Jugendarrest (von 1 Wochenende bis 4 Wochen) in Frage, oder für M vielleicht auch eine Jugendfreiheitsstrafe zur Bewährung.

Für Dich und K ist halt super wichtig, dass sich zweifelsfrei rausstellt, dass ihr wirklich nicht mit in dem Haus wart (also nicht an dem Einbruch beteiligt wart)

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