Einbruch Keller - Folgen eines Strafantrags

4. April 2023 Thema abonnieren
 Von 
paredoz
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Einbruch Keller - Folgen eines Strafantrags

Hallo allerseits,

ich habe das erste Mal überhaupt mit derartigen Fragen zu tun und bin daher etwas überfordert. Folgende etwas seltsame Situation:

Es wurde in den Kellerraum eines Mehrfamilienhauses eingebrochen. Im Keller wurden keine besonderen Wertgegenstände gelagert, allerdings u.a. zwei Fahrräder. Geklaut wurden nur Teile, die vom Dieb an einem der beiden Fahrräder (Alter ca. 20 Jahre) abmontiert wurden. Eine Reparatur inkl. Ersatz würde wohl zwischen 70 und 100 Euro kosten. Hinweise auf den Täter gibt es keine.

Im Haus wurde bereits mehrfach bei mehreren Bewohnern geklaut, u.a. bereits schon einmal Teile im Wert von ca. 15 Euro an eben dem jetzt auch betroffenen Fahrrad - aus diesem Grund wurde das Fahrrad zuletzt aus dem Gemeinschafts-Fahrradraum in den privaten, separat abgeschlossenen Keller gestellt, in den nun eingebrochen wurde. Aufgrund des geringen Schadens (es würde - wenn überhaupt - vermutlich nur der Zeitwert der gestohlenen Teile ersetzt?) und weil keine Einbruchsspuren vorhanden sind (vermutlich hat der Täter den Türverschluss einfach ab- und anschließend wieder angeschraubt) habe ich vor, die Sache nicht bei der Versicherung einzureichen.

Bei der Polizei wurde vor ca. einer Woche eine Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet. Heute meldete sich die Polizei, dass zur weiteren Bearbeitung der Angelegenheit ein Strafantrag zu stellen sei. Beigelegt ein Formular, in dem angekreuzt werden kann, dass a) ein Strafantrag gestellt wird, b) man sich einen Strafantrag vorbehält, oder c) auf einen Strafantrag verzichtet.

Die Frage um Rat bei zwei Bekannten hat zwei komplett gegensätzliche Antworten ergeben:
- Nummer eins sagt: Auf jeden Fall Strafantrag stellen, da so zumindest ermittelt wird. Vielleicht kommt ja doch etwas dabei raus.
- Nummer zwei sagt: Auf gar keinen Fall. Da kommt sowieso nichts raus und am Ende hast du nur Laufereien und Stress. Außerdem sollte man sowas nicht ohne Anwalt machen.

Das ergibt bei mir die folgenden Fragen:
- Ist es richtig, dass - wenn keine Einbruchsspuren ersichtlich sind - die Übernahme der Kosten durch die Versicherung unwahrscheinlich ist?
- Welches Vorgehen ist in so einem Fall ratsam, Strafantrag stellen?
- Sollte man einen Strafantrag in dieser Situation wirklich nicht ohne Anwalt stellen?
- Welche Laufereien bzw. Folgen insgesamt könnten da auf einen zukommen, wenn man selber ohne Anwalt einen Strafantrag stellt?

Ich wäre dankbar für jede hilfreiche Antwort!

paredoz

Notfall oder generelle Fragen?

Notfall oder generelle Fragen?

Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118726 Beiträge, 39622x hilfreich)

Zitat (von paredoz):
und am Ende hast du nur Laufereien und Stress.

Muss man halt wissen ob man das riskieren will ...



Zitat (von paredoz):
Außerdem sollte man sowas nicht ohne Anwalt machen.

Der ist nicht nötig, bei wichtigen Sachen aber durchaus nützlich ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
guest-12324.04.2023 06:27:18
Status:
Lehrling
(1448 Beiträge, 232x hilfreich)

Zitat (von paredoz):
- Ist es richtig, dass - wenn keine Einbruchsspuren ersichtlich sind - die Übernahme der Kosten durch die Versicherung

Bei der Hausrat müssen mWn schon grds
Nachweise da sein, dass sich mit Gewalt Zugang verschafft wurde. Oder aber der Nachweis geführt werden, dass der Aufwand für den Täter vergleichbar ist

Allerdings sollte man im Hinblick hierauf
Zitat (von paredoz):
zwischen 70 und 100 Euro
Mal mit seiner Versicherung beschäftigen. Die haben üblicherweise eine Klausel, die den Tarif daran kostet ob man in den Vor-Jahren einen Hausratsschaden hatte. Meldet man den geringen schaden, wird man "hochgestuft", was über die Jahre mehr kosten kann als 100€....

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32736 Beiträge, 17220x hilfreich)

Da kommt sowieso nichts raus und am Ende hast du nur Laufereien und Stress. Außerdem sollte man sowas nicht ohne Anwalt machen. Der Kumpel hat offenbar zuviel Geld, wenn er meint, man benötige einen Anwalt, um ein Kreuz auf einem Formular zu machen...
Welche Laufereien bzw. Folgen insgesamt könnten da auf einen zukommen, wenn man selber ohne Anwalt einen Strafantrag stellt? Möglicherweise gar keine - wenn nämlich kein Täter ermittelt wird. Umgekehrt könnte man natürlich zur Zeugenaussage aufgefordert werden, wenn der Täter ermittelt wird - das kann aber auch ohne Strafantrag passieren, da das ein "relatives Antragsdelikt" ist, so dass eine Strafverfolgung auch gegen Ihren Willen erfolgen kann. Kurzum - Sie interpretieren da etwas viel hinein.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
paredoz
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für alle Antworten!

Zitat (von muemmel):
Welche Laufereien bzw. Folgen insgesamt könnten da auf einen zukommen, wenn man selber ohne Anwalt einen Strafantrag stellt? Möglicherweise gar keine - wenn nämlich kein Täter ermittelt wird. Umgekehrt könnte man natürlich zur Zeugenaussage aufgefordert werden, wenn der Täter ermittelt wird.

Sofern (unwahrscheinlicherweise) der Täter ermittelt werden sollte, nehme ich gerne eine Zeugenaussage auf mich. Wenn sich die erwartbaren Laufereien maximal darauf begrenzen, habe ich mich wohl wirklich durch meinen Bekannten zu sehr verunsichern lassen.

Zur Versicherung:
An ein mögliches Hochstufen der Versicherung hatte ich nicht gedacht, danke für den Hinweis. Tatsächlich ist in den Versicherungsbedingungen mit meinem Laienblick aber kein Passus darauf zu finden. Wohl aber ist, etwas verklausuliert, ein Hinweis hierauf enthalten:

Zitat (von kalledelhaie):
Bei der Hausrat müssen mWn schon grds Nachweise da sein, dass sich mit Gewalt Zugang verschafft wurde. Oder aber der Nachweis geführt werden, dass der Aufwand für den Täter vergleichbar ist

Da - selber Schuld - der Aufwand sich zum Zeitpunkt des Einbruchs auf das Herausdrehen von drei kleinen Schrauben begrenzt hat, ist das sicher nicht erfüllt.

-- Editiert von User am 5. April 2023 17:24

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 265.250 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
107.329 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen