Eine Frage zu Diebstahl /Gewahrsamsenklave

5. August 2010 Thema abonnieren
 Von 
errantvine
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Eine Frage zu Diebstahl /Gewahrsamsenklave

ich hab da mal 'ne Frage. ..

Wenn ich mit als Rollifahrerin einkaufe, habe ich gelegentlich ein Problem damit, die Einkäufezur Kasse zu transportieren.
In den teureren Märkten gibt es ja oft einen Rolli-Einkaufswagen – damit ist es kein Problem, oder ich nehme einen Einkaufskorb und stell mir den auf den Schoß, auch klar.
Wenn das alles nicht gibt (Discounter eben), suche ich dann einen Karton. Leider gibts manchmal kaum leere oder fast leere Kartons. Neulich in einem Netto-Markt hat mich ein Verkäufer auch mal richtig blöd angemacht, als ich einen Karton aus dem Regal genommen hab.

Eine Alternative, die ich gelegentlich wähle, ist die Einkäufe in eine Tasche oder einen Rucksack zu stecken und an der Kasse wieder auszupacken.
Nun habe ich gelesen, dass dieses Procedere eigentlich schon ein Diebstahl ist weil ich die Waren in eine Gewahrsamsenklave verbracht habe.

Meine Fragen:
Wenn ich das ganz offen mache, die Tasche möglichst offen halte, würde mir dann trotzdem Diebstahlsabsicht unterstellt werden können?
Gibt es Erfahrungen mit solchen Sonderfällen?
Habt ihr Ideen oder Anregungen, wie ich besser vorgehen kann?

Liebe Grüße und vielen Dank fürs Lesen,

errantvine

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
hatigje79
Status:
Schüler
(153 Beiträge, 59x hilfreich)

Meiner Meinung nach ist nur dann Diebstahl, wenn die Sachen eingesteckt werden mit der Absicht sie nicht zu bezahlen.
Ich habe das selbst auch schon des öfteren gemacht und hatte nie deshalb Probleme.
Ich glaube auch nicht, dass einer einen Strick daraus drehen will.

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#2
 Von 
TrueBlood
Status:
Praktikant
(924 Beiträge, 349x hilfreich)

quote:
Meiner Meinung nach ist nur dann Diebstahl, wenn die Sachen eingesteckt werden mit der Absicht sie nicht zu bezahlen.


Richtig; da es hier aber eben - mangels Gedankenlesefähigkeit - auch auf den äußeren Eindruck ankommt, hat der TE mit dem Begriff Gewahrsamsenklave schon recht - schon das Verbringen in dieselbe kann einen vollendeten Diebstahl darstellen, auch wenn man noch meilenweit von der Kasse entfernt ist und durchaus "noch bezahlen" könnte.

Gegen das Stapeln in einem Karton ist allerdings grundsätzlich nichts einzuwenden; wenn ein Angestellter da einen Rollstuhlfahrer anmeckert, sollte man vielleicht mal den Geschäftsführer ansprechen. Sowas kann nämlich ganz schnell eskalieren, Presse und so... ;)

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0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Ilsa1939
Status:
Bachelor
(3728 Beiträge, 1170x hilfreich)

quote:
… würde mir dann trotzdem Diebstahlsabsicht unterstellt werden können?

Mit dem Einstecken ist der objektive Tatbestand eines Diebstahls verwirklicht. Jeder Straftatbestand hat aber auch eine subjektive Seite – Sie nennen das Diebstahlsabsicht - die ebenfalls Verwirklicht werden muss, damit eine Straftat vorliegt. Werden Einkäufe nur deshalb in die Tasche gesteckt um sie besser zur Kasse transportieren zu können, fehlt es am Diebstahlsvorsatz und eine Straftat liegt nicht vor (Das ist ja auch der Grund, weswegen ein Kaufhausdetektiv in der Regel erst nach der Kasse zugreift).

Trotzdem wird das Ladenpersonal einen möglicherweise merkwürdig anschauen oder sogar ansprechen, wenn man die Sachen vor der Kasse in die Tasche steckt. Das ist ja im Prinzip auch verständlich. Je deutlicher man macht, dass man die Sache nur zum besseren Transport eingesteckt hat, desto weniger schief wird man angeguckt, z.B. Tasche möglichst offen lassen wäre eine gute Idee.

Der Haken an der Sache mit dem Einstecken ist vor allem, dass, wenn man mal (zu Unrecht) des Diebstahls beschuldigt werden sollte, einem auch geglaubt werden muss, man habe die Sache nur bis zur Kasse transportieren wollen. Da kann man Pech haben und wenn einem auch der Richter nicht glaubt, wird man halt verurteilt. Daher sollte man versuchen, so gut es geht, den Anschein eines Diebstahls zu vermeiden.
Wenn ich z.B. alle meine Einkäufe in den Einkaufswagen lege, einen teuren Eyeliner allerdings in meinen Ausschnitt stecke, dann werde ich ein Gericht schwer davon überzeugen können, ich habe den Eyeliner lediglich gut geschützt zur Kasse transportieren wollen, um ihn dort aus meine Bluse herauszuholen.


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1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
errantvine
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

quote:
Je deutlicher man macht, dass man die Sache nur zum besseren Transport eingesteckt hat, desto weniger schief wird man angeguckt, z.B. Tasche möglichst offen lassen wäre eine gute Idee.


So in der Art werd ich das in Zukunft machen, wenn ich im Laden eine Tasche benutze...

Vielen Dank für eure Infos und Tipps!

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#5
 Von 
micha60
Status:
Praktikant
(597 Beiträge, 147x hilfreich)

quote:
Wenn ich z.B. alle meine Einkäufe in den Einkaufswagen lege, einen teuren Eyeliner allerdings in meinen Ausschnitt stecke, dann werde ich ein Gericht schwer davon überzeugen können, ich habe den Eyeliner lediglich gut geschützt zur Kasse transportieren wollen, um ihn dort aus meine Bluse herauszuholen.


Wobei das Personal in der Regel so geschult wird, dass man eben erst angesprochen wird, wenn man mit gefülltem Dekollete den Kassenbereich hinter sich lassen will. Und dass man niemanden vom Personal in die Tasche gucken und die Sachen schon ausschließlich besitzen will, ist auch Voaussetzung für eine Gewahrsamsenklave. Gerade bei einem Rollifahrer mit dazugehörigen offensichtlichen Problemen, einen Einkaufswagen zu handeln, halte ichs für unwahrscheinlich, dass man schon vor der Kasse des Diebstahls bezichtigt wird, erst recht, dass sich ein Richter findet, der von der entsprechenden Absicht zu stehlen restlos überzeugt wäre.

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"Das Leben ist merkwürdig. (D.C.I. Barnaby)"

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#6
 Von 
Ilsa1939
Status:
Bachelor
(3728 Beiträge, 1170x hilfreich)

quote:
Wobei das Personal in der Regel so geschult wird, dass man eben erst angesprochen wird, wenn man mit gefülltem Dekollete den Kassenbereich hinter sich lassen will.

Völlig richtgi! Dass man schon vorher angesprochen wird, ist äußerst unwahrscheinlich. Die Sache müsste schon mehr als offensichtlich sein - und auch da wird sich ein Kaufhausdedektiv die Diskussion ("Hätte ich aber an der Kasse vorgelegt") noch ersparen wollen.

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