Einschätzung der Community

20. März 2024 Thema abonnieren
 Von 
Christof84
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
Einschätzung der Community

Guten Tag zusammen,

ich habe einen Fehler gemacht. Habe einer Person, die als Sicherheitskraft (oder ähnliches) vor einer Flüchtlingsunterkunft stand, gesagt, dass meine Schwester von jemandem (keine konkrete Person) aus der Unterkunft vergewaltigt wurde.

Nun hat die Kripo meine Schwester angerufen und gefragt, ob das stimmt. Sie hat es natürlich wahrheitsgemäß beantwortet und somit verneint.

Was habe ich strafrechtlich zu befürchten?

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16 Antworten
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#1
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47796 Beiträge, 16882x hilfreich)

Zitat (von Christof84):
Was habe ich strafrechtlich zu befürchten?

Es handelt sich um das Vortäuschen einer Straftat (§ 145d StGB) in mittelbarer Täterschaft (§ 25 Abs. 1 StGB).

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#2
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33024 Beiträge, 17316x hilfreich)

So ist es. Und was Sie zu erwarten haben, hängt u. a. von Ihren Vorstrafen ab, zu denen Sie nichts geschrieben haben. Das Alter spielt ebenfalls eine Rolle (zumindest wenn Sie unter 21 sind).

-- Editiert von User am 20. März 2024 17:02

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#3
 Von 
Christof84
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Und was Sie zu erwarten haben, hängt u. a. von Ihren Vorstrafen ab, zu denen Sie nichts geschrieben haben. Das Alter spielt ebenfalls eine Rolle (zumindest wenn Sie unter 21 sind).


Ich stand bis Oktober 2022 unter Bewährung. Vorstrafen sind nicht einschlägig. Ich bin über 21 Jahre alt.

Weiter bin ich psychisch labil und mache nun meine zweite Psychotherapie (die ich schon vor dem Vorfall begonnen habe).

Wie ist da die Einschätzung, was mich strafrechtlich erwartet?

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#4
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33024 Beiträge, 17316x hilfreich)

Es könnte noch bei einer Geldstrafe bleiben, wiewohl die Vorbestrafung natürlich ungünstig ist.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#5
 Von 
Christof84
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Es könnte noch bei einer Geldstrafe bleiben, wiewohl die Vorbestrafung natürlich ungünstig ist.

Signatur:


Vielen Dank für die Einschätzung.

Bislang habe ich selbst von der Polizei in der Sache nichts gehört, obwohl sie ja gestern bereits meine Schwester angerufen haben.

Laut meiner Schwester war das Telefonat sehr kurz und die Polizistin hat lediglich gefragt, ob sie wirklich vergewaltigt wurde und wenn ja, solle sie dies der Polizei sagen.

Dann wurde sie wohl noch gefragt, ob sie denn wüsste, ob ich öfters mal die Unwahrheit sage.

Wäre es denn möglich, dass es zu gar keiner Anzeige gekommen ist und die Sache nun nicht weiter verfolgt wird?


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#6
 Von 
Cousupp
Status:
Schüler
(289 Beiträge, 43x hilfreich)

Zitat (von Christof84):
Bislang habe ich selbst von der Polizei in der Sache nichts gehört, obwohl sie ja gestern bereits meine Schwester angerufen haben.


Jetzt wo sie wissen, dass der schwere Vorwurf (Vergewaltigung) Bulls*** ist, lässt sich die Polizei nun mit dir wahrscheinlich etwas mehr Zeit.
Die Reaktion wird kommen. Sicher.

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#7
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1540 Beiträge, 325x hilfreich)

Zitat (von hh):
Es handelt sich um das Vortäuschen einer Straftat (§ 145d StGB)
Wir sind uns also an dieser Stelle sicher, dass die bezeichnete "Sicherheitskraft" zur Entgegennahme von Anzeigen zuständig war?

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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#8
 Von 
Christof84
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von DeusExMachina):
Wir sind uns also an dieser Stelle sicher, dass die bezeichnete "Sicherheitskraft" zur Entgegennahme von Anzeigen zuständig war?


Das weiß ich leider nicht. So wie ich das in der Situation überblickt habe, war das jemand vom DRK, der mutmaßlich für die Bertreuung der Bewohner der Unterkunft zuständig ist.

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#9
 Von 
hh
Status:
Unbeschreiblich
(47796 Beiträge, 16882x hilfreich)

Zitat (von DeusExMachina):
Wir sind uns also an dieser Stelle sicher, dass die bezeichnete "Sicherheitskraft" zur Entgegennahme von Anzeigen zuständig war?

Nein, ich war sogar davon ausgegangen, dass sie das nicht war. Daher habe ich auch die mittelbare Täterschaft erwähnt. Die Sicherheitskraft war Tatmittler im Sinne des § 25 StGB.

Damit wird der Täter so gestellt, als habe er die Vergewaltigung selbst bei der Polizei angezeigt.

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#10
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1540 Beiträge, 325x hilfreich)

Zitat (von hh):
Damit wird der Täter so gestellt, als habe er die Vergewaltigung selbst bei der Polizei angezeigt.
Es mangelt mir nach den bisherigen Schilderungen allerdings sowohl an der Motivation des Täters als auch dessen Vorstellungskraft, dass der Tatmittler diesen Umstand zur Anzeige bringt.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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#11
 Von 
Cousupp
Status:
Schüler
(289 Beiträge, 43x hilfreich)

Zitat (von DeusExMachina):
Es mangelt mir nach den bisherigen Schilderungen allerdings sowohl an der Motivation des Täters als auch dessen Vorstellungskraft, dass der Tatmittler diesen Umstand zur Anzeige bringt.


Soweit ich mal an anderer Stelle gelesen habe, reicht für 145d Eventualvorsatz.

Wenn ich mich jetzt irgendwo vor eine quasi-öffentliche Einrichtung wie eine Aufnahmestelle für Asylbewerber stelle und den dortigen Angestellten sage, dass ein Bewohner meine Schwester vergewaltigt hat, dann muss ich - sofern ein Funken Licht im Oberstübchen brennt - damit rechnen, dass dieser Angestellte die Informationen an die Polizei weitergibt.


Edit: Es dürfte wohl auch darauf ankommen, wie genau der Kontakt mit der Sicherheitskraft verlief. Der TE wird ja wahrscheinlich nicht bloß "Da hat einer aus dem Haus meine Schwester vergewaltigt" gesagt haben und dann weggelaufen sein.

-- Editiert von User am 23. März 2024 11:51

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#12
 Von 
Christof84
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von DeusExMachina):
Es mangelt mir nach den bisherigen Schilderungen allerdings sowohl an der Motivation des Täters als auch dessen Vorstellungskraft, dass der Tatmittler diesen Umstand zur Anzeige bringt.


Ich habe in der Tat nicht damit gerechnet, dass die Sache zur Anzeige gebracht wird - auch wenn ich weiß, dass ich in einer psychischen Ausnahmesituation diesen großen Fehler gemacht habe.

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#13
 Von 
Christof84
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Cousupp):
Es dürfte wohl auch darauf ankommen, wie genau der Kontakt mit der Sicherheitskraft verlief. Der TE wird ja wahrscheinlich nicht bloß "Da hat einer aus dem Haus meine Schwester vergewaltigt" gesagt haben und dann weggelaufen sein.


Der Kontakt zu der Betreuungsperson/Sicherheitskraft lief so ab, dass ich gesagt habe, dass jemand aus der Unterkunft meine Schwester vergewaltigt hat. Danach bemerkte ich, wie diese Betreuungsperson/Sicherheitskraft ihr Handy auf mich richtete und ich vermutete, dass ich gefilmt werde.

Daraufhin sagte ich, dass ich nicht gefilmt werden möchte (nach meiner Erinnerung sagte ich das ca. 3- oder 4mal) und anschließend sagte ich noch, dass ich nochmal wieder komme.

Danach bin ich ganz normal weitergelaufen.

Ich weiß, dass ich einen großen Fehler gemacht habe. Stehe in engem Kontakt mit meiner Psychotherapeutin, weil es mir vor Angst wahrlich schlecht geht (selbst Schuld, das weiß ich).

Die Polizei hat mich selbst nach wie vor nicht kontaktiert.

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#14
 Von 
Cousupp
Status:
Schüler
(289 Beiträge, 43x hilfreich)

Zitat (von Christof84):
Der Kontakt zu der Betreuungsperson/Sicherheitskraft lief so ab, dass ich gesagt habe, dass jemand aus der Unterkunft meine Schwester vergewaltigt hat. Danach bemerkte ich, wie diese Betreuungsperson/Sicherheitskraft ihr Handy auf mich richtete und ich vermutete, dass ich gefilmt werde.


Wenn ich mir den Ablauf bildlich vorstelle, passt da was nicht.
Aber gut, ich war nicht dabei, so wie alle anderen Forennutzer hier auch.

Wenn du vorgeladen wirst, dann behalte bessere im Hinterkopf, dass Polizei und Justiz jeden Tag mit allen Arten von abstrusen Geschichten konfrontiert sind und eine vermeintlich clevere Lüge schnell als solche enttarnt wird.

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#15
 Von 
Christof84
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Cousupp):
Wenn ich mir den Ablauf bildlich vorstelle, passt da was nicht.


Schade, dass mir hier nicht geglaubt wird.

Der Ablauf ist genauso gewesen, wie er von mir geschildert wurde. Es ist ja im Nachhinein erwiesen, dass ich gefilmt wurde, da meine Schwester mit dem Videomaterial konfrontiert wurde.

Ich wollte lediglich eine Einschätzung haben. Vorwürfe mache ich mir selbst genug.

Dann belassen wir es dabei, wenn es dann jetzt schlussendlich nur noch darum geht, mir zwischen den Zeilen zu verstehen zu geben, dass mir nicht geglaubt wird.

Möchte das Thema nun schließen und bedanke mich bei den Usern, die mir ehrliche und vorwurfsfreie Einschätzungen gegeben haben.

Schönes Wochenende.

-- Editiert von User am 23. März 2024 16:03

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
Cousupp
Status:
Schüler
(289 Beiträge, 43x hilfreich)

Zitat (von Christof84):
Schade, dass mir hier nicht geglaubt wird.


Was WIR glauben und insbesondere ich glaube, ist vollkommen irrelevant.
Die Frage ist, ob du deine Version so schildern kannst, dass die Ermittlungsbehörden (also Polizei und StA) und schließlich das Gericht dir glauben. Zu einer Verhandlung dürfte es bei deiner Vorbelastung wohl kommen.

Und so, wie du das schilderst, habe ich ehrlich gesagt Probleme, mir den Ablauf vorzustellen.
Du erhebst den Vergewaltigungsvorwurf gegenüber einem unbestimmten Bewohner der Unterkunft und anschließend wirst du von dem Sicherheitsmann, den du angesprochen hast, gefilmt.
Nichts dazwischen?

Abgesehen davon taugt der Verweis auf eine "psychische Ausnahmesituation" auch nur bedingt, um Strafmilderung zu erreichen.

Hier will dir ja niemand was Böses. Aber wenn du deine Version darstellen willst, solltest du auch kritisch hinterfragen, ob die so schlüssig ist und den Tatsachen entsprechen kann oder es sich nur um schlichtes "Rausreden" handelt, wie es Richter mehrfach täglich erleben.

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