Erweitertes bzw. "normales" Führungszeugnis

12. Februar 2015 Thema abonnieren
 Von 
Jan-Hannya
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)
Erweitertes bzw. "normales" Führungszeugnis

Hallo zusammen,

in unserem Verein wird derzeit diskutiert, von Jugendtrainern ein "erweitertes" Führungszeugnis einzuholen.
Nun kam gestern folgende Diskussion auf:
Ein Mitglied gab zu Bedenken, dass manche Sexualstraftaten wohl gar nicht lange gespeichert bleiben.
Er brachte folgendes Beispiel in die Diskussion ein:
Ein "Täter" wird wegen einer Sexualstraftat zu einer Geldstrafe verurteilt, sagen wir mal beispielsweise zu 150 oder 160 Tagessätzen.
Er war Ersttäter. Keine Vorstrafen ansonsten.
Wenn ich die Tilgungsfristen richtig deute, dann wird dies nach 3 Jahren in einem "normalen" Führungszeugnis gar nicht mehr aufgeführt.
Ist eine solch "geringe" Strafe dann gleichzeitig auch nicht mehr im "erweiterten" Führungszeugnis zu sehen ?
Gelten für beide die gleichen Tilgungsfristen ?
Das würde ja bedeuten, dass so gar nicht jeder "Täter" für uns erkennbar wäre ?!?

Ich bitte dringend um Mithilfe...

Danke !!!

Gruß,

Jan

-----------------
""

Notfall oder generelle Fragen?

Notfall oder generelle Fragen?

Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33115 Beiträge, 17344x hilfreich)

Wenn ich die Tilgungsfristen richtig deute, dann wird dies nach 3 Jahren in einem "normalen" Führungszeugnis gar nicht mehr aufgeführt. Ja.
Ist eine solch "geringe" Strafe dann gleichzeitig auch nicht mehr im "erweiterten" Führungszeugnis zu sehen ? Ja.
Gelten für beide die gleichen Tilgungsfristen ? Bei Geldstrafen schon.
Das würde ja bedeuten, dass so gar nicht jeder "Täter" für uns erkennbar wäre ?!? Das wäre aber auch bei längeren oder anders geregelten Tilgungsfristen so, solange nicht im Gesetz steht, jede Strafe egal welcher Höhe müsse grundsätzlich lebenslang im erweiterten FZ stehen.

-----------------
" Lebenslänglich sind NICHT 25 Jahre!"

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Jan-Hannya
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)

Wo ist denn die Grenze, dass evtl. Sexualstraftaten im "erweiterten" länger als im "normalen" stehen ?

Oder sind die Tilgungsfristen immer identisch ?

Wie lösen das andere Vereine ? Ggf. eine Art "Negativerklärung" von den Trainer unterschreiben lassen, dass noch nie eine Verurteilung wegen Sexualstraftaten stattgefunden hat ?

-----------------
""

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33115 Beiträge, 17344x hilfreich)

Wo ist denn die Grenze, dass evtl. Sexualstraftaten im "erweiterten" länger als im "normalen" stehen ? Ein Jahr Freiheitsstrafe.
Ggf. eine Art "Negativerklärung" von den Trainer unterschreiben lassen, dass noch nie eine Verurteilung wegen Sexualstraftaten stattgefunden hat ? Und das wäre dann ein sicherer Schutz, weil solche Personen natürlich niemals eine falsche Erklärung abgeben würden? Es gibt schlichtweg keinen 100%igen Schutz, zumal ja auch jemand ohne Vorstrafen Sexualstraftaten begehen kann.

-----------------
" Lebenslänglich sind NICHT 25 Jahre!"

2x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Jan-Hannya
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 2x hilfreich)

Danke für die Auskunft.

Also sollte ein Täter zu mehr als einem Jahr Haft verurteilt worden sein, dann ist's im erweiterten FZ länger drin ? Wie lange würde es dort stehen ?

-----------------
""

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33115 Beiträge, 17344x hilfreich)

Wie lange würde es dort stehen ? 10 Jahre plus Strafe. Beispiel: Ein Täter wird zu 2 Jahren Haft verurteilt, sei es nun mit oder ohne Bewährung - folglich steht es ab dem Datum des Urteils 12 Jahre im erweiterten FZ.
Übrigens ist es nicht "mehr als ein Jahr", sondern "ab einem Jahr".

-----------------
" Lebenslänglich sind NICHT 25 Jahre!"

2x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Übrigens ist es nicht "mehr als ein Jahr", sondern "ab einem Jahr". <hr size=1 noshade>


No, Sir... ;)

§ 34 BZRG

(1) [...]

(2) Die Frist, nach deren Ablauf eine Verurteilung wegen einer Straftat nach den §§ 171 , 180a , 181a , 183 bis 184g , 225 , 232 bis 233a , 234 , 235 oder § 236 des Strafgesetzbuchs zu einer Freiheitsstrafe oder Jugendstrafe von mehr als einem Jahr nicht mehr in ein erweitertes Führungszeugnis aufgenommen wird, beträgt zehn Jahre.


Genau 1 Jahr fällt noch unter die "allg." Fristen des § 34, Abs. 1 BZRG , also bei Taten nach §§ 174 bis 180 oder 182 StGB , die in Abs. 2 "ausgespart" sind, unter § 34, Abs. 1, Nr. 2 BZRG , der ebenfalls Freiheitsstrafe oder Jugendstrafe von mehr als einem Jahr "benötigt", um mit seiner 10-Jahres-Frist zum Zuge zu kommen.

-----------------
"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

1x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Rechtsmacher
Status:
Lehrling
(1528 Beiträge, 355x hilfreich)

Also ich bin ebenfalls im Vorstand eines Sportvereins (Fußball) und wir fordern von unseren Trainer schon lange erweiterte polizeiliche Führungszeugnisse. Und zwar zu Beginn der Trainer oder Betreuertätigkeit und dann jedes Jahr.

Zumindest bei uns verpflichtet uns der Verband und auch die Stadt im Rahmen des Rahmenvertrages dazu, andernfalls würden die Zuschüsse der Stadt wegfallen. Im übrigen dürfen die Führungszeugnisse nicht im Verein behalten werden, sondern nur eingesehen. Andernfalls ist ein Datenschutzbeauftragter zu bestimmen der die Führungszeugnisse nur dazu berechtigten Personen vorlegt. Bei uns läuft das so das wir die Zeugnisse einsehen und das Datum und Az. des Zeugnisses festhalten und zwei Vorstandsmitglieder unterschreiben. Und zwar einmal der Geschäftsführer Jugend und ein Mitglied des Hauptvorstandes.

Im übrigen haben die Gemeinden das Führungszeugnis kostenfrei zu erteilen, wenn die Tätigkeit ehrenamtlich ist, ehrenamtlich ist die Tätigkeit auch dann wenn der Trainer eine Aufwandsentschädigung bis zur Höhe der ÜL-Pauschale erhält. Das mussten wir allerdings erst mit der Stadt ausdiskutieren.

Rechtsgrundlagen: §§ 72 a SGB VIII , 30a BZRG



-----------------
"MFG
Rechtsmacher PvDE-Mitte

Wer Rechtschreibfehler findet kann Sie behalten. "

1x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 272.738 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
110.135 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen