Fahrraddiebstahl - Gibt es eine Möglichkeit da heil rauszukommen?

25. August 2004 Thema abonnieren
 Von 
Jan84
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Fahrraddiebstahl - Gibt es eine Möglichkeit da heil rauszukommen?

Hallo erstmal,

hab gestern auf dem Nachhause weg ein Fahrrad am Straßenrand entdeckt, bin ca. 2 Meter damit gefahren, habs dannach aber wieder abgestellt (wahrscheinlich weil es zu klein & ich zu betrunken war).
Ein paar Sekunden später kamen dann ein paar Polizisten aus dem Nichts geschossen und haben mich wegen Fahrraddiebstahls mitgenommen.
Die haben noch einen Alkoholtest gemacht - ~1,6 Promille hatte ich so ca.
Nun meine Fragen:
Hab keine Ahnung was mich erwartet, aber
1. Gibt es eine Möglichkeit da heil rauszukommen? Da ich meiner Meinung nach das Fahhrad nicht wirklich geklaut habe...
2. Was wird das ganze kosten?
3. Gibts evtl. noch Dinge die Ich wissen sollte?

Hoffe ihr helft mir
gruß
Jan

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Bob.Vila
Status:
Student
(2644 Beiträge, 437x hilfreich)

Wenn Sie deutlich machen, dass Sie sich das Fahrrad nicht zueignen (was nach Ihrer Schilderung naheliegt!), sondern es nur für den Nachhauseweg nutzen wollten, dürfte es mE schwer sein, Ihnen die für einen Diebstahl notwendige Zueignungsabsicht nachzuweisen, so dass eine Strafbarkeit nach § 242 I StGB ausscheiden würde. In diesem Fall hätten Sie dann aber mE den Tatbestand der Gebrauchsanmaßung (furtum usus) gem. § 248b I StGB erfüllt (gleichgültig ist dabei mE, ob Sie nur 2 Meter oder 2 Kilometer gefahren sind!). Allerdings handelt es sich hierbei gem. § 248b III StGB um ein absolutes Antragsdelikt - dh, dass eine Strafverfolgung AUF JEDEN FALL einen Strafantrag des Geschädigten voraussetzt. Würde ein solcher Strafantrag nicht gestellt, würde Ihnen wg. der Nutzung des Fahrrads strafrechtlich nichts passieren.

Andere Frage: Wurde auch Ihre BAK ermittelt? Wenn ja, (und wenn die Polizisten gesehen haben, dass Sie auf dem Fahrrad gefahren sind!) könnten Sie sich auch wegen Trunkenheit im Verkehr gem. § 316 StGB strafbar gemacht haben - ab einer BAK von 1,6 Promille nimmt die Rspr. nämlich bei Radfahrern die sog. absolute Fahruntüchtigkeit an - und den Wert haben Sie ja erreicht!

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#2
 Von 
wastl
Status:
Richter
(8350 Beiträge, 1491x hilfreich)

Das scheint mir ein versuchter Diebstahl zu sein, von dem zurückgetreten worden ist. Nach 2 m war die Tat ja noch nicht vollendet. Auch wenn er nur nach hause fahren wollte liegt ja Diebstahlsvorsatz/Zueignungsabsicht vor, es sei denn, es bestand die Absicht, das Ding wieder dem Berechtigten zuzuführen, was wohl eher unwahrscheinlich ist. Ansonsten sehe ich das auch so.

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#3
 Von 
Jan84
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Nein es wurde mir kein Blut abgenommen. Ich sollte lediglich einmal ins Röhrchen pusten.
Soweit ich weiß ist dieser Test nicht rechtsgültig oder?

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#4
 Von 
Bob.Vila
Status:
Student
(2644 Beiträge, 437x hilfreich)

Richtig, die so festgestellte AAK gilt nur im Owi-Verfahren nach § 24 StVG als zulässiges Beweismittel - iRd strafrechtlichen Delikte (zB § 316 StGB ) ist diese nicht als Beweis verwertbar.

-----------------
"fiat justitia et pereat mundus..."

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#5
 Von 
Jan84
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke erstmal für eure Hilfe.
Bin schonmal erleitert das ich nicht noch das StVG führten muss, da ich schoneimal wegen Alkohol im Straßenverkehr aufällig geworden bin.
War ziemlich teuer und bin ziemlich froh das endlich hinter mir zu haben...

Könnt ihr mir jetzt noch sagen was mich erwartet und was ich am besten tun soll?

Bin eigentlich ein ganz friedlicher Mensch und nun ein bisschen verängstlich und ratlos...

gruß
Jan

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#7
 Von 
Snuggles
Status:
Praktikant
(905 Beiträge, 252x hilfreich)

"2 Meter ... und paar Sekunden später...".
Und dann waren's vielleicht auch eher 0,0016 Promille?

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#8
 Von 
Jan84
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die letzen beiden konstruktiven Vorschläge...
Ich war betrunken, dass fahrrad bot sich grade zu an, da es direkt am Rand platziert war. Mehr als 2 Meter konnte ich garnicht fahren, da dass Fahrrad abgeschlossen war.

Ich hatte gehofft ein paar Information von euch in meiner Lage zu bekommen.

""2 Meter ... und paar Sekunden später...".
Und dann waren's vielleicht auch eher 0,0016 Promille? " - Denn Beitrag verstehe Ich nicht, bitte erläutern was es damit auf sich hat Snuggles.

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#9
 Von 
Klagdichreich
Status:
Bachelor
(3126 Beiträge, 482x hilfreich)

Du solltest Dir mal Gedanken über Deinen Alkoholkonsum machen, da Du offensichtlich zu den Menschen gehörst, die im Suff Aktionen starten, die sie nüchtern nie machen würden. Möglicherweise fährst Du das nächste Mal die 2 Meter mit einem Auto - und dann steckst Du wieder in dem Schlamassel. Zumal 1,6 echt viel ist. Soviel verträgt kein ungeübter Trinker einfach so. Sorry, daß das jetzt keine direkte Antwort auf Deine Frage war, aber ich habe auch schon einige Erfahrungen machen müssen und will nur sagen, daß das Problem vielleicht im hohen Alkoholkonsum liegt.

-----------------
"Wer sündigt, schläft nicht!"

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#11
 Von 
wastl
Status:
Richter
(8350 Beiträge, 1491x hilfreich)

Wenn es angeschlossen war, wurde die Tat nicht freiwillig aufgegeben. Also ein versuchter Diebstahl im besonders schweren Fall.

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#12
 Von 
Jan84
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo nochmal,

habe mich mal umgeschaut.
Also da ich das Fahrrad nicht gestohlen sondern nur gebraucht habe und mir nicht aneignen wollte [-> Bin ja nur eine sehr kurze Strecke gefahren und hab es dann liegen lassen um zufuß weiterzugehen],
sollte in meinem Falle eigentlich wiegesagt § 248b I StGB gelten.
Nun da die Tat in diesem Falle nur auf Antrag verfolgt wird, sollte ich also nun versuchen Kontakt zu den Geschädigten herzustellen.
Meine Fragen hierzu sind nun
a) Da ich (nehm ich an) demnächst zum Verhör muss, wollte ich Fragen wie genau ich das ganze Glaubwürdig rüberbringen kann.
(Ich weiß, ist eine ziemlich dumme Frage, aber hab wiegesagt bisher sowas nie erlebt und bin ein ehen schüchterer Mensch).
und
b) Wisst ihr evtl. wie ich Kontakt zu den Geschädigten aufbauen kann? Bzw. wie an den Name/Telefonnummer etc- herankomme?

Danke an alle für die Hilfe bis jetzt :-)
gruß
Jan

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#13
 Von 
wastl
Status:
Richter
(8350 Beiträge, 1491x hilfreich)

Willst du den bequatschen, keinen Strafantrag zu stellen? Das halte ich für keine gute Idee. Die Adresse steht in den Akten. Akteneinsicht gibts über einen Verteidiger. Auskünfte können aber auch so erteilt werden, § 475 StPO .

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#14
 Von 
discoradio
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 1x hilfreich)

...Du solltest nur eine Aussage machen ,die auch der Wahrheit entspricht - also keine Geschichten von mehrkwürdigen Fahrten mit einem abgeschlossenen Fahrrad - das ist technisch nicht möglich : selbst wenn nur ein einfaches Steckschloss montiert war, ist höstens eine halbe Radumdehung drinn - daß reicht nicht mal zum losfahren.

Kannst Du Dich an die Wahrheit nicht mehr erinnern sagt Du besser gar nix !!!!

Solch ein Verfahren wird ohnehin von jedem normalen Richter eingestellt - die haben garantiert besseres zu tun.



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