Fahrraddiebstahl

21. März 2005 Thema abonnieren
 Von 
Kayo
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 21x hilfreich)
Fahrraddiebstahl

Also es ist so:
Ich wurde von der Polizei mit einem Fahrrad erwischt, welches geklaut war bzw. welches ich unabgeschlossen vorgefunden und einfach mitgenommen habe. Bei der Polizei war ich geständig, habe jedoch eine Falschaussage bezüglich des Herkunftsortes gemacht, glaube jedoch nicht unbedingt, dass die Polizei das interessiert.
Ich bin Student und nich vorbestraft oder ähnliches.
Mich würde jedoch interessieren, kann die Falschaussage zum Problem werden.
Aus den anderen Threads ging hervor, dass das Verfahren wohl eingestellt werden wird, jedoch auch mit Falschaussage? Und falls es zu einem Schuldspruch kommt mit welcher Strafe müsste ich rechnen (Student, ca 300 € Nettoeinkommen)?

Vielen Dank im voraus!

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15 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
wastl
Status:
Richter
(8350 Beiträge, 1491x hilfreich)

Ich wüßte nicht, wieso das Verfahren eingestellt werden sollte, es sei denn, das Rad wäre so klapprig, dass es nichts mehr wert wäre. Wieso haben Sie denn einen falschen Tatort angegeben? Wie ist man denn darauf gekommen, dass das Rad nicht Ihnen gehört? Die Bemessung einer Geldstrafe erfolgt in Tagessätzen. Ein Tagessatz ist ein dreißigstel Monatseinkommen. Als Einkommen zählt nicht nur Ihr Taschen- oder sonst frei verfügbares Geld, sondern alles, also auch Zuschüsse zu Miete, Kleidung usw., weil andere Leute von ihrem Einkommen solche Dinge auch bezahlen müssen. Der niedrigste Satz liegt meist bei 9 €, was einem Monats-Netto von 270 € entspricht.

8x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Kayo
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 21x hilfreich)

ich bin in eine Verkehrskontrolle geraten. Das mit der Verfahrenseinstellung denke ich hauptsächlich deswegen, weil der Polizist gesagt hat, dass bei Ersttätern das Verfahren meistens eingestellt wird.
Und das mit dem Fundort ist so:
Habe das Fahrrad bei mir daheim, also ca. 70 km weit weg gefunden und wollte es hier in meiner Studienstadt benutzen. Wollte dies aber den Polizisten nicht sagen, da das ganze meiner Meinung nach schon anders aussieht wenn man das Fahrrad gefunden hat und damit rumfährt wie wenn man das Fahrrad findet, es 70 km weit wegschleppt und dann damit rumfährt.
Hab aber auch mittlerweile gelesen, dass polizeiliche Falschaussagen nicht strafbar sind.

8x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
wastl
Status:
Richter
(8350 Beiträge, 1491x hilfreich)

Strafbar nicht, aber bei der Strafzumessung macht das auch keinen sonderlich guten Eindruck. Ob Sie das Rad nun vor Ort gestohlen haben oder 70 km weiter macht keinen Unterschied. Woran sah man denn, dass es nicht Ihr Rad war? An irgendetwas müssen die Polizisten es ja gemerkt haben. Hätten Sie nun den tatsächlichen Tatort angegeben, wäre die Rückführung an den Eigentümer relativ einfach. Durch Ihre Verschleierung wird das eher erschwert. Wenn das Rad in der Sachfahndung war, man also über die Nummer darauf gekommen ist, kann es natürlich auch rückgeführt werden. Ihre dann offensichtliche Verschleierung wird sich kaum zu Ihren Gunsten auswirken können.
Sie sagen immer "Fundort". Wenn Sie ein Rad mitnehmen, das einem anderen gehört, der es verloren hat, Sie es also finden, dann ist es ein Fundort und das Mitnehmen eine (Fund-) Unterschlagung. Ansonsten nennt man das Diebstahl. Der Ort, von dem Sie es mitnahmen, ist natürlich der Tatort. Wenn Sie es gestohlen haben sollten und das mit "Fundort" immer verniedlichen wird man versucht sein, Sie mit einer entsprechenden Strafe zu der Einsicht zu bewegen, dass das eine Straftat war.

3x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
JuR
Status:
Unparteiischer
(9878 Beiträge, 1430x hilfreich)


Ich kann mich den Ausführungen von wastl anschließen.

-- Editiert JuR am 11.05.2013 20:19

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Kayo
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 21x hilfreich)

"Wenn Sie es gestohlen haben sollten und das mit "Fundort" immer verniedlichen wird man versucht sein, Sie mit einer entsprechenden Strafe zu der Einsicht zu bewegen, dass das eine Straftat war. " (Hobbyjurist?)

dazu:
1. Ich war bei der Polizei hab meine Aussage schon längst gemacht. Oder denken sie ich sitze in U-Haft?
2. Ich bekomme demnächst vom Staatsanwalt einen Brief, in dem steht meine Strafe oder halt nicht.
Das war's!

das rad hatte einen Versicherungsaufkleber mit einem Chip der anscheinend entfernt wurde (nicht von mir). Darüber wird der Eigentümer wohl recht schnell gefunden.
Abgesehen davon, ich habe das Rad ja wirklich gefunden, hab es halt nicht abgegeben... ok das ist Diebstahl.
Wegen der Aussage jedoch, wie will mir die Polizei bitte nachweisen wo ich es gefunden hab??? Das spielt für die wohl kaum ne große Rolle, weil geklaut is geklaut. Wegen einem FahrraddiebstahlTATORT stellen die nich gerade ne SoKo auf.
Fakt ist:
Ich habe das Rad geklaut/gefunden und es nicht abgegeben und die Polizei hat mich erwischt. Ich bin nicht vorbestraft! Ich war geständig und habe alles zugegeben! Die Ermittlung des Eigentümers wird wohl kein Problem!
Was erwartet mich im Falle einer Strafe?
Ich hätte gerne eine Antwort die auf Fakten und nicht auf Mutmaßungen beruht.

12x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
JuR
Status:
Unparteiischer
(9878 Beiträge, 1430x hilfreich)


Guten Tag Kayo,

ich glaube es ist Ihnen wenig förderlich und zudem respektlos, wenn Sie wastl hier als "Hobbyjuristen" titulieren. wastl ist einer der erfahrendsten Personen in der strafrechtlichen Praxis hier im Strafrechtsforum.

Von daher möchte ich Sie bitten doch wieder auf die sachliche Ebene zurückzukommen, da es ja schließlich Sie sind, der hier juristische Hilfestellung sucht.

Da Ihnen nach Ihren Schilderungen der Diebstahl/die (Fund-) Unterschlagung bereits nachgewiesen wurde, können Sie mit einer Geldstrafe bzw. einer Einstellung des Verfahrens mit einer Geldauflage rechnen. Die genaue Höhe kann nicht prognostiziert werden, da dies von den jeweiligen Umständen des Einzelfalls abhängig ist. Es sind somit meistens Wahrscheinlichkeiten, die wir hier den Fragestellern erklären. Die Fakten werden Sie in einem Strafbefehl bekommen oder anderweitiger Benachrichtigung von der Staatsanwaltschaft / vom Gericht.

-- Editiert JuR am 11.05.2013 20:27

3x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Kayo
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 21x hilfreich)

Vielen Dank!

Mehr wollte ich nicht wissen!

Entschuldigung Herr Wastl!

1x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
wastl
Status:
Richter
(8350 Beiträge, 1491x hilfreich)

1. Ich bin kein Hobbyjurist, sondern Staatsanwalt.

2. Wenn Sie Ihre Postings ansehen werden Sie feststellen, dass Sie nennenswerte Informationen erst auf mehrfache Nachfrage mitgeteilt haben. Wenn allerdings nur Bruchstücke bekanntgegeben werden, können Sie keine umfassende Antwort erwarten, weil hier keine Hellseher sitzen. Um überhaupt irgendeine Antwort geben zu können muss man dann eben mögliche Fallvarianten konstruieren. Wenn die nicht zutreffen ist es an Ihnen, das richtigzustellen und sollte kein Grund sein, dem, der sich die Mühe macht, Ihnen zu antworten, auch noch frech zu kommen

3. Wenn Sie meinen, dass Sie einen Brief vom Staatsanwalt bekommen, in dem Ihre Strafe steht oder auch nicht, werde ich Ihnen nicht mehr reinreden, wenngleich es nicht stimmt.

4. Dass es auf eine Geldstrafe hinauslaufen dürfte steht ja nun schon da. Vielleicht wird das Verf. auch eingestellt, das kann aber ohne Kenntnis der Akten nicht beurteilt werden. Sollte es zu einer Hauptverhandlung kommen sollten Sie da einen anderen Tonfall anschlagen, wenn Sie eine Einstellung wollen, aber das ist Ihre Sache.

5. Da ich keine Lust habe, mir an meinem Feierabend von einem klauenden Studenten frech kommen zu lassen ist diese Angelegenheit für mich erledigt. Wenn Sie mehr wissen wollen beauftragen Sie doch einen Anwalt. Der kriegt wenigstens Geld dafür, dass er sich das anhört. Guten Abend!

5x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
JuR
Status:
Unparteiischer
(9878 Beiträge, 1430x hilfreich)


Gern geschehen.

Die Einträge in Ihre Register bestimmen sich übrigens nach dem Urteil.

Sollte das Verfahren eingestellt werden, wird weder ein Eintrag in Ihr Bundeszentralregister (BZR), noch in Ihr Persönliches Führungszeugnis vorgenommen.

Bekommen Sie eine Geldstrafe, die unter 90 Tagessätzen liegt (was wahrscheinlich ist), so bekommen Sie einen Eintrag in Ihr BZR.


-- Editiert JuR am 11.05.2013 20:29

2x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
wastl
Status:
Richter
(8350 Beiträge, 1491x hilfreich)

Angenommen!
Als Ihr Posting kam habe ich meins gerade geschrieben.

@ JuR
Besten Dank ;)

1x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
JuR
Status:
Unparteiischer
(9878 Beiträge, 1430x hilfreich)

:)

2x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Miad
Status:
Lehrling
(1195 Beiträge, 181x hilfreich)

>>Sollte es zu einer Hauptverhandlung >>kommen sollten Sie da einen anderen >>Tonfall anschlagen, wenn Sie eine >>Einstellung wollen, aber das ist Ihre Sache

... ich wusste gar nicht, dass es auch in einer Hauptverhandlung nich zu einer Einstellung kommen kann. Dachte dann wäre nur noch Freispruch oder Strafe möglich ...

Kann mir jemand dazu nähere Infos geben?

miad

2x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32729 Beiträge, 17220x hilfreich)

Hi,

in der Tat kann ein Verfahren auch noch in der Hauptverhandlung eingestellt werden (mit und ohne Auflagen). Voraussetzung ist die Zustimmung aller Beteiligten (Richter, Staatsanwalt, Beschuldigter).

Gruß vom mümmel

2x Hilfreiche Antwort


#15
 Von 
Matej
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 6x hilfreich)

Würde mich mal interessieren welches Urteil diese Straftat hervorgebracht hat.

LG

6x Hilfreiche Antwort

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