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Falsche Kontodaten- Anklage wegen Betrug

 Von 
Fragende28
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Falsche Kontodaten- Anklage wegen Betrug

Guten Tag ich habe vom Gericht eine Vorladung bekommen in der ich angeklagt werde Betrug mit Konto Daten gemacht zuhaben.

Und zwar habe ich mich letztes Jahr bei Usenext.de angemeldet und wollte den 14tägen Gratis Zugang nutzen.

Ich habe meinen richtigen Namen und meine richtige Handynr.angegeben nur meine alte Kontonr.Dieses Konto ist schon seid ein paar Jahren gelöscht.

Nun bin ich mir aber nicht mehr sicher ob es auch meine Bankdaten waren da ich sie nur im Kopf hatte und keine Unterlagen mehr hatte.Es könnte sein das ich eventuell 1-2 zahlen verdreht habe.

Die Firma Usenext.de hat mir 3 Monate später eine Mahnung per Email gesendet die ich aber nicht gesehen habe da ich meine Email Adresse nicht mehr benutzt habe.

Plötzlich sollte ich 99€ zahlen da ich den Vertrag nicht gekündigt habe(Dies stimmt auch da ich keinen Zugang mehr hatte)

Die Forderung ist mittlerweile bezahlt worden und die Firma hat die Anzeige zurück gezogen.

Eigendlich ist ja keiner zu Schaden gekommen und es war ja auch von mir keine Betrugsabsicht vorhanden da ich nur den kostenlosen Zugang benutzen wollte.

Die Staatsanwaltschaft wirft mir nun Betrug vor obwohl niemand zu schaden gekommen ist.

Jetzt habe ich in 4 Monaten eine Verhandlung und vielleicht weiss einer was mich erwartet?

Vielen Dank


-- Editiert Fragende28 am 15.04.2013 16:41

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Verhandlung Anzeige Betrug


10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
BuffySlayer
Status:
Praktikant
(993 Beiträge, 481x hilfreich)

quote:
Die Staatsanwaltschaft wirft mir nun Betrug vor obwohl niemand zu schaden gekommen ist.


Der Betrugstatbestand ist mit der Täuschung im Rechtsverkehr zur Erlangung eines rechtswidrigen Vermögensvorteils vollendet.
Ob der Vermögensvorteil überhaupt eintritt oder man später den Betrogenen entschädigt, spielt für den Straftatbestand keine Rolle mehr.
Und dann gibt es ja auch noch den versuchten Betrug.

Eher fraglich ist, ob man hier eine Betrugsabsicht nachweisen kann. Die Angabe der richtigen Handynummer spricht eher dagegen.



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#2
 Von 
wastl
Status:
Richter
(8321 Beiträge, 1457x hilfreich)

Der Betrugstatbestand ist mit der Täuschung im Rechtsverkehr zur Erlangung eines rechtswidrigen Vermögensvorteils vollendet.
Täuschung
Irrtum
Vermögensverfügung
Schaden

Die Staatsanwaltschaft wirft mir nun Betrug vor obwohl niemand zu schaden gekommen ist.
Das Verfahren läuft, weil Anzeige erstattet wurde. Nur weil die Fa. Usenext kein Interesse mehr hat macht das ja nicht einen möglichen versuchten Betrug ungeschehen.
Wenn Sie jetzt schon eine Ladung zu einer Hauptverhandlung bekommen haben, haben Sie die Möglichkeit, Ihre Sicht der Dinge im Ermittlungsverfahren vorzubringen, anscheinend nicht genutzt. Dann hätte sich ja bereits dann geklärt, dass keine Täuschungsabsicht vorlag. Jetzt muss eben eine Hauptverhandlung stattfinden.

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#3
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29678 Beiträge, 9154x hilfreich)

quote:
Eigendlich ist ja keiner zu Schaden gekommen ...

Die Staatsanwaltschaft wirft mir nun Betrug vor obwohl niemand zu schaden gekommen ist.


Mal wieder Gelegenheit für mein Lieblingsbeispiel ;)

Denken Sie, wenn Sie eine Bank überfallen, erwischt werden, und noch vor der Verhandlung das erbeutete Geld zurückzahlen, dass Sie dann deswegen nicht verurteilt werden, weil am Ende niemand zu Schaden kam?

Beim Eingehungsbetrug kommt es für die Strafbarkeit auf den Zeitpunkt "der Bestellung" an. Wenn man davon ausgeht, dass Sie falsche Kontodaten angegeben haben um sich -zu dem Zeitpunkt- "vor der Zahlung zu drücken", ist es Betrug. Und der löst sich nicht in Luft auf, nur weil Sie den Schaden dann später -nachdem Anzeige erstattet wurde- ersetzt haben. Das kann allenfalls strafmildernd wirken.

quote:
Nun bin ich mir aber nicht mehr sicher ob es auch meine Bankdaten waren da ich sie nur im Kopf hatte und keine Unterlagen mehr hatte.Es könnte sein das ich eventuell 1-2 zahlen verdreht habe.


Selbst wenn keine Zahlen verdreht wurden, wurde ja offensichtlich absichtlich eine schon längst nicht mehr exsistente Bankverbindung eingegeben, in dem Wissen, dass die entspr. Lastschrift platzen wird.

quote:
da ich nur den kostenlosen Zugang benutzen wollte.


Dagegen spricht die fehlende Kündigung.

quote:
und die Firma hat die Anzeige zurück gezogen.


Man kann keine Anzeige zurückziehen. Zurückziehen kann man allenfalls einen Strafantrag bei einem Antragsdelikt. Betrug oberhalb der Geringwertigkeitsgrenze (max. 50,00 €) ist aber kein Antragsdelikt

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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

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#4
 Von 
Fragende28
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich habe alles über meinen Anwalt gemacht und dieser sagte mir wenn ich den offenen Betrag sofort überweise wird die Strafe nicht so hoch ausfallen.

Zu den Kontodaten muss ich sagen das der Usenext.de Zugang angeblich kostenlos war und ich deshalb nicht verstehe wieso man seine Bankdaten angeben muss.

Mit der Kündigung war meine Schuld.Aber ich hatte wie gesagt keinen Zugang mehr.

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""

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#5
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29678 Beiträge, 9154x hilfreich)

quote:
und dieser sagte mir wenn ich den offenen Betrag sofort überweise wird die Strafe nicht so hoch ausfallen.


Damit hat er ja auch nicht Unrecht. Das eine sofortige Zahlung strafmildernd wirkt, sagte ich ja ebenfalls. Es macht den Betrug aber nicht ungeschehen, mit der Wirkung das nun das komplette Strafverfahren wieder "abgeblasen" werden müßte, weil Sie am Ende gezahlt haben. Der Betrug war zu dem Zeitpunkt bereits vollendet.

quote:
Zu den Kontodaten muss ich sagen das der Usenext.de Zugang angeblich kostenlos war und ich deshalb nicht verstehe wieso man seine Bankdaten angeben muss.


Davon abgesehen, dass ich von dieser Firma nichts halte, ist der Zugang nicht kostenlos (und das wird auch auf deren Seite nicht suggeriert). Es ist lediglich die Rede von einem Testzeitraum von 14 innerhalb derer man wieder kündigen kann, ohne das einem in dem Fall Kosten entstehen. Kündigt man nicht, warum auch immer, besteht ein normaler kostenpflichtiger Vertrag. Und um diese Kosten einzuziehen, wird die Bankverbindung benötigt.

quote:
Mit der Kündigung war meine Schuld


Richtig

quote:

Aber ich hatte wie gesagt keinen Zugang mehr.


Ohje, Aber Google können Sie schon bedienen, oder?

Klicken Sie mal hier oder hier

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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

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#6
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9543 Beiträge, 2310x hilfreich)

Ich wundere mich, dass es wegen so einer Sache zu einer Hauptverhandlung kommt. Gibt es eigentlich Vorstrafen?



-----------------
"justice"

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#7
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(29783 Beiträge, 16161x hilfreich)

Ich wundere mich auch, daß er im April eine Ladung für August kriegt - kommt sowas wirklich vor?

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" Lebenslänglich sind NICHT 25 Jahre!"

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#8
 Von 
wastl
Status:
Richter
(8321 Beiträge, 1457x hilfreich)

Wenn die Strafrichterabteilung abgesoffen genug ist kann ich mir das schon vorstellen. Allerdings kenne ich das dann so, dass die Richter, wenn schon der Terminstand so lang ist, die Ladung dennoch später verfügen, denn die Chance, dass die Ladung in Vergessenheit gerät, ist bei dem Vorlauf ja doch recht groß.

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#9
 Von 
Dirrly
Status:
Praktikant
(889 Beiträge, 320x hilfreich)

Allerdings kenne ich das dann so, dass die Richter, wenn schon der Terminstand so lang ist, die Ladung dennoch später verfügen, denn die Chance, dass die Ladung in Vergessenheit gerät, ist bei dem Vorlauf ja doch recht groß.

Wir hatten teilweise schon einen Vorlauf von über einem halben Jahr, der Richter der Berufungskammer hat einfach stur ein Verfahren nach dem anderen auf seine Sitzungstage terminiert... da haben wir im Januar Ladungen für Juli und August rausgeschickt, hehe. (Bei Berufungen ist das aber auch "einfacher", wenn die Leute ihre Termine vergessen, wird halt die Berufung verworfen *grinst*)

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#10
 Von 
wastl
Status:
Richter
(8321 Beiträge, 1457x hilfreich)

(Bei Berufungen ist das aber auch "einfacher", wenn die Leute ihre Termine vergessen, wird halt die Berufung verworfen
Ganz genau! Da ist es natürlich besser, die Ladungen gleich rauszuhauen. ;)

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