Forumbeitrag - Cybergrooming?

17. Januar 2024 Thema abonnieren
 Von 
AliceCooer
Status:
Frischling
(36 Beiträge, 2x hilfreich)
Forumbeitrag - Cybergrooming?

Hallo zusammen, da ich hier einige neue Beiträge zum Thema „sexueller Missbrauch von Kindern" las, dachte ich, ich versuche es mal mit einem Forumbeitrag.

Wichtig: Wahrscheinlich ist der Beitrag in dem Forum ein Trollversuch, mir geht er aber tdm nicht aus dem Kopf.

Zur Sache:
A (damals angeblich 19) lernt B (damals angeblich 12 oder 13) in einem Forum kennen.
Beide schreiben im Forum und später per Handy (SMS). Schnell geht es von beiden Seiten auch etwas „sexueller" zu und beide telefonieren miteinander.
Die Mutter von B spricht B auch auf den älteren Kumpel an und B meint aber, es wäre ein Schulfreund.
Die Kontaktsuche geht wohl meist von B aus.
B schreibt A auch, dass ihr (Stief?)Vater sie schon mehrmals missbraucht hat. A. überlegt damals angeblich auch zur Polizei zu gehen.
Irgendwann bricht der Kontakt von beiden ab.
B. ist jetzt drogenabhängig und schreibt in den Beitrag, A. anzeigen zu wollen.
Das Schreiben zwischen den beiden soll sich von 2009 bis 2012 stattgefundenen haben.
B. wollte wohl immer ein Treffen in Hessen, aber A. Lehnte das angeblich immer ab.

Meine Fragen wären jetzt:

+Handelt es sich hier um Cybergrooming?
+Wäre die Tat schon verjährt?
+Wenn B. Von ihrem Vater wirklich vergewaltigt worden wäre, hätte sich A. Da auch nicht schuldig gemacht?

B. schreibt in ihren Beitrag, sie will A. „leiden lassen".

Anscheint gibt es das Forum aber gar nicht mehr und ob A. Nach den ganzen Jahren noch die selbe Handynummer hat (falls es kein „Wegwerf-Handy" gehandelt hat) ist auch fraglich.

Wahrscheinlich gab es 2009 auch schon VPNs.

Mit anderen Worten: B. Muss hoffen, dass sich A. Meldet, sonst kommt sie nie an seine Daten? Oder sehe ich das falsch?

-- Editiert von User am 17. Januar 2024 11:39

-- Editiert von User am 17. Januar 2024 13:59

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1540 Beiträge, 327x hilfreich)

Zitat (von AliceCooer):
Wichtig: Wahrscheinlich ist der Beitrag in dem Forum ein Trollversuch, mir geht er aber tdm nicht aus dem Kopf.
Natürlich sind wir über die Jahre dahingehend etwas sensibilisiert, aber wenn sich Fragesteller für einen (in diesem Fall strafrechtlichen oder -prozessualen) Sachverhalt interessieren, so handelt es sich dabei um die ganz wesentliche Daseinsberechtigung dieses Forums. Daher ist das m.E. völlig i.O., ganz abgesehen davon, dass wir ohnehin nur fiktive Fälle behandeln :wink:

Zitat (von AliceCooer):
+Handelt es sich hier um Cybergrooming?
Zunächst einmal empfinde ich diesen massenwirksamen Terminus als ungünstig gewählt. Ich verstehe, dass damit die 176a, b StGB gemeint sind, aber ich mag den Begriff nicht, da es ein erhebliches Gefälle gibt zwischen dem, was bereits als Grooming zu bezeichnen wäre und der eigentlichen Strafbarkeit. So gehen Täter einerseits sehr subtil - teils über Monate vor, ohne sich aber objektiv strafbar zu machen, selbst wenn die eigene Motivation den künftigen, sexuellen Missbrauch zum Gegenstand hat. In dieser Zeit spielen Manipulation und Festigung einer (mentalen) Abhängigkeit eine Rolle, häufig zunächst keine sexuellen Inhalte. Darauf hat das Strafrecht bislang leider noch keine Antwort gefunden.

Wie dem auch sei: Ich verstehe, dass es um den (nicht körperlichen) Kontakt zwischen einem Heranwachsenden und einem Kind geht. Dass es inhaltlich "etwas sexueller wurde", reicht für eine grobe Einschätzung leider nicht aus. Wir müssten schon verstehen, welche Inhalte denn ausgetauscht wurden.

Zitat (von AliceCooer):
+Wäre die Tat schon verjährt?
Ins Blaue geraten und damit ausgehend von einem 176a Abs. 1 Nr. 3 StGB würde die Verfolgungsverjährung zunächst bis zum 30. Lebensjahr des Opfers ruhen und daraufhin (ohne Unterbrechung) 10 Jahre betragen.

Zitat (von AliceCooer):
+Wenn B. Von ihrem Vater wirklich vergewaltigt worden wäre, hätte sich A. Da auch nicht schuldig gemacht?
Eine moralische Schuld möchte ich an dieser Stelle nicht bewerten. Zwar kann man sich durch Nichtanzeige bestimmter (gegenwärtiger oder geplanter) Straftaten strafbar machen (s. 138 StGB), eine Verpflichtung zur Strafanzeige zurückliegender Straftaten besteht für den Bürger allerdings nicht.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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#2
 Von 
AliceCooer
Status:
Frischling
(36 Beiträge, 2x hilfreich)

Danke für die ausführliche Beschreibung @DeusExMachina

Zitat (von DeusExMachina):
Dass es inhaltlich "etwas sexueller wurde", reicht für eine grobe Einschätzung leider nicht aus. Wir müssten schon verstehen, welche Inhalte denn ausgetauscht wurden.



Ich meine, es ging über über MeinVZ und Knuddel. Bilder wurden von beiden Seiten nicht verschickt. Angeblich wäre A. auf einen Baunerhof aufgewachsen und B. auch. Ging, laut B., sehr viel Um Baunernwirtschaft, Pferde und andere Nutztiere und sowas. "Sexuell" wurde es dann wohl eher, wenn sie ihm am Telefon erzählte, dass sie, durch das Reiten und die Arbeit auf den Hof sehr sportlich sei und so enge Reiterhosen trägt und A. dies wohl immer mit "sehr cool" und "hot" kommentierte.

Zitat (von DeusExMachina):
Verfolgungsverjährung zunächst bis zum 30. Lebensjahr des Opfers ruhen und daraufhin (ohne Unterbrechung) 10 Jahre betragen.


OK, dann könnte B. dies tatsächlich noch erfolgreich anzeigen.
Aber MeinVZ gibt es ja gar nicht mehr und wenn A. sein Konto bei Knuddel schon lange gelöscht hat und auch die Handynummer gewechselt hat (vllt. sogar Wegwerf-Handy), dann wird es für die Polizei sicher schwer werden?
Die Chats und Anrufe liegen laut B. ja auch schon locker 10+ Jahre zurück.

Wenn A. das alles sehr unbedacht gemacht hat, dann kennt B. vllt. seinen Namen und Wohnort (wenn dieser nicht auch schon gewechselt wurde).
Könnte ja aber auch sein, dass es A. so gar nicht gibt und er damals nicht 19 war, sondern 65 und sich alles nur ausgedacht hat.




-- Editiert von User am 18. Januar 2024 12:46

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1540 Beiträge, 327x hilfreich)

Zitat (von AliceCooer):
OK, dann könnte B. dies tatsächlich noch erfolgreich anzeigen.
Nun, also Moment. Ein Verfahrenshindernis (Verjährung) oder Möglichkeiten der Identifizierung/Beweisführung sind zunächst einmal nachgelagert. Die strafrechtliche Bewandtnis ist im ersten Schritt von Interesse. Bislang verstehe ich, dass keine pornographischen Inhalte ausgetauscht wurden, es zu keinen - wie auch immer motivierten - sexuellen Handlungen kam und lediglich über Landwirtschaft und enge Reiterhosen gesprochen wurde, die "sehr cool" seien. An dieser Stelle erkenne ich noch keine strafbare Handlung.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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