Fragen zu Misshandlung der gemeinsamen Kinder in der Vergangenheit (Anzeige)

1. August 2023 Thema abonnieren
 Von 
Tina_M
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)
Fragen zu Misshandlung der gemeinsamen Kinder in der Vergangenheit (Anzeige)

Hallo zusammen,

ich habe drei Fragen.

Ich habe drei Kinder (21, 18, 15) und bin seit 2012 von ihrem Vater geschieden. Der Vater der Kinder war gewalttätig gegen sie, hat immer wieder Schläge verteilt, die Kinder im dunklen Badezimmer eingesperrt usw. Ich habe alles fein säuberlich dokumentiert. Einige Vorfälle sind passiert, als ich arbeiten und nicht zu Hause war.

Das Ganze fand zwischen 2006-2012 statt und teils auch noch danach. Ich war damals bei Polizei und Jugendamt. Die Polizei hatte ihn in der Zeit auch zweimal aus der Wohnung rausgeholt und letzten Endes ist er dann auch ausgezogen. Das Jugendamt war aber meiner Meinung nach relativ untätig in der Zeit. Ich hatte mehrere nicht zufriedenstellende Gespräche dort und immer wurde alles relativiert und verharmlost. Ich wollte, dass die Kinder nicht mehr zum Vater gehen, aber das Jugendamt und Gericht kamen dem lange Jahre nicht nach. Ständig passierten Gewaltausbrüche seitens des Vaters.

Meine Fragen sind nun:
1. Ist mittlerweile eine Verjährung eingetroffen oder könnte ich meinen Exmann noch anzeigen bzw. könnten meine volljährigen Kinder ihn anzeigen?
2. Kann ich das Jugendamt irgendwie anzeigen wegen Untätigkeit?
3. Oder fällt das alles auf mich zurück und ich könnte wegen unterlassener Hilfeleistung angezeigt werden?

Beste Grüße
Tina

-- Editiert von User am 1. August 2023 07:39

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
cirius32832
Status:
Senior-Partner
(6970 Beiträge, 1465x hilfreich)

Zitat (von Tina_M):
1. Ist mittlerweile eine Verjährung eingetroffen oder könnte ich meinen Exmann noch anzeigen bzw. könnten meine volljährigen Kinder ihn anzeigen?


kommt auf die Art der Misshandlung an

Zitat (von Tina_M):
2. Kann ich das Jugendamt irgendwie anzeigen wegen Untätigkeit?


Ich sehe keine Untätigkeit

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#2
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38204 Beiträge, 13950x hilfreich)

Grundsätzlich ist Gewalt in der Erziehung ja erst seit 2000 ausdrücklich auch vom Gesetzgeber geächtet. Und bis dann auch noch tatsächlich umgedacht wurde, das hat auch noch recht lange gedauert, leider. So, nun zu dem Fall: Strafanzeige kann man immer erstatten, der Staatsanwalt wird dann überprüfen, ob die Verjährung vorliegt, die fängt so bei drei Jahren an; kann je nach Delikt auch fünf Jahre oder mehr betragen. Wenn man denn dazu kommt, dass noch keine Verjährung eingetreten ist, dann wird der Staatsanwalt auch gegen die Mutter ermitteln, es wird zu prüfen sein, inwieweit sie Mittäterin ist oder aber sie eine Handlungspflicht aus einer Garantenstellung heraus hatte. Auch wenn man insoweit nicht handelt, macht man sich strafbar!

Wenn es Polizeieinsätze gab, ein Annäherungsverbot ausgesprochen wurde, dann wird ein Vorgang immer dann an die Staatsanwaltschaft als Ermittlungsbehörde weiter geleitet, wenn ein Anfangsverdacht einer strafbaren Handlung vorhanden ist und wir es nicht nur mit einem heftigen Familienstreit zu tun haben. Es ist also durchaus möglich, dass es seinerzeit Verfahren gab, die aber eingestellt wurden. So, warum wurde das JA nicht tätig, oder zumindest nicht so, wie sich die Mutter das vorstellte? Das JA muss abwägen, ob die Kindeswohlgefährdung so erheblich ist, dass gem. SGB VIII gehandelt werden muss. Und wenn schon die Mutter das alles nicht so schlimm findet, weiterhin mit dem Täter zusammen lebt, dann wird es schwierig. Das JA kann niemanden aus der Wohnung verweisen; es kann allenfalls bei erheblicher Gefährdung der Kinder diese fremd unterbringen, also in Obhut nehmen. Hat die Mutter das gewollt bzw. angeregt? Ist die Inobhutnahme der Kinder verweigert worden?

wirdwerden

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#3
 Von 
CarstenF
Status:
Praktikant
(887 Beiträge, 157x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Hat die Mutter das gewollt bzw. angeregt? Ist die Inobhutnahme der Kinder verweigert worden?


Da die meisten Mütter ihre Kinder nicht wie Gegenstände behandeln, wird es auch recht schwer fallen, diese einfach wegzugeben oder sowas zu beantragen. Die Fragestellerin hat sich damals Hilfe geholt, die genaue Situation kennen wir nicht.

Zitat (von Tina_M):
1. Ist mittlerweile eine Verjährung eingetroffen oder könnte ich meinen Exmann noch anzeigen bzw. könnten meine volljährigen Kinder ihn anzeigen?


Ich vermute, das meiste dürfte inzwischen verjährt sein. Bei der einfachen Körperverletzung beträgt die Verjährungsfrist 5 Jahre, gefährliche u. schwere KV wären 10 Jahre. Man müsste das Ganze natürlich auch beweisen und zudem wäre auch die Frage, ob das damals nicht schon alles angezeigt wurde.

Edit: Bzw. Misshandlung von Schutzbefohlenen wäre hier wohl zutreffender, dort sind es ebenfalls 10 Jahre.

-- Editiert von User am 1. August 2023 15:59

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#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38204 Beiträge, 13950x hilfreich)

Carsten, wenn ich sehe, dass mit meinen Kindern furchtbares passiert, dann lass ich nicht zu, dass das weiter passiert. Dann tue ich was, und zwar sofort. Wenn weder die Polizei noch das JA Grund für ein Einschreiten sehen, dann war es entweder nicht so schlimm, oder aber die Frau hat völlig unverantwortlich gehandelt und es nicht richtig rüber gebracht. Wie soll das JA bitte handeln, wenn die Mutter einmal mit der vollen Wahrheit nicht rüber kommt und zusätzlich nicht mitarbeitet? Sie hatte zweimal durch den Verweis des Vaters aus der Wohnung die Möglichkeit, die Weichen zu stellen. Nee, sie hat den mißhandelnden Vater wieder aufgenommen. Und der konnte fröhlich weiter machen. Da fehlt mir jedes Verständnis für. Das alles ist nicht im Jahr 1950 geschehen, sondern in einer Zeit, in denen es schon unglaublich viele Hilfestellungen gab, wo die gesetzliche Lage ganz klar war.

Es ist einfach ein Unding, dass Mütter aus rein egoistischen Motiven ("ich liebe meine Kinder doch so") über Jahre zu schauen, wie die Kinder misshandelt werden. Und, nicht vergessen, sie werden dadurch selbst kriminell.

wirdwerden

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#5
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32742 Beiträge, 17222x hilfreich)

Oder fällt das alles auf mich zurück und ich könnte wegen unterlassener Hilfeleistung angezeigt werden? Davor schützt Sie die Verjährung.

-- Editiert von User am 1. August 2023 18:25

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#6
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1366 Beiträge, 273x hilfreich)

Also @Tina_M.. ich kenne mich leider recht gut aus in diesem Bereich. Und ich habe auch eine gewisse Erfahrung hinsichtlich beider Teilbereiche der Frage.

1.) Mütter beantworten die Frage, warum sie sich und ihre Kinder nicht unverzüglich aus der Situation herausgenommen haben (spätestens nach der zweiten Handgreiflichkeit gg. die Kinder) damit, dass sie
- entweder hofften, dass es nicht so schlimm sei und die Familie zusammengehalten werden könnte oder
- dass sie die Übergriffe nicht mitbekommen haben oder
- weil sie hofften darauf hinwirken zu können, dass es nicht wieder passiert.

Ihre - nach den bisherigen Schilderungen - einzige Reaktion auf die Misshandlungen war hingegen:

Zitat (von Tina_M):
Ich habe alles fein säuberlich dokumentiert.


Das hat, mit Verlaub, Ihren Kindern nicht viel gebracht.

Nun kommen wir zum zweiten Teil, in dem Sie sich Ihre eigene Schuld nicht eingestehen, sondern auf andere projizieren möchten:

2.)
Zitat (von Tina_M):
Das Jugendamt war aber meiner Meinung nach relativ untätig in der Zeit.
Zu dem Zeitpunkt war der misshandelnde Vater doch bereits ausgezogen. Was sollte das JA denn hier noch unternehmen?
Zitat (von Tina_M):
2. Kann ich das Jugendamt irgendwie anzeigen wegen Untätigkeit?
In welcher Hinsicht war es denn untätig?
Zitat (von Tina_M):
3. Oder fällt das alles auf mich zurück und ich könnte wegen unterlassener Hilfeleistung angezeigt werden?
Nach den bisherigen Schilderungen sind denkbare Tatbestände verjährt. Ihre persönliche Schuld, Ihre Kinder dem misshandelnden Vater überlassen zu haben, verjährt hingegen nicht.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Tina_M
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
kommt auf die Art der Misshandlung an


Guten Morgen Cirius,

es handelte sich dabei um blaue Flecke, die durch Gewalteinwirkungen stattgefunden haben. Außerdem Zigarettenbrandmale auf der Haut meiner Ältesten. Die Kinder erzählten mir, was ihr Vater getan hat.

Ich habe ihn damals schon 2x angezeigt, aber er behauptete damals, die Große sei in die Zigarette reingelaufen und die blauen Flecken seien beim Spielen passiert. Die Verfahren wurden eingestellt.

Nun ist es aber so, dass meine mittlerweile volljährigen Kinder ihre Mutter anzeigen wollen. Die meisten Dinge sind allerdings zwischen 2005-2012 geschehen. Also leider zu lange her. Es handelte sich auch um Herumbrüllen, Gegenstände zerstören, Kinder im dunklen Badezimmer einsperren...

Zitat (von cirius32832):
Ich sehe keine Untätigkeit


Ich war häufig beim Jugendamt. Es wurde mit dem Vater und dem Jugendamt eine Schutzvereinbarung unterzeichnet, in der er erklärte, dass er nicht schreien oder gewaltsam sein darf. Tatsächliche Verhaltensänderungen natürlich 0. Das Problem war, dass das Jugendamt ihn zum Teil als Hauptbezugsperson ansah, weil er lange Zeit arbeitslos war (mit den Kindern zu Hause) und nur ich arbeiten gegangen bin.

Als wir endlich auch räumlich getrennt waren und die Kinder bei mir lebten, hat er sie ständig gegen mich aufgehetzt, sodass die beiden ältesten Geschwister sogar zeitweise von mir ausgezogen sind und zu ihm gezogen sind. Da passierten dann auch ab 2012 alle möglichen Szenarien. Die Kinder haben jede Menge Vorwürfe gegen ihn.

Das Jugendamt war trotz alledem immer wieder auf der Seite des Vaters!!!!!!!

Meint ihr, dass bei den Ermittlungen, die meine volljährigen Kinder jetzt anstoßen, die Aufmerksamkeit der Staatsanwaltschaft auch auf das Jugendamt gelenkt werden wird?

Danke!

-- Editiert von User am 7. August 2023 06:12

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#8
 Von 
Tina_M
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Tina_M):
Nun ist es aber so, dass meine mittlerweile volljährigen Kinder ihre Mutter anzeigen wollen.


Ich meine natürlich ihren Vater. Sorry.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31663 Beiträge, 5589x hilfreich)

Zitat (von Tina_M):
Das Jugendamt war trotz alledem immer wieder auf der Seite des Vaters!!!!!!!
Das sollte dir noch heute und zukünftig zu denken geben.

Zitat (von Tina_M):
Ich habe drei Kinder (21, 18, 15)
Auch für deine sehr schnell volljährig gewordenen Kinder gilt: Was damals war, ist verjährt.

Die große Tochter ist vermutlich nicht wegen ihres Vaters ins MuKi-Heim gezogen, oder?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1366 Beiträge, 273x hilfreich)

Also bei aller Empathie, aber ich verstehe mehrere Punkte nicht:

1. Weshalb wird nicht gelesen und reflektiert, was hier geantwortet wird?
2. Weshalb ist es in irgendeiner Weise von Interesse, dass..

Zitat (von Tina_M):
bei den Ermittlungen, die meine volljährigen Kinder jetzt anstoßen, die Aufmerksamkeit der Staatsanwaltschaft auch auf das Jugendamt gelenkt werden wird?


3.
Zitat (von Tina_M):
Das Jugendamt war trotz alledem immer wieder auf der Seite des Vaters!!!!!!!
Das ist ein Fall für das Familienrecht - insbesondere für eine/n versierten Familienrechtler/in, da können wir im Strafrecht nicht im Geringsten weiterhelfen.

4.
Zitat (von Tina_M):
Nun ist es aber so, dass meine mittlerweile volljährigen Kinder ihre Mutter anzeigen wollen.
Ich meine natürlich ihren Vater. Sorry.
Das können sie machen, wird aber sehr wahrscheinlich zu nichts führen.

Zitat (von Tina_M):
Es wurde mit dem Vater und dem Jugendamt eine Schutzvereinbarung unterzeichnet, in der er erklärte, dass er nicht schreien oder gewaltsam sein darf. Tatsächliche Verhaltensänderungen natürlich 0. Das Problem war, dass das Jugendamt ihn zum Teil als Hauptbezugsperson ansah, weil er lange Zeit arbeitslos war (mit den Kindern zu Hause) und nur ich arbeiten gegangen bin.
Auch das => Familienrecht. Das ist strafrechtlich nicht von Belang.

Bitte lesen und verstehen! Und dann konzentrieren darauf, was das eigentliche Ziel sein soll.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Tina_M
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von DeusExMachina):
1. Weshalb wird nicht gelesen und reflektiert, was hier geantwortet wird?


War die Frage auf mich bezogen? Wenn ja, was ist gemeint?

Zitat (von DeusExMachina):
2. Weshalb ist es in irgendeiner Weise von Interesse, dass..

Zitat (von Tina_M):
bei den Ermittlungen, die meine volljährigen Kinder jetzt anstoßen, die Aufmerksamkeit der Staatsanwaltschaft auch auf das Jugendamt gelenkt werden wird?


Weil ich der Meinung bin, dass das Jugendamt nicht seinen Aufgaben nachgekommen ist und viel zu träge gehandelt hat. Der Ex war aggressiv, hat gegen mich gehetzt und die Kinder ständig aufgerührt. Das hat nun leider zu einigen seelischen Problemen der Kinder geführt...

Zitat (von DeusExMachina):
3.
Zitat (von Tina_M):
Das Jugendamt war trotz alledem immer wieder auf der Seite des Vaters!!!!!!!
Das ist ein Fall für das Familienrecht - insbesondere für eine/n versierten Familienrechtler/in, da können wir im Strafrecht nicht im Geringsten weiterhelfen.


Ja, aber es WAREN Straftaten, was der Vater getan hat.

Zitat (von DeusExMachina):
4.
Zitat (von Tina_M):
Nun ist es aber so, dass meine mittlerweile volljährigen Kinder ihre Mutter anzeigen wollen.
Ich meine natürlich ihren Vater. Sorry.
Das können sie machen, wird aber sehr wahrscheinlich zu nichts führen.


Und was ist mit den Sachen, die er den Kindern noch bis 2016/2017 angetan hat? Hier muss doch ermittelt werden von der Staatsanwaltschaft, oder? Das ist noch keine 10 Jahre her.

Zitat (von DeusExMachina):
Zitat (von Tina_M):
Es wurde mit dem Vater und dem Jugendamt eine Schutzvereinbarung unterzeichnet, in der er erklärte, dass er nicht schreien oder gewaltsam sein darf. Tatsächliche Verhaltensänderungen natürlich 0. Das Problem war, dass das Jugendamt ihn zum Teil als Hauptbezugsperson ansah, weil er lange Zeit arbeitslos war (mit den Kindern zu Hause) und nur ich arbeiten gegangen bin.
Auch das => Familienrecht. Das ist strafrechtlich nicht von Belang.


Kannst du mir bitte kurz erläutern, warum das strafrechtlich nicht von Belang sein soll?

Danke dir!

Beste Grüße

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Zitat (von Tina_M):
Ich habe ihn damals schon 2x angezeigt,


Welches Jahr war "damals"?

Zitat (von Tina_M):
Ja, aber es WAREN Straftaten, was der Vater getan hat.


Bei denen sich aber offenbar schon damals, also zeitnah zur Tat, kein hinreichender Tatverdacht begründen ließ, was zur Einstellung der Verfahren führte.

Zitat (von Tina_M):
Und was ist mit den Sachen, die er den Kindern noch bis 2016/2017 angetan hat? Hier muss doch ermittelt werden von der Staatsanwaltschaft, oder? Das ist noch keine 10 Jahre her.


Erstmal müssten wir dann eine Straftat haben, die einer min. 10jährigen Verjährung unterliegt und nicht nur einer 5jährigen. Das wären nur §§ 224 und 225 StGB, wenn sie denn vorlägen und beweisbar wären.

Zitat (von Tina_M):
Es handelte sich auch um Herumbrüllen, Gegenstände zerstören, Kinder im dunklen Badezimmer einsperren...


Herumbrüllen ist keine Straftat, Sachbeschädigung und Freiheitsberaubung verjähren nach 5 Jahren.

Prinzipiell können die Kinder natürlich auch heute noch Anzeige erstatten. Alles bereits verjährte wird dann zeitnah wegen Verjährung eingestellt und hinsichtlich -möglicherweise- noch nicht verjährter Tatbestände wird geprüft, ob sich der zur Anklageerhebung notwendige hinreichende Tatverdacht begründen lässt. Da das schon "damals", zeitnah, nicht gelungen ist, wird es 6-7 Jahre nach der letzten Tat nicht einfacher werden. Es steht also sehr wahrscheinlich zu vermuten, dass erneut eine Verfahrenseinstellung herauskommen wird.

Zitat (von CarstenF):
Edit: Bzw. Misshandlung von Schutzbefohlenen wäre hier wohl zutreffender, dort sind es ebenfalls 10 Jahre.


Wenn denn tatsächlich § 225 zutreffend wäre, was ich hinsichtlich der Beschreibung eher nicht sehe, wäre die Verjährungsfrist zwar prinzipiell 10 Jahre, jedoch wäre § 78b, Abs. 1, Nr. 1 StGB zu beachten, so dass es noch etliche Jahre dauern würde, bis § 225 StGB in diesem Fall verjähren würde. Allerdings gehört zu einem § 225 StGB eben mehr als hier beschrieben wurde ("Quälen", "rohes Misshandeln"). Die Beweisbarkeit -vor allem nach dem Zeitablauf- steht noch mal auf einem ganz anderen Blatt.

@Tina M.

Wenn die Kinder die Taten nun unbedingt noch(mal) anzeigen wollen, wären sie wahrscheinlich gut beraten sich zuvor an einen Anwalt oder eine Anwältin zu wenden, der/die sich auf Opferschutz/Opferrechte spezialisiert hat. Der/die kann anhand der Schilderung der KInder einschätzen, ob eine Strafanzeige hier auch nur den Ansatz einer Chance auf Erfolg hat.

1x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1366 Beiträge, 273x hilfreich)

Zitat (von Tina_M):
War die Frage auf mich bezogen? Wenn ja, was ist gemeint?
Ja, war sie. Und ich erläutere gerne nochmals.
Zitat (von Tina_M):
Weil ich der Meinung bin, dass das Jugendamt nicht seinen Aufgaben nachgekommen ist und viel zu träge gehandelt hat.
Es ist mir bislang nicht klar geworden, was das Jugendamt hätte unternehmen sollen. Man kann den Kindsvater nicht des Hauses verweisen, weil er einmal herumschreit. Interessanter ist hingegen, dass Sie im weiteren Verlauf Dokumentationen gefertigt haben und dann später selbst schreiben, dass die Kinder traumatisiert seien - da ist etwas schief (zumindest nach den bisherigen Schilderungen).

Zitat (von Tina_M):
Kannst du mir bitte kurz erläutern, warum das strafrechtlich nicht von Belang sein soll?
Weil bisher keine Straftaten ersichtlich geworden sind, die nicht nach spätestens 5 Jahren der Verfolgungsverjährung unterliegen.

Ich bin jetzt einmal sehr ehrlich zu Ihnen, da ich über eine erhebliche (laienhafte) Erfahrung in diesem Bereich verfüge. Nach den bisherigen Schilderungen wäre es Ihre Aufgabe als Mutter gewesen, Ihre Kinder aus der Situation unverzüglich herauszuholen, gerade um...
Zitat (von Tina_M):
leider zu einigen seelischen Problemen der Kinder geführt
...zu vermeiden. Das haben Sie nicht getan. Stattdessen haben Sie fleißig dokumentiert und beschuldigen nun das Jugendamt. Um es noch einmal deutlich zu machen: wenn die häusliche Gewalt - gerade gg. die Kinder - wie geschildert so erheblich war, dann wären Sie noch an selbigem Tag mit den Kindern ausgezogen und hätten sich um Rechtsbeistand bemüht.

Aber stattdessen bemühen Sie sich heute - 6 Jahre danach - darum, Ihre eigenen Versäumnisse auf das Jugendamt zu projizieren, eine (nach den bisherigen Schilderungen aussichtslose) Strafverfolgung des Kindsvaters anzustreben und irgendwie die Aufmerksamkeit ggü. Ihrer Kinder auf sich zu lenken i.S.v. dass Sie ebenso Opfer seien. Und das sind Sie - mit Verlaub - allerdings nicht. Ich wiederhole mich zum dritten Mal: es stand in Ihrer Verantwortung, sich und ihre Kinder aus der Umgebung herauszunehmen und das sollten Sie sich eingestehen, bevor Sie zur Kompensation Ihres eigenen Fehlverhaltens gg. imaginäre Windmühlen zu kämpfen vorgeben.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118792 Beiträge, 39629x hilfreich)

Man sollte sich darauf vorbereiten, dass diese Kombination

Zitat (von DeusExMachina):
Stattdessen haben Sie fleißig dokumentiert und beschuldigen nun das Jugendamt.

Zitat (von DeusExMachina):
dass Sie ebenso Opfer seien

durchaus auch unangenehme Fragen bezüglich der Versäumnisse der Mutter aufwerfen wird.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

1x Hilfreiche Antwort

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