Führungszeugnis - gibt es die Möglichkeit eine vorzeitige Löschung zu beantragen?

14. Januar 2008 Thema abonnieren
 Von 
Shruti
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
Führungszeugnis - gibt es die Möglichkeit eine vorzeitige Löschung zu beantragen?

Hallo, ich habe 2004 einem Freund geholfen, er wurde von einem Kronzeugen bedroht, daß er Aussagen macht, wenn er nicht sofort 3 kg auf den Tisch legt,.... Ich habe ihm geholfen diese zu besorgen, wir wurden erwischt und ich bekam eine Strafe von 15 Monaten auf 3 Jahre. Die Bewährung ist nun abgelaufen, mein Bewährungshelfer sagt er glaubt, daß der Eintrag 15 JAhre im Führungszeugnis bleibt, für mich als Krankenschwester eine KAtastrophe! Ist das wirklich so und gibt es vieleicht die Möglichkeit eine vorzeitige Löschung zu beantragen? Wo kann ich mich informieren, wo kann ich mich hinwenden?
An den Staatsanwalt habe ich schon geschrieben, da kam keine Antwort

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1 Antwort
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#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9530x hilfreich)

wenn er nicht sofort 3 kg auf den Tisch legt,.... Ich habe ihm geholfen diese zu besorgen,

3 KG was? Brauspulver, Heroin, Cannabis, Tintenfisch? Wurde das Zeug aus dem Ausland eingeführt?

Wenn die 15 Monate nach Erwachsenenrecht ausgeurteilt wurden, bleibt die Sache 6 Jahre und 3 Monate im Führungszeunis (5 Jahre + 15 Monate). Die 15 Jahre (+ 15 Monate ), also gesamt 16 Jahre und 3 Monate gelten fürs Bundeszentralregister.

Die Möglichkeit zur vorzeitigen Löschung gibt es nur theoretisch. Praktisch sind diese so hoch, dass 99,9% aller Anträge abgeleht werden.

Zuständig ist das Bundesamt für Justiz, Dienststelle BZR

Gemäß § 39 Bundeszentralregistergesetz - BZRG - kann die vorzeitige Nichtaufnahme einer Verurteilung in das Führungszeugnis, soweit das öffentliche Interesse nicht entgegensteht, angeordnet werden. Grundsätzlich muss die Öffentlichkeit darauf vertrauen können, dass die nach dem Gesetz in Führungszeugnisse aufzunehmenden Eintragungen darin enthalten sind. Das Interesse des Betroffenen an möglichst ungestörter Entfaltung wird durch das BZRG generell dadurch berücksichtigt, dass die Aufnahmefristen u.a. nach der Höhe der erkannten Strafe gestaffelt sind, so dass zahlreiche Verurteilungen überhaupt nicht, andere nach Ablauf kurzer Fristen nicht mehr in ein Führungszeugnis aufzunehmen sind.

Innerhalb dieser Fristen soll es nach der vom Gesetzgeber vorweggenommenen Interessenabwägung grundsätzlich der jeweiligen Stelle, der ein Führungszeugnis zusteht, überlassen bleiben, selbst zu entscheiden, welche Folgerungen aus Eintragungen im Führungszeugnis zu ziehen sind.


Deshalb kann die Anordnung der vorzeitigen Nichtaufnahme einer Verurteilung in das Führungszeugnis nur in einem besonders gelagerten Ausnahmefall in Erwägung zu ziehen sein.

Ein solcher Ausnahmefall liegt regelmäßig nur dann vor, wenn die weitere Aufnahme der Eintragung in das Führungszeugnis eine unbillige Härte darstellen würde. Berufliche Schwierigkeiten können für sich allein genommen nicht die Anordnung einer Vergünstigung rechtfertigen.

Anträge auf Anordnung der vorzeitigen Nichtaufnahme von Eintragungen in das Führungszeugnis sind schriftlich und mit Unterschrift versehen unter Angabe der vollständigen Personalien des Antragstellers (Geburtsname, Familienname, sämtliche Vornamen, Geburtsdatum, Geburtsort) sowie der Wohnanschrift an das Bundesamt für Justiz zu richten. Wird der Antrag durch einen Bevollmächtigten gestellt, so ist stets (auch bei Vertretung durch einen Rechtsanwalt) eine Vollmacht vorzulegen. Wenn die Vollmacht auch die Entgegennahme von Schriftstücken umfassen soll, so ist dies ausdrücklich in die Vollmacht aufzunehmen.

Der Antrag soll die Schilderung der familiären und wirtschaftlichen Verhältnisse enthalten. Dabei ist gegebenenfalls auch die angestrebte Berufstätigkeit darzustellen. Die vorgetragenen Umstände sind durch Vorlage von Ablichtungen aussagekräftiger Schriftstücke (Geburtsurkunden von Kindern, Bescheide über den Bezug von Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe, Kündigungsschreiben, Einstellungsangebote, Aufforderung zur Vorlage eines Führungszeugnisses) glaubhaft zu machen.




Das Zitat betrifft die Tilgung aus dem FZ. Eine Tilgung aus dem BZR zu erreichen ist noch erheblich schwieriger.


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