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Gefährliche Körperverletzung - Was natürlich nicht stimmt!

 Von 
Famicom
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Gefährliche Körperverletzung - Was natürlich nicht stimmt!

Hallo zusammen,

ich bin neu und brauche auch zum ersten mal in meinen Leben rechtlichen Rat, deswegen würde ich mich freuen hier evtl. Ratschläge zu bekommen.

Folgendes hat sich zugetragen:

person (a) Verkäufer
person (B) Beschuldigter
person (c) Beschuldigter
person (D) Beschuldigter
(B-D sind Freunde)

Hergang:

Es gab einen Streit zwischen Person A und Person B, da Person A Person verweigert hat etwas zu verkaufen. Darauf hin hat Person B gegen seinen mobilen Stand getreten. Als Reaktion hat Person A die Polizei + Türsteher gerufen. Person C (ich) bin dann einfach weg gegangen, die Personen B+D haben dann aber noch diskutiert. Als ich die Straße überquerte und mich umdrehte habe ich gesehen wie die restlichen Parteien sich geschlagen haben. Darauf hin bin ich zurück um die Situation zu schlichten.

Als ich ankam hatte Person A die Person D fest im Griff und wollte ihn nicht mehr loslassen. Da ich angst hatte, dass die Situation eskaliert, habe ich Person A öfters darum gebeten Person D loszulassen. Dass hat er nicht gemacht, deshalb habe ich versucht die beiden auseinander zu bringen (durch drücken/ziehen), worauf hin wir alle auf den Boden gefallen sind.

Plötzlich kam Person B dazu und hat auf Person A eingetreten, als wir auf den Boden lagen. Ich habe durch schreien und meine Hand versuch die Tritte abzuwehren/verhindern. Kurz danach kamen Türsteher dazu und haben die Situation geschlichtet und die Parteien auseinander genommen.

Das Problem: Ich wurde nun auch wegen gefährlich Körperverletzung angeklagt, obwohl ich nur schlichten wollte. Es wird aber so dargestellt, dass ich Person A fixiert habe damit Person B auf ihn einschlagen kann. Was natürlich nicht stimmt.

Im Endeffekt habe alle Personen Verletzungen erlitten (ausser ich). Zeugen gibt es auch einige, allerdings weiss ich nicht was die gesehen haben.
Konkret habe ich jetzt eine Anklageschrift bekommen und weiss nicht was ich machen soll. Einen Anwalt kann ich mir nicht leisten...

lg
Famicom

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Anwalt Aussage Person Situation


8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(29778 Beiträge, 16160x hilfreich)

Dazu kann man dann auch nichts sagen, da man ja die restlichen Aussagen nicht kennt. Gemeinhin würde ich hier zum Anwalt raten - wenn Sie sich keinen Anwalt leisten können, müssen Sie halt ohne vor Gericht. Wenn Sie mir Ihr Alter verraten, kann ich zumindest eine Strafprognose machen.

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" Lebenslänglich sind NICHT 25 Jahre!"

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#2
 Von 
Famicom
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die Antwort. Ich bin 29 Jahre.

Grundsätzlich würde mich noch interessieren, ob ich mich beim Versuch zu schlichten (oben geschildert) Strafbar mache und ob es überhaupt eine Gefährliche Körperverletzung rechtfertigt. Ich habe die Person selbst ja garnicht verletzt noch habe ich es vorgehabt...

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#3
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(29778 Beiträge, 16160x hilfreich)

Ja, das sagen Sie... Ich will jetzt gar nicht behaupten, Sie würden lügen - aber vor Gericht wird natürlich nicht nur Ihre Aussage gewertet, sondern ALLE Aussagen. Und es muß belastende Aussagen geben, sonst wären Sie nicht angeklagt. Außerdem belasten Sie durch eine Aussage wie hier B - der wird dann wenig Lust haben, etwas Sie Entlastendes auszusagen.
Die Strafprognose ist auch nicht sehr erfreulich - die Mindeststrafe für gefährliche KV liegt bei 6 Monaten Haft, die natürlich auch zur Bewährung ausgesetzt werden können.

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" Lebenslänglich sind NICHT 25 Jahre!"

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#4
 Von 
Famicom
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Also ich habe gerade mit Person B telefoniert und sein Anwalt hat Akteneinsicht. Die zeugen sollen mich nicht erwähnt haben bei Ihrer Aussage. Gegen Person B wurde allerdings genau dass was ich gesagt habe ausgesagt. Da gibt es für ihn keinen Grund es zu leugnen. Deshalb wird es mich auch entlassen (bzw. einfach die Wahrheit sagen).
Wenn ich mir einen Anwalt nehme und frei gesprochen werden, erhalte ich mein Geld zurück?

-----------------
""

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#5
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(29778 Beiträge, 16160x hilfreich)

Ja. Und das würde ich, wie erwähnt, auch raten. Allerdings verlangen viele Anwälte einen Vorschuß in etwa halber Höhe, was so 300 Euro wären. Und noch was: Zwischen Verurteilung und Freispruch gibt es noch die Verfahrenseinstellung. In dem Fall werden die Anwaltskosten NICHT erstattet.

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" Lebenslänglich sind NICHT 25 Jahre!"

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#6
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(29664 Beiträge, 9146x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Die zeugen sollen mich nicht erwähnt haben bei Ihrer Aussage. <hr size=1 noshade>


Irgendwelche "Munition" wird die Staatsanwaltschaft aber gegen Sie haben, denn sonst wären Sie nicht angeklagt worden. Eine Anklage erfolgt nur dann, wenn die Staatanwaltschaft davon ausgeht, dass eine Verurteilung wahrscheinlicher ist, als ein Freispruch.

quote:<hr size=1 noshade>Ich habe die Person selbst ja garnicht verletzt noch habe ich es vorgehabt... <hr size=1 noshade>


Für eine Tatteilnahme an einer gefährlichen Körperverletzung muß man die Person nicht selbst verletzen. Schon alleine "psychische Bestärkung" zur Tat/zum Tatentschluß wäre ausreichend. vgl. z.B. die Polizistenmorde von Hannover in 87 durch Dirk Dettmar. Sein Komplize, Wolfgang Sielof, wurde wegen "lediglich" psychischer Bestärkung zur Tat ("Los, knall die Bullen ab" ;) ebenfalls wegen Mordes verurteilt.

Vorsatz muß natürlich vorliegen, aber wie Mümmel schon sagte: Den Vorsatz bestreitet so zieml. jeder in solch einer Situation.

Sie werden es nur abwarten können. Von Freispruch, über Einstellung nach §§ 153 (2), 153a (2) StPO, über Geldstrafe (wenn minderschw. Fall) bis Freiheitsstrafe ab 6 Monaten aufwärts ist alles drin.

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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

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#7
 Von 
Famicom
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich war jetzt bei einem Anwalt und der hat einen Vorschuß von 800 Euro verlangt. Ist das angemessen? Als ich ihn nach kosten fragte, meinte er das es 800-900 Euro werden können, für den ganzen Zeitraum/Prozess, sofern es nur eine Verhandlung gibt.

Ehrlich gesagt habe ich es noch nirgends erlebt, dass wirklich null transparent beim Thema Kosten gegeben ist...

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#8
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9543 Beiträge, 2310x hilfreich)

Klar ist das transparent, denn es steht ja haarklein im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) und in den Anlagen dazu.

Bei einem durchschnittlichen Fall mit einem Verhandlungstag kann der Anwalt nehmen:

Grundgebühr: 165,-
Verfahrensgebühr: 140,-
Terminsgebühr: 230,-
Auslagenpauschale: 20,-
Kopien, Akteneinsicht etc.: ca. 30,-

Zwischensumme: 585,- Euro
zzgl. MwSt: 111,15

Gesamtsumme: 696,15

Diese knapp 700,- Euro kommen ungefähr hin. Auf über 800,- oder 900,- Euro kommt man üblicherweise nur, wenn der Anwalt schon im Ermittlungsverfahren tätig war. Das ist in deinem Fall ja nicht gegeben, weil die Anklage schon vorliegt.

Außerdem kostet jeder einzelne Verhandlungstag 230,- Euro plus MwSt. Wenn also Fortsetzungstermine angesetzt werden, wird das ruckzuck richtig teuer.

Zu guter letzt sind das auch jetzt in meinem Beispiel nur die sogenannten "Mittelgebühren", da kann man - je nach Fall ggf. auch von abweichen.



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"justice"

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