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Gewerbsmäßiger Handel BTM


#31
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(11617 Beiträge, 7826x hilfreich)

Zitat:
Hat sich abgespielt in BaWü.

Das muss nichts heißen.
Man hört, dass es auch innerhalb von BaWü recht große Unterschiede geben soll (Baden vs. Württemberg).

Wenn Sie noch keine Anklageschrift haben, ist es ja noch etwas hin bis zur Gerichtsverhandlung.
Es wird viel davon abhängen, wie Ihre berufliche Situation dann(!) aussieht.
Bislang haben Sie die neue Arbeitsstelle "nur" angekündigt. Zum Zeitpunkt der Verhandlung werden Sie dann ja schon einige Zeit gearbeitet haben, im Optimalfall sind Sie dann schon aus der Probezeit raus. (Nicht falsch verstehen: "ich werde bald Arbeit haben" hören Staatsanwälte und Richter oft, das beeindruckt die nicht wirklich. "ich habe seit x Monaten eine feste Stelle und die Probezeit schon überstanden" klingt viel, viel besser, weil man damit zeigt, dass man den eigenen Ankündigungen auch Taten folgen lässt.)

Zitat:
Also verstehe ich das richtig, dass es egal ist in wievielen Fällen das stattgefunden hat..?

Zumindest die Zahl der Verkäufe ist eher nicht so relevant. Ob man 10x je 100 Gramm verkauft hat oder 20x je 50 Gramm, das wirkt sich kaum aus.

Zitat:
Und könnt ihr eine Einschätzung darüber abgeben, in wie weit es noch Sinn macht, zum jetzigen Zeitpunkt einen Wahlverteidiger hinzuzuziehen?

Eher nicht.
Immerhin hat die Strategie des Anwalts dafür gesorgt, dass Sie aus der U-Haft raus sind. So ganz schlecht ist das ja nun nicht.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#32
 Von 
go555918-98
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Krass danke für deinen Beitrag !! :)

Wie meinst du das mit Baden vs Württemberg? ich sag mal so, relativ nah an Basel, will jetzt nicht die Stadt genau sagen.

Wegen der Arbeit: Ich schätze mal, dass die Verhandlung noch eine ganze Weile auf sich warten lassen wird, nicht zuletzt wohl auch wegen Corona. Denkst du also, es ist vorteilhaft für meine Straferwartung, wielange ich schon in dem Betrieb arbeite und ob die Probezeit überstanden ist ? Denn ich gehe ganz schwer davon aus, dass die Verhandlung mit hoher Wahrscheinlichkeit noch etwa 3 Monate in Anspruch nehmen wird oder mehr. (Es wurde noch nicht mal ein Wirkstoff Gutachten erstellt geschweigedem mit der Auswertung begonnen laut Aktenlage). Somit hätte ich ja noch viel Zeit, um mich ins "gute Licht" zu rücken.

§35 BtmG Antrag läuft auch schon, warte nur noch auf die Kostenzusage und Therapieplatz. (mache das über die Drogenberatung, ist alles ausgefüllt und abgeschickt.)

Zudem kein Kontakt mehr mit Leuten von damals. Bin die meiste Zeit nur zu Hause. Gehe allen Auflagen nach (Meldeauflage 2x wöchentlich bei der Polizei) und (2x Monatlich Suchtberatungsgespräche)

Bin clean, mache 1x Monatlich drogenscreenings (nur Hausarzt, da ich mir die Forensischen gerade nicht leisten kann, hoffe aber, dass der gute Wille ein bisschen zählt) (Habe ja keine Auflage UK's abzugeben.)

Ich tuhe so ziemlich alles, was ich kann.

Deine Antwort hat mir gerade wieder ein bisschen Hoffnung gegeben, ich habe die letzten 2 Tage wieder kaum schlafen können..)

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#33
 Von 
palino
Status:
Schüler
(481 Beiträge, 79x hilfreich)

Die Frage nach dem Wahlverteidiger scheitert doch schon daran, dass du selbigen nicht bezahlen kannst.

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#34
 Von 
go555918-98
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von palino):
Die Frage nach dem Wahlverteidiger scheitert doch schon daran, dass du selbigen nicht bezahlen kannst.

ich hätte das geld irgendwie in der familie aufgetrieben, die frage war ja nur ob es rein prozessual sinn gemacht hätte, aber denke ich muss da jetzt so durch wie es ist

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#35
 Von 
kalledelhaie
Status:
Schüler
(372 Beiträge, 65x hilfreich)

Um auch Mal einen Erfahrungswert beizutragen:

Hier bei uns, nicht BaWü, ist bei "Ersttätern" in diesen Fällen eine (lange) Bewährungsstrafe nicht unüblich, wenn sie glaubhaft machen, dass sie ihr Leben in den Griff bekommen.
Also Einsicht, keine Drogen mehr, Arbeit, geregelter Alltag, generell Struktur. Auch (familiärer) Support im Gerichtssaal durch Familie/Betreuer helfen den Gesamteindruck rund zumachen. Meiner Erfahrung nach ist die zukunftsperspektive gerade bei Handel zur Finanzierung der Sucht wesentlich entscheidender als die Frage nach Gramm und Grenze.

Wenn das, was sie hier schreiben auch den Tatsachen entspricht, ist mein Rat: Arbeiten sie weiter an sich und dann wird das schon werden können.

Signatur:Die von mir vertretenen Meinungen sind rein private Einschätzungen und ersetzen keine professionelle
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#36
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(11617 Beiträge, 7826x hilfreich)

Zitat:
Wie meinst du das mit Baden vs Württemberg?

Die Staatsanwaltschaften, die als besonders streng gelten, sitzen in der württembergischen Landeshälfte.
Hätte also schlimmer kommen können.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#37
 Von 
go555918-98
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke drkabo und Kalle

Klar entspricht alles der Wahrheit, würde mich ja sonst selbst anlügen und das hab ich jetzt lange genug während ich den Mist gemacht hab..

Morgen kann ich meinen Vertrag unterschreiben und am 01. gehts dann los mit Arbeit, endlich! :) Am 15. mache ich dann das nächste screening beim Hausarzt.. Auflagen erfülle ich alle ohne Probleme. :)

Noch eine andere Frage, wisst Ihr eigentlich ob die Gerichte gerade wegen Corona ausgelasteter sind als sonst? Sprich, ist es möglich, dass mir das zu Gute kommt, da ich ja dann mit höherer Wahrscheinlichkeit zum Prozesstag schon die Probezeit bestanden habe..?

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#38
 Von 
Zuckerberg
Status:
Schüler
(435 Beiträge, 583x hilfreich)

Zitat:
wisst Ihr eigentlich ob die Gerichte gerade wegen Corona ausgelasteter sind als sonst?
Ja, sind sie! Allerdings auch sehr unterschiedlich auf die Rechtsgebiete verteilt. Eine rein strafrechtliche Abteilung (falls wirklich ganz ohne OwiG) hätte weniger das Problem gesteigerter Fallzahlen (das sind durch Corona teilweise weniger geworden) als eine gewisse Anhäufung alter Fälle, für die in den ersten Corona-Wochen keine Hauptverhandlung stattfinden konnte.

Je nach jeweiligen Gericht könnten aus räumlichen Gründen vielleicht derzeit auch nur weniger Fälle terminiert werden. Tendenziell also ja. Aber wie groß die Auswirkung wirklich ist und das bei Ihrem Gericht, kann man (ich zumindest) nicht sagen.

Zitat:
ist es möglich, dass mir das zu Gute kommt, da ich ja dann mit höherer Wahrscheinlichkeit zum Prozesstag schon die Probezeit bestanden habe..?
Probezeit von 6 Monaten? Das ist je nach Auslastung der Justiz an Ihrem Wohnort auch ohne Corona denkbar. Insbesondere haben Sie doch sowieso noch gar keine Anklageschrift, oder? Ob das mit den 6 Monaten etwas wird, kann man aber wieder nur raten.

Für soooo wichtig halte ich die Frage nach der Probezeit auch nicht. Wenn Sie zum Zeitpunkt der Verhandlung seit 5 Monaten in dem (Probe-)Arbeitsverhältnis stehen, ist das schonmal besser als nicht. Dass das Probearbeitsverhältnis weniger "stabil" ist als eines außerhalb der Probezeit, ist zwar richtig. Aber ob das Ihnen am Ende die Bewährung kosten soll?

Vielleicht etwas zu Ihrer Beruhigung:

Der Staat selber hat kein sooo großes Interesse daran, Sie einzusperren. Insbesondere dann nicht, wenn Sie auf "einem guten Weg" zu sein scheinen. Das würde den Staat kurzfristig (Inhaftierung) eine Menge kosten, und langfristig (kein Arbeitsverhältnis etc.) vielleicht noch mehr. on durch die Inhaftierung möglicherweise gesteigerter Rückfallgefahr mal abgesehen. Aber das nützt Ihnen wenig, wenn die Strafe dann doch über 2 Jahren liegt.

Allerdings hat der Staat (StA und Gericht) auch diese 2 Jahre vor Augen und kennt die Bedeutung dieser Grenze für alle Beteiligten. Nützt natürlich auch wieder nichts, wenn in den Augen des Gerichts der Fall (Menge usw.) doch zu schwerwiegend für die 2 Jahre sein sollte. Ob das so ist, kann ich aber leider überhaupt nicht einschätzen.

Zitat:
Naja, ich zweifle auch langsam etwas an meinem Anwalt.. Zumal er ja meinte dass in meinem Fall vielleicht das normale Amtsgericht und nicht das Schöffengericht zuständig wäre .. ich habe so das gefühl, dass er sich da nicht hinreichend auskennt.. Habe mal eine Anfrage an einen Anwalt mit Schwerpunkt BTM Strafrecht geschrieben ob er zu dem Zeitpunkt noch was für mich tun könnte und ob es vielleicht was bringt, ihn hinzuzuziehen.
Die Antwort des Anwalt kann ich Ihnen jetzt schon verraten, wenn Sie dem Anwalt nur genügend Aussichten auf Honorarzahlung (die wollen normalerweise einen Vorschuss, können sich das aber natürlich aussuchen) bieten können. Der Anwalt will Geld verdienen.

Vielleicht zweifeln Sie zurecht an Ihrem Anwalt. Vielleicht auch nur. Meinem Eindruck nach Zweifeln die Mandanten zu oft. Wobei natürlich (und leider gerade im Strafrecht) auch viele Nichtskönner auf dem Anwaltsmarkt unterwegs sind...

Um Missverständnisse auszuschließen: Das Schöffengericht ist Teil des "normalen" Amtsgerichts. Hat der Anwalt also vom Amtsgericht gesprochen, hatte er Recht.

Zitat:
Klar entspricht alles der Wahrheit, würde mich ja sonst selbst anlügen
Ist hier im Forum dennoch Alltag. :grins:

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#39
 Von 
go555918-98
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke euch :)

Also habe heute meinen Arbeitsvertrag unterschrieben UNBEFRISTET! :D
Zudem nur 3 Monate Probezeit. bin echt happy und sehr motiviert. werde auf jeden fall mein bestes geben.

Allerdings ein Problem..

habe mich jetzt so sehr wegen der arbeit gefreut gestern und deswegen einmalig und zum ersten mal vergessen mich an diesem tag bei der polizei zu melden.. immer Montags und Freitags..

Habe diesen Freitag vergessen :/ habs mir erschrecken heute morgen festgestellt und bin am morgen noch zu der Dienststelle, die hatte aber schon zu.. bin dann zum nächst größeren Revier gefahren, dort war man aber nicht zuständig, stattdessen sollte ich n urin test abgeben, war ja kein problem aber naja..

dann wurde ich ans andere revier verwiesen, dort bin ich dann hin und habe mich dann heute anstatt gestern gemeldet.. und mich entschuldigt und geschildert warum es so kam..

Werde ich jetzt wieder inhaftiert ?

Bin seit etwa 3 Monaten draussen, das war das erste mal :(

-- Editiert von go555918-98 am 29.08.2020 14:33

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#40
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(11617 Beiträge, 7826x hilfreich)

Machen Sie sich nicht verrückt.
So schnell passiert da nichts.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#41
 Von 
palino
Status:
Schüler
(481 Beiträge, 79x hilfreich)

Wie haben Sie mit dem Nervenkostüm bloß als Drogenhändler überlebt? Sie machen eher den Eindruck wie jemand der bereits beim Klingeln des Postboten hektisch den Stoff die Toilette runter spült.

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#42
 Von 
go555918-98
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von palino):
Wie haben Sie mit dem Nervenkostüm bloß als Drogenhändler überlebt? Sie machen eher den Eindruck wie jemand der bereits beim Klingeln des Postboten hektisch den Stoff die Toilette runter spült.

Wie gesagt, die Drogensucht hatte mich getrieben.. Da haben sie recht, so ziemlich genau das beschreibt mich.

Ich wollte nur noch mitteilen, dass nochmal alles gut gegangen ist. Haftbefehl wurde nicht wieder in vollzug gesetzt gottseidank. Morgen kann ich meine Arbeit antreten. Freue mich sehr. ich halte euch auf dem laufenden !

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#43
 Von 
go555918-98
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Kleines Update: Heute kam der Entzug der Fahrerlaubnis in den Briefkasten. Ist das ein Zeichen dafür, dass die Ermittlungen abgeschlossen sind oder muss das nicht im Zusammenhang stehen ?

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#44
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28150 Beiträge, 8387x hilfreich)

Von wem kam der? 1. Gericht oder 2. Straßenverkehrsbehörde?

Bei 2. hat das mit dem Strafverfahren nichts zu tun und bei 1. kann es aktuell nur eine vorläufige Entziehung sein. Schlüsse zum Stand des Ermittlungsverfahrens kann man daraus nicht ziehen.

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#45
 Von 
go555918-98
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Brief kam von der Fahrerlaubnisbehörde, aufgrund der Weiterleitung des damals zuständigen Polizeireviers wo über die Wohnungsdurchsuchung und meine Einlassung beim Haftrichter unterrichtet wurde (der Konsum), soll ihn mit Verzichtserklärung abgeben.

würde auch nichts bringen dagegen was zu machen oder ? Würde halt gerne einen Screeningvertrag beginnen aber weiß ja nichtmal ob ich mit einer Bewährungsstrafe rausgehen werde, sollte ich lieber abwarten bis zur Verhandlung ?

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#46
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28150 Beiträge, 8387x hilfreich)

Zitat (von go555918-98):
würde auch nichts bringen dagegen was zu machen oder ?

Nein, natürlich nicht. Abhängige von harten Drogen sind ohne wenn und aber ungeeignet zum Führen von KFZ.

Du kannst 1 Jahr Abstinenz nachweisen, MPU machen und dann die Fahrerlaubnis neu beantragen.

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#47
 Von 
go555918-98
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Kommt der Screeningvertrag, mal abgesehen von der Führerscheingeschichte, gut vor Gericht? Hab halt nur Angst diesen jetzt abzuschließen und dann zwischenzeitlich in Haft/Therapie zu gehen und er somit umsonst gewesen wäre. Aber wenn das vor Gericht gut aussehen würde, insbesondere wegen meiner Straftat / Suchtmittelsucht in der Vergangenheit, würde ich ihn trotzdem abschließen. Bin ja ohnehin clean.

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#48
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28150 Beiträge, 8387x hilfreich)

Gut vor Gericht kommt, wenn Du Dich in Therapie begibst. Nur damit, keine BTM mehr zu konsumieren (zumal in Erwartung einer Verhandlung) ist eine Sucht nicht behoben. Das wird auch Thema bei der MPU werden.

Bevor ich mir Gedanken um die Wiedererteilung der Fahrerlaubnis mache, würde ich in der Tat aber erstmal das Strafverfahren zu Ende bringen.

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#49
 Von 
go555918-98
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Seh ich nämlich genau so.. Die FE kann warten.

Aber eine stationäre Therapie wäre unter aktuellen Gesichtspunkten eher kontraproduktiv für mich, da ich endlich eine Unbefristete Arbeitsstelle habe und diese gern behalten möchte und auch hoch motiviert bin, ebenso der chef ist unglaublich zufrieden mit mir, das hatte ich zuvor noch nie. Ich würde diese Therapie dann lieber ambulant machen, falls möglich. (Mir geht es tatsächlich nicht um den Freiheitsentzug sondern primär wirklich um die Arbeitsstelle, die ich unbedingt behalten möchte.)

Wäre das ein Argument vor Gericht oder ist das völlig egal ?

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#50
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28150 Beiträge, 8387x hilfreich)

Zitat (von go555918-98):
Ich würde diese Therapie dann lieber ambulant machen,

Ja, besser als nichts... (auch vor Gericht)

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#51
 Von 
go555918-98
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Die Dame bei der Drogenberatung sagte zu mir, man könne eine Drogentherapie nur ambulant machen wenn man bereits eine stationäre hinter sich hat, stimmt das ? :o

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#52
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28150 Beiträge, 8387x hilfreich)

Nein

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#53
 Von 
go555918-98
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Komisch, warum erzählt die mir so was ? Dann muss ich noch dazu fragen, unser Antrag bezog sich nun auf eine Stationäre Therapie nach §35. Ließe sich diese im Nachhinein, wenn man den Ausgang des Verfahrens kennt, auf eine ambulante umwandeln? Sprich, wenn ich vor Gericht unter 24 Monaten kommen würde und der Richter einverstanden wäre mit einer ambulanten Therapie, könnte ich diesen Antrag dann ggf. neu stellen bzw "umstellen", oder muss ich diese dann so antreten wie beantragt ?

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#54
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28150 Beiträge, 8387x hilfreich)

Wieso beantragst Du eine stationäre Therapie, wenn Du keine machen willst?

§ 35 BtMG spielt im Moment noch gar keine Rolle. Den Antrag auf Strafzurückstellung nach § 35 BtMG stellt man bei der Staatsanwaltschaft nachdem man zu einer Freiheitstrafe von max. 2 Jahren ohne Bewährung verurteilt wurde. In allen anderen Fällen (Bewährung oder mehr als 2 Jahre) macht ein Antrag auf 35 überhaupt keinen Sinn.

Für den Antrag beim Renten- oder Krankenversicherungsträger auf Kostenübernahme einer Therapie (und darum geht's bei Dir ja wohl grade) spielt § 35 BtMG keine Rolle. Da beantragt man entweder eine ambulante oder stationäre Therapie und sucht sich einen Therapieplatz in einer nach § 35 BtMG anerkannten Einrichtung (wobei es da mehr stationäre als ambulante gibt, das stimmt soweit). Wenn man das dann alles hat (Kostenzusage und Therapieplatz) kann man, nachdem man dann zu max. 2 Jahren ohne Bewährung verurteilt wurde, den § 35 Antrag stellen. Ansonsten ist der völlig überflüssig und auch gar nicht möglich.

Wird man zu einer Freiheitstrafe mit Bewährung verurteilt, macht man seine Therapie einfach so. Idealerweise fängt man schon (kurz) vor der Verhandlung damit an. Nicht zu früh, denn sonst ist mit Pech die Therapie schon zuende, bevor überhaupt die Verhandlung stattgefunden hat. In der Verhandlung gibt's dann entweder ne Bewährungsstrafe und man macht die Therapie einfach so weiter (bzw. bekommt sie ggf. als Bewährungsauflage, was dann aber nichts mit § 35 zu tun hat) oder es gibt eine Strafe ohne Bewährung (bis 2 Jahre), dann beantragt man die Zurückstellung der Strafe zugunsten der Therapie nach § 35 BtMG. Und später dann die Aussetzung des Strafrestes nach § 36 BtMG zur Bewährung. Oder es gibt mehr als 2 Jahre. Dann hat man Pech und kann einen Antrag auf 35 erst stellen, wenn man den oberhalb von zwei Jahren liegenden Teil in der JVA verbüßt hat.

Was die Tante von der DROBS möglicherweise gemeint hat, ist dass die Kostenträger (also RV oder KV) in der Regel lieber eine stationäre Therapie genehmigen (= bezahlen) als eine ambulante. Da muss man sie dann halt argumentativ überzeugen, dass eine ambulante Therapie im konkreten Fall besser geeignet ist, als eine stationäre. Gehen tut das alles. Das hat aber wie gesagt alles (noch) nichts mit § 35 BtMG zu tun. Bei dem sind wir noch lange nicht...

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#55
 Von 
go555918-98
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Zum Zeitpunkt der Antragstellung war noch keine Anstellung in Aussicht bzw überhaupt keine perspektive auf etwas. Deshalb wollte ich die stationär machen. Da ich jetzt aber unbefristet arbeite würde ich sie doch gerne ambulant machen.

Update: Hab ein Gespräch mit dem Anwalt gehabt, die Staatsanwaltschaft hat nun ermittelt dass es bei meinem Konto Bargeldeinzahlungen in Höhe von etwa 55.000 € gab. Diese will das Gericht dann wahrscheinlich einfordern. Logischerweise kann ich diesen Betrag aber nicht erbringen.. Wie würde das ablaufen? Wäre eine Privatinsolvenz in dem Fall denkbar ?

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#56
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28150 Beiträge, 8387x hilfreich)

Zitat (von go555918-98):
Wie würde das ablaufen?

Ratenzahlung

Zitat (von go555918-98):
Wäre eine Privatinsolvenz in dem Fall denkbar ?

Nein. Es handelt um eine Forderung aus vorsätzlich unerlaubter Handlung. Die sind von der Restschuldbefreiung im Inso-Verfahren ausgeschlossen. § 302, Nr. 1, 1. Alt. InsO

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#57
 Von 
go555918-98
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Okay dachte ich mir, wollt nur mal gefragt haben.

Wie ist das, wenn man beispielsweise zu wenig verdient (pfändgrenze 1150?) bzw man unterhalt für ein kind zahlt und deshalb unter die pfändgrenze kommt? ist bei mir nämlich der fall. und was wäre wenn man unverschuldet arbeitslos wird ?

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#58
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(81318 Beiträge, 33954x hilfreich)

Zitat (von go555918-98):
Logischerweise kann ich diesen Betrag aber nicht erbringen..

Keine Sorge, man hat Zeit bis über den Tod hinaus ...



Zitat (von go555918-98):
Wie würde das ablaufen?

Es wird am Ende gepfändet, was pfändbar ist. Bei einem Singel wären das dann knapp 1200 EUR die vor Pfändung geschützt sind.



Zitat (von go555918-98):
Wäre eine Privatinsolvenz in dem Fall denkbar ?

Nein.




-- Editiert von Harry van Sell am 16.09.2020 23:56

Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#59
 Von 
drkabo
Status:
Gelehrter
(11617 Beiträge, 7826x hilfreich)

Zitat:
Wie ist das, wenn man beispielsweise zu wenig verdient (pfändgrenze 1150?) bzw man unterhalt für ein kind zahlt und deshalb unter die pfändgrenze kommt?

Dann hat man halt Schulden. Wenn man nichts zurückzahlt und das ganze Leben unter der Pfändungsgrenze lebt, dann bleiben die Schulden bis ans Lebensende.
Ich hoffe aber mal, dass Ihre Lebensplanung durchaus vorsieht, auch mal mehr Geld zu verdienen - schon im Interesse des Kindes.

Signatur:Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.
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#60
 Von 
go555918-98
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 0x hilfreich)

Ja, das habe ich auf jeden Fall vor, langfristig mehr Geld zu verdienen. Wohne aktuell auch bei meiner Mutter, übergangsweise halt bis ich wieder etwas habe (bzw bis mal das Verfahren abgeschlossen ist vorallem..) aber möchte natürlich nicht auf ewig bei ihr wohnen nur weil ich diese Forderungen habe. (Könnte während ich bei ihr wohne nahezu mein komplettes gehalt sparen und das zahlen.) Wäre das dann flexibel möglich, sprich wenn ich bei meiner Mutter lebe, dass ich auch mal einfach 800 zahle obwohl das dann weit unter der pfändungsgrenze läge? und wie verhält sich das wenn ich arbeitslos werde (unverschuldet natürlich) ?

Meine Angst liegt darin, in haft dafür zu kommen falls ich unverschuldet arbeitslos werde.

-- Editiert von go555918-98 am 17.09.2020 00:18

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