Gutschein erhalten, welcher von Ebay "geklaut" wurde - wer haftet?

7. August 2023 Thema abonnieren
 Von 
maiskölbchen
Status:
Beginner
(94 Beiträge, 1x hilfreich)
Gutschein erhalten, welcher von Ebay "geklaut" wurde - wer haftet?

Moin,

ich würde am Wochenende Betrugsopfer über den Zahlungsanbieter Wise. Ins Detail möchte ich nicht gehen, weil das rechtliche soweit am laufen ist durch die Strafanzeige. Darum geht es nicht.

Im Zuge des Betruges sollte ich Gutscheine für Musicals bekommen. Ich habe natürlich nicht die 1100 Euro Gutscheinsumme gesehen, bis auf einen. 100 Euro nur. Und dieser Gutschein wurde aber scheinbar, so lässt es das Foto nach meiner Recherche vermuten, aus einer Ebay Auktion geklaut. Die Verkäuferin der Ebay Auktion hat dummerweise den ganzen Gutscheincode eingeblendet und somit war der Gutschein für mich nutzbar.

Die Frage ist nun: Ich möchte die VK von ebay kontaktieren, aber muss ihr natürlich beichten, dass der Gutschein eingelöst ist. Wer haftet? Muss ich den Schaden bezahlen weil ich den Gutschein genutzt habe oder muss die bereits angezeigte Betrügerin hier von der Verkäuferin in Haftung genommen werden sprich sie muss auch Anzeige erstellen um das Geld oder den Gutscheinwert von ihr zurück zu bekommen? Oder ist die VK am Ende selbst Schuld weil sie den ganzen Gutschein gezeigt hat?

Liebe Grüsse und Danke für die Hilfe

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10 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118518 Beiträge, 39582x hilfreich)

Zitat (von maiskölbchen):
Die Verkäuferin der Ebay Auktion hat dummerweise den ganzen Gutscheincode eingeblendet und somit war der Gutschein für mich nutzbar.

Bedeutet was konkret?


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#2
 Von 
maiskölbchen
Status:
Beginner
(94 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Bedeutet was konkret?


In der Auktion ist das Foto vom Gutschein, der Barcode abgedeckt (wie man es normalerweise macht wenn man Tickets verkauft), aber nicht den Gutscheincode, der neben dem Barcode nochmal auf dem Ticket abgedruckt wird unten. Mit diesem kann man schon den Wert einlösen. Der Barcode ist völlig unwichtig auf einem Guthaben basiertem Code.

Den hat mir meine Betrügerin mir gegeben. Ich habe es auch erst im Nachhinein durch Recherche heraus bekommen, weil ich dann nachgeforscht habe woher der Gutschein kommen könnte. Werde das aber natürlich auch der Kripo heute weiterleiten, weil ich noch viele Screenshots habe die denen weiterhelfen könnte.



-- Editiert von User am 8. August 2023 09:18

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#3
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16286 Beiträge, 9222x hilfreich)

Mir ist noch nicht ganz klar, wo der Betrug sein soll.

Eine Ebay-Verkäuferin V möchte einen Gutschein verkaufen, fotografiert den Gutschein aber so ungeschickt, dass der Code sichtbar ist.
Betrügerin B hat Ihnen einen Gutschein verkauft. Sie haben den Gutschein, den Sie bei B gekauft haben, eingelöst.
Im Nachhinein stellt sich heraus, dass der von Ihnen gekaufte Gutschein der ist, den V angeboten hat.

Richtig?

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#4
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118518 Beiträge, 39582x hilfreich)

Zitat (von maiskölbchen):
Den hat mir meine Betrügerin mir gegeben.

Ok, dann wäre Dir strafrechtlich aus der Ecke nichts vorzuwerfen.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#5
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1350 Beiträge, 269x hilfreich)

Zitat (von maiskölbchen):
Im Zuge des Betruges sollte ich Gutscheine für Musicals bekommen.
Das ist vielleicht etwas ungünstig formuliert. Man wusste doch von den Betrugsabsichten nichts, nehme ich an. Hat man die Gutscheine denn wie angeboten erhalten oder nicht?

Zitat (von maiskölbchen):
Den hat mir meine Betrügerin mir gegeben. Ich habe es auch erst im Nachhinein durch Recherche heraus bekommen, weil ich dann nachgeforscht habe woher der Gutschein kommen könnte.
Ich verstehe das noch nicht. Wenn man doch erhält, was man ersteigert hat, weshalb recherchiert man dann? Und wenn man feststellt, dass es sich um Hehlerware handelt, wieso löst man den Gutschein ein? Und dass die VK durchweg als "die Betrügerin" tituliert wird, ist der Umgangssprache geschuldet oder wo genau liegt die Betrugshandlung? Ggf. darin, dass die VK vorgab, den Gutschein (der nicht ihr Eigentum war) verkaufen zu dürfen?

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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#6
 Von 
maiskölbchen
Status:
Beginner
(94 Beiträge, 1x hilfreich)

Nein. Gekauft (wenn man von der Vereinbarung ausgeht) habe ich Gutscheine im Wert von 1100 für 550 Euro. Erhalten habe ich eine, wohlmöglich um mich glauben zu lassen da kommt noch mehr. Mittlerweile hat die Betrügerin mich aber bei Facebook blockiert und das Geld bei dem Zahlungsanbieter Wise abgehoben.

Als ich den Gutschein fröhlich eingelöst habe wusste ich nicht dass es sich um Betrug handelt. Dann hätte ich ihn wohl kaum eingelöst.


-- Editiert von User am 9. August 2023 07:54

-- Editiert von User am 9. August 2023 07:55

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#7
 Von 
maiskölbchen
Status:
Beginner
(94 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Ok, dann wäre Dir strafrechtlich aus der Ecke nichts vorzuwerfen.


Und zivilrechtlich ? Von irgendwem will sie ja die 100 Euro!? Ich habe sie benutzt, also muss ich ihr die 100 Euro zurück geben?

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#8
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1350 Beiträge, 269x hilfreich)

So ein wunderschöner Forenname und doch so schwieriger Input..

Zitat (von maiskölbchen):
Gekauft (wenn man von der Vereinbarung ausgeht) habe ich Gutscheine im Wert von 1100 für 550 Euro. Erhalten habe ich eine, wohlmöglich um mich glauben zu lassen da kommt noch mehr.
Also man erwirbt von privat Gutscheine im Wert von 1.100,- EUR zum Preis von 550,- EUR (ohne sich zu fragen wie das sein kann). Dann erhält man lediglich einen Gutschein im Wert von 100,- EUR, ist damit zufrieden und löst ihn ein. Verstehe ich das richtig?

Was ist denn dieses "Wise" für eine Plattform, dass so ein Unfug überhaupt möglich ist?

Zitat (von maiskölbchen):
Von irgendwem will sie ja die 100 Euro!? Ich habe sie benutzt, also muss ich ihr die 100 Euro zurück geben?
Also zunächst einmal möchte man eigentlich wohl sein Geld von der Betrügerin (die 550,- EUR ertrogen hat) zurückhaben, was bislang interessanterweise keinerlei Erwähnung fand. Das bringt mich zu der Vermutung, dass man von der unlauteren Inbesitznahme der Gutscheine gewusst haben könnte, womit auch die vermeintlich anlasslose Recherche wiederum einen Sinn ergibt.

Auf all dies gab es bislang keine Antworten und damit mache ich es mir an dieser Stelle so einfach wie es sich der TE macht und gehe von (zumindest bedingt) vorsätzlicher Hehlerei aus, die da bedeutet..

Zitat (von 259 Abs. 1 StGB A):
Wer eine Sache, die ein anderer [..] durch eine gegen fremdes Vermögen gerichtete rechtswidrige Tat erlangt hat, ankauft [..], um sich [..] zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Und ja, der Schaden ist dem Verletzten zu ersetzen.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
maiskölbchen
Status:
Beginner
(94 Beiträge, 1x hilfreich)

Zitat:
Also man erwirbt von privat Gutscheine im Wert von 1.100,- EUR zum Preis von 550,- EUR (ohne sich zu fragen wie das sein kann).


Das ist nicht ganz unüblich bei Musical Tickets. Also ich persönlich gehe alle zwei Wochen in den König der Löwen und zahle nie mehr als 40-50 Euro pro Ticket bei Ebay Kleinanzeigen. Das kleinste fängt schon bei 100 Euro Originalpreis an. Aber Einzeltickets verkaufen sich sehr schwer. Da sind die Leute über den das kleine Geld froh. Bei Gutscheinen, die zeitnah auslaufen, ist das ähnlich. 30-40% ist hier meist locker drin. Bei der Dame von mir meinte sie der Stage Gutschein würde in 17 Tagen auslaufen, sprich die Gültigkeit verlieren. Das erschein mir glaubhaft, da die Gutscheine aus abgesagten Shows in der Corona Zeit durchaus jetzt alle so langsam auslaufen. Es hat alles gepasst und es gab keinen Grund zu glauben es handelt sich um Betrug.

Zitat:
Dann erhält man lediglich einen Gutschein im Wert von 100,- EUR, ist damit zufrieden und löst ihn ein. Verstehe ich das richtig?


Ne, ich habe bei der Person schon im Juni eine König der Löwen Karte geschenkt bekommen - die ging auch - das war wohl der Köder. Danach habe ich paar Wochen später zwei weitere Tickets für zwei Sonntage zu je 35 Euro erworben - das war wohl das Vertrauen füttern. Es gab also für mich keinen Anlass zu glauben hier findet ein Betrug statt. Es gab Sprachnachrichten per Messenger - man hörte ein Kind im Hintergrund - es war ganz normal.

Zitat:
Was ist denn dieses "Wise" für eine Plattform, dass so ein Unfug überhaupt möglich ist?


wise, früher Transferwise, ist ein Konto in der Art wie Paypa. Da kann man Geld in alle Welt senden, ohne es umzuwechseln, also die Währung. Ich nutze Wise normalerweise zum füttern meiner türkischen Kreditkarte, welche ich benutze um günstig Abos abzuschließen oder Spiele zu erwerben, da diese Dinge in der Türkei günstiger sind (siehe auch MyDealz Suche "Türkei"). Netflix ist so für 2-3 Euro pro Monat möglich statt der 17,99 Euro.

Wise ist dem Konto immer ein richtiges Konto angeschlossen. Wie bei Paypal eben, nur mit richtiger iban anstatt Mail.

Zitat:
Das bringt mich zu der Vermutung, dass man von der unlauteren Inbesitznahme der Gutscheine gewusst haben könnte, womit auch die vermeintlich anlasslose Recherche wiederum einen Sinn ergibt.


Du musst bedenken, dass all das sich innerhalb einer Stunde abgespielt hat und hier wurde auf Zeit gespielt, denn was bei Wise steht ist folgendes:

Zitat:
"Wenn das Geld bereits ausgezahlt wurde, können wir leider nicht garantieren, dass wir es zurückholen können. Wir werden aber unser Möglichstes tun, um dir in der Sache beizustehen. Jegliches Geld, das an uns zurückerstattet wird, werden wir auch an dich weiterleiten."


Quelle: https://wise.com/de/help/articles/2978048/ich-vermute-dass-ich-einem-betrug-oder-scam-zum-opfer-gefallen-bin

Also die Dame schrieb sie fährt los die Gutscheine holen, dann schrieb sie ist im Stau, dann kam per Mail der erste Gutschein (geklaut), und dann blockierte sie mich auf Facebook usw. Alles binnen einer oder zwei Stunden. Sie hat also nur um Zeit gespielt damit sie schnell zu einem Automaten fahren kann um es abzuheben.

Während ich also Gutschein 1 hatte, habe ich natürlich mir schon ein Ticket geholt. Dachte da kommt noch der Rest. Gerade in den Ferien sind nur noch Einzelplätze frei und da will ich wenigstens gut sitzen.

Als ich blockiert wurde, fing ich dann an zu schauen und zu suchen und dann stiess ich auf den Gutschein bei eBay.

Mittlerweile habe ich auch den TikTok Account ihres Mannes mir angeschaut und entweder sind sie im Urlaub oder aber leben in dem südländischen Land wo er die Flex-Videos mit Auto macht. Ich denke für die deutschen Behörden sind sie nicht greifbar.

Daher war meine Frage ob ich der Ebay Geschädigten die 100 Euro geben muss oder wie das läuft. Ich meine ich habe schon 550 Euro Schaden und dann noch das bezahlen was Betrügerin und Verkäuferin (Gutscheincodes deckt man ab) verbockt hat, wäre schon bitter.

-- Editiert von User am 10. August 2023 09:28

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
maiskölbchen
Status:
Beginner
(94 Beiträge, 1x hilfreich)

Hinzu kommt noch das Ebay Profil wo sie (die Betrügerin) ja auch Tickets verkaufte und nur positive Bewertungen sammelte. Es gab für mich keinen Anlass zu glauben es handelt sich um Betrug.

-- Editiert von User am 10. August 2023 09:41

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