Handel aus Notwehr?

25. September 2014 Thema abonnieren
 Von 
Pette
Status:
Frischling
(12 Beiträge, 3x hilfreich)
Handel aus Notwehr?

Hallo liebe Experten dises Gebiet, es geht um folgendes...
Ich wurde in einer Whatsappgruppe wirklich zu tiefst und auf unterstem Niveau von einem Bekannten beleidigt! Als ich ihn darauf hin privat anschrieb um das ganze zu klären nahm das ganze auch keinerlei Wende, im Gegenteil... Ich bin wirklich ein sehr sehr sehr geduldiger und friedfertiger Mensch, jedoch hat dieser Kerl WIRKLICH eine Lektion verdient! Angenommen das nächstemal wenn wir uns begegnen würde ich mich auch auf sein Niveau herablasse und ihn auch beleidigen werde und ihn damit dazu bringe dass er mich angreifen wird. Habe ich das Recht aus Notwehr ihn ebenso zu attakieren sehe ich das richtig? Oder kann es dann durch vorhergehende Provokationen zu irgend einem Problem kommen? Ich denke nicht oder? Ich verfüge über keinerlei Kampfkünste oder der gleichen und werde wie gesagt nur zum Schlag ansetzen wenn er mich angreifen wird... Kann das in irgendeiner Art und Weiße rechtliche Konsequenzen mit sich ziehen? Recht herzlichen Dank im voraus! MfG Pette

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-- Editiert Pette am 25.09.2014 14:56

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
spatenklopper
Status:
Gelehrter
(10899 Beiträge, 4246x hilfreich)

Einfach mal den Begriff "Notwehrprovokation" googeln.

Kurzfassung:

Ja es wird zu Problemen kommen, ja es wird (bei Anzeige) rechtliche Konsequenzen mit sich ziehen.

Zitat:
2. Die Notwehrprovokation bis heute – ein kurzer Überblick

Rechtsprechung und Literatur unterscheiden zunächst grundsätzlich zwischen Absichts- und sonst vorwerfbarer Provokation. Innerhalb der sonst vorwerfbaren Provokation erfolgt teilweise noch eine Einteilung nach bestimmten Fallgruppen und Vorsatzformen.

Bei der sog. Absichtsprovokation führt der Verteidiger den Angriff geplant herbei, um den Angreifer unter dem Vorwand einer äußerlich gegebenen Notwehrlage (im Deckmäntelchen des § 32 StGB )verletzen zu können. In diesen Fällen ist dem Verteidiger das Notwehrrecht nach ganz h.M. abzusprechen, wobei lediglich die Begründungsmodelle divergieren: Der vollständige Ausschluss der Notwehrrechte bei einer Absichtsprovokation lässt sich damit erklären, dass derjenige, der das ihm zustehende Recht missbraucht, den Boden des Rechts verlässt und daher als der eigentliche Angreifer einzustufen ist. Daher ist der Absichtsprovokateur weder schutzwürdig, noch kann er sich auf den Rechtsbewährungsgedanken berufen. Soweit man (wie die Rechtsprechung) eine Verteidigungsabsicht fordert, kann man in den Fällen der Absichtsprovokation die Voraussetzungen des § 32 StGB bereits wegen fehlender Verteidigungsabsicht verneinen. Auch ein sog. "Motivbündel" (das für eine Bejahung der Verteidigungsabsicht ausreichen würde) kann in diesen Fällen nicht festgestellt werden.


[Quelle: http://www.hrr-strafrecht.de]

-- Editiert spatenklopper am 25.09.2014 15:54

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Hafenlärm
Status:
Lehrling
(1505 Beiträge, 1743x hilfreich)


Sie wollen hier offenbar eine Anleitung erhalten, wie Sie jemanden zusammenschlagen können, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.
Die wird es aber hier geben, jedenfalls nicht von mir.

Sie dürfen getrost davon ausgehen, dass sowohl jede Bleidigung als auch jeder Schlag von Ihnen strafbar sein wird und sich auch entsprechend verfolgen lassen wird, mit Notwehr ist da auf keinen Fall etwas.
Hinzu kommen zivilrechtliche Unterlassungsansprüche des Geschädigten, einschließlich Anwaltskosten, Schadenersatz und Schmerzensgeld.
Vielleicht auch noch ein Näherungsverbot?
Und je nach Verlauf einer solchen Auseinandersetzung (oder den eigenen Vorstrafen) wird der Tatvorwurf so schwer, dass Sie noch einen eigenen Strafverteidiger bezahlen dürfen.

Pragmatischer Tipp: Kontakt abbrechen!

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122362 Beiträge, 40130x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Handel aus Notwehr? <hr size=1 noshade>

Nein.





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
NinaONina
Status:
Lehrling
(1504 Beiträge, 1226x hilfreich)

quote:
und ihn auch beleidigen werde und ihn damit dazu bringe dass er mich angreifen wird


Es wird gerne vergessen, daß auch die Beleidigung ein notwehrfähiges Delikt sein kann. Bei deiner Konstruktion wäre der "Angriff" des anderen also Notwehr gegen deine Beleidigung. Gegen Notwehr ist aber kein Notwehrrecht gegeben, sofern es sich nicht um Notwehrexzeß handelt.

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