Hausfriedensbruch - Kann die Unwissenheit zu irgend etwas nutze sein?

29. Oktober 2006 Thema abonnieren
 Von 
Anklagebänkliwärmer
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Hausfriedensbruch - Kann die Unwissenheit zu irgend etwas nutze sein?

Hallo zusammen,

Ich habe da ein paar Fragen an euch, werde jedoch zuerst die Situation schildern.

Situation:

Sieben Jugendliche (alle um die 16 Jahre alt, niemand ist 18) klettern unter mässigem Alkoholeinfluss auf das Flachdach eines Gebäudes. Das Gebäude liegt unmittelbar hinter einem andern Gebäude in welchem eine Party steigt. Das Areal auf welchem das Gebäude steht ist weder eingezäunt noch sonst irgendwas, zudem sind vor dem Gebäude flache Steine aufgestapelt, welche es jedem 5 jährigen erlaube auf das Dach zu gelangen. Die sieben Jugendlichen werde von zwei Security's des Nebengebäudes (in welchem die Party steigt) dabei erwischt. Sie rufen die sieben hinunter verlangen von allen die ID und nehmen die Personalien auf.
Die beiden Security's machen daraufhin die Jugendlichen darauf aufmerksam das sie evtl. eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch bekommen.

(Das ganze findet in der Schweiz statt)


Laut http://www.admin.ch/ch/d/sr/311_0/a186.html ist Hausfriedensbruch wenn sich die Jugendlichen gegen den Willen des Berechtigten auf dem Dach aufhalten, da jedoch nirgends ein Verbotsschild o.ä. war, und der Berechtigte nicht anwesend war sind die Jugendlichen ja nicht gegen den Willen des Berechtigten auf dem Dach gewesen.

Zudem haben die Jugendlichen den Forderungen der Security ausnahmslos Folge geleistet, und sich auf deren Aufforderung, das Dach zu verlassen, auch hinunterbewegt.

Nun meine Fragen...

-Besteht in dieser Situation wirklich die Möglichkeit das die Jugendlichen eine Anzeige bekommen?

-Kann die Unwissenheit zu irgend etwas nutze sein? Die Jugendlichen wussten ja nicht das das verboten ist...



Mit freundlichen Grüssen

Anklagebänkliwärmer






-- Editiert von Anklagebänkliwärmer am 29.10.2006 13:06:48

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9554 Beiträge, 2351x hilfreich)

Da dieser Fall in der Schweiz spielt, kann ich natürlich nichts verbindliches sagen.

Aber ich werde sagen, wie es in Deutschland ist, da ich annehme, daß die Interpretation in der Schweiz wohl die gleiche sein dürfte.

Auf ein Verbotsschild kommt es nicht an. Wer auf einem fremden Grundstück auf das Hausdach klettert, kann nicht von einer mutmaßlichen Einwilligung des Berechtigten ausgehen.

Man möge sich eine andere Betrachtungsweise mal in Konsequenz überlegen.

Der Diebstahl der Geldbörse ist nicht strafbar da nicht draufstand: Bitte nicht klauen ! ???

Auch wenn die fehlende Berechtigung im Gegensatz zum Diebstahl beim Hausfriedensbruch ein echtes Tatbestandsmerkmal ist, ist ein Verbotsschild nicht erforderlich.

Die fehlende Erlaubnis ergibt sich eindeutig aus dem Zusammenhang.

Nach deutschem Recht liegt ein Hausfriedensbruch vor. Allerdings müßte in Deutschland die Tat von dem Grundstücksbesitzer angezeigt werden, da der Hausfriedensbruch in Deutschland ein absolutes Antragsdelikt ist. Daher wäre nach Deutschem Recht die Security nicht berechtigt Strafantrag zu stellen, erst recht nicht auf dem Nachbargrundstück.

Gruß Justice

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Anklagebänkliwärmer
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Nehmen wir an in der Schweiz ist Hausfriedensbruch ein Antragsdelikt (was es soviel ich weiss auch ist). Dann ändert das insofern nur soviel, das nun der Grundstückbesitzer entscheiden kann ob er eine Anzeige erstatten will oder nicht. Sehe ich das richtig?

Ach ja und Danke für die schnelle Antwort...

Gruss Anklagebänkliwärmer

-- Editiert von Anklagebänkliwärmer am 29.10.2006 14:17:29

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9554 Beiträge, 2351x hilfreich)

Quasi richtig !


Die Voraussetzung dafür, daß überhaupt eine Straftat verfolgt werden kann, ist nunmal der Strafantrag des Berechtigten. Ohne den können hunderte von Anzeigen erstattet werden. Die alle nützen nichts, wenn der entscheidende StrafANTRAG des Berechtigten fehlt.

So ist das jedenfalls beim Hausfriedensbruch in Deutschland.

Gruß Justice


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