Hausfriedensbruch/Einbruch/Diebstahl/Nötigung?

21. September 2009 Thema abonnieren
 Von 
Emila
Status:
Frischling
(1 Beiträge, 0x hilfreich)
Hausfriedensbruch/Einbruch/Diebstahl/Nötigung?

Hallo,

ich bin leider rech verzweifelt. Ich habe in einer Wohnung mit meinem damaligen Partner gewohnt, Mietvertrag existiert nicht, da die Wohnung mir gehört.
Folgende Situation hat sich dann abgespielt:
Ich habe mich von ihm getrennt, habe aber gesagt er kann seine Sachen abholen und den Teil den er nicht direkt braucht bei mir lassen, weil er eine neue Wohnung suchen musste. Daraufhin ist er zu seinen Eltern gezogen, er hat auch keine Kosten mehr für die Wohnung getragen.
Ich bat ihn, er solle nur angekündigt kommen und seine Sachen abholen, weil er ja auch keine Geld für Umkosten mehr an mich gezahlt hat und ich es auch nicht möchte, dass jemand einfach so in meine Wohnung reinkommt.

Dies missachtete er aber, er kam mehrfach mit fremden Personen in meine Wohnung ohne ankündigung worauf ich ihn auch aufmerksam machte - aber er tat es immer wieder. (leider habe ih ihm den schlüssel nicht abgenommen und er wollte ihn auch nicht geben - bis heute nicht!)

Nachdem er mit jemand fremden wieder einmal in meine Wohnung hineinspazierte, und ohne Vorankündigung, ich unter der dusche war, und mich extrem erschreckt hatte, hat ein Freund von mir das Schloss ausgetauscht, jedoch ist es nicht ganz eingerastet gewesen.

Das Wochenende verbrachte ich woanders, und er (Exfreund) kam wohl vorbei (mal wieder unangekündigt) und zog das nicht richtig eingerastete Schloss heraus, und nahm Dinge mit, die wir uns gemeinsam angeschaff hatten und einiges was nur mir gehörte (Diebstahl?). Ich kam zurück in meine Wohnung und war geschockt konnte aber nichts tun.

Ich habe ihn mehrfach angerufen und versucht meine Sachen zurück zu bekommen, aber es tut sich nichts. Den Schlüssel hat er immer noch und gibt ihn nicht ab (Für die Hautür vorne der Hausparteien, Briefkasten, Kellerschloss).

Ich leide seit diesen Dingen unter Panickattacken, und bin auch jetzt in Psychologischer Behandlung, Diagnose: Trauma. Meine Therapeutin hat es mir ans Herz gelegt ihn anzuzeigen, aber ich habe angst das ich kein recht bekommen würde, nur zu hause halte ich es nicht aus - ich fühle mich die ganze zeit unsicher und beobachtet. Meine therapeutein sagte mir, die polizei könnte ihm einen besuch abstatten und nach dem schlüssel fragen? sie meint eich brauche den um meine äußere sicherheit wieder herzustellen...

Welche rechtlichen Schritte kann ich einleiten? Was kann ich tun? Bitte um Hilfe! Wie ist die allgemeine rechtslage??

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1 Antwort
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#1
 Von 
mega
Status:
Praktikant
(522 Beiträge, 135x hilfreich)

Zunächst begeht einen Hausfriedensbruch, wer "in die Wohnung [...] eines anderen [...] widerrechtlich eindringt, oder wer, wenn er ohne Befugnis darin verweilt, auf die Aufforderung des Berechtigten sich nicht entfernt. (§123 StGB )

Ihr ehemaliger Lebensgefährte ist aus der Wohnung ausgezogen und Sie haben ihn aufgefordert, den Schlüssel herauszugeben. Stattdessen hat er unberechtigt Ihre Wohnung wiederholt betreten. Damit hat er einen Hausfriedensbruch begangen. Sie können den Hausfriedensbruch anzeigen. Jedoch ist Hausfriedensbruch ein Privatklagedelikt und es zeigt sich hier nicht, dass der Rechtsfrieden über ihrer beider Lebenskreis hinaus gestört worden wäre. Demnach wäre auch bei Ihrer Strafanzeige die Staatsanwaltschaft gehindert, den Hausfriedensbruch strafrechtlich zu verfolgen. Man wird Sie auf den Privatklageweg verweisen, d.h. Sie müssten die Verfolgung der entsprechenden Straftat auf dem ordentlichen Gerichtsweg selbst betreiben, in der Regel nach einem abgeschlossenen Schiedsverfahren ohne Einigung. Ein Strafantrag wäre innerhalb Dreimonatsfrist zu stellen.

Wenn Ihr ehemaliger Lebensgefährte in Ihre Wohnung eindringt, nachdem Sie das Schloss ausgetauscht haben, er also nicht mehr über einen Schlüssel für Ihre Wohnung verfügt, und Ihr Eigentum aus Ihrer Wohnung entwendet, begeht er einen Wohnungseinbruchsdiebstahl, der mit einer Mindestfreiheitsstrafe von sechs Monaten bestraft wird. (§ 244 StGB ) Sie können den Wohnungseinbruchsdiebstahl anzeigen.

Zuletzt lassen Sie mich noch anfügen:
Unter einem Trauma versteht man gewöhnlich eine psychische Beeinträchtigung durch Erleben einer existentiellen Bedrohung, durch erhebliche, lebensbedrohliche Gewalt, Krieg, Unfall oder Naturkatastrophen. Auch wenn Sie sich durch das Verhalten Ihres ehemaligen Lebensgefährten deutlich beeinträchtigt fühlen und Ihre Psychotherapeutin bei Ihnen ein Trauma diagnostiziert hat dürfte diese Diagnose im Rahmen einer gerichtspsychiatrischen Begutachtung nicht haltbar sein. Dies für den Fall, dass Sie ggf. planen, weitere Ansprüche gegen Ihren ehemaligen Lebensgefährten auch zivilrechtlich geltend zu machen, am Rande bemerkt.

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