Hilfe bei Fallbeispiel...Unterschlagung/Diebstahl

10. April 2012 Thema abonnieren
 Von 
mindgame023
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)
Hilfe bei Fallbeispiel...Unterschlagung/Diebstahl

Hallo, ich würde gerne mal eure Meinung bezüglich des folgenden Fallbeispiels hören...

-Person A sei Angestellter im Kassenbüro/Bargeldbereich eines Unternehmens. Ihm würden regelmäßig hohe Geldbeträge anvertraut, die er deponiert bzw. entnimmt.
Dabei sei Person A die einzige person (zumindest während einer bestimmten Periode) die Zugang zum Depot habe (legitimiert durch einen schlüssel).
An einem bestimmten Tag, an dem der Bar-bestand regelmäßig äußerst hoch sei, plane er mit Person B und C einen "fingierten" räuberischen Diebstahl, an dem jeder gleich beteiligt werden solle.
Wie vorher mit person A besprochen erscheine Person B und C im Kassenbüro während einer Zeit, in der Person A alleine im Unternehmen sei. Hier übergebe person A ihnen den gesamten Bar-Bestand.
Anschließend melde Person A überfallen worden zu sein.-


Meine Frage ist nun, Inwiefern man Person A abgrenzend behandeln müsste.
Ich finde nämlich kaum rechtliche Ansätze für eine "gemeinschaftliche" Unterschlagung. Im falle eines gemeinschaftlichen Diebstahls nach §242,243 oder §244 StGb müsste aber doch das Gewahrsam der Sache bei jemandem liegen, der mit der Übereignung nicht einverstanden ist oder ?

Wie würdet ihr Person A und BC unabhängig voneinander unter strafrechtlichen Aspekten einstufen ?

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3 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Khryztynna
Status:
Lehrling
(1052 Beiträge, 494x hilfreich)

A unterschlägt das Geld. Außerdem begeht er ggfs. einen §145d StGB .

Mit einer Strafbarkeit von B und C habe ich auch eher Bauchschmerzen. A hat die Tat vollendet, bevor er B/C das Geld übergibt. A braucht B und C auch nicht dazu, das Geld aus der Kasse zu nehmen. Also keine Beihilfe. Daß B/C wußten, daß das Geld nicht legal A gehört, ist erst mal unerheblich; eine Anzeigepflicht haben sie nicht und Hehlerei ist bei Geld AFAIK ausgeschlossen (mal abgesehen davon, daß kein Diebstahl vorliegt).

B/C könnten vielleicht als Mittäter angesehen werden, wenn sie an der Planung - womöglich noch bestätigend - mitgewirkt haben.

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1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
mindgame023
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 1x hilfreich)

Danke für die Antwort.

Also sehe ich es richtig, dass es eigentlich zu keinem Diebstahl nach §242 StGB ff gekommen ist, da sich der entwendete Gegenstand ja im Gewahrsam der Person A befunden hat, unabhängig davon wer die "Beute" tatsächlich aus dem Gebäude getragen hat.

Würde man nun davon ausgehen, das B/C wirklich zu gleichen Teilen an der Planung mitgewirkt und den rechtmäßigen Eigentümer gekannt hätten , wäre die Strafbarkeit auch hier auf eine Unterschlagung zu beschränken ?

Bzw. welche möglichen Tathergänge oder Hintergrundfakten innerhalb dieses Beispiels wären zusätzlich nötig um eine mögliche Strafbarkeit in Richtung -Diebstahl,schwerer diebstahl, Bandendiebstahl- zumindest anzudenken....


Danke im voraus...


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1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Khryztynna
Status:
Lehrling
(1052 Beiträge, 494x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Würde man nun davon ausgehen, das B/C wirklich zu gleichen Teilen an der Planung mitgewirkt und den rechtmäßigen Eigentümer gekannt hätten , wäre die Strafbarkeit auch hier auf eine Unterschlagung zu beschränken ? <hr size=1 noshade>


Ggfs. auch auf den §145d StGB in mittelbarer Täterschaft - weil zur verabredeten Straftat ja offenbar auch gehörte, selbst oder über den Chef eine gar nicht stattgefundene Straftat (Raub) anzeigen zu lassen.

quote:<hr size=1 noshade>welche möglichen Tathergänge oder Hintergrundfakten innerhalb dieses Beispiels wären zusätzlich nötig um eine mögliche Strafbarkeit in Richtung -Diebstahl,schwerer diebstahl, Bandendiebstahl- zumindest anzudenken <hr size=1 noshade>


Wie gesagt, solange das Geld mit Zustimmung des A aus seinem Gewahrsam in den von B/C wechselt, ist an Diebstahl nicht zu denken.
Knifflig wird es, wenn A die Übergabe nicht vornimmt, sondern nur die Möglichkeit dazu schafft, da dürfte es eine Grauzone geben, in der man das so oder so sehen kann.

Beispiel: A öffnet den Tresor und verläßt dann den Raum, danach kommen B/C und nehmen das Geld heraus - dann ggfs. doch Diebstahl, bei A Beihilfe.

Gegenbeispiel: A macht die Kasse auf und sagt "bedient euch" - kein Diebstahl, sondern Unterschlagung durch A in mittelbarer Täterschaft.


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