Hilfe - geringfügiger Ladendiebstahl - bin ich Ersttäter?

16. Oktober 2023 Thema abonnieren
 Von 
mareikemustermann
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Hilfe - geringfügiger Ladendiebstahl - bin ich Ersttäter?

Gegen mich, 24, wurde ein Ermittlungsverfahren wegen geringfügigen Diebstahls eröffnet und in dem Schreiben soll ich Angaben zur Sache machen und angeben ob ich die Schuld eingestehe oder nicht. Sie fragen eigentlich nur nach meiner Person und eben einem Schuldeingeständnis.

Als ich 16 war wurde ich schonmal mit Freundinnen beim Klauen erwischt. Ich habe 10 Sozialstunden abgeleistet und es gab soweit ich mich erinnere einen Eintrag ins Erziehungsregister.
Ich habe jetzt Angst, dass ich wegen dieser Sache nicht mehr als Ersttäter gelte und mit schlimmen Konsequenzen rechnen muss. Kann mir jemand sagen ob ich mich zurecht sorge oder ob ich als Erwachsene dann trotzdem als Ersttäter gelte? Ich weiß generell nich was ich jetzt machen soll. Ich hoffe jemand kann mir helfen. Vielen Dank schonmal im Vorraus!

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11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16314 Beiträge, 9237x hilfreich)

Der Vorfall vor 8 Jahren ist schon gelöscht. Von daher wird man sich als Ersttäter verkaufen können.

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#2
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1358 Beiträge, 272x hilfreich)

Wir schreiben nun leider doch parallel in mehreren der Mehrfachposts.

Zitat (von drkabo):
Von daher wird man sich als Ersttäter verkaufen können.
Vor Gericht würde ich davon abraten wollen.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118594 Beiträge, 39602x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Der Vorfall vor 8 Jahren ist schon gelöscht.

Wenn man Glück hat ...



Zitat (von DeusExMachina):
Vor Gericht würde ich davon abraten wollen.

"Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht"
Eine Lüge kann die Glaubwürdigkeit dauerhaft zerstören - insbesondere vor Gericht fatal ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#4
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1358 Beiträge, 272x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
Eine Lüge kann die Glaubwürdigkeit dauerhaft zerstören - insbesondere vor Gericht fatal ...
Der Eintrag wäre ja auch erst kürzlich (im günstigsten Fall) entfernt worden. Die StA hat doch die Daten. Sich hinzusetzen und zu sagen: "Lieber Vorsitzender, ich bin doch Ersttäterin!" ergibt so oder so keinen Sinne.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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#5
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16314 Beiträge, 9237x hilfreich)

Zitat (von DeusExMachina):
Die StA hat doch die Daten.

Woher sollte sie die haben? Auch bei der StA müsste alles schon gelöscht sein.

Richt ist natürlich, dass man ganz dumm da steht, wenn man sich selbst als Ersttäterin bezeichnet und dann doch irgendwem auffällt, dass vor 8 Jahren schon mal was war. Es reicht ja aus, wenn zufällig der gleiche Mitarbeiter bei der Justiz den Fall bearbeitet und sich denkt "der Name kommt mir doch bekannt vor ..."

Signatur:

Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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#6
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32715 Beiträge, 17216x hilfreich)

Man wird ja nicht danach gefragt. Es wird der BZR-Auszug verlesen, in dem nichts steht. Die Schlussfolgerung "Kein Eintrag = Ersttäterin" zieht das Gericht dann schon selber...

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#7
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1358 Beiträge, 272x hilfreich)

Zitat (von drkabo):
Es reicht ja aus, wenn zufällig der gleiche Mitarbeiter bei der Justiz den Fall bearbeitet und sich denkt "der Name kommt mir doch bekannt vor ..."
Es gibt da noch ganz andere Beispiele in der Praxis. Mein Beitrag zielte lediglich darauf, dass es schlichtweg naiv wäre, sich in der HV offensiv als "Ersttäterin" zu präsentieren, nur weil die Eintragung so gerade eben nach 63 Abs. 1 BZRG gelöscht sein müsste. Üblicherweise lautet doch (wenn überhaupt) die Frage des Vorsitzenden: "Sind Sie schon einmal auffällig geworden?" und ich sehe nicht, wie man diese hier guten Gewissens verneinen sollte.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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#8
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32715 Beiträge, 17216x hilfreich)

Wobei eine Hauptverhandlung hier eher ungewöhnlich wäre - sowas wird per Strafbefehl erledigt. Auch eine Verfahrenseinstellung wäre bei geringem Warenwert durchaus drin.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#9
 Von 
mareikemustermann
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Erstmal vielen Dank für die schnellen Antworten!
Seid ihr euch sicher, dass der Vorfall mit 16 gelöscht ist? Ich hatte es so gelesen dass das Erziehungsregister erst mit Ende des 24. Lebensjahres gelöscht wird.

Dann frage ich mich noch ob ich auf diesem Schreiben wegen des Ermittlungsverfahrens meine Schuld einfach eingestehen soll und ob ihr glaubt dass ich dann ohne Hauptverhandlung davon komme.
Für wie wahrscheinlich haltet ihr es dass ich mit einer Strafe unter 90 Tagessätzen davon komme? Sie fragen ja schon nach meinem Einkommen, bedeutet das dass ich wahrscheinlich mit einer Geldstrafe davon komme?

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#10
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1358 Beiträge, 272x hilfreich)

Ich finde es etwas ungünstig, dass ich als erster auf einen der drei Mehrfachposts (nämlich den Ursprungsbeitrag) ausführlich geantwortet hatte, nun aber alles weg ist (anstatt die Folgeposts zu schließen) - nun ja.

Zitat (von mareikemustermann):
Ich hatte es so gelesen dass das Erziehungsregister erst mit Ende des 24. Lebensjahres gelöscht wird.
Vollendung des 24. Lebensjahres und Ende 24 sind zwei unterschiedliche Dinge. 63 Abs. 1 BZRG meint hier die Vollendung, d.h. sobald man 24 Jahre alt ist.

Zitat (von mareikemustermann):
Dann frage ich mich noch ob ich auf diesem Schreiben wegen des Ermittlungsverfahrens meine Schuld einfach eingestehen soll und ob ihr glaubt dass ich dann ohne Hauptverhandlung davon komme.
Wenn die Schilderungen zu etwaigen Vorbelastungen so weit erschöpfend sind: Ja und Ja.

Zitat (von mareikemustermann):
Für wie wahrscheinlich haltet ihr es dass ich mit einer Strafe unter 90 Tagessätzen davon komme?
Unter der vorgenannten Voraussetzung und angenommen, dass wir dasselbe Verständnis von "geringwertigem Diebstahl" haben, erachte ich eine Einstellung (auch nach 153 StPO) für wahrscheinlich, also eine Verurteilung für unwahrscheinlich - und zu > 90 TS als nahezu abwegig.

-- Editiert von User am 18. Oktober 2023 22:12

-- Editiert von User am 18. Oktober 2023 22:22

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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#11
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16314 Beiträge, 9237x hilfreich)

Zitat (von mareikemustermann):
Seid ihr euch sicher, dass der Vorfall mit 16 gelöscht ist?

Ja

Zitat (von mareikemustermann):
Ich hatte es so gelesen dass das Erziehungsregister erst mit Ende des 24. Lebensjahres gelöscht wird.

Wird er ja auch.
Das Ende des ersten Lebensjahrs ist der 1. Geburtstag.
Das Ende des zweiten Lebensjahrs ist der 2. Geburtstag.
(...)
Das Ende des vierundzwandzigsten Lebensjahrs ist der 24. Geburtstag.

Das Erziehungsregister wird also am 24. Geburtstag gelöscht. Der ist vorbei.

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Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB.

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