Hohe Strafe für ersttäter? Nicht vorbestraft?

17. Juni 2021 Thema abonnieren
 Von 
go584143-24
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Hohe Strafe für ersttäter? Nicht vorbestraft?

inwiefern sind 40 Tagessaetze a 5 Euro zu bewerten, bei jemandem der nicht vorbestraft ist?Einspruch gegen Strafbefehl, nun dieses Urteil? tatvorwurf ladendiebstahl, dazu hat sich Täter gestaendig gezeigt
Einkommen nur 80 Euro monatlich also sind 5 Euro doch zu hoch?Anwalt sagt man solle fragen ob Einstellung gegen geringe geldauflage möglich ist, sonst sollte man das akzeptieren?
die Richterin sagte das 5 Euro das. niedrigste sei was geht, stimmt das?
40 Tagessaetze ist doch auch relativ hoch für jemandem der nicht vorbestraft ist?

ist dieses Urteil gerechtfertigt?

es kommen zweimal Verfahrenskosten dazu, also entsteht praktisch eine doppelte Strafe, ein, unverhältnismäßig hoher Betrag, obwohl kein Schaden entstand?

-- Editiert von go584143-24 am 17.06.2021 20:30

-- Editiert von go584143-24 am 17.06.2021 20:34

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32669 Beiträge, 17204x hilfreich)

Man lebt von 80 Euro im Monat, aber kann sich einen Anwalt leisten? Interessant... Im Übrigen kann man dazu nicht viel sagen, da die eigentliche Tat nicht beschrieben wird - man kann einen Laptop klauen oder eine Tafel Schokolade: Das macht durchaus einen Unterschied.
Laut Gesetz muss ein Tagessatz mindestens einen Euro betragen, nicht fünf. Aber da ein so niedriges Einkommen schlicht unglaubhaft ist, kommen solche Mini-TS-Höhen auch nicht vor. Und ja, wenn man Einspruch gegen einen Strafbefehl eingelegt hat, zahlt man doppelt Verfahrenskosten - dennoch ist das viel weniger Geld, als der Anwalt gekostet haben dürfte...

-- Editiert von muemmel am 17.06.2021 23:32

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9514x hilfreich)

Zitat (von go584143-24):
Einkommen nur 80 Euro monatlich


Wie kommt's? Taschengeld bei stationärer Unterbringung?

Zitat (von go584143-24):
Anwalt sagt man solle fragen ob Einstellung gegen geringe geldauflage möglich ist, sonst sollte man das akzeptieren?


Das geht wenn dann nur in der Berufungshauptverhandlung und die StA müsste zustimmen.



Zitat (von go584143-24):
40 Tagessaetze ist doch auch relativ hoch für jemandem der nicht vorbestraft ist?


Kommt immer drauf an. Gibts bereits eingestellte Verfahren? Wie hoch war der Warenwert?

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#3
 Von 
go584143-24
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Man lebt von 80 Euro im Monat, aber kann sich einen Anwalt leisten? Interessant... Im Übrigen kann man dazu nichts sagen, da die eigentliche Tat nicht beschrieben wird - man kann einen Laptop klauen oder eine Tafel Schokolade: Das macht durchaus einen Unterschied.



es gibt sowas wie Beratungshilfe....

es waren mehrere Teile im supermarkt warenwert ca. 20 Euro, die alle zurückgegeben wurden

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#4
 Von 
go584143-24
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Im Übrigen muss ein Tagessatz mindestens einen Euro betragen, nicht fünf. Aber da ein so niedriges Einkommen schlicht unglaubhaft ist, kommen solche Mini-TS-Höhen auch nicht vor. Und ja, wenn man Einspruch gegen einen Strafbefehl eingelegt hat, zahlt man doppelt Verfahrenskosten - dennoch ist das viel weniger Geld, als der Anwalt gekostet haben dürfte...


aber warum kommt dann die aeusserung einer Richterin dass nur 5 Euro geht? oder wurde das vor kurzem geändert?

das Einkommen ist tatsächlich so niedrig, lässt sich belegen.

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#5
 Von 
go584143-24
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von !!Streetworker!! ):
Wie kommt's? Taschengeld bei stationärer Unterbringung?

Zitat (von go584143-24):
Anwalt sagt man solle fragen ob Einstellung gegen geringe geldauflage möglich ist, sonst sollte man das akzeptieren?


Das geht wenn dann nur in der Berufungshauptverhandlung und die StA müsste zustimmen.

gut aber man wollte sich darauf nicht einlassen.
es wurde nur die Höhe des tagesatzes korrigiert.


Zitat (von go584143-24):
40 Tagessaetze ist doch auch relativ hoch für jemandem der nicht vorbestraft ist?


Kommt immer drauf an. Gibts bereits eingestellte Verfahren? Wie hoch war der Warenwert?


es. Gibt Verfahren nur sind die länger her, mehr als 5 Jahre.
warenwert ca. 20 Euro, kein Schaden.

diese Person lebt stationär in einer Einrichtung, In der viele kriminelle Personen leben, kann es einfach auch daran liegen?
sollte man das sowie es ist akzeptieren?
40 Tagessaetze a 5 Euro?

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#6
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32669 Beiträge, 17204x hilfreich)

aber warum kommt dann die aeusserung einer Richterin dass nur 5 Euro geht? Woher soll das hier jemand wissen? Aber die entsprechende gesetzliche Regelung kann man auch als Nicht-Richter einfach mal nachlesen: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__40.html
oder wurde das vor kurzem geändert? Nein.
das Einkommen ist tatsächlich so niedrig, lässt sich belegen. Freies Wohnen und Essen gehört auch zum Einkommen - mit 5 Euro sind Sie insofern gut weggekommen.
sollte man das sowie es ist akzeptieren? Ihr Einspruch wurde schon verhandelt und bei der Gelegenheit abgewiesen? Oder wie ist der Verfahrensstand?

-- Editiert von muemmel am 17.06.2021 23:31

-- Editiert von muemmel am 17.06.2021 23:35

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#7
 Von 
go584143-24
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
aber warum kommt dann die aeusserung einer Richterin dass nur 5 Euro geht? Woher soll das hier jemand wissen? Aber die entsprechende gesetzliche Regelung kann man auch als Nicht-Richter einfach mal nachlesen: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__40.html
oder wurde das vor kurzem geändert? Nein.
das Einkommen ist tatsächlich so niedrig, lässt sich belegen. Freies Wohnen und Essen gehört auch zum Einkommen - mit 5 Euro sind Sie insofern gut weggekommen.
sollte man das sowie es ist akzeptieren? Ihr Einspruch wurde schon verhandelt und bei der Gelegenheit abgewiesen? Oder wie ist der Verfahrensstand?


bei der Verhandlung wurde nur gefragt, ob man die Tat zugibt.
auf Verfahrenseinstellung gegen Auflage wurde nicht eingegangen.

es ging in der verhandlung nur darum das höhe des Tagessatz angepasst wurde.

auf den Einwand des niedrigen Einkommens hin wurde gesagt, tiefer als 5 Euro geht nicht.

dann wurde gesagt es wird ein Ratenzahlungsplan zugesendet.
dann war das erledigt.

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#8
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9514x hilfreich)

Zitat (von go584143-24):
auf den Einwand des niedrigen Einkommens hin wurde gesagt, tiefer als 5 Euro geht nicht.


Damit war sicherlich nicht die Theorie gemeint, sondern dass der Fall de facto keinen niedrigeren Tagessatz hergibt.

Zitat (von go584143-24):
diese Person lebt stationär in einer Einrichtung,


Also mit freiem Essen und Wohnen. Das wird auch als Einkommen berücksichtigt. Mit 5 EUR ist man da sehr gut weggekommen.

Zitat (von go584143-24):
sollte man das sowie es ist akzeptieren?
40 Tagessaetze a 5 Euro?


In Anbetracht dessen, dass für die Berufung weitere rd. 230 EUR Verfahrenskosten dazukämen, wenn's schiefgeht, sollte man das, ja. Selbst wenn man ein paar Tagessätze heruntergehandelt bekäme (z.B. 5 oder 10) wären die verbleibenden Verfahrenskosten höher als die 50,00 oder 100,00 EUR Ersparnis.

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#9
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32669 Beiträge, 17204x hilfreich)

wären die verbleibenden Verfahrenskosten höher als die 50,00 oder 100,00 EUR Ersparnis 5 Euro pro TS - es wären also nur 25 bis 50 Euro Ersparnis.
auf Verfahrenseinstellung gegen Auflage wurde nicht eingegangen. Die gibt es auch nur, wenn ALLE zustimmen - Angeklagter, Staatsanwalt und Richter. Und das war offenbar nicht der Fall.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(31445 Beiträge, 5562x hilfreich)

Zitat (von go584143-24):
In der viele kriminelle Personen leben, kann es einfach auch daran liegen?
(Editiert - lassen Sie solche vorsätzlichen Mißverstehereien!)

-- Editiert von Moderator am 18.06.2021 18:34

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#11
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9514x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
es wären also nur 25 bis 50 Euro Ersparnis.


stimmt natürlich :grins:

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
H. Odensack
Status:
Praktikant
(594 Beiträge, 117x hilfreich)

Auch wenn die 80 Euro Taschengeld von Oma sind, wird ja irgendwer deinen geldwerten Vorteil schaffen, indem du zb kostenlos wohnen und essen darfst, deine Kleidung und Schulsachen bezahlt werden...egal ob das deine Eltern sind (unter 25 heißt nicht automatisch Jugendstrafrecht) oder das Amt.

Eine Strafe soll unangenehm sein, aber angemessen. Ich finde daher, 200 Euro für vorsätzlichen Diebstahl nicht zu wenig. Aber 2000 wären natürlich zu viel.

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#13
 Von 
go584143-24
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Wie ist das denn wenn man einige psychiatrische diagnosen hat.
könnte man das hier irgendwie Strafmildernd einbringen?

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118347 Beiträge, 39555x hilfreich)

Zitat (von go584143-24):
könnte man das hier irgendwie Strafmildernd einbringen?

Kommt auf die Diagnosen an.
Und ob im Fall der Fälle ein Aufenthalt in der forensischen Psychiatrie jetzt so viel angenehmer ist als eine Geldstrafe ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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