Ich wurde beklaut und mit einem Messer mehr oder weniger bedroht. Kann ich die Anzeige zurückziehen?

21. September 2023 Thema abonnieren
 Von 
germany1989
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 0x hilfreich)
Ich wurde beklaut und mit einem Messer mehr oder weniger bedroht. Kann ich die Anzeige zurückziehen?

Hallo,

Vor zwei Wochen lernte ich draußen einen Typen kennen. Er sprach mich an und wollte Feuer für die Zigarette haben. Es kam zum Gespräch.

Ich hatte zwei Handys dabei. Er wollte an einem Handy irgendwelche Videos auf YouTube schauen und gab es mir zurück.

Er meinte, ob wir den Ort wechseln können und woanders "chillen" sollen.

Als wir den Ort wechselten und nachdem wir gechillt haben, wollte ich nach Hause. Als ich nach meinem ersten Handy gesucht habe um nach der Bahn zu gucken, fand ich es nicht. Das andere hatte kein Internet.

Er tat so als würde er mit mir suchen.

Ich mache es kurz. Nachdem wir vergebens suchten sagte er, dass er jetzt gehen muss zum arbeiten. Es war dunkel und er sagte nach der Arbeit kommt er mit zum suchen.

Er merkte, dass ich ihn indirekt beschuldige. Daraufhin hat er ein Messer gezogen und sagte, dass er mich von Anfang an mit dem Messer beklauen hätte, und nicht erst nachdem wir zusammen Zeit verbracht haben.

Er ging und ich folgte ihm. Er ging in einem Altenheim rein, wo er arbeitet.

Ich rief daraufhin die Polizei. Sie gingen zu ihm hoch und fanden mein Handy sowie das Messer.

Nun habe ich ihn nochmals getroffen und er entschuldigte sich. Er ist vorbestraft und hat Angst vor einer Haftstrafe.

Kann ich die Anzeige zurückziehen? Und welche Strafe kann ihn erwarten? Ich will seine Zukunft nicht zerstören, denn er ist noch jung.

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25 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32729 Beiträge, 17220x hilfreich)

Nein, können Sie nicht. Und ihn erwartet mindestens ein Jahr Haft wg. räuberischen Diebstahls. Im Übrigen hat er seine Zukunft selbst zerstört. Interessant ist auch, dass der Mann genau wie Sie im Altenheim arbeitet...

-- Editiert von User am 21. September 2023 19:23

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#2
 Von 
cirius32832
Status:
Senior-Partner
(6942 Beiträge, 1461x hilfreich)

Zitat (von germany1989):
Kann ich die Anzeige zurückziehen? Und welche Strafe kann ihn erwarten? Ich will seine Zukunft nicht zerstören, denn er ist noch jung.


keiner weiss wie viel der schon auf dem kerbholz hat. ganz ehrlich: er hat dich beklaut und soll seine strafe kriegen

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

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#3
 Von 
germany1989
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
ein Jahr Haft


So viel??

Zitat (von muemmel):
Interessant ist auch, dass der Mann genau wie Sie im Altenheim arbeitet...


Deswegen hatten wir Stoff zum Gespräch und habe ihm vertraut .

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#4
 Von 
germany1989
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von cirius32832):
keiner weiss wie viel der schon auf dem kerbholz hat. ganz ehrlich: er hat dich beklaut und soll seine strafe kriegen


Aber ich habe etwas Angst, falls er mich danach irgendwo sieht und diesmal richtig angreift. Zb nach der Haft

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#5
 Von 
germany1989
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 0x hilfreich)

Was kann ich tun, um wenigstens eine Haftstrafe zu vermeiden?

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118681 Beiträge, 39619x hilfreich)

Zitat (von germany1989):
Was kann ich tun, um wenigstens eine Haftstrafe zu vermeiden?

Nichts, denn man hat kein Befugnis dazu.
Er kann sich ja einen super Rechtsanwalt nehmen, wenn er seine Gefahr auf Haft reduzieren will ...



Zitat (von germany1989):
Aber ich habe etwas Angst, falls er mich danach irgendwo sieht und diesmal richtig angreift. Zb nach der Haft

Dann bekommt er noch ein paar Jahre. Darauf haben die wenigsten Lust ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#7
 Von 
germany1989
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Harry van Sell):
paar Jahre. Darauf


Bringt mir ja nichts, wenn ich vielleicht dann nicht mehr lebe.

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#8
 Von 
germany1989
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 0x hilfreich)

Werde ich dann bei einem Gerichtsverfahren eingeladen und kann ich da meine Aussage verweigern?

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#9
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1358 Beiträge, 273x hilfreich)

Zitat (von germany1989):
Ich rief daraufhin die Polizei. Sie gingen zu ihm hoch und fanden mein Handy sowie das Messer.
Das ist ein Musterbeispiel dafür, wie es im günstigsten Fall laufen kann.

Zitat (von germany1989):
Ich will seine Zukunft nicht zerstören, denn er ist noch jung.
Dann sollte er - gerade angesichts seiner Vorbelastung - aufhören, Straftaten zu begehen; das liegt nicht im Verantwortungsbereich des Verletzten. Strafanzeigen lassen sich grundsätzlich nicht "zurückziehen", auf die Strafverfolgung an sich kann man im Falle eines sog. Antragsdelikts (das hier nach hoher Wahrscheinlich nicht vorliegt) Einfluss nehmen, indem man Strafantrag stellt oder eben nicht. Bedingt Einfluss auf den weiteren Fortgang des Verfahrens kann man ansonsten dadurch nehmen, indem man bspw. anlässlich seiner Zeugenvernehmung tendenziell "zugunsten" des Beschuldigten aussagt (aber natürlich stets wahrheitsgemäß, s. obige Punkte wie Reue, Entschuldigung u.a.). Ob man das aber wirklich möchte, sollte man sich in Ruhe überlegen. Von Angst sollte man sich allerdings nicht leiten lassen:

Zitat (von germany1989):
Aber ich habe etwas Angst, falls er mich danach irgendwo sieht und diesmal richtig angreift.
Tatsächlich ist mir praktisch (außerhalb bestimmter, in sich geschlossener Gruppen wie "Clans", kriminellen Vereinigungen oder unter Häftlingen) nicht ein einziger Fall bekannt, in dem der (ob der klaren Sachlage) bereits im Vorhinein einsichtige Täter irgendwelche Versuche unternommen hätte, sich an Verletzten oder Zeugen zu rächen. Es würde ihm ja nun auch nichts mehr bringen - bis auf eine weitere, dann ggf. noch höhere Bestrafung. Gerade im Bereich der Vermögensdelikte zielen Täter ausschließlich auf ihren persönlichen Vorteil ab, was man an der Entschuldigung (s.o.) bspw. auch erkennen kann. Eine "Racheaktion" ergäbe hier keinen Sinn, insbesondere da der Beschuldigte sich über sein Fehlverhalten völlig im Klaren zu sein scheint.

Einen Aspekt, der hier leider nur sehr knapp beschrieben wurde, finde ich ganz interessant:
Zitat (von germany1989):
Er merkte, dass ich ihn indirekt beschuldige. Daraufhin hat er ein Messer gezogen und sagte, dass er mich von Anfang an mit dem Messer beklauen hätte, und nicht erst nachdem wir zusammen Zeit verbracht haben.
Die hier von dem Beschuldigten angedeutete Raubhandlung hätte nach Erwachsenenstrafrecht geradewegs zu einem Mindeststrafmaß von 3 Jahren (bei bloßem Mitführen des Messers) bzw. 5 Jahren (bei Verwendung des Messers) und damit - selbst ohne Vorbelastung - zu einem Ausschluss der Möglichkeit auf Strafaussetzung (Bewährung) geführt.

Man könnte jetzt unterstellen, dass sich der Beschuldigte darüber bewusst war und sich deshalb zu einer niederschwelligen Straftat (irgendwo zwischen Unterschlagung und Diebstahl - beides trotzdem nach den bisherigen Schilderungen Offizialdelikte) hinreißen ließ - daher das ganze Tamtam mit "Lass uns woanders chillen!", die Gespräche und das vorgebliche Suchen. Er hätte ja schlichtweg flüchten können, nachdem er das Gerät in Besitz nahm. Stattdessen zeigt er die mitgeführte Waffe vor, erläutert dann noch den alternativ geplanten Raub (s.o.) und führt den Verletzten zu seiner Wohnung - das ist schon etwas ungewöhnlich und spricht nicht für die geistige Reife des Beschuldigten. An dieser Stelle steht und fällt es für ihn dann, ob die Situation mit dem Messer als Drohung mit einer gegenwärtigen Gefahr gewertet kann, um das Smartphone zu behalten, denn dann würde er gleich einem Räuber bestraft werden.

Zitat (von germany1989):
Werde ich dann bei einem Gerichtsverfahren eingeladen
Wenn es zu einer HV kommt: Ja.

Zitat (von germany1989):
kann ich da meine Aussage verweigern
Sofern man sich nicht auf sein Zeugnisverweigerungsrecht berufen kann (wovon ich nach den bisherigen Schilderung ausgehe): Nein.

PS: Noch ein nicht ganz unerheblicher Hinweis! Als Zeuge (wenn auch Verletzter/Opfer) hat man durchaus eine gewisse Verantwortung ggü. der Öffentlichkeit (bei der nächsten Tat käme das Messer vielleicht zum Einsatz) und meinetwegen sogar ggü. dem Täter (ihm - gerade wenn noch "sehr jung" - möglichst früh die Möglichkeit zuzugestehen, straffreife Wege einzuschlagen, was rglm. nicht gewährleistet ist, wenn man die "Sache einfach gut sein" lässt).

-- Editiert von User am 21. September 2023 23:29

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#10
 Von 
Dirrly
Status:
Student
(2016 Beiträge, 530x hilfreich)

Zitat (von germany1989):
Werde ich dann bei einem Gerichtsverfahren eingeladen und kann ich da meine Aussage verweigern?


Also wenn du vernommen wirst, hast du wohl kein Zeugnisverweigerungsrecht.

Allerdings kannst du natürlich sagen, dass du kein Interesse an einer Bestrafung hast, dass er sich entschuldigt hat und es für dich daher okay ist.

Er wird deshalb viellz nicht freigesprochen, aber das ist das höchste was du eben tun kannst. Und der positive Nebeneffekt ist, dass er vielleicht nicht so sauer auf dich ist, wenn du das sagst.

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#11
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118681 Beiträge, 39619x hilfreich)

Zitat (von Dirrly):
Allerdings kannst du natürlich sagen, dass du kein Interesse an einer Bestrafung hast, dass er sich entschuldigt hat und es für dich daher okay ist.

Das kann man im übrigen bereits jetzt machen.



Zitat (von germany1989):
Werde ich dann bei einem Gerichtsverfahren eingeladen

Nein, bei Gerichtsverfahren wird man regelmäßig vorgeladen - das ist was ganz anderes als eine Einladung. Denn letztere kann man durchaus ignorieren. Bei einer Vorladung kann das ignorieren durchaus unangenehme Folgen haben.



Zitat (von germany1989):
kann ich da meine Aussage verweigern?

Können kann man vieles, in Abhängigkeit der persönlichen Talente, der Motivation, des finanziellen Spielraumes, etc.
Rechtlich ist das "können" aber regelmäßig wesentlich unrelevanter als das "dürfen". Und da sehe ich für das "dürfen" keine wirkliche Rechtsgrundlage



Zitat (von DeusExMachina):
Als Zeuge (wenn auch Verletzter/Opfer) hat man durchaus eine gewisse Verantwortung ggü. der Öffentlichkeit (bei der nächsten Tat käme das Messer vielleicht zum Einsatz) und meinetwegen sogar ggü. dem Täter (ihm - gerade wenn noch "sehr jung" - möglichst früh die Möglichkeit zuzugestehen, straffreife Wege einzuschlagen, was rglm. nicht gewährleistet ist, wenn man die "Sache einfach gut sein" lässt).

Vollste Zustimmung.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

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#12
 Von 
germany1989
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für die Antworten. Ich habe im Nachhinein wirklich Angst. Er gehört zwar nicht zu einem Clan, aber ich habe gemerkt, dass er nicht ganz klar denkt.

Als er sich bei mir entschuldigt hat, habe ich dies festgestellt.

Ich weiss natürlich,dass er sich nur entschuldigt ,um davon zu kommen. Jedoch ist unsere Stadt sehr klein und ich leide sowieso schon an Panikattacken.

Bekomme ich eigentlich noch Post, wo ich mich nochmals äußern kann oder nichts ? Seit dem Vorfall und der Polizei kam nichts und ich habe auch nichts schriftliches.

Wenn ich jetzt mitteilen möchte, dass ich an einer Verfolgung nicht interessiert bin und er sich entschuldigt hat, an wem muss ich mich wenden. Staatsanwaltschaft oder Polizei?

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#13
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1358 Beiträge, 273x hilfreich)

Zitat (von germany1989):
Wenn ich jetzt mitteilen möchte, dass ich an einer Verfolgung nicht interessiert bin
Vermutlich wurden die bisherigen Schilderungen noch nicht ganz durchdrungen. Das Legalitätsprinzip und nebenbei ggf. auch das öffentliche Interesse gebieten in diesem Fall zwingend die Strafverfolgung in der Sache (also zumindest ich hätte ein Interesse daran), wenn der Verletzte bereits feststellt:
Zitat (von germany1989):
ich habe gemerkt, dass er nicht ganz klar denkt.

Frei jedweder, strafprozessualer Rahmenbedingungen muss ich an dieser Stelle einmal an den klaren Menschenverstand appellieren:
Zitat (von germany1989):
Jedoch ist unsere Stadt sehr klein
Wie könnte es denn jemals im Interesse eines Verletzten einer Straftat liegen, dass ein subjektiv Verwirrter weiterhin mit einem Messer oder einer anderen Waffe durch die "kleine Stadt" läuft, um mutmaßlich weiterhin schwere Straftaten zu begehen? Das ist mir unbegreiflich. Und angesichts dieser Aussichtslosigkeit: Welches Ziel wird denn hier angestrebt? Dass der Beschuldigte eine möglichst milde Strafe erhält? Und dann drängt sich die Frage auf: Warum?

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

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#14
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38187 Beiträge, 13944x hilfreich)

Man ist doch in der Regel nur so lange gefährdet, wie man noch nicht ausgesagt hat. Wenn man ausgesagt hat, bringt doch jedwede Beeinflussung des Opfers gar nichts mehr. Deshalb werden gefährdete Personen häufig doch schon im Ermittlungsverfahren richterlich vernommen. Dann kann diese Aussage im eigentlichen Hauptverfahren verlesen werden und es ist einerlei, ob der Zeuge diese Aussage bestätigt oder einen Rückzieher macht. Aber auch ohne richterliche Vernehmung haben wir doch die Aussage bei der Polizei und die Polizisten als Zeugen.

Abgesehen davon wissen gerade routinierte Straftäter sehr genau, dass für die Höhe der Strafe, die verhängt wird auch das Verhalten nach der Tat entscheidend ist. Und dass Staatsanwaltschaft und insbesondere Gerichte sehr stinkig reagieren, wenn auch nur der Hauch des Verdachts der Einflussnahme auf den Zeugen durch weitere strafbare Handlungen besteht. Sie werden eines tun: den Zeugen in Ruhe lassen, im ureigensten Interesse.

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32729 Beiträge, 17220x hilfreich)

Interessant, wie sich die Argumentation von "Ich will seine Zukunft nicht zerstören" zu "Ich habe eine Heidenangst" verschoben hat - in der Tat sollte man doch annehmen, dass jemand, der so dreist Straftaten begeht, aus dem ( gesellschaftlichen) Verkehr gezogen werden sollte. Was das Gericht anbelangt: Ja, da müssen Sie erscheinen und wahrheitsgemäß aussagen.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
germany1989
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Interessant, wie sich die Argumentation von "Ich will seine Zukunft nicht zerstören" zu "Ich habe eine Heidenangst" verschoben hat

Weil ich eben dachte er bezahlt eine Geldstrafe und gut ist. Damit er daraus lernt.

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
germany1989
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von DeusExMachina):
Dass der Beschuldigte eine möglichst milde Strafe erhält? Und dann drängt sich die Frage auf: Warum?


Wer möchte gerne draußen mit Angst und Panik raumlaufen? Übrigens gehört nicht zu einem Clan, aber kommt aus einem Kriegsgebiet und ich will nicht wissen, was er dort alles erlebt hat.

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
germany1989
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von DeusExMachina):
Dass der Beschuldigte eine möglichst milde Strafe erhält? Und dann drängt sich die Frage auf: Warum?


Wer möchte gerne draußen mit Angst und Panik raumlaufen? Übrigens gehört nicht zu einem Clan, aber kommt aus einem Kriegsgebiet und ich will nicht wissen, was er dort alles erlebt hat.

0x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32729 Beiträge, 17220x hilfreich)

Und darum soll er Narrenfreiheit haben, damit künftig noch mehr Leute in Angst und Schrecken draussen rumlaufen? Denn wenn sein Handeln keine Konsequenzen hat, wird genau das passieren.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

1x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
eh1960
Status:
Senior-Partner
(6221 Beiträge, 1491x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
ihn erwartet mindestens ein Jahr Haft wg. räuberischen Diebstahls.

Eigentlich sogar mindestens drei Jahre - der Beschreibung nach wurde eine Waffe mitgeführt. Und das ist dann "Schwerer Raub".

Und wer einen "räuberischen Diebstahl" begeht, wird einem Räuber gleich bestraft. D.h.: beim räuberischen Diebstahl unter Mitführen einer Waffe entsprechend §250 StGB.

Signatur:

Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".

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#21
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1358 Beiträge, 273x hilfreich)

Zunächst einmal @germany1989 möchte ich vermeiden, dass hier ggf. ob einiger, direkterer Kommentare ein falscher Eindruck entsteht. Natürlich sind Sie der Verletzte in der Sache und wir (vielleicht darf ich da ausnahmsweise für alle bemühten Forenkollegen sprechen) möchten ausschließlich etwas Klarheit hinsichtlich Ihrer Fragestellung vermitteln. Das würde ich an dieser Stelle gerne auch noch ein weiteres Mal versuchen wollen.

Zitat (von germany1989):
kommt aus einem Kriegsgebiet und ich will nicht wissen, was er dort alles erlebt hat
Hier lese ich zwei Implikationen heraus:

1. Man möchte dem Beschuldigten helfen. Das erreicht man nicht, indem man (was man in der Sache auch gar nicht kann) dafür Sorge trägt, dass die begangene Straftat nicht verfolgt wird. Es wurde ja bereits folgendes geschildert:
Zitat (von germany1989):
Er ist vorbestraft und hat Angst vor einer Haftstrafe.
Trotzdem begeht er weiterhin Straftaten, schreckt auch nicht vor der Planung schwerer Straftaten oder zumindest vor deren Schilderung (ggf. zum Zwecke der Drohung, s.o.) zurück. In diesem Zusammenhang ergibt..
Zitat (von germany1989):
Weil ich eben dachte er bezahlt eine Geldstrafe und gut ist. Damit er daraus lernt.
..nur bedingt Sinn. Aus der "Vorstrafe" (ugs. ist damit rglm. eine Geldstrafe zu > 90 TS oder eine Freiheitsstrafe gemeint, was in beiden Fällen bei einem Ersttäter nicht für eine unerhebliche Tat spräche) hat er bereits nichts gelernt. Warum sollte er in Anbetracht einer weiteren, ggf. noch milderen Strafe neue Wege einschlagen?

2. Die Prägung und Traumatisierung durch Kriegs- und Fluchterfahrung: Natürlich ist es für wenige bis niemanden von uns vorstellbar, was Geflüchtete durchmachen mussten. Allerdings lässt sich bis heute kein kausaler Zusammenhang herstellen zwischen den Erlebnissen von Geflüchteten und der Begehung von Straftaten in diesem Deliktsfeld (respektive die geplante Begehung von Vermögensdelikten). Wenn wir über psychische Störungen zur Begünstigung einer Begehung von Straftaten in diesem Zusammenhang sprechen wollten, so würden wir uns überwiegend mit Sucht- bzw. Abhängigkeitserkrankungen (Drogen-, Spielsucht u.a.) beschäftigen. Erheblich traumatisierte Geflüchtete (da sind mir einige bemerkenswerte Beispiele persönlich bekannt) begehen - wenn denn überhaupt - deutlich anders gelagerte Straftaten, womit ich empfehlen würde, die dahingehende, persönliche Historie des Beschuldigten hier auszulassen.

Um den Bogen zu 1. zu schlagen: Wie hilft man (sofern der Verletzte einer Straftat dem Täter helfen möchte - diese Motivation gibt es manchmal, wenn auch nur überaus selten in gerade diesem Deliktsfeld)? Wenn der Beschuldigte einer geregelten Arbeit nachgehen darf und dies auch tut, so würde ich unterstellen wollen (ich bin allerdings kein Profi im AsylbLG, da müssten die Forenkollegen aushelfen), dass er Zugang zu Gesundheitsleistungen wie z.B. einer ambulanten Psychotherapie hat. Wenn die oben implizierte Vermutung zutreffen sollte, dass eine vorliegende psychische Erkrankung die Begehung der Straftaten begünstigt hat (was wir nicht wissen), dann möge man sich - allerspätestens jetzt, lieber noch gestern - um professionelle Hilfe bemühen! Ob es nun um einen traumatisierten Geflüchteten geht, der davorsteht, in demjenigen Staat, der ihm Schutz gewährt, Straftaten zu begehen oder einen Spielsüchtigen, der davorsteht, alleinstehende Senioren um ihre Rente zu betrügen oder einen Pädosexuellen, der sich zur Ersatzbefriedigung KiPo beschaffen möchte - ich mache da abseits der moralischen Wertung keinen Unterschied: Es liegt in der Eigenverantwortung eines jeden, sich um Hilfe zu bemühen, bevor - bewusst (ansonsten müssen es irgendwann Dritte übernehmen) - Straftaten begangen werden.

So, das war jetzt wieder ein Pamphlet, es tut mir leid - ich bin schlichtweg unfähig, solche Zusammenhänge (wenn dann noch halbwegs verständlich) knapper zusammenzufassen. Und noch als Abschlussbemerkung:
Zitat (von germany1989):
Wer möchte gerne draußen mit Angst und Panik raumlaufen?
Niemand! Und deshalb müsste es in Ihrem höchstpersönlichen Interesse liegen, das Leben des Beschuldigten mit einem vielleicht letzten Versuch (vor einer nicht mehr zur Strafaussetzung geeigneten) Strafe in eine gesunde Richtung zu lenken. Eben gerade damit Ihre Mitmenschen nicht in Angst und Panik in Ihrem Ort das Haus verlassen müssen. Ich hoffe, das ist jetzt einmal verständlich geworden (ansonsten bitte noch einmal durchlesen). Hinsichtlich der Angst um Ihre eigene Unversehrtheit wurde ja bereits oben ausgeführt. Der Beschuldigte hätte Sie an der Verfolgung bis zu seiner Wohnung oder dem Notruf gehindert (hat er nicht), stattdessen entschuldigte er sich noch. Ihm ist die Tragweite seiner Schuld sehr wohl bewusst und wird sich an Ihnen für das wahrheitsgemäße Zeugnis nicht rächen - warum auch?

Allerdings merke ich, wie sehr Sie das beschäftigt und deshalb gibt es hier noch einen eher unüblichen Tipp: Wenn Sie sich final (bei klarem, gesundem Geisteszustand) eingestehen, dass Sie Opfer einer vorsätzlich begangenen und skrupellos geplanten Straftat wurden (und ggf. allein durch glückliche Fügung einer schweren Raubhandlung mittels potentiell tödlicher Waffe entkommen sind) und dann aber immer noch dem Täter helfen möchten - das steht Ihnen selbstverständlich frei, auch wenn es in diesem Deliktsfeld doch eher unüblich wäre (das Stockholm-Syndrom manifestiert sich rglm. in doch recht anders gelagerten Situationen) - so können Sie den vielleicht späteren Angeklagten auf dem Flur im AG ansprechen oder ihn (vorzugsweise mit unterdrückter Rufnummer) anrufen. Ich muss postulieren, dass es Ihnen wohl nicht viel bringen wird, aber vielleicht verschafft es Ihnen Klarheit an einer Stelle, wo es eigentlich nicht mehr notwendig sein müsste.

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

0x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
germany1989
Status:
Frischling
(21 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich habe kein Stockholm Syndrom.

Das mit dem Messer wurde falsch verstanden. Er hat das Messer nicht als Bedrohung benutzt. Ich habe ja geschrieben wie es war.

Als wir vergebens nach meinem Handy suchten (ich wusste aber ganz gena, dass er es hat und irgendwie versteckt hat. Wahrscheinlich Unterhose oder Schuhe) wollte er gehen und mich alleine suchen lassen. Ich sagte aber, es kann unmöglich einfach verschwinden und wir sind zu zweit. Daraufhin merkte er wahrscheinlich,dass ich ihn beschuldigte. Dann erst hat er das Messer rausgezogen und sagte wortwörtlich " ich habe kein Handy geklaut. Wenn ich dich berauben wollen würde, dann hätte ich es am Anfang mit dem Messer gemacht".

Übrigens spricht er kein Deutsch. Nur Englisch und Arabisch.

Jedenfalls habe ich im Titel deswegen "mehr oder weniger" geschrieben.

Ich habe der Polizei es auch so erzählt.

0x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
Nana71
Status:
Praktikant
(980 Beiträge, 108x hilfreich)

Zitat (von germany1989):
Das mit dem Messer wurde falsch verstanden. Er hat das Messer nicht als Bedrohung benutzt. Ich habe ja geschrieben wie es war.


Da es sich bereits bei einem einfachen Diebstahl nicht geringwertiger Sachen um ein Offizialdelikt (sprich: eine von Amts wegen zu verfolgende Straftat) handelt, sind deine Rechtfertigungsversuche müßig.

Und auch bei so genannten Antragsdelikten entscheidet nicht der Geschädigte, sondern die Staatsanwaltschaft darüber, ob Anklage erhoben wird oder nicht.

-- Editiert von User am 23. September 2023 08:50

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

0x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
DeusExMachina
Status:
Lehrling
(1358 Beiträge, 273x hilfreich)

Zitat (von germany1989):
Das mit dem Messer wurde falsch verstanden. Er hat das Messer nicht als Bedrohung benutzt. Ich habe ja geschrieben wie es war.
Wo ist denn jetzt der Widerspruch zu meinem Beitrag #21? Ich habe doch durchaus in Betracht gezogen, dass das Messer eben nicht zur Drohung hervorgezeigt wurde.

Zitat (von germany1989):
Übrigens spricht er kein Deutsch. Nur Englisch und Arabisch.
Ja, das kommt erfahrungsgemäß immer häufiger vor, trägt aber nichts zur Sache bei.

Zitat (von germany1989):
" ich habe kein Handy geklaut. Wenn ich dich berauben wollen würde, dann hätte ich es am Anfang mit dem Messer gemacht".
..zeugt i.V.m. ..
Zitat (von germany1989):
Ich rief daraufhin die Polizei. Sie gingen zu ihm hoch und fanden mein Handy sowie das Messer.
..doch von einer gewissen, nahezu zynischen Skrupellosigkeit.

Gerade unter der Maßgabe, dass man sich hier sicher zu sein scheint..
Zitat (von germany1989):
Ich habe kein Stockholm Syndrom.
..ist es mir mehr und mehr schleierhaft, warum man - als Opfer - einen derart skrupellosen, nicht-integrierbaren (nicht einmal die deutsche Sprache scheint ja erlernt zu werden) Wiederholungstäter zur Strafvermeidung verhelfen möchte. Also mit Verlaub - im Sinne aller redlichen Geflüchteten, mit denen ich ehrenamtlich zu tun habe, kann das doch unmöglich Ihr ernst sein!

Signatur:

Wahrheit ist Verhandlungssache.

0x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
Interessierter_Laie_1
Status:
Frischling
(25 Beiträge, 0x hilfreich)

Das war kein normaler Diebstahl sondern ein Räuberischer Diebstahl! Das ist kein Antragsdelikt und vergehen sondern ein Offizialdelikt und sogar Verbrechen. Hätte er sich zweimal überlegen müssen.

0x Hilfreiche Antwort

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