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Jugendliche Sachbeschädigung/Hausfriedensbruch

 Von 
Laverle
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 7x hilfreich)
Jugendliche Sachbeschädigung/Hausfriedensbruch

Hallo,
folgene Situation, 4 Jugendliche (keine Vorstrafen) 14-16 betreten ein leerstehendes Gebäude und verwüsten 2 Räume.

Schadenshöhe 25.000-30.000 Euro.
Anzeige wegen Hausfriedensbruch und?

Mit was ist da zu rechnen.

Danke für die Infos

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Hausfriedensbruch Anzeige Sachbeschädigung


11 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(26703 Beiträge, 7654x hilfreich)

Im Jugendrecht ist da ganz viel möglich. Es könnte z.B. als Zuchtmittel die Auflage erteilt werden, die verursachten Schäden zu beheben. §§ 13(2)2 iVm. 15(1)1 JGG .

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"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

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#2
 Von 
Laverle
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 7x hilfreich)

wiederherstellen geht nicht die haben Scheiben zerschlagen, eine Kücheneinrichtung zerdeppert, so richtig sinnlos alles kaputt gemacht.
Zwei der Jugendlichen haben zudem handicaps. (Autismus). Ändert das Wissen darum etwas? Oder muss man das nicht erwähnen?

-- Editiert Laverle am 13.03.2015 15:00

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#3
 Von 
PP9325
Status:
Praktikant
(941 Beiträge, 688x hilfreich)

Hallo,

grundsätzlich haben sich die 4 Jugendlichen wie folgt strafbar gemacht: (Gemeinschaftliche) Sachbeschädigung in Tateinheit mit einem Hausfriedensbruch strafbar gem. § 303 Abs. 1 StGB und § 123 Abs. 1 StGB .

Der Hausfriedensbruch wird nur auf Antrag des Geschädigten verfolgt.

Jedoch würde der Hausfriedensbruch sowieso hinter die Sachbeschädigung subsidiär zurücktreten.

Die Sachbeschädigung ist ein relatives Antragsdelikt, das ohne Strafantrag des Geschädigten nur bei Vorliegen von öffentlichem Interesse an einer Strafverfolgung verfolgt wird und die Staatsanwaltschaft ein Einschreiten von Amts wegen für erforderlich hält.

Auf Grund des immensen Sachschadens, der Ausfluss dieses Vandalismusaktes war, sofern kein Strafantrag vorliegt, wird das öffentliche Interesse mit höchster Wahrscheinlichkeit bejaht werden und es zu einer Anklage zum Jugendrichter kommen.

Alle jugendlichen Angeklagten werden auf Grund ihres Alters nach dem Jugendstrafrecht behandelt werden. Dieses verlangt im Gegensatz zum Erwachsenenstrafrecht, dass bei Jugendlichen der Erziehungsgedanke vor Vergeltung und Sühne für die Tat geht. Weiterhin handelt es sich bei dem Delikt um eine "jugendtypische" Verfehlung, wenn auch in enormen Ausmaß, was den verursachten Schaden angelangt.

Autismus könnte durchaus ein Grund zur Annahme einer verminderten Schuldfähigkeit oder im extremsten Fall sogar zur Schuldunfähigkeit sein. Dies hat aber im Zweifel ein Gutachter, der vom Gericht bestellt wird, zu beleuchten.


Abschließend zum Thema Strafmaß:

Obgleich man hier auf Grund der fehlenden Vorstrafen und des noch jungen Alters der 4 Jugendlichen man von dem Vorliegen schädlicher Neigungen nicht ausgehen mag, bzw. deren Vorliegen nicht mit der erforderlichen Sicherheit festgestellt werden kann und somit die Verhängung einer Jugendstrafe ausschließt, spiegelt sich in der Tat jedoch eine im höheren Bereich angesiedelte kriminelle Energie und das Fehlen von Respekt ggü. fremden Eigentum wieder. Auch die Schadenshöhe übersteigt hier wesentlich den üblichen Rahmen der Schäden bei glei2 Wochenenden) tat- und schuldangemessen. Zusätzlich wäre die Auferlegung von jeweils 80-120 Sozialstunden sinnvoll um den Schaden zumindest vorläufig symbolisch wieder gutzumachen und die Tugend der Wertschätzung zu erlernen, wobei dem Geschädigten natürlich weiterhin der Weg offen bleibt, Schadensersatz zivilrechtlich geltend zu machen. Im Falle der zwei Jugendlichen unter Annahme einer verminderten Schuldfähigkeit hielte ich die Auferlegung von 60-80 Sozialstunden angemessen.

Grüße
PP

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-- Editiert PP9325 am 13.03.2015 17:23

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#4
 Von 
Laverle
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 7x hilfreich)

Vielen Dank für die Ausführungen.
Ich hoffe sehr das es zu einem "Schuss vor den Bug kommt" damit die Herrn auch wirklich etwas lernen.

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#5
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71883 Beiträge, 32498x hilfreich)

quote:
wiederherstellen geht nicht die haben Scheiben zerschlagen, eine Kücheneinrichtung zerdeppert, so richtig sinnlos alles kaputt gemacht.

Das ist doch Unsinn, Scheiben kommen vom Fensterbauer und Möbel vom Möbelhaus.

Notfalls zahlt man die Schulden dann halt noch im Altersheim ab ...





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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#6
 Von 
Laverle
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 7x hilfreich)

Darum ging es nicht, es ging darum den schaden aus eigener Kraft wieder gut zu machen. das geht nicht. Und wenn der Schaden nur bezahlt werden muss, was schnell erledigt ist, dafür braucht man nicht bis ins Altenheim zahlen, dann ist das wohl eher weniger sinnvoll.

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#7
 Von 
0815Frager
Status:
Master
(4969 Beiträge, 2216x hilfreich)

quote:
Und wenn der Schaden nur bezahlt werden muss, was schnell erledigt ist, dafür braucht man nicht bis ins Altenheim zahlen, dann ist das wohl eher weniger sinnvoll.

Nun man sollte sich fragen, haben die Jugendlichen auch das Geld zum Bezahlen des Schaden?


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#8
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9532 Beiträge, 2245x hilfreich)

quote:
Darum ging es nicht, es ging darum den schaden aus eigener Kraft wieder gut zu machen. das geht nicht. Und wenn der Schaden nur bezahlt werden muss, was schnell erledigt ist, dafür braucht man nicht bis ins Altenheim zahlen, dann ist das wohl eher weniger sinnvoll.


Man muss einen Schaden NIE aus "eigener Kraft", also mit eigener Hände Arbeit wiedergutmachen, da scheint es wohl ein ziemliches Missverständnis zu geben.

Schadenswiedergutmachung bedeutet, dass der Schaden ersetzt werden muss, und das geht IMMER nur über den entsprechenden finanziellen Ausgleich.

Wenn es aber Ihrer Ansicht nach kein Problem ist, dass die Jugendlichen die 25.000 - 30.000 Euro schnell zahlen, dann ist ja alles gut.

Man muss zunächst mal grundsätzlich zwischen dem Strafrecht und dem Zivilrecht unterscheiden, das wird nämlich sehr gerne verwechselt.

Im Strafrecht wird der Täter vom Staat dafür bestraft, dass er eine Straftat (also z.B. eine Sachbeschädigung) begangen hat.

Im Zivilrecht geht es darum, Ansprüche der Bürger untereinander zu klären.

Im konkreten Fall werden die Täter also strafrechtlich verurteilt und müssen dann zusätzlich zivilrechtlich den Schaden ersetzen.



-----------------
"justice"

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#9
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(71883 Beiträge, 32498x hilfreich)

quote:
Schadenswiedergutmachung bedeutet, dass der Schaden ersetzt werden muss, und das geht IMMER nur über den entsprechenden finanziellen Ausgleich.

Naja, man kann auch in ein Möbelhaus fahren, gleichwertige Küchenmöbel kaufen und diese dort wieder aufbauen wenn das für alle Beteiligten ein gangbarer Weg ist.

Ansonsten muss man halt zahlen.



quote:
Und wenn der Schaden nur bezahlt werden muss, was schnell erledigt ist, dafür braucht man nicht bis ins Altenheim zahlen,

Das sit schön, das die Herrschaften so gut betucht sind.
Es gib aber auch Fälle die können nur 50 EUR/Monat abtragen, das dauert dann wesentlich länger.





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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#10
 Von 
Laverle
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 7x hilfreich)

Ich gehe nicht davon aus das es Eltern gibt die es zulassen das ein Kind sich damit die Zukunft versaut wenn es sich nicht um einen Mehrfachtäter mit krimineller Neigung handelt aber das tut nichts zur Sache.
Danke für die Rechtsinformation.

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#11
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9532 Beiträge, 2245x hilfreich)

quote:
Ich gehe nicht davon aus das es Eltern gibt die es zulassen das ein Kind sich damit die Zukunft versaut

Also erstens gibt es wohl auch Eltern, die nicht mal eben schnell einen solchen Betrag auf den Tisch legen können und zweitens bin ich mir da gar nicht so sicher, ob es nicht doch viele Eltern gibt, die es vielleicht nicht einsehen, so etwas zu bezahlen.

quote:
Danke für die Rechtsinformation.

Sehr gerne ;-)



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"justice"

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