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Kann der Strafbefehl vom geschädigten zurückgenommen werden?

18.4.2019 Thema abonnieren Zum Thema: Frage Anzeige
 Von 
3rees
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Kann der Strafbefehl vom geschädigten zurückgenommen werden?

Hallo Leute,

heute habe ich einen Strafbefehl vom amtsgericht bekommen.
Es gab davor eine Anzeige und ich habe mich da nicht drum gekümmert weil ich nicht gedacht hätte,
dass der anzeigesteller da weiter vorgeht.

Dummerweise gibts jetzt einen Strafbefehl.
Meine frage lautet jetzt wie folgt, ist es möglich das der jenige der die Anzeige damals gestellt( der "geschädigte") hat und jetzt der strafbefehl ausgesprochen wurde, was gegen diesen tun kann?

danke im voraus




-- Editiert von 3rees am 18.04.2019 14:25

-- Editiert von Moderator am 19.04.2019 15:14

-- Thema wurde verschoben am 19.04.2019 15:14

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14 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
spatenklopper
Status:
Richter
(8194 Beiträge, 3619x hilfreich)

Warum sollte er das denn überhaupt machen?
Davon ab, nein, hätte er auch vor dem Strafbefehl nicht mehr gekonnt.
Was Du tun kannst, ist prüfen, ob die Höhe der aufgerufenen Tagessätze mit deinem Einkommen in Einklang sind und dann das Ding bezahlen.


-- Editiert von spatenklopper am 18.04.2019 14:57

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#2
 Von 
3rees
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von spatenklopper):
Warum sollte er das denn überhaupt machen?

ja gab streit unter freunden und so dumm wie er war hat er ne anzeige gemacht, ich habe nichts unternommen und jetzt gibts halt einen strafbefehl.

er hat es ins rollen gebracht, ist es nicht möglich diese strafe irgendwie zu verhindern? wenn er sagt dass er das garnicht will und es nicht nötig ist etc. wir wissen nicht weiter..

außerdem habe ich kein einkommen.. und das gericht hat 50 tagessätze zu je 40 euro angesetzt

-- Editiert von 3rees am 18.04.2019 15:22

-- Editiert von 3rees am 18.04.2019 15:23

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#3
 Von 
guest-12303.07.2019 16:29:14
Status:
Lehrling
(1402 Beiträge, 420x hilfreich)

Zitat (von 3rees):
Zitat (von spatenklopper):
Warum sollte er das denn überhaupt machen?

er hat es ins rollen gebracht, ist es nicht möglich diese strafe irgendwie zu verhindern? wenn er sagt dass er das garnicht will und es nicht nötig ist etc. wir wissen nicht weiter..

Nun, man kann dem Strafbefel widersprechen. Dann kommt es idR zu einer Hauptverhandlung und der Richter fällt ein Urteil.
Und wieder mal zahlt sich die Vogelstraußtaktik nicht aus.

Zitat (von 3rees):
außerdem habe ich kein einkommen.. und das gericht hat 50 tagessätze zu je 40 euro angesetzt
Kaum vorstellbar. Irgendwovon wird man ja Wohnraum, Essen, sonstiges zahlen.

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#4
 Von 
3rees
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

ja durch einen Studentenkredit. ich bin Student. Das reicht aber gerade mal so um über die Runden zukommen.
was bitte ist mit Vogelstraußtaktik gemeint?

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#5
 Von 
guest-12303.07.2019 16:29:14
Status:
Lehrling
(1402 Beiträge, 420x hilfreich)

Zitat (von 3rees):
was bitte ist mit Vogelstraußtaktik gemeint?
Kopf in den Sand stecken und gar nicht reagieren.

Ob jetzt ein Studienkredit als Einkommen gewertet wird, entzieht sich tatsächlich meiner Kenntnis. Ich tendiere aber mal zu: ja.
Dann würde ich die Höhe der Tagessätze angehen. Soweit mir bekannt, sind die Studienkredite "nur" bis 600€/Monat, korrekt? Würde sich ja dann mit "gerade so über die Rudnen kommen" decken. Sprich: Die höhe eines Tagessatzes Beträge dann 20€, nicht mehr 40.

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#6
 Von 
3rees
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Zitat (von Guruhu):
Zitat (von 3rees):
was bitte ist mit Vogelstraußtaktik gemeint?
Kopf in den Sand stecken und gar nicht reagieren.

Ob jetzt ein Studienkredit als Einkommen gewertet wird, entzieht sich tatsächlich meiner Kenntnis. Ich tendiere aber mal zu: ja.
Dann würde ich die Höhe der Tagessätze angehen. Soweit mir bekannt, sind die Studienkredite "nur" bis 600€/Monat, korrekt? Würde sich ja dann mit "gerade so über die Rudnen kommen" decken. Sprich: Die höhe eines Tagessatzes Beträge dann 20€, nicht mehr 40.

ja.. es sind knapp 600 Euro. Kann der Freund nicht einfach von der Strafverfolgung verzichten oder irgendsowas in der Art? Kann echt nicht sein. Dabei sehe ich mich selber nicht einmal als Schuldigen.

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#7
 Von 
guest-12330.04.2020 12:15:00
Status:
Student
(2419 Beiträge, 507x hilfreich)

Der Freund kann nichts mehr machen. Und der Strafbefehl fällt nicht vom Himmel. Sie haben garantiert schon vorher Post bekommen.

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#8
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(31111 Beiträge, 12389x hilfreich)

Vielleicht mal ein paar grundsätzliche Ausführungen. Herrin des Ermittlungs/Strafverfahrens ist die Staatsanwaltschaft, die sich insoweit der Polizei zur Ermittlung bedienen kann. Wenn ein Anfangsverdacht besteht, muss sie ein Ermittlungsverfahren einleiten. Dem Beschuldigten ist rechtliches Gehör einzuräumen. Nach Ende der Ermittlungen entscheidet sie, wie es weiter gehen soll. Bei hinreichendem Tatverdacht wird sie Anklage erheben, oder aber in leichteren Fällen auch den Erlaß eines Strafbefehls bei Gericht beantragen. Das Gericht entspricht dann dem Antrag der Staatsanwaltschaft, wenn die Aktenlage entsprechend ist. Ab da ist das Gericht dann Herr des Verfahrens. Es wird eine mündliche Verhandlung anberaumen, sofern eine Anklage vorliegt, im schriftlichen Verfahren weiterarbeiten, sofern ein Strabefehl beantragt ist und diese Vorgehensweise der Aktenlage entspricht.

In allen Fällen wird der Angeschuldigte/Angeklagte hinsichtlich seiner Rechte und der Fristen schriftlich belehrt, so auch Du. Du kannst Dich gegen den Strafbefehl wehren, sowohl hinsichtlich der Höhe des Tagessatzes als auch insgesamt, dann kommt es zu einer mündlichen Verhandlung.

Mach Dir endlich mal klar, dass in einem Strafverfahren der Strafanspruch des Staates befriedigt wird. Bei einigen Delikten kann ein Strafantrag zurückgenommen werden, aber nicht nach Abschluß des Verfahrens. Und eben auch nicht immer. Es geht eben nicht um persönliche Befindlichkeiten. Etwa: ich zeige meinen Nachbar wegen Betäubungsmittelhandel an, dann guckt er mich immer so böse an, deshalb nehme ich die Strafanzeige zurück, und das Verfahren ist erledigt? Kann ja wohl nicht sein.

Reg Dich nicht über das Rechtssystem auf, reg Dich über Dein Verhalten bisher auf, nimm Deine Rechts wahr und gut ist.

wirdwerden

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#9
 Von 
Anami
Status:
Wissender
(14372 Beiträge, 2177x hilfreich)

Zitat (von 3rees):
Kann der Freund nicht einfach von der Strafverfolgung verzichten oder irgendsowas in der Art?
Die Strafverfolgung kommt nicht von dem Freund. Schau auf den Brief.
Schau nach, bis wann du Einspruch erheben kannst--- bei Gericht. Es steht in dem Brief----

Schon längst hättest du mit dem Freund sprechen können. Der hätte längst seine Anzeige zurückziehen können.

Auch jetzt kannst du noch mit deinem Freund sprechen, hören, was er jetzt zu der Sache meint.
Dein Freund, die Polizei, die Staatsanwaltschaft und das Gericht --- bisher haben dich alle als Schuldigen gesehen.

Ein Student ist mindestens volljährig, sollte das mindeste über Schuld und Strafe usw. wissen. Und sollte lesen und verstehen können, was man ihm schreibt.

Info:
Gegen einen Strafbefehl kann Einspruch eingelegt werden. Bei einem Einspruch wird bei dem Richter verhandelt, der den Strafbefehl erlassen hat. Ist der Einspruch zulässig, so wird ein Termin zur Hauptverhandlung per Brief bekanntgegeben.
Der Einspruch ist schriftlich oder zu Protokoll bei der Geschäftsstelle einzulegen. Dabei ist unbedingt die Frist zu beachten. Der Einspruch muss zwei Wochen nach Zustellung des Strafbefehls erfolgen, also dann spätestens bei Gericht vorliegen.
Eine Begründung des Einspruchs ist nicht erforderlich. Aber erlaubt.

Also hilf dir endlich selbst.

Signatur:auch ich verweise auf § 675 (2) BGB.
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#10
 Von 
hiphappy
Status:
Master
(4535 Beiträge, 2225x hilfreich)

Zitat (von Anami):
Der hätte längst seine Anzeige zurückziehen können.

Eine Anzeige kann man nicht zurück ziehen.

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#11
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(28320 Beiträge, 15409x hilfreich)

Eine Anzeige kann man nicht zurück ziehen. Aber einen Strafantrag. Das setzt natürlich voraus, dass es sich auch um ein Antragsdelikt handelt...

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
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#12
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28180 Beiträge, 8404x hilfreich)

Was man auf jeden Fall machen kann ist beschränkten Einspruch auf die Höhe des einzelnen Tagessatzes einlegen und sein Einkommen nachweisen. Weiterhin um Erledigung im Beschlusswege bitten, dann gibt es auch keine Gerichtsverhandlung. Wenn man tatsächlich nur 600 € Einkommen hat und keine weiteren geldwerten Vorteile wie mietfreies Wohnen zu Hause z.b., sollte das die Strafe schon einmal halbieren.

Auf was lautet denn überhaupt der Tatvorwurf?

Wenn man der Meinung ist unschuldig zu sein, kann man natürlich auch kompletten Einspruch einlegen und das auf eine Gerichtsverhandlung ankommen lassen und hoffen dort freigesprochen zu werden. Dort kann es allerdings auch noch teurer werden als es jetzt schon ist, falls man nicht freigesprochen wird.

Wichtig ist, dass der Einspruch, egal welcher, innerhalb von 14 Tagen eingelegt wird.

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#13
 Von 
seidi256
Status:
Praktikant
(747 Beiträge, 302x hilfreich)

Zitat:
Kann der Freund nicht einfach von der Strafverfolgung verzichten oder irgendsowas in der Art?

wie die anderen schon geschrieben haben, hat dein Freund mit der Strafverfolgung überhaupt nichts zutun

wenn du Einspruch einlegst und es dann möglicherweise zu einer Hauptverhandlung kommt
kann dein Freund in der Hauptverhandlung dem Richter und der Staatsanwaltschaft persönlich sagen das er kein Interesse daran hat das du bestraft wirst

versuchen könnt ihr es aber das wird wahrscheinlich nicht viel ändern, da User wirdwerden ja schon ausgeführt hat das es im einem Strafverfahren darum geht das der Strafanspruch des Staates gegen den Beschuldigten / Angeklagten befriedigt wird.

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#14
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(28180 Beiträge, 8404x hilfreich)

Bei einem absoluten(!) Antragsdelikt, könnte der Freund durch Rücknahme des Strafantrags auch jetzt noch ein Verfolgungshindernis schaffen. Daher hatte ich nach dem Tatvorwurf gefragt. Er (also der Freund) würde dann aber mit den Verfahrenskosten belastet werden können (was zu 99,9% auch real geschehen würde), weshalb er sich das wohl gut überlegen wird.

Und wie gesagt: Möglich eh nur beim absoluten AD.

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