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Keine Straftat, wenn mit dieser eine Straftat bewiesen wird?

8.4.2021 Thema abonnieren
 Von 
Bud Hill
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)
Keine Straftat, wenn mit dieser eine Straftat bewiesen wird?

Hallo,

mal zwei fktive Fälle:

1) Seit dem eine neue Kollegin im Hause tätig ist, verschwinden Dinge spurlos. Ein Kollege hat einen Verdacht, aber keinen Beweis. Er stellt eine kleine Kamera, ohne Wissen des Arbeitgebers, im Büro auf. Als mal wieder was verschwunden ist, guckt sich der Kollege die Aufnahmen an und sieht, wie die neue Kollegin fehlende Dinge entwendet.

2) Ein Kollege äußert sich regelmäßig rassistisch über Personen mit Migrationshintergrund im Beisein von anderen Kollegen. Einer Kollegin geht das zu weit, da sie selbst nicht "rein arisch" ist und Mann und Freunde auch Migrationshingergründe haben, und möchte das dem Chef anzeigen. Keiner bietet sich aber als Zeuge an. Also lässt die Kollegin immer mal ihr Diktiergerät oder ihr Handy laufen, um Gespräche aufzunehmen. Und es gelingt ihr tatsächlich, solche Aufnahmen anzufertigen.

Bei 1 und 2 liegen ja einerseits Straftaten (Diebstahl und Beleidigung) und andererseits aber auch (unerlaubtes Filmen, Aufzeichen ...).

Sind jetzt aber Letztgenannte Straftaten gar keine, da sie dazu dienen, andere, viel schwerwiegendere, aufzudecken?

Danke.

Gruß

Bud

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(87109 Beiträge, 34974x hilfreich)

Zitat (von Bud Hill):
Sind jetzt aber Letztgenannte Straftaten gar keine, da sie dazu dienen, andere, viel schwerwiegendere, aufzudecken?

Nein, es bleiben weiter Straftaten.

Sie können geahndet werden, müssen es aber nicht.
Genauso können die dadurch erlangten Beweise einfach nicht verwertet werden.

Zivilrechtlich können die Täter den jeweils anderen Täter sogar auf Unterlassung in Anspruch nehmen - kann dann ein paar tausend EUR kosten.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#2
 Von 
Bud Hill
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Aber nur, wenn man eindeutig feststellen kann, wer wann was aufgezeichnet hat, oder!?

Die Metadaten von Aufzeichnungen lassen sich ja ändern und Aufzeichnungen selbst auch bearbeiten, sodass man gar nicht herausfinden kann, wer wann was aufgenommen hat.

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#3
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(87109 Beiträge, 34974x hilfreich)

Zitat (von Bud Hill):
Die Metadaten von Aufzeichnungen lassen sich ja ändern und Aufzeichnungen selbst auch bearbeiten, sodass man gar nicht herausfinden kann, wer wann was aufgenommen hat.

Richtig.
Und der Beweiswert solcher Aufnahmen liegt dann Richtung 0,0


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#4
 Von 
Bud Hill
Status:
Frischling
(16 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielleicht vor Gericht, aber wenn die Aufnahmen eindeutig z. B. vom Chef zuzuordnen sind, kann es zumindest für die ja sehr unangenehm werden.

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#5
 Von 
Dirrly
Status:
Praktikant
(740 Beiträge, 283x hilfreich)

Also ich hab einen Fall mitbekommen, da hat Nachbar A den Nachbar B immer von Terrasse zu Terrasse mit Sichtschutz dazwischen beleidigt. Nachbar B hat dann ein Handy-Video aufgenommen, auf dem Nachbar A natürlich wegen dem Sichtschutz nicht zu sehen ist. Aber man hört halt was gerufen wird.

Das Video wurde im Strafverfahren als Beweismittel in Augenschein genommen und wurde auch - als "Stütze" der Aussage des Nachbarn B, was dann das eigentliche Beweismittel war - entsprechend verwertet und der Verurteilung zugrunde gelegt.

Ein gewisses Risiko wenn man so eine Aufnahme erstellt bleibt natürlich immer.

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#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(32248 Beiträge, 12679x hilfreich)

Nun ja, der Nachbar hat ja auf seinem Grund und Boden agiert, das ist der Unterschied. Die Kernfrage hier ist doch, ob ein Rechtfertigungsgrund vorliegt, und den sehe ich nicht.

wirdwerden

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#7
 Von 
Dirrly
Status:
Praktikant
(740 Beiträge, 283x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Nun ja, der Nachbar hat ja auf seinem Grund und Boden agiert, das ist der Unterschied.

Das glaube ich weniger, denn ich darf auf meinem Grund und Boden auch kein Telefongespräch heimlich aufzeichnen, schätze ich. Der Unterschied könnte eher sein, dass ein Rufen auf der Terrasse vielleicht nicht mehr als "nichtöffentlich gesprochen" durchgeht oder sowas. ;-)

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#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(87109 Beiträge, 34974x hilfreich)

Zitat (von Dirrly):
er Unterschied könnte eher sein, dass ein Rufen auf der Terrasse vielleicht nicht mehr als "nichtöffentlich gesprochen" durchgeht

Richtig, wenn man so herumbrüllt, das andere es hören können ist es "öffentlich"...


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
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#9
 Von 
eh1960
Status:
Bachelor
(3580 Beiträge, 1020x hilfreich)

Zitat (von Bud Hill):
Sind jetzt aber Letztgenannte Straftaten gar keine, da sie dazu dienen, andere, viel schwerwiegendere, aufzudecken?

Doch, es sind Straftaten, und das führt in der Regel dazu, daß ein Beweisverwertungsverbot entsteht, das heißt: die durch strafbare Handlung erlangten Beweismittel dürfen im Prozess nicht verwendet werden.

Signatur:Eine "UG" gibt es nicht. Es gibt nur die "UG haftungsbeschränkt".
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