Erste Hilfe in Rechtsfragen seit 2000.
517.755
Registrierte
Nutzer

Kindergeld seit 2012 zu Unrecht bezogen

 Von 
Nichtöffentlich
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)
Kindergeld seit 2012 zu Unrecht bezogen

Hallo!
Ich weiß gar nicht, wie ich das genau schreiben soll. Eigentlich steht schon alles in der Überschrift. :sad:

Ich versuche es kurz zu beschreiben:

Im Mai 2010 habe ich Zwillinge bekommen. Für beide also Kindergeld beantragt.
2012 verstarb einer meiner Söhne. Ich stand lange Zeit neben mir. Konnte kaum was regeln. Irgendwann hatte ich "verpasst", dass Kindergeld abzumelden. Lange Rede kurzer Sinn. Ich muss ehrlich gestehen, dass es finanziell aufgrund hoher Schulden nicht gut bei uns aussah. Somit war das Kindergeld "willkommen".....
Irgendwann hatte ich keinen Mut, um mich selbst anzuzeigen. Aus Angst, vor der Strafe.

Das ist nun seit März 2012 der Fall, dass ich für meinen verstorbenen Sohn Kindergeld erhalte. :augenroll:
Heute bekam ich einen Brief, dass man festegstellt hat, dass mein Sohn nicht mehr in meinem Haushalt gemeldet ist. Mir wurde sofort schlecht.
Ich kann kaum einen klaren Gedanken fassen. Soll mich bis zum 31.01.zurück melden. Was mache ich nun? Einen Anwalt suchen? Ich schäme mich so. Mein "neuer" Ehemann weiß nichts davon. Ich fühle mich so arg schlecht. Vor allem aber meinem 8 jährigen Sohn gegenüber.

Gruß Anja

-- Editiert von Moderator am 11.01.2019 13:36

-- Thema wurde verschoben am 11.01.2019 13:36

Verstoß melden

Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Kindergeld 2012 Schreiben Sohn


12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(25816 Beiträge, 14201x hilfreich)

Einen Anwalt suchen? Wozu? Ihre Schuld ist doch klar erwiesen, außerdem kommt eine gewaltige Rückforderung auf Sie zu - wenn Sie Geld überhaben, sollten Sie es dafür verwenden...
Was mache ich nun? Auf die Gerichtsverhandlung warten und ggf. anfangen, Ihre Schulden bei der Familienkasse abzutragen.

Signatur:Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#2
 Von 
Nichtöffentlich
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Wenn es zu einer Gerichtsverhandlung kommt, sollte ich dann nicht lieber einen Anwalt an meiner Seite haben?
Wie gehe ich jetzt vor?
Den Brief ausgefüllt an die Familienkasse zurück senden und gleichzeitig einen Ratenantrag beilegen?

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden


#4
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(27724 Beiträge, 11581x hilfreich)

Ein Anwalt ist keine Zauberfee. Wovon willst Du den Anwalt bezahlen? Für eine Mandatierung bei doch sehr klarer Rechtslage?

wirdwerden


0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#5
 Von 
Nichtöffentlich
Status:
Frischling
(5 Beiträge, 0x hilfreich)

Ein Anwalt könnte aber doch bei der Formulierung der Selbstanzeige helfen oder nicht? Ich will mich nicht noch mehr verrennen.. Das bezahlen würde ich über einen Antrag auf Kostenbeihilfe bewältigen. Kennt denn jemand den eventuellen Werdegang der ganzen Sache?
Ich weiß allemal, dass ich mehr als ******* gebaut habe. Ich will das klären. Ohne mir noch mehr Sorgen machen zu müssen.

Danke und Gruß

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#6
 Von 
Diplomat89
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 7x hilfreich)

Zitat (von AnOlYa):
Das bezahlen würde ich über einen Antrag auf Kostenbeihilfe bewältigen.

Soetwas gibt es im Strafrecht nicht. Die Kosten müssen Sie von Anfang an bezahlen und bekommen diese auch nicht erstattet.

Die Prozesskostenhilfe gibt es nur im Zivilrecht.

Rechnen Sie mit ca. 800 Euro aufwärtz für eine Vertretung durch einen Rechtsanwalt.

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#7
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(27724 Beiträge, 11581x hilfreich)

Und nachdem die Kiste aufgeflogen ist, was soll da eine Selbstanzeige? Vielleicht mal auf die Regulierung des Schadens konzentrieren?

wirdwerden

0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#8
 Von 
AltesHaus
Status:
Gelehrter
(10463 Beiträge, 2795x hilfreich)

Das mit der Selbstanzeige würde ich jetzt auch mal lassen.

Wir haben vor 25 Jahren auch ein Kind verloren, ich kann nachvollziehen, dass man da (auch über einen längeren Zeitraum) die Dinge schleifen lässt. Schlimm wenn man in dieser Situation alleine ist und keinen Partner ad Seite hat.
Auch kann ich den Wunsch nach einem Anwalt nachvollziehen jedoch ist die Frage, wie dieser denn bezahlt werden soll, nicht unberechtigt.

Gehen Sie persönlich zur Kindergeldkasse, am Besten fangen Sie schon vorher mit der Tilgung an, und versuchen die Situation so zu schildern, wie sie sich Ihnen damals dargestellt hat.

Ob Sie Ihren Partner von der Sache berichten steht in Ihrem Ermessen, ich würde es machen, so ist man nicht mehr ganz allein.

Viel Glück.

Signatur:Ich erteile keine Ratschläge, ich schreibe nur wie ich die Dinge handhaben würde.
0x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#9
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25604 Beiträge, 7107x hilfreich)

Zitat:
Ein Anwalt könnte aber doch bei der Formulierung der Selbstanzeige helfen oder nicht?

Eine "Selbstanzeige" bringt nichts. "Strafbefreiend" gibt es die sowieso nur bei Steuerstraftaten und mildernd würde sie zu diesem Zeitpunkt (wo die Familienkasse der unberechtigten Zahlung bereits auf die Spur gekommen ist) auch nicht mehr berücksichtigt, als ein normales Geständnis zu gegebener Zeit

Zitat:
Das bezahlen würde ich über einen Antrag auf Kostenbeihilfe bewältigen

Die gibt es im Strafrecht (noch) nicht.

Ein Anwalt wäre möglicherweise dennoch sinnvoll, je nach dem wie die Anklage später genau lautet. Damit kann man aber warten, bis die Anklageschrift vorliegt. Das hat zum einen den Vorteil, dass der Anwalt das etwas billiger wird, da die Kosten für das Vorverfahren entfallen und zum anderen besteht -je nach Anklage- dann sogar ein Anspruch auf einen Pflichtverteidiger (den -zunächst- die Staatskasse zahlt)

Bis dahin würde ich einfach folgendes machen:

Ein emotional gehaltenes Antwortschreiben, dass Sie aufgrund der psychischen Probleme aufgrund des Todes des Kindes nicht in der Lage waren, sich um ihre Behördenangelegenheiten zu kümmern. Keinesfalls sollte dort aber etwas davon stehen, dass "das Geld aufgrund Überschuldung willkommen war"

Sie haben schon recht damit, dass eine 3. Person bei der Abfassung eines solchen Schreibens nützlich sein kann. Das muss aber kein Anwalt sein. Wenden Sie sich einfach an eine Beratungsstelle für Straffälligenhilfe. Wenn Sie mir Ihre PLZ verraten (von mit aus auch per PN) kann ich Ihnen eine bei Ihnen in der Nähe nennen. Die Beratung dort ist kostenlos.

-- Editiert von !!Streetworker!! am 12.01.2019 16:12

1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#10
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(67344 Beiträge, 31650x hilfreich)

Zitat (von AnOlYa):
Mein "neuer" Ehemann weiß nichts davon.

Dann wäre es eine gute Idee, diesen mal einzuweihen?



Zitat (von !!Streetworker!! ):
Ein emotional gehaltenes Antwortschreiben, dass Sie aufgrund der psychischen Probleme aufgrund des Todes des Kindes nicht in der Lage waren, sich um ihre Behördenangelegenheiten zu kümmern.

Ich weis nicht, ob man damit alleine wirklich 6 Jahre begründen kann. sind ja immerhin 12 "Erinnerungen" pro Jahr.


Signatur:Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB
1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#11
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(25604 Beiträge, 7107x hilfreich)

Zitat:
Ich weis nicht, ob man damit alleine wirklich 6 Jahre begründen kann

Sicherlich nicht, aber es ist in solch einem Fall besser, als gar nichts zu tun oder als ein schlichtes, nüchternes "Ja, ich ich bin schuldig".

1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

#12
 Von 
Osmos
Status:
Lehrling
(1380 Beiträge, 508x hilfreich)

Das sehe ich auch so, man sollte den Tatbestand emotional schildern, einen Plan für die Rückzahlung haben und diesen bereits starten. Ein Strafverfahren wird auf jeden Fall eingeleitet.

Dass man den aktuellen Ehemann einweiht sollte in einer Ehe selbstverständlich sein, sonst eröffnet man die nächste Baustelle mit möglichem Totalschaden. Früher oder später kommt es sowieso raus, wir reden über geschätzte 10.000 Euro Rückforderung und aufkommenden Schriftverkehr mit dem Zoll sowie dem örtlichen Amtsgericht samt weiterer damit verbundener Kosten. Ergo macht man unverzüglich tabula rasa und räumt den Schaden auf.

Signatur:Meine persönliche Meinung
1x Hilfreiche Antwort Verstoß melden

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

Jannis Geike Nicolas Reiser Felix Hoffmeyer
  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen