Körperverletzung/Beleidigung auf sexueller Basis

9. September 2007 Thema abonnieren
 Von 
Papierblume
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)
Körperverletzung/Beleidigung auf sexueller Basis

Hallo,

es geht um folgendes: Mein Freund (17) ist vor zwei Monaten von einem Mann sagen wir mal "unsittlich berührt" worden.
Die Mutter meines Freundes hat Strafantrag gestellt: Körperverletzung und Beleidigung auf sexueller Basis.
Kann mir jemand sagen, wie es jetzt weitergeht?
Es gibt keine Zeugen für die Tat, mein Freund hat also keine Beweise.
Inwiefern kann der Tätet überhaupt bestraft werden, und hat mein Freund da jetzt noch etwas mit zu tun?

MfG
Papierblume

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" In einer irrsinnigen Welt vernünftig sein zu wollen, das ist schon wieder ein Irrsinn an sich.
- Marie von Ebner-Eschenbach"

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9 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
KleinerJurist
Status:
Lehrling
(1398 Beiträge, 260x hilfreich)

Wenn der Täter ermittelt wurde bzw. wird, kann die STA Klage erheben, sofern sie von einem dringenden Tatverdacht ausgeht.

Dann muss Ihr Freund ggfs. vor Gericht aussagen bzw. auch vorher bei der STA.

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#2
 Von 
Papierblume
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Also der Täter konnte bereits kurz nach der Tat ermittelt werden und mein Freund hat auch schon eine Aussage machen müssen, vor wenigen Tagen.
Kann es in so einem Fall überhaupt zu einer Gerichtsverhandlung kommen? Welche Faktoren spielen da genau eine Rolle? Ob der Täter vorbestraft ist, etc.?
Aber heißt es dann nicht eh 'Im Zweifel für den Angeklagten'? Mein Freund hat doch keine Möglichkeit, die Tat nachzuweisen.

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#3
 Von 
skyperchen
Status:
Frischling
(34 Beiträge, 2x hilfreich)

höchstwahrscheinlich kommt es nicht zu einer Verhandlung, da wahrscheinlich aussage gegen aussage steht. Entweder der Täter gesteht, und er bekommt eine Strafe, die höchstwahrscheinlich (leider) nur eine Geldstrafe ist oder das Verfahren wird eingestellt. Ist leider so, finde ich auch sehr bedauerlich

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#4
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33130 Beiträge, 17349x hilfreich)

Hi,

daß in einer Aussage-gegen-Aussage-Situation zwingend eingestellt bzw. freigesprochen wird, ist eine Legende, die offenbar nicht totzukriegen ist. Der Fall kommt bei Gericht ständig vor. Also fragt sich der Richter: 'Wem glaube ich?'. Der Angeklagte hat allemal Grund zu lügen, der Opferzeuge eher weniger. Außerdem haben Richter gewisse Anhaltspunkte, nach der sie falsche Aussagen von wahren Aussagen unterscheiden. Im Zweifel zugunsten des Angeklagten - das ist so. Aber wenn der Richter 'mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit' von der Schuld des Angeklagten überzeugt ist, verurteilt er ihn. Das ist die Praxis der Gerichte. Ansonsten gäbe es wahrscheinlich 50 Prozent Freisprüche, aber real sind es nur 2 Prozent.
Allerdings wird es wohl in diesem Fall bei einer Geldstrafe bleiben.

Gruß vom mümmel

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#5
 Von 
guest123-1700
Status:
Praktikant
(969 Beiträge, 170x hilfreich)

...aber real sind es nur 2 Prozent...

Wo kann man zu dieser hochwissenschaftlichen Analyse mehr lesen?

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#6
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33130 Beiträge, 17349x hilfreich)

Hi,

das las ich in einem Buch des nicht ganz unbekannten Anwaltes Bossi, aber vermutlich gibt es auch regelrechte Statistiken darüber.

Gruß vom mümmel

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#7
 Von 
guest123-1700
Status:
Praktikant
(969 Beiträge, 170x hilfreich)

Dann solltest Du wenigstens noch erwähnen, dass statistisch weitere etwa
15 % der Verfahren mit Einstellung enden (Hessen).

Thüringen weist eine Verurteilungs-Quote von insgesamt 76,7 (2006) aus, bei Jugendlichen von 52,5 % :)


-- Editiert von cuno am 10.09.2007 17:19:59

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#8
 Von 
Papierblume
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 0x hilfreich)

Mhm... also in diesem Fall ist es eigentlich schon klar, dass mein Freund die Wahrheit sagt.
Das ganze geschah im Urlaub in einer fremden Stadt auf einer Bahnhofstoilette. Mein Freund konnte alles ganz genau beschreiben und auch den Täter, den wir dann später auch gefunden haben (mein Freund, die Polizisten und ich). Ich meine, wer kommt schon auf die Idee, sich so eine Geschichte auszudenken? Außerdem: Wie groß ist war die Wahrscheinlichkeit, den Typen wiederzufinden? Das war ein riesengroßer Zufall dass der noch im Bahnhof auf seinen Lebensgefährten gewartet hat.
Zudem war ICH diejenige, die meinen Freund dazu überredete, zur Polizei zu gehen. Er wollte zunächst nämlich gar nicht. Das habe ich auch bei der Polizei ausgesagt.
So gesehen müsste es doch dann schon zu einer Verurteilung kommen, oder?
Aber wird soetwas dann überhauot vor Gericht ausgetragen? Oder macht man das bei solchen 'Kleinigkeiten' nicht?

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- Marie von Ebner-Eschenbach"

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#9
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33130 Beiträge, 17349x hilfreich)

Hi,

es könnte natürlich auch ein Strafbefehl ergehen, quasi ein Urteil per Post. Eine Verhandlung findet dann nur statt, wenn der Verurteilte Widerspruch einlegt.
Das kann man aber nicht wissen - Sie wissen ja z. B. nicht, ob der Mann einschlägige Vorstrafen hat. Dann wird es eher eine Verhandlung geben.

Gruß vom mümmel

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