Konsequenzen/Ausmaß Anzeige (wg. "Diebstahls")

2. April 2012 Thema abonnieren
 Von 
Alex Br.
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 1x hilfreich)
Konsequenzen/Ausmaß Anzeige (wg. "Diebstahls")

Hallo zusammen,

folgende Situation:

Person A ist im Besitz eines Jobtickets (Bahnkarte) welches nur in Kombinaton mit einem gültigen Ausweis gilt.

A vergisst versehentlicherweise die Karte bei einem Bekannten und Person B fährt ohne dass A es weiß mit dieser Karte und wird dabei erwischt.

B wird die nächsten Tage eine Zahlungsaufforderung wegen Schwarzfahrens erhalten und die Karte von A wurde von dem Verkehrsunternehmen C eingezogen.

A informiert sich bei C was mit seiner Karte geschieht und findet dabei heraus, dass er für neun Monate für den Bezug des (im Vergleich zum normalen Monatstickets vergünstigten) Jobtickets ausgeschlossen wird, es sei denn er zeigt B wegen Diebstahls an.

Der Mehraufwand für ein Monatsticket würde ~20 Euro betragen. Auf neun Monate gesehen wären es ~180 Euro Mehrkosten wenn es nur bei dieser Strafe bleibt.

Lohnt sich für solch einen Betrag eine Anzeige für A.
A will B nur ungern bzw. garnicht anzeigen, da ein freundschaftliches Verhätnis herrscht.

Was wären die Konsequenzen für B wenn er angezeigt wird? Es liegen keine Vorstrafen vor. Was wäre das Ausmaß der Anzeige?

Und kann A noch mit Konsequenzen von C rechnen, z.B. wegen Betrugs?

Vielen Dank für euer Bemühen.

Gruß
Alex

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4 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

A hat sich nicht strafbar gemacht.

Das Verhalten des Unternehmens finde ich etwas merkwürdig. Wenn es will, dass B strafrechtlich verfolgt wird, kann es B ja selbst Anzeigen wegen Betrug.

Einen Diebstahl bei B sehe ich nicht, es sei denn er wollte das Ticket dauerhaft behalten. Es für eine einzige Fahrt zu nutzen und an dem A wiederzugeben, wäre kein Diebstahl. Nun könnte man denken: Prima ! Dann kann A den B ja wegen Diebstahls anzeigen, das Verfahren wird eingestellt und alles ist in Butter. So einfach ist es aber leider nicht. Zum einen müßte man dem B erst mal glauben, dass er es tatsächlich zurückgeben wollte und zum anderen könnte die StA zwar das Diebstahlsverfahren gegen B einstellen, aber gleichzeitig -von Amts wegen- eines wegen Betruges eröffnen.

Was an "Strafe" droht ist schwer zu sagen. Wie alt ist B denn?

-----------------
"Bitte um Verständnis,dass ich keine Rechtsfragen per PM beantworte.Das ist nicht Sinn des Forums"

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#2
 Von 
wastl
Status:
Richter
(8350 Beiträge, 1491x hilfreich)

A hat ja nichts gemacht, also ist die Reaktion des Verkehrsunternehmens nicht verständlich (abgesehen davon, dass es ja selbst eine Anzeige erstatten könnte).
A könnte also dem Unternehmen schreiben, dass es für den Ausschluss keinen Grund gibt, weil er kaum dafür haftbar gemacht werden kann, wenn ein anderer mit seiner Karte fährt. Es ist auch nicht ersichtlich, weshalb A den B anzeigen sollte, wenn er das nicht möchte.
Ob es für B nun ein Diebstahl ist, kann man so oder so sehen. Auch wenn er irgendwann das Ticket zurückgeben will nutzt er es ja erstmal selbst, verleibt es also seinem Vermögen zumindest vorübergehend ein (wie man das auf Juristendeutsch sagen könnte). Das wäre aber letztlich egal, weil der Diebstahl mitbestrafte Vortat zu dem versuchten Betrug wäre. Die StA müsste da gar nicht mal etwas einstellen und neu einleiten, weil der Lebenssachverhalt ja bekannt und Gegenstand des Verfahrens ist.
Zur Konsequenz für B lässt sich ohne weitere Infos nichts sagen. Wie als ist B? Vorstrafen? Wie teuer wäre denn ein Fahrschein gewesen??

1x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Alex Br.
Status:
Frischling
(11 Beiträge, 1x hilfreich)

Sowohl A als auch B sind beide 22 Jahre alt.

Welche Rolle spielt das freundschaftliche Verhältnis? Wäre es damit nicht einfach, den Nachweis zu bringen, dass B das Ticket an A wieder geben wollte?

C meinte, sobald in eine Akte der Polizei bezüglich dieses Falls eingesehen wurde, wird die Sperre für A aufgehoben.


PS: B hat keine Vorstrafen. Der Ticketpreis befindet sich im einstelligen Eurobereich (max. 5 Euro).

-- Editiert Alex Br. am 02.04.2012 16:59

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
wastl
Status:
Richter
(8350 Beiträge, 1491x hilfreich)

Also ist B erwachsen.
Das ist wichtig, weil im Jugendstrafrecht die Uhren deutlich anders ticken und sich noch schwerer vorhersagen lässt, was am Ende herauskommen kann.

Das freundschaftliche Verhältnis spielt keine Rolle, weil es ja ein versuchter Betrug ist und bleibt.

C meinte, sobald in eine Akte der Polizei bezüglich dieses Falls eingesehen wurde, wird die Sperre für A aufgehoben.
Die Erstattung einer Strafanzeige zur Bedingung für die Erfüllung einer vertraglichen Pflicht zu machen (C schuldet ja nunmal das Jobticket) halte ich für fragwürdig. Da könnte man schon an eine Nötigung denken. Wie gesagt, wenn C will, dass ein Verfahren eingeleitet wird, soll es den B halt selbst anzeigen, das können Verkehrsunternehmen ja sonst auch.

Edit: Ach ja, wenn es ein Verfahren gibt und B ist geständig, was er ja wohl wäre, würde das Verfahren mit ziemlicher Sicherheit gem. § 153 StPO eingestellt werden, also "wegen Geringfügigkeit".

-- Editiert wastl am 02.04.2012 17:03

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