Kreditbetrug und verkauf auf Ebay kleinanzeigen

17. Mai 2023 Thema abonnieren
 Von 
Alejandro123
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Kreditbetrug und verkauf auf Ebay kleinanzeigen

Liebes Forum,

ich wende mich heute an euch, um euch über eine Situation zu informieren, mit der ich derzeit konfrontiert bin. Ich bin 28 Jahre alt und möchte offen über eine strafrechtliche Verurteilung sprechen, die ich vor Kurzem erhalten habe.

Mir wurde ein Strafbefehl wegen Betrugs ausgestellt, der auf einem Vorfall basiert, bei dem ich Waren im Wert von 5000 Euro erhalten und sie anschließend auf eBay Kleinanzeigen verkauft habe. Der Strafbefehl verhängte 120 Tagessätze von je 100 Euro gegen mich.

Es ist wichtig anzumerken, dass in der Akte noch andere Käufe verzeichnet sind, die einen Gesamtwert von etwa 8000 Euro haben. Diese wurden jedoch nicht im Strafbefehl aufgeführt, da kein konkreter Tatnachweis vorlag.

Ich möchte betonen, dass ich meine Fehler erkannt habe und für meine Handlungen die volle Verantwortung übernehme. Ich bedauere zutiefst, dass ich mich in einer derartigen Lage wiederfinde und verspreche, aus meinen Fehlern zu lernen und mein Verhalten zu ändern.

Es ist mein Anliegen, diese Erfahrung zu nutzen, um mich persönlich weiterzuentwickeln und anderen Menschen in ähnlichen Situationen zu helfen. Ich bin fest entschlossen, mich zu bessern und mein Vertrauen wiederherzustellen.

Ich wurde vor kurzem Vater und bin verheiratet.

Nun zu meiner Frage:

1. Kann ich die Taggesätze anzahl vor gericht anfechten und wie sieht die chance aus diese von 120 auf 90 zu kriegen?
2. Wie sieht ihr dass, wenn ich Einspruch legen sollte, würde der Richter die Akte genauer anschauen und ei andere Käufe in frage stellen?

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8 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32724 Beiträge, 17216x hilfreich)

1. Ja, Sie können ihn anfechten. Nein, angesichts der Schadenshöhe sehe ich da wenig Chancen.
2. Warum sollte sich der Richter mit Käufen befassen, wegen denen Sie gar nicht verurteilt wurden? Im Übrigen ist das kein Hellseherforum, weswegen Ihnen auch keiner sagen, wie genau sich der Richter nun mit der Akte befassen würde.

Ich möchte betonen, dass ich meine Fehler erkannt habe und für meine Handlungen die volle Verantwortung übernehme. Das heißt, Sie haben den entstandenen Schaden schon bezahlt? Oder wie war das mit der "vollen Verantwortung" gemeint?

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#2
 Von 
guest-12315.09.2023 08:23:49
Status:
Junior-Partner
(5465 Beiträge, 925x hilfreich)

Wichtig: Einspruch gegen den Strafbefehl ist nur in einer Frist von zwei Wochen möglich.

Zitat (von Alejandro123):
Kann ich die Taggesätze anzahl vor gericht anfechten und wie sieht die chance aus diese von 120 auf 90 zu kriegen?
Eine Chance besteht immer ... das Gericht kann das Strafmaß aber auch erhöhen. Und bei einem Tagessatz von 100 Euro schließe ich auf ein Nettoeinkommen von 3.000 Euro / Monat ... da müsstest Du schon sehr gute Gründe vorbringen, um das Strafmaß zu mildern.

Zitat (von Alejandro123):
Wie sieht ihr dass, wenn ich Einspruch legen sollte, würde der Richter die Akte genauer anschauen und ei andere Käufe in frage stellen?
Ja, nein, vielleicht.

Zitat (von Alejandro123):
Es ist wichtig anzumerken, dass in der Akte noch andere Käufe verzeichnet sind, die einen Gesamtwert von etwa 8000 Euro haben.
Also gehe ich mal von den 8.000 Euro aus ... hast Du den Geschädigten denn ihr Geld schon wieder zurückgezahlt? Oder wenigstens damit angefangen?

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32724 Beiträge, 17216x hilfreich)

Und bei einem Tagessatz von 100 Euro schließe ich auf ein Nettoeinkommen von 3.000 Euro / Monat ... da müsstest Du schon sehr gute Gründe vorbringen, um das Strafmaß zu mildern. Er will die ZAHL der Tagessätze verringern, nicht deren HÖHE. Das geht theoretisch durchaus, ganz unabhängig vom Einkommen - praktisch wüßte ich jetzt nicht, warum der Richter plötzlich ein geringeres Mass der Schuld annehmen sollte...

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#4
 Von 
guest-12315.09.2023 08:23:49
Status:
Junior-Partner
(5465 Beiträge, 925x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Er will die ZAHL der Tagessätze verringern, nicht deren HÖHE.
Stimmt. Hatte ich falsch gelesen. Aber selbst dafür ... irgendwelche wirtschaftlichen Notlagen als Grund für den Betrug (und damit vielleicht Reduzierung des Strafmaß) sehe ich auch nicht.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32724 Beiträge, 17216x hilfreich)

Wobei das Einkommen durchaus von Interesse wäre - von 3.000 Euro Nettolohn wäre ja immerhin auch noch Geld abzuziehen für den Unterhalt des Kindes, evtl. auch der Ehefrau: Da könnte man die HÖHE der Tagessätze erfolgreich anfechten. Liegt man deutlich über den 3.000 Euro, entfällt das natürlich.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
Alejandro123
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo Leute,
ich verdiene 3500 Netto, der Staatsanwalt hat dies relativ niedrig gehalten mit Tagesatz 100.
Dann denke ich nicht, dass ich die Anzahl der Tagesätze von 120 unter 100 kriegen werde..

Das Geld wurde schon bezalt an die geschädigten

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(118615 Beiträge, 39605x hilfreich)

Zitat (von Alejandro123):
1. Kann ich die Taggesätze anzahl vor gericht anfechten

Ja



Zitat (von Alejandro123):
und wie sieht die chance aus diese von 120 auf 90 zu kriegen?

Und welche (substantiierte) Begründung könnte man dafür vortragen?



Zitat (von Alejandro123):
2. Wie sieht ihr dass, wenn ich Einspruch legen sollte, würde der Richter die Akte genauer anschauen und ei andere Käufe in frage stellen?

Nun, die Gerichte sind chronisch überlastet, deshalb sind Strafbefehle bei Gerichten sehr beliebt.
Wenn es nun zum Verfahren kommt, wird sich das Gericht nochmals mit der Akte befassen. Nicht auszuschließen, das man da "schlafende Hunde" weckt. Und je nach Ergebnis sind Tagessätze dann eventuell auch gar kein Thema mehr ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Dirrly
Status:
Student
(2016 Beiträge, 530x hilfreich)

Zitat (von Alejandro123):
Dann denke ich nicht, dass ich die Anzahl der Tagesätze von 120 unter 100 kriegen werde.


Ich denke auch nicht unbedingt.

5.000 Euro sind halt direkt mal eine Schadenshöhe, die jetzt nicht mehr unerheblich ist. Und die Schadenshöhe drückt sich eben auch in der Verurteilung (Anzahl der Tagessätze) aus.

Wie gesagt, gibt es natürlich die theoretische Möglichkeit, aber zu bedenken ist halt, dass nach einem Einspruch gegen den Strafbefehl das Verschlechterungsverbot nicht gilt und der Richter auch der Meinung sein könnte, dass mehr als 120 Tagessätze angemessen wären.


Zitat (von bostonxl):
Aber selbst dafür ... irgendwelche wirtschaftlichen Notlagen als Grund für den Betrug (und damit vielleicht Reduzierung des Strafmaß) sehe ich auch nicht.


Eine finanzielle Notlage als Grund anzuführen ist immer ein zweischneidiges Schwert:
"Ich hab's gemacht, weil ich grad Probleme mit Geld hatte." impliziert gleichzeitig, dass man es vielleicht wieder tun würde, wenn man wieder Probleme hat. So wird das zumindest manchmal gesehen. ;-)

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