Kreditwarenbetrug Vorladung

30. November 2015 Thema abonnieren
 Von 
Chewchew63
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 13x hilfreich)
Kreditwarenbetrug Vorladung

Hallo,

Person A hat über ca. ein 3/4 Jahr Online Kreditwarenbetrug betrieben, teilweise unter Angabe von falschen Daten.Der gesamte Warenwert spielt sich in größeren von 2000-3000€ ab, allerdings immer summer von 50-100 €.

Nun bekommt Person A eine Vorladung bei der Polizei bzgl. einer Anzeige im Warenwert von 100€. Person A ist nicht vorbestraft über 18 und psychisch krank. Sollte Person A nun bei der Vorladung auf die anderen Strafttaten hinweisen oder nur soviel wie nötig sagen. Würde das Strafmaß geringer ausfallen wenn Person A die Delikte zugibt?

Person A ist zudem praktisch insolvent, wieso auch vorherige Zwangsvollstreckungen durch Inkasso-büros nicht fruchteten.

Wie soll sich Person A nun bein der Vorladung am besten verhalten, abgesehen davon die Straftat natürlich zu gestehen?

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53 Antworten
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#1
 Von 
Chewchew63
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 13x hilfreich)

Ich wäre euch um einen Rat sehr dankbar. Person A hat nächsten Montag besagte Vorladung.

1x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
PP9325
Status:
Praktikant
(940 Beiträge, 703x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Person A hat über ca. ein 3/4 Jahr Online Kreditwarenbetrug betrieben, teilweise unter Angabe von falschen Daten.Der gesamte Warenwert spielt sich in größeren von 2000-3000€ ab, allerdings immer summer von 50-100 €.


Das spricht wohl für eine gewerbsmäßige Begehung, was grundsätzlich strafverschärfend wirkt.

Zitat:
Nun bekommt Person A eine Vorladung bei der Polizei bzgl. einer Anzeige im Warenwert von 100€. Person A ist nicht vorbestraft über 18 und psychisch krank.


Wenn Person A nicht vorbelatet ist, dann ist das mal grundsätzlich positiv. Inwiefern psychisch krank? Kaufsüchtig? Spielsüchtig oder was? Befindet sich Person A deswegen in Behandlung?

Zitat:
Sollte Person A nun bei der Vorladung auf die anderen Strafttaten hinweisen oder nur soviel wie nötig sagen.


Auf die anderen Straftaten, die wahrscheinlich nicht mal angezeigt wurden, von selbst hinzuweisen wäre wohl zum aktuellen Zeitpunk nicht sehr klug.

Zitat:
Würde das Strafmaß geringer ausfallen wenn Person A die Delikte zugibt?


Kann sein, aber grundsätzlich sollte man bei einer solchen Konstellation wie Ihrer auch nur das zugeben, was angezeigt ist. Nicht alle Gläubiger werden wahrscheinlich Strafanzeige erstatten, sofern es nicht immer der selbe Gläubiger war, der betrogen wurde.

Zitat:
Person A ist zudem praktisch insolvent, wieso auch vorherige Zwangsvollstreckungen durch Inkasso-büros nicht fruchteten.


Das ist eher negativ, denn Schadenswiedergutmachung wird bei Betrugsdelikten schon erwartet. Es wird auch gerne gesehen, wenn der Täter geständig war, dass er sich auch schon vor der Hauptverhandlung darum gekümmert hat.

Zitat:
Wie soll sich Person A nun bein der Vorladung am besten verhalten, abgesehen davon die Straftat natürlich zu gestehen?


Person A kann die eine Tat gestehen bei der polizeilichen Vernehmung. Jedoch sollte Person A tunlichst darauf achten, sich nicht hinsichtlich der anderen Straftaten zu verplappern. Unter der Beachtung der psychischen Erkrankung von Person A und der damit eventuell geminderten Auffassungsgabe wäre es auch ggf. ratsam die polizeiliche Vernehmung zu verweigern und den Termin schriftlich oder telefonisch abzusagen.

Lieber einen Strafbefehl oder maximal ein Urteil im unteren Bereich der Tagessätze in Kauf nehmen, als sich selbst wahrscheinlich dutzender Betrüge zu bezichtigen, von denen wahrscheinlich sonst nicht mal einer mehr zur Anzeige gekommen wäre und dafür eine Freiheitsstrafe, wenn auch wahrscheinlich mit Bewährung, zu kassieren.


Grüße
PP

2x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
Chewchew63
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 13x hilfreich)

Hallo,

danke schonmal für die Antwort.

Person A ist wie vermutet kaufsüchtig, sozial isoliert, und leidet an einer ängstlichen persönlichketisstörung.Bzgl. dieser Persönlichkeitsstörung befindet sich Person A seit 10 Jahren in Behandlung.Es sind vermutlich bis zu 50-60 Gläubiger, welche allerdings wohl viele keine Strafanzeige erstatten werden.

Ist denn in dieser Größenordnung von einer Haftstrafe ohne Bewährung auszugehen oder ist grundsätzlich bei Ersttaten mit Bewährung zu rechnen?

1x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
PP9325
Status:
Praktikant
(940 Beiträge, 703x hilfreich)

Zitat:
Person A ist wie vermutet kaufsüchtig


Das wäre ein Strafmilderungsgrund und je nach schwere der Sucht und sofern diese auch belegt werden kann, eventuell sogar ein Grund eine verminderte Schuldfähigkeit i. S. d. § 21 StGB anzunehmen.

Zitat:
Es sind vermutlich bis zu 50-60 Gläubiger, welche allerdings wohl viele keine Strafanzeige erstatten werden.


Deswegen sollte Person A auch nicht bei der Polizei sich verplappern. Was niemand weiß, macht niemanden heiß. Jedoch sollte Person A zu den Gläubigern Kontakt aufnehmen und versuchen sich zu einigen, bspw. durch eine realistische Ratenzahlung. Auch wen diese Raten sehr niedrig sind kann damit oft vermieden werden, dass Strafanzeige erstattet wird.

Zitat:
Ist denn in dieser Größenordnung von einer Haftstrafe ohne Bewährung auszugehen oder ist grundsätzlich bei Ersttaten mit Bewährung zu rechnen?


Aktuell ist nur die eine Tat angezeigt und es kann davon ausgegangen werden, dass nicht jeder Gläubiger eine Anzeige erstattet. Selbst wenn 30 der Gläubiger Strafanzeige erstatten und es zur Verurteilung kommt, wäre eine Freiheitsstrafe zwischen 8 und 12 Monaten, ausgesetzt zur Bewährung wahrscheinlich, da sich der Schaden nun auch nicht in utopischen Bereichen bewegt.

Wie alt ist Person A denn genau bzw. wie alt war Person A zum Zeitpunkt der Tatbegehungen?

-- Editiert von PP9325 am 02.12.2015 23:42

2x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Chewchew63
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 13x hilfreich)

Person A war zum Tatzeitpunkt zwischen 26-27 Jahre.Und ist aktuell 27.

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
PP9325
Status:
Praktikant
(940 Beiträge, 703x hilfreich)

Somit kommt defintiv Erwachsenenstrafrecht zur Anwendung.

Zusammenfassend:

Wenn es bei der einen Strafanzeige bleibt, kommt ein Strafbefehl oder eine Verurteilung mit geringer Höhe an Tagessätze (20-40 TS) in Frage oder gegebenenfalls sogar eine Einstellung des Verfahrens in Frage.

Wenn noch mehr Strafanzeigen erstattet werden, kommt es maßgeblich darauf an, wie viele Gläubiger Strafanzeige erstatten. Auf Grund der zu bildenden (nachträglichen) Gesamtstrafe dürfte es jedoch bei einer Freiheitsstrafe mit Strafaussetzung zur Bewährung bleiben.


Grüße
PP

2x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

.... und Person A sollte sich klar machen, dass -wenn sie so weiter macht- der Weg zwangsläufig und unweigerlich in den Knast führt. Ist so. Hundertfach erlebt. Ich will jetzt nicht wieder einen riesen Roman dazu schreiben (wenn man mal die Suche zu "Betrug, Freiheitsstrafe, Bewährung, Bewährungswiderruf" benutzt wird man früher oder später auf einen meiner ausführlichen Beiträge zu dem Thema stoßen)

3x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Chewchew63
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 13x hilfreich)

Person A gibt sich nun in professionelle Behandlung um gezielt die Kaufsucht zu unterbinden.

Sollten die Beamten Person A allerdings nach weiteren Straftaten fragen, was soll Peson A dann antworten?Oder wird allgemein nur auf die eine Strafttat angesprochen bzw. aber auch die Hintergründe erfragt?

1x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
PP9325
Status:
Praktikant
(940 Beiträge, 703x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Person A gibt sich nun in professionelle Behandlung um gezielt die Kaufsucht zu unterbinden.


Warum ist das nicht schon lange geschehen...? Wieder mal typisch. Erst wenn der Boden unter den Füßen brennt, werden Sie aktiv...

Zitat:
Sollten die Beamten Person A allerdings nach weiteren Straftaten fragen, was soll Peson A dann antworten?Oder wird allgemein nur auf die eine Strafttat angesprochen bzw. aber auch die Hintergründe erfragt?


Nun offenbart sich wohl, was ich bereits angedeutet habe...
Wenn Sie so unsicher sind, dann rate ich Ihnen dringend, die polizeiliche Vernehmung abzusagen. Rufen Sie dort an oder schreiben Sie eine Dreizeiler, dass Sie den Termin absagen und nicht polizeilich vernommen werden möchten. So eine unsichere Persönlichkeit wie Sie, wird dort, sofern der befragende Beamte nur ein Fünkchen Talent hat, mit Haut und Haaren gefressen.

Eine polizeiliche Vernehmung würde bei Ihnen wohl schnurstracks ins Verderben führen...


Grüße
PP

2x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Chewchew63
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 13x hilfreich)

Ja, das habe ich mir nun auch mehrmals überlegt, und die Beamten werden sicher fragen, ob sich solche Fälle schonmal gehäuft haben.Der Termin ist am Montag, Die Polizeistelle ganz in der Nähe. Soll ich nun einfach einen Brief schreiben, mich dort zu meiner Erkrankung erklären und wieso ich die Tat begangen habe und dann schreiben dass ich aufgrund von Ängsten mich nicht der Vorladung stellen könnte?

Ist dies denn nun nicht zu kurzfristig bzw. strafverschärfend?

1x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
PP9325
Status:
Praktikant
(940 Beiträge, 703x hilfreich)

Zitat:
Soll ich nun einfach einen Brief schreiben, mich dort zu meiner Erkrankung erklären und wieso ich die Tat begangen habe und dann schreiben dass ich aufgrund von Ängsten mich nicht der Vorladung stellen könnte?


So langsam verzweifle ich. Schreibe ich eigentlich chinesisch?
Irgendein blabla, dass Sie krank sind und Angst haben und deswegen Betrügereien begehen heizt die Ermittlungsbehörden nur noch mehr an und ist in der Sache absolut nicht hilfreich.

Es gibt zwei Möglichkeiten:

1. Sie gehen zur polizeilichen Vernehmung und werden wahrscheinlich nach Strich und Faden zerlegt und gehen statt einem Verfahren wegen einem einfachem Betrug mit einem Verfahren wegen Betruges in x Fällen heim.

2. Sie sagen die polizeiliche Vernehmung ab und äußern sich nicht zu dem Sachverhalt. Das bedeutet Sie schreiben am Besten einen Brief an die Polizeidienststelle, zu der Sie komen sollen mit bspw. folgendem Inhalt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

in dem Ermittlungsverfahren, Aktenzeichen "hier Aktenzeichen einsetzen", erkläre ich, "hier Ihren Namen einsetzen" als Beschuldigter, dass ich mich zu dem Sachverhalt nicht im Rahmen einer polizeilichen Vernehmung äußern möchte und daher den von Ihnen genannten Termin auch nicht wahr nehmen werde.

Mit freundlichen Grüßen

"hier Ihre Unterschrift"


Alternative 2 wäre in Ihrem Fall wohl sinnvoller...
Eine polizeiliche Vernehmung abzusagen, ist absolut kein Grund für eine Strafverschärfung.


Grüße
PP





-- Editiert von PP9325 am 03.12.2015 17:30

2x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
Chewchew63
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 13x hilfreich)

Vielen Dank für die Geduld mit mir. Ich werde nun den Brief aufsetzen und morgen direkt dort einwerfen.

Was kann ich nun tun um mich für evtl. weiteren Anzeigen zu wappnen?Atest vom Psychiater bzw. was passiert bei der nächste Anzeige und wenn ich wieder nicht zur Vorladung erscheine bzw. absage?

1x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
PP9325
Status:
Praktikant
(940 Beiträge, 703x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Was kann ich nun tun um mich für evtl. weiteren Anzeigen zu wappnen?Atest vom Psychiater bzw. was passiert bei der nächste Anzeige und wenn ich wieder nicht zur Vorladung erscheine bzw. absage?


Sie sollten viel mehr versuchen, jede weitere Anzeige zu vermeiden. Dazu mit den Gläubigern Kontakt aufnehmen und etwas anbieten, auch wenn es nur 5 oder 10 Euro im Monat sind. Das verhindert in den meisten Fällen schon Strafanzeigen.

Grüße
PP

2x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
Chewchew63
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 13x hilfreich)

Ok, das werde tun.Somit reduziert sich ja dann schonmal mein Risiko.

Bzgl. dem Brief an die Beamten: Sollte ich dort nicht vllt. die Tat gestehen bzw. auf meine psychische Erkankung hinweisen oder ist dies ohne harte Belege wie einen Gutachten eh nicht von Bedeutung?

1x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
PP9325
Status:
Praktikant
(940 Beiträge, 703x hilfreich)

Zitat:
Sollte ich dort nicht vllt. die Tat gestehen bzw. auf meine psychische Erkankung hinweisen


Die Tat gestehen können Sie auch noch ohne Nachteile, wenn es zu einer Hauptverhandlung kommt. Eher kommt in absehbarer Zeit dann ein Strafbefehl um die 20 Tagessätze. Sie können dann die Umwandlung in Sozialdienst oder eine Ratenzahlung beantragen. Auch besteht die Möglichkeit, dass das Verfahren im Idealfall eingestellt wird.


Zitat:
dies ohne harte Belege wie einen Gutachten eh nicht von Bedeutung?


Fällt bei der Strafzumessung bei diesem einzelnen Betrug sowieso nicht ins Gewicht und außerdem besteht dann die Gefahr, dass es zu einer Hauptverhandlung kommt und im worst case auch noch ein Gutachten über eine mögliche eingeschränkte Schuldfähigkeit durch das Gericht beauftragt wird. Das treibt die Verfahrenskosten, die Sie tragen, nur unnötig immens in die Höhe. Sie schießen sich damit unter Umständen ins eigene Bein.


Grüße

-- Editiert von PP9325 am 03.12.2015 18:25

2x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
Chewchew63
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 13x hilfreich)

Ok, vielen Dank für die ausführliche Hilfe. Wäre wohl ziemlich schief gegangen hätte ich mir keinen Rat eingeholt.

1x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
Chewchew63
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 13x hilfreich)

Ich habe nun einen weiteren Brief zu einer Vorladung bzgl. einer anderen Anzeige bekommen.Zudem habe ich da ich einen fiktiven Namen auf meine Adresse angegeben habe eine Einldung als Zeuge bzgl. einer Anzeige dieser fiktiven Person, welche ebenfalls meinen Nachnamen trägt.

Wie gehe ich nun am besten vor?Kann ich den ersten Termin bzgl. meiner Anzeige einfach wieder schriftlich absagen?Und was soll ich bei der Zeugenbefragung machen?Ich war es ja schließlich der die Straftat begangen hat und die angegebene Person existiert gar nicht.

1x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(32729 Beiträge, 17220x hilfreich)

Kann ich den ersten Termin bzgl. meiner Anzeige einfach wieder schriftlich absagen? Ja.
Und was soll ich bei der Zeugenbefragung machen?Ich war es ja schließlich der die Straftat begangen hat und die angegebene Person existiert gar nicht. Ja und? Auch als Zeuge muß man nur bei der Staatsanwaltschaft und dem Gericht aussagen. Eine Polizeivorladung können Sie absagen bzw. einfach nicht erscheinen.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

2x Hilfreiche Antwort

#19
 Von 
abnrw
Status:
Frischling
(7 Beiträge, 2x hilfreich)

Personen A sollte dringend einen Anwalt nehmen und keinesfalls selbst Aussagen bei der Polizei.

2x Hilfreiche Antwort

#20
 Von 
PP9325
Status:
Praktikant
(940 Beiträge, 703x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Personen A sollte dringend einen Anwalt nehmen und keinesfalls selbst Aussagen bei der Polizei.


Solche pauschalen unbegründeten Aussagen helfen nicht weiter und sind qualitativ nicht hochwertig.

Außerdem braucht man wegen einem vorliegenden Betrugsfall, den man auch noch begangen hat, nicht wirklich einen Anwalt. Wenn Person A hier auch noch einfach so einen Anwalt beauftragt, obwohl sie, wie sie selbst sagt, praktisch insolvent ist, dann begeht Person A nur den nächsten Betrug nach § 263 I StGB , nämlich in Form eines Eingehungsbetruges.

Daher sollten Sie, wenn Sie sich nicht absolut sicher und ausreichend fachkundig sind, mit solchen Vorschlägen vorsichtig sein.

Danke!


Grüße

2x Hilfreiche Antwort

#21
 Von 
Chewchew63
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 13x hilfreich)

Ich habe leider auch über meine Vater und Mutter Sachen auf meine Adresse bestellt.Nun wurden diese zur Polizei vorgeladen und haben ausgesagt, dass ich es war und das ich psychisch erkrankt bin bzw. das ich Hilfe brauche auch aus meiner sozialen Isolation herauszukommen.Der Beamte meinte dann, ich soll unbedingt bei Ihnen auftauchen und aussagen, dass ich es war und das man es dann "über Krankheit" laufen lassen könnte.

Was soll das nun heißen?Soll ich dort nun doch auftauchen oder ist das wieder nur ein Trick um die ganzen Betrüge aufzudecken, welche gar nicht zur Anzeigen kommen werden.

Soll ich weiter den Vorladungen fernbleiben um schlimmeres zu verhindern?

1x Hilfreiche Antwort

#22
 Von 
PP9325
Status:
Praktikant
(940 Beiträge, 703x hilfreich)

Hallo,

Zitat:
Der Beamte meinte dann, ich soll unbedingt bei Ihnen auftauchen und aussagen, dass ich es war und das man es dann "über Krankheit" laufen lassen könnte.

Was soll das nun heißen?Soll ich dort nun doch auftauchen oder ist das wieder nur ein Trick um die ganzen Betrüge aufzudecken, welche gar nicht zur Anzeigen kommen werden.


Über eine Krankheit einfach so eine Straftat "laufen lassen" klingt schon sehr verharmlost. Da kommt, wie Sie schon angedeutet haben, sehr der Verdacht auf, dass es nur ein Trick der Polizei ist, um Sie zum "singen" zu bringen. Denn sind Sie erstmal in der Vernehmung, dann können Sie die vernehmenden Beamten nach Lust und Laune im Rahmen der rechtlichen Rahmenbedingungen "bearbeiten".


Zitat:
Soll ich weiter den Vorladungen fernbleiben um schlimmeres zu verhindern?


Es wäre grdsl. wohl die beste Entscheidung, einer solchen Einladung der Polizei nicht zu folgen und weiterhin keine Angaben zur Sache zu machen.


Grüße

2x Hilfreiche Antwort

#23
 Von 
Chewchew63
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 13x hilfreich)

Hallo,

vermutlich wie ich durch die Verhörung meiner Mutter erfahren habe, wird bald das Ordnungsamt mit einer Hausdruchsuchung bei mir vor der Tür stehen.Wie sollte ich mich in diesem Fall nun am besten verhalten?Ich werde natürlich schweigen, aber was muss ich da noch beachten?

1x Hilfreiche Antwort

#24
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Das Ordnungsamt wird garantiert nicht zur Hausdurchsuchung kommen, sondern -wenn dann- die Polizei. Mag sein, dass jemand vom Ordnungsamt als sog. Durchsuchungszeuge dabei ist (die Jungs werden dafür immer gerne genommen), aber die Durchsuchung ist Sache der Polizei.

Zitat:
aber was muss ich da noch beachten?


Nichts. Lassen Sie die Leute ihre Arbeit machen.

2x Hilfreiche Antwort

#25
 Von 
Chewchew63
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 13x hilfreich)

Heute war meine Mutter erneut bei der Polizei und der zusständig Beamte meinte ihrer Aussage nach, dass nun der Fall an die Staatsanwaltschaft geleitet wurde und ich unter Umständen mit einer Zwangseiweisung in die Psychiatrie rechnen muss.Wie wahrscheinlich ist das?Will der Beamte mir einfach nur Angst machen, da er ja weiß, dass meine Mutter praktisch sein Sprachrohr zu mir ist?

1x Hilfreiche Antwort

#26
 Von 
Chewchew63
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 13x hilfreich)

Hallo,

heute habe ich Post vom Staatsanwalt bekommen und darin geht es um eine Rechnung von 600€,welche ich innerhalb von 3 Wochen zahlen soll oder eine Ratenzahlung vereinbaren soll.Zudem wird mit einer Haftstrafe gedroht sollte ich nicht zahlen bzw. als erstes stünde die Zwangsvollstreckung, diese war aber bereits fruchtlos und ich habe die eidesstaatliche Erklärung abgegeben und bei mir ist nichts weiter zu holen. Ich komm gerade so über den Monat, wie hoch sind denn bei so einer Summe die minimalen Ratenbeträge bzw. sollte ich das Geld lieber abarbeiten.Vermutlich bekomme ich aber noch eine/einige Geldstrafen wo es dann wohl nicht mehr möglich wäre eine Ratenzahlung einzugehen.

Wäre sehr dankbar für weiteren Rat.

1x Hilfreiche Antwort

#27
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Zitat:
wie hoch sind denn bei so einer Summe die minimalen Ratenbeträge


Das legt die StA nach Ihrem Antrag auf Ratenzahlung anhand Ihres Einkommens fest.

Zitat:

bzw. sollte ich das Geld lieber abarbeiten.


Das müssen Sie selbst wissen und entscheiden. Scheint ja angebracht zu sein

1x Hilfreiche Antwort

#28
 Von 
fb367463-2
Status:
Schlichter
(7422 Beiträge, 3087x hilfreich)

Eine Einweisung in die Psychiatrie wäre doch super! Sie wollten doch sowieso etwas gegen Ihre, vermutlich selbst diagnostizierten, psychischen Erkrankungen machen.
Damit ersparen sie sich möglicherweise ein kostenintensives psychiatrisches Gutachten.

Ihnen war doch schon lange zuvor geraten worden, nicht auf die Psycho-Schiene zu springen, jetzt haben sie den Salat...

Sorry, aber Sie bekommen hier so gute Ratschläge und irgendwie scheinen die nicht anzukommen.

Signatur:

"Valar Morghulis"

5x Hilfreiche Antwort

#29
 Von 
Chewchew63
Status:
Frischling
(29 Beiträge, 13x hilfreich)

Hallo,

meine Lage hat sich nun stark verschlechtert und ich bin nun wirklich kurz vor der Selbsteinweisung in die Psychiatrie.Ich habe nun bereits 2-mal Post vom Staatsanwalt bzgl. 2 Geldstrafen in Höhe von einmal 600€ und 700€ bekommen, welche ich nun beide per Raten abzahle.Desweiteren bekomme ich weiter gelbe Briefe von Mahngerichten bzgl. Zwangsvollstreckung etc., welche aber fruchtlos bleiben, da ich nichts pfänbares habe.Nun habe ich leider auch noch weiter meine Mutter ins Spiel gezogen und diese hat Anzeige gegebn mich bei der Polizei erstattet und ist nun kurz davor das Ordnungsamt einzuschalten bzgl. einer Hausdurchsuchung.

Ich habe nun noch eine weitere Vorladung bei der Polizei und denke ich werde nun dort aussagen, da ich den Druck bzw. Stress nicht mehr aushalte und mir meine Mutter sagte der zuständige Beamte hätte Verständnis und sollte er eine Aussage von mir haben, das ich süchtig und psychisch kaputt bin ich evtl. einnen gesetzlichen Betreuer bekomme und mir eine Haftstrafe erspart bleibt.

Nun würde ich gerne wissen, ob 1. das Ordnungsamt einfach so in meine Wohnung kann ohne Durchsungsbefehl und wie ich mich beim Erscheinen verhalten sollte.Und 2. was ich bei der Vorladung beim Polizeibeamten sagen soll, damit ich es nicht noch schlimmer mache.Ich bekomme täglich jeweils 1-2 gelbe Briefe und habe die Lage überhaupt nicht mehr unter Kontrolle bzw. bin extrem depressiv und kann fast nicht mehr.

0x Hilfreiche Antwort

#30
 Von 
vundaal76
Status:
Junior-Partner
(5047 Beiträge, 1957x hilfreich)

Zitat:
und ist nun kurz davor das Ordnungsamt einzuschalten bzgl. einer Hausdurchsuchung.


Ich wüsste nicht, was das Ordnungsamt damit zu tun hätte.

Zitat:
und mir meine Mutter sagte der zuständige Beamte hätte Verständnis und sollte er eine Aussage von mir haben, das ich süchtig und psychisch kaputt bin ich evtl. einnen gesetzlichen Betreuer bekomme und mir eine Haftstrafe erspart bleibt.


Die Ermittlungsbeamten haben natürlich immer Verständnis - insb. erreichen diese Beamten damit, dass der Beschuldigte damit ein Geständnis ablegt. In den meisten Fällen ist das zum Nachteil des Beschuldigten.

Das Verhältnis zur Mutter scheint zerrüttet zu sein.
Da würde ich auf den Rat der Mutter nicht hören.

Zitat:
Ich bekomme täglich jeweils 1-2 gelbe Briefe und habe die Lage überhaupt nicht mehr unter Kontrolle


Tip: Lesen sie doch erst einmal den Inhalt der gelben Briefe. Oftmals werden in den Mahnbescheiden überzogenen Inkassokosten geltend gemacht, die so nicht durchsetzbar sind. Widerspricht man den Mahnbescheiden aber nicht, dann erkennt man die völlig überzogenen Forderungen an.

Deweiteren könnten in den gelben Briefen auch Strafbefehle sein. Da müsste man sich überlegen, ob man Diese akzeptiert oder widerspricht.

Zitat:
bzw. bin extrem depressiv und kann fast nicht mehr.


Sie sollten aufhören, ständig diese Ausrede hier zu erwähnen. Das bringt Ihnen nichts.
Jeder erwischte Straftäter wird depressiv, wenn er sieht, was auf ihn zukommt.



-- Editiert von vundaal76 am 27.05.2016 10:07

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