Ladendiebstahl - Eintrag im Erziehungsregister wegen Btm?

31. Januar 2017 Thema abonnieren
 Von 
fb458793-37
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Ladendiebstahl - Eintrag im Erziehungsregister wegen Btm?

Hallo zusammen.
Ich wurde soeben bei einem Ladendiebstahl im Supermarkt erwischt. Der Warenwert muss so bei etwa 40-50€ gelegen haben.
Im Büro wurden meine Personalien aufgenommen und in das Diebstahlmanagement Programm "Sherlock" eingetragen. "Vorläufige Strafanzeige" war der Titel des Formulars. Die Tat habe Ich zugegeben (falsche Entscheidung?).
Ich frage mich nun was neben der Vertragsstrafe von 100€ (dazu solle ich eine Rechnung bekommen) auf mich zukommt.

Ich bin 21 Jahre alt und wurde im April 2015 mit einer geringen Menge Cannabis erwischt. Das verfahren wurde eingestellt. Jetzt frage ich mich ob der heutige Ladendiebstahl im Führungszeugnis erscheinen wird / ob ich vorbestraft sein werde. Eine Vorstrafe lag ja bis heute morgen nicht vor, da das Verfahren zum Verstoß gegen das BtMG ja eingestellt, bzw die Anzeige fallen gelassen wurde.

Vielen Dank im Vorraus!

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
Rechtsanwalt Marco Lott
Status:
Beginner
(100 Beiträge, 33x hilfreich)

Eine Vorstrafe wird wohl nicht herauskommen. Hierfür müsste eine Strafe von mehr als 90 Tagessätzen herauskommen, dies ist nicht zu erwarten.

Bei dem Preis und da Sie geständig sind, kann auch noch eine Einstellung in Betracht kommen, gegebenenfalls auch gegen eine Geldauflage.

Mit freundlichen Grüßen


Marco Lott
Rechtsanwalt

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#2
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33115 Beiträge, 17344x hilfreich)

Eine Vorstrafe lag ja bis heute morgen nicht vor, da das Verfahren zum Verstoß gegen das BtMG ja eingestellt, bzw die Anzeige fallen gelassen wurde. Die steht allerdings trotzdem im Erziehungsregister - Sie sind also keineswegs "unbelastet" in den Augen des Gerichtes. Da die Vorbelastung aber zumindest nicht einschlägig ist, wird wohl irgendwas in der Art herauskommen, wie es RA Lott schon vorhergesagt hat.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#3
 Von 
fb458793-37
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank erstmal an Herr Lott und den Nutzer muemmel.

Sie, Herr Lott, sagen, dass eine Einstellung ggf. gegen eine Geldauflage in Betracht kommn kann. Sollte ich aktiv den Dialog in diese Richtung lenken sobald die Polizei Kontakt zu mir aufnimmt?

Weiterhin würde ich gerne wissen wann ich wieder "sauber" also von allen Vorstrafen/ Vermerken frei bin. Gibt es da so etwas wie löschungs- / verjährungfristen? Oder wird es mir - stupide gesagt - nie mehr möglich sein eine Straftat zu begehen und danach nicht Vorbestraft zu sein?

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#4
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33115 Beiträge, 17344x hilfreich)

Sollte ich aktiv den Dialog in diese Richtung lenken sobald die Polizei Kontakt zu mir aufnimmt? Nö. Sie dürfen getrost davon ausgehen, daß der zuständige Staatsanwalt weiß, daß es diese Möglichkeit gibt. Evtl. steht in Ihrem Anhörungsbogen sowas wie "Mit einer Einstellung gegen eine Auflage bin ich einverstanden" - das sollten Sie dann natürlich ankreuzen.
Weiterhin würde ich gerne wissen wann ich wieder "sauber" also von allen Vorstrafen/ Vermerken frei bin. Das können wir beantworten, wenn wir die Strafe kennen.
Oder wird es mir - stupide gesagt - nie mehr möglich sein eine Straftat zu begehen und danach nicht Vorbestraft zu sein? Sie könnten ja einfach keine Straftaten begehen - das schaffen ziemlich viele Leute...

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

1x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33115 Beiträge, 17344x hilfreich)

Nachtrag: Zumindest Ihr Erziehungsregistereintrag verschwindet an Ihrem 24. Geburtstag, sofern Sie bis dahin nicht zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurden, was im aktuellen Verfahren ja nicht zu erwarten ist.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#6
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

Zitat:
Evtl. steht in Ihrem Anhörungsbogen sowas wie "Mit einer Einstellung gegen eine Auflage bin ich einverstanden" - das sollten Sie dann natürlich ankreuzen.


@ fb- xxxxxx-37

Solch eine Ankreuzmöglichkeit gibt es zieml. sicher. Falls wider Erwarten nicht (die Anhörungsbögen sind nicht in jedem Bundesland gleich, bzw. selbst im selben Bundesland teilw. unterschiedlich bei den verschienden Polizeidirektionen) kann man solch eine Bitte um Einstellung nach § 153a StPO auch selbst ausformulieren, wobei die Betonung auf "Bitte" liegt ...

Zitat:
"Ich bitte darum ggf. eine Einstellung nach § 153a, Abs. 1 StPO in Erwägung zu ziehen und erkläre bereits jetzt mein Einverständnis dazu"


Der letzte Halbsatz ist wichtig, da solch eine Einstellung nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Beschuldigten zulässig ist.

Zitat:

Weiterhin würde ich gerne wissen wann ich wieder "sauber" also von allen Vorstrafen/ Vermerken frei bin.


Erziehungsregister --> siehe Mümmel

Bundeszentralregister:

Bei Verurteilung bis zu 90 Tagessätzen: Frist 5 Jahre
Mehr als 90 Tagessätze sind keinesfalls zu erwarten.

Bei Einstellung: 2 Jahre im StA-Register (ZStV)

Zitat:
Oder wird es mir - stupide gesagt - nie mehr möglich sein eine Straftat zu begehen und danach nicht Vorbestraft zu sein?


Der Denkansatz bei der Frage ist, so wie sie gestellt ist, falsch:

Jede(!) -auch die erste- Verurteilung nach Erwachsenenrecht zieht eine "Vorstrafe" im eng juristischen Sinne nach sich, näml. einen Eintrag ins BZR.

Eine Erstverurteilung bis 90 Tagessätze käme zwar nicht ins Führungszeugnis, aber für die Jusitz und bestimmte Behörden --> § 41 BZRG ... ist man dennoch vorbestraft, mind. 5 Jahre lang.

Kommt in diesen 5 Jahren eine weitere Verurteilung dazu, ist danach auch das Führungszeugnis nicht mehr sauber.

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