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Ladendiebstahl - Karriere zuende?

 Von 
guest-12324.05.2010 19:21:31
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)
Ladendiebstahl - Karriere zuende?

Hey Leute, bin total verzweifelt und habe angst um meine Karriere.
Bin 23, Zeitsoldat und bin glücklicherweise erwischt worden. Bei einem Wert von 22 Euro.
Im Büro haben die meine Personalien aufgenommen, um eine Anzeige zu machen. Die <a class="gaethema" title="Polizei Themenseite" href="https://www.123recht.de/thema/polizei.html">Polizei</a><!--crawlerok--> sagte mir, weil ich Ersttäter bin, kommt höchstwahrscheinlich nur ne Geldstrafe auf mich zu und kein Eintag ins Führungszeugnis.
Mir ist es nur wichtig, wie das mit dem Führungszeugnis und Bundeszentralregiester aussieht?! Ich habe gelesen, dass ich zwar keinen Eintrag ins Führungszeugnis bekomme, jedoch den Eintrag ins BZG. Wie lange bliebt er da drin.????
Ich weiß nicht, ob es hier Soldaten gibt, die mir bei dieser Frage helfen können, aber ich will einen FA - Antrag stellen. werden die beim ZNGw ins BZG reinschauen???? Ist meine Karriere beendet? Muss ich meine Jacke ausziehen?

Mir tut das soo leid, wenn ich doch alles rückgängig machen könnte. Ixh schäme mich sehr für diese Aktion

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Nicht genau ihre Frage? Wir haben weitere Antworten zum Thema
Ladendiebstahl Führungszeugnis Geldstrafe Eintrag


5 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
DanielB
Status:
Bachelor
(3291 Beiträge, 394x hilfreich)

Ich vermute, dass in diesem Fall über die MiStra der Dienstherr vielleicht sogar schon über die Einleitung eines Verfahrens informiert wird, spätestens aber im Falle einer Verurteilung von der Staatsanwaltschaft zu informieren ist. Um die Folgen für die weitere Laufbahn zu begrenzen, könnte es möglicherweise sinnvoll sein, mit einem Anwalt auf eine Einstellung des Verfahrens, die aber bei einem Betrag von 22 Euro aber auch ohne Anwalt nicht so unwahrscheinlich ist, hinzuwirken. Ob jenseits strafrechtlichen Ahndung für eine solche Tat ohne Dienstbezug auch disziplarrechtliche Maßńahmen vorgesehen sind, weiß ich nicht.

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#2
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9543 Beiträge, 2311x hilfreich)

Wenn Sie tatsächlich Ersttäter sind, dann ist eine Verurteilung extrem unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist es, dass das Verfahren eingestellt wird, evtl. gegen die Auflage, dass Sie eine kleine geldbuße bezahlen.

Wenn es bei einer Einstellung bleibt, erfährt die Bundeswehr auch nichts davon. In dem Fall, in jedoch tatsächlich Anklage erhoben wird, bekommt der Kompaniechef eine sogenannte Mistra Nr. 19, d.h., er wird über die Anklage informiert.

Dies kann sodann auch dienstrechtliche Konsequenzen haben, da jede Straftat eines Soldaten gleichzeitig auch ein Dienstvergehen darstellt (z.B. ein Verstoß gegen § 17 Abs. 2 Soldatengesetz).

Innerhalb der ersten 4 Dienstjahre kann ein Soldat auch entlassen werden (fristlos gem. § 55 Abs. 5 Soldatengesetz oder kurzfristig gem. § 55 Abs. 4 Soldatengesetz). Bei einem einmaligen bzw. erstmaligen Ladendiebstahl halte ich das für unwahrscheinlich, es ist aber nicht völlig ausgeschlossen.

Wenn Sie schon länger als 4 Jahre dabei sind, kommt ggf. auch ein gerichtliches Disziplinarverfahren in Betracht. Aber auch dies ist bei einem erstmaligen Ladendiebstahl unwahrscheinlich. Für ein einfaches Diszi durch den kompaniechef, welches ja dann in der Personalakte ist, reicht der Diebstahl aber aus.

Von daher wäre für Sie eine Verfahrenseinstellung das beste. Das ist wie gesagt bei einem kleinen einmaligen Ladendiebstahl durchaus möglich und auch wahrscheinlich.



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"justice"

-- Editiert am 16.05.2010 10:11

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#3
 Von 
guest-12324.05.2010 19:21:31
Status:
Frischling
(2 Beiträge, 0x hilfreich)

ich habe mich mal schlau durch lesen hier gemacht.
>> Ladendiebstahl ist eine Straftat. Das Gesetz unterscheidet zwischen „Diebstahl" (§ 242 StGB ) und „Diebstahl geringwertiger Sachen" (§ 248 a StGB ). Der Diebstahl ist „Offizialdelikt", der „Diebstahl geringwertiger Sachen" ist Antragsdelikt. Der Begriff „geringwertig" ist Auslegungssache. Das Oberlandesgericht Hamm hat im Jahre 2003 die Grenze für die „Geringwertigkeit einer Sache" auf 50 EUR festgelegt.
>> Da Du eine „Ersttäterin" bist, wird die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl beantragen. (Es sei denn, „Peka’s" Einschätzung einer Verfahrenseinstellung würde greifen. Die wäre aber sicherlich mit einer Zahlungsauflage verbunden.) Die Geldstrafe in einem Strafbefehl bemisst sich nach „Tagessätzen" und die Höhe eines Tagessatzes bemisst sich nach dem Einkommen. Der Jugendrichter erlässt dann den Strafbefehl, ohne dass es zu einer Verhandlung kommt. Du wirst auch vom Gericht nicht vorher angehört. Du bekommst schlicht und ergreifend den Strafbefehl in einem gelben Briefumschlag durch die Post „per Zustellungsurkunde" zugestellt. Darin steht der Sachverhalt, das Beweismittel (z.B. Geständnis, Zeugen) und die Anzahl der Tagessätze und deren Höhe.
>> Ladendiebstahl kann mit einer Geldstrafe oder einem Freiheitsentzug von bis zu fünf Jahren sanktioniert werden. Gegen geständige Ersttäter werden normalerweise Geldstrafen verhängt, die sich nach dem Warenwert des gestohlenen Gutes richten. Die Staatsanwaltschaften drücken also im Erstfall zunächst ein Auge zu. Handelt es sich allerdings um Wiederholungstäter.....
http://www.123recht.net/article.asp?a=7417
Also, so wie sich das anhört, dürfte ich ne Geldstrafe bekommen, wo sich darauf das Verfahren einstellt. Habe ich dann trotzdem ein Eintrag ins Bundeszentralregister???

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#4
 Von 
justice005
Status:
Unparteiischer
(9543 Beiträge, 2311x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>Also, so wie sich das anhört, dürfte ich ne Geldstrafe bekommen, wo sich darauf das Verfahren einstellt. Habe ich dann trotzdem ein Eintrag ins Bundeszentralregister??? <hr size=1 noshade>


Nein, das haben Sie falsch verstanden! Man muss zwischen Geldstrafe und Geldbuße unterscheiden. Das ist ein riesen Unterschied.

Das Kaufhaus wird eine Anzeige erstatten und auch einen Strafantrag stellen. Das bedeutet, dass ein Ermittlungsverfahren gegen Sie läuft. Am Ende der Ermittlungen - also wenn der Sachverhalt geklärt ist - wird der Staatsanwalt entscheiden, was mit Ihnen passiert. Er kann entweder

a) Das Verfahren wegen Geringfügigkeit einstellen (§ 153 StPO )
b) Das Verfahren gegen Zahlung einer GeldBUßE einstellen (§ 153a StPO )
c) Einen Strafbefehl beantragen, den das Amtsgericht sodann erlässt (Das ist ein "echtes" Urteil (GeldSTRAFE), einschließlich BZR-Eintrag und Mistra an den Kompaniechef)
d) Anklage erheben, mit der Konsequenz, dass es eine Hauptverhandlung und ein Urteil gibt (ebenfalls mit BZR-Eintrag und Mistra)

Ich persönlich tippe in Ihrem Fall darauf, dass der Staatsanwalt die Variante a oder b wählt, gerade weil es sich "nur" um eine geringwertige Sache gehandelt hat.



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"justice"

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#5
 Von 
guest-12317.05.2010 09:47:27
Status:
Frischling
(26 Beiträge, 9x hilfreich)

--- editiert vom Admin

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