Ladendiebstahl in Niedersachsen (38 €)

18. Januar 2004 Thema abonnieren
 Von 
Hoshy
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)
Ladendiebstahl in Niedersachsen (38 €)

Hallo,

ich war so dumm und habe in einem Verbrauchermarkt in Niedersachsen Waren in Wert von ca 38 Euro gestohlen.
Mich würde jetzt interessieren, ob das Verfahren eingestellt wird oder wie es überhaupt weitergeht.
Ich bin Ersttäterin und 29 Jahre alt Ist dies noch ein geringfügiger Diebstahl?
Ich mache so etwas dummes nie wieder. Wollte einfach etwas Geld sparen und herauskommen noch viel mehr Ausgaben. Habe nur ein Einkommen von 600 Euro und bin dazu noch Alleinerziehend. Wie hoch könnte die Strafe wohl ausfallen und bekomme ich einen Eintrag ins Register?
Bitte helft mir.

Hoshy

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17 Antworten
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#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Hallo,

ließ die mal unter folgendem Link den Artikel unseres Kollegen J. Roenner zum Ladendiebstahl durch (14 Punkte, in der rechten Leiste anklickbar). Wenn dann noch Fragen offen sind, frag ruhig :)

Hier der <a href="http://www.123recht.net/article.asp?a=7417&p=1">Link</a>

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"Gruß, Bob
(Sozialarbeiter, Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#2
 Von 
Hoshy
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

also dass habe ich mir schon einmal alles durchgelesen. Mir geht es jetzt eigentlich darum, ob es ein geringfügiger Diebstahl ist oder nicht?
Habe nämlich gelesen, dass in Niedersachsen die Grenze wohl noch bei 25 Euro liegt. Schnief.

Bitte um Hilfe.

vielen Dank

Hoshy

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#3
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Nein, daß geht nicht nach Bundesland.

Mit 38,-€ bist Du wohl noch beim § 248a also geringwertig dabei. (Es gibt keine starren Grenzen, nach dem Motto 49,99 ist geringwertig, 50,01 nicht.) Das Gericht hat da schon einen Ermessensspielraum.

Außerdem wird auch § 242 nicht wesentlich anders bestraft als § 248a, auch wenn die Höchststrafen anders sind.

Der wesentl. Unterschied ist, daß 248a ein Antragsdelikt ist, und 242 ein Offizialdelikt.

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"Gruß, Bob
(Sozialarbeiter, Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#4
 Von 
Hoshy
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo noch einmal,

sorry, wenn ich nerven sollte, aber ich habe da noch einmal eine Frage.
Die 38 Euro ergeben sich bei mir aus mehreren Artikeln, wird das noch negativer gegen mich ausgelegt?
Ich bin am verzweifeln. Dieses Ungewisse ist eine mit der schlimmsten Strafen, denke ich mir mal so.

Sie hatten vorher geschrieben, dass es wohl auf Geringfügig hinauslaufen könnte. Heisst das, dass ich mit einem "blauen Auge" davon kommen werde oder könnte?
Wie liegen denn andere Verurteilungen in diesem Bereich so?

Ich danke Ihnen im voraus für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüssen

Hoshy

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#5
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Wenn Sie bisher noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten sind, sind die Chancen recht gut, daß das Verfahren wg. Geringfügigkeit eingestellt wird (diese "Geringfügigkeit" hat übrigens nichts, bzw. sehr wenig mit der bereits angesprochenen Geringfügigkeit zu tun. Hier handelt es sich um die Geringfügigkeit der Tat, bei der anderen um die des Warenwertes).

Bei einer Einstellung wg. Gfk. gibt es keinen Eintrag ins Führungszeugnis oder Bundeszentralregister. Lediglich einen in zentrale Verfahrensregister der StA (für evtl. spätere Strafverfahren/wenn Sie wieder straffällig werden) Arbeitgeber haben dort jedoch keinen Einblick.

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"Gruß, Bob
(Sozialarbeiter, Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#6
 Von 
Hoshy
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Was heisst denn Geringfügigkeit der Tat? Ich meine Diebstahl ist doch Diebstahl, oder nicht?
Dachte es kommt auf den Wert an.
Je mehr ich lese, desto ungewisser werde ich.
Genauso kann ich nicht verstehen, dass im Jahre 2002 nie von Geringfügig in den Ratschlägen gesprochen worden ist. Meistens ist erwähnt worden, dass man wohl mit einer Strafe von 40 TS zu rechnen hätte.
Ist das Strafmass in zwischenzeit herunter gesetzt worden?

Liebe Grüsse

Hoshy

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#7
 Von 
Hoshy
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Straffällig möchte ich im Leben nicht mehr werden.
Das ist mir alles zu Nervenaufreibend und wahrscheinlich auch zu teuer. Ausserdem möchte ich meiner Tochter ja auch in Zukunft ein "richtiges " Vorbild sein.
:)

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#8
 Von 
JuR
Status:
Unparteiischer
(9878 Beiträge, 1430x hilfreich)

Guten Abend,

Ihre Fragen:

(1) Was heisst denn Geringfügigkeit der Tat? Ich meine Diebstahl ist doch Diebstahl, oder nicht?

Nein, es wird, wie mein Kollege Bob schon sagte, zwischen dem normalen Diebstahl gemäß §242 StGB und dem Diebstahl geringwertiger Sachen gemäß §248 a StGB unterschieden. Unter den §248a fallen nur geringwertige Sachen, deren Diebstahl oder Unterschlagung eigentlich strafrechtlich nicht verfolgt werden, außer bei Vorliegen eines Strafantrages, es sei denn, daß die Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.

Natürlich kommt es demzufolge auf den Wert der Diebstahlssache an. Je höher, desto höher die zu erwartende Strafe.

(2) Je mehr ich lese, desto ungewisser werde ich.
Genauso kann ich nicht verstehen, dass im Jahre 2002 nie von Geringfügig in den Ratschlägen gesprochen worden ist. Meistens ist erwähnt worden, dass man wohl mit einer Strafe von 40 TS zu rechnen hätte.
Ist das Strafmass in zwischenzeit herunter gesetzt worden?


Nein, das Strafmaß hat sich nicht geändert. Bitte beachten Sie jedoch, dass die Rechtsprechung in den verschiedenen Bundesländern verschieden ist, und sich so Unterschiede ergeben können.


Mit freundlichen Grüßen,

- J. Roenner -


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#9
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Ja, daß Kreuz mit der Geringfügigkeit (hab mich wohl etwas däml. ausgedückt)

Wie Kollege Roenner schon erklärte:

Bei Diebstahl einer geringwertigen Sache (§ 248a) ist die Chance straffrei, oder mit einer milden Strafe davonzukommen besser als bei Diebstahl einer nicht geringwertigen Sache (§ 242)

Aber auch der Diebstahl einer "nicht geringwertigen Sache" (im Sinne des § 242 StPO ) kann wegen "Geringfügigkeit" (im Sinne des § 153 StPO ) eingestellt werden.

Heißt: Die Möglichkeit der Einstellung des Verfahrens wegen "Geringfügigkeit" ist nicht an die "Geringwertigkeit" (der Sache) gebunden.


So besser ;) ;);) ??

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"Gruß, Bob
(Sozialarbeiter, Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#10
 Von 
Hoshy
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

ich habe gerade gelesen, dass in manchen Fällen der Arbeitgeber doch über eine Straftat informiert wird. Es hiess wenn man in einem Beruf tätig ist, in dem eine Straftat ein Ausschliessungsgrund ist.

Nun meine Frage. Welche Berufe gehören denn dazu?

MfG

Hoshy

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
Hoshy
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Achja, und noch eine Frage habe ich, schäm :(

Wann besteht denn öffentliches Interesse? Das habe ich nicht so ganz verstanden.

Wenn ich meinem Chef beichte, wie dumm ich war, hätte er dann einen Kündigungsgrund?

LG

Hoshy

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Hallo.

Es wäre einfacher, wenn Du uns sagst, was Du beruflich machst, dann können wir sagen, ob bei Dir von Amts wegen eine sog. MiStra (Mitteilungen in Strafsachen) erfolgt.

Beim 2. Teil Deiner Frage kommt es auch darauf an, was Du machst.

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"Gruß, Bob
(Sozialarbeiter, Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#13
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Wenn das "Paketliefern" Dein Hauptjob ist, erfolgt garantiert keine MiStra.

Von daher gibt es auch keinen Grund Deinem Chef etwas zu erzählen. Wenn Du es erzählst, und er Dich deswegen kündigen will, wird er schon finden.

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"Gruß, Bob
(Sozialarbeiter, Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#14
 Von 
Hoshy
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo,

und wenn er von irgendwelchen Gerüchten im Dorf etwas mitbekommt und mich darauf anspricht soll ich dann so tun als wüsste ich von nichts oder gestehen?

Ja. Ich bin Auslieferungsfahrerin.

Also besteht für Diebstahl kein öffentliches Interesse?

Mich macht das alles ganz schön fertig. Ich wünsche Euch noch einen schönen Abend.

Hoshy

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#15
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Moment, "öffentliches Interesse" und "MiStra" sind 2 grundverschiedene Dinge.

Über öffentliches Interesse wird entschieden, ob eine Straftat im Interesse der Öffentlichkeit verfolgt werden soll, oder nicht.
(bei Dir eher nicht, da Du einen Privatmann beklaut hast, und auch sonst kein Grund vorliegt öffentliches Interesse zu bejahen (sonstige Gründe könnten z.B. einschlägige Vorstrafen sein, oder wenn Du unter Bewährung stündest)

und wenn er von irgendwelchen Gerüchten im Dorf etwas mitbekommt und mich darauf anspricht soll ich dann so tun als wüsste ich von nichts oder gestehen?

Das mußt Du schon selber entscheiden, denn von uns kennt ja keiner Deinen Chef, und daher weiß auch keiner von uns auf welche Variante er besser und auf welche er schlechter reagiert. ;)

Eine MiStra bekommt der Arbeitgeber von bestimmten Amtsträgern, die Straffällig geworden sind (z.B. Richter, Staatsanwälte)

Dein Chef bekommt keine MiStra !




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"Gruß, Bob
(Sozialarbeiter, Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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#16
 Von 
Hoshy
Status:
Frischling
(13 Beiträge, 0x hilfreich)

Hallo wieder einmal :)

Sie haben geschrieben, dass ich einen Privatmann beklaut habe, stimmt das?
Es war doch ein Verbrauchermarkt, sprich EXTRA.

<<<lg
Hoshy

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9515x hilfreich)

Naja, dann war es kein Privatmann , sondern ein Privatunternehmen

MiStra's bekommen nur Behörden und eine Behörde ist "Extra" definitiv nicht :)

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"Gruß, Bob
(Sozialarbeiter, Straffälligen-/Drogenhilfe)"

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