Ladendiebstahl mit Fluchtversuch

28. April 2003 Thema abonnieren
 Von 
Katrina
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Ladendiebstahl mit Fluchtversuch

Habe kürzlich leider Ware (3 Teile) im Wert von insgesamt ca. 15 Euro in einem Supermarkt in die Jacke gesteckt und bin hinter den Kassen im Ausgangsbereich vom Detektiv gestellt worden. Auf dem Weg ins Büro habe ich aus Panik versucht wegzulaufen, natürlich wurde ich festgehalten. Auf einmal war auch noch ein zweiter Mann (ein Angestellter des Marktes wahrscheinlich) hinter mir.
Das Protokoll habe ich dort nicht unterschrieben und die Fangprämie auch noch nicht gezahlt, sondern gesagt, dass ich mir keine Nachteile verschaffen möchte und mir erst informieren muss.
Derselbe Detektiv hat mich vor einiger Zeit schon einmal aufgehalten und mich von einer Mitarbeiterin kontrollieren lassen. Er meinte damals, er hätte gesehen, dass ich mir etwas eingesteckt hätte, konnte aber nicht näher benennen, was das gewesen sein soll. Dem war aber nicht so. Er hat mich von einer Angestellten durchsuchen lassen und diese hat auch nichts bei mir gefunden.
Mir ist das alles sehr peinlich. Ich bin Ersttäter, 34 Jahre alt und es gibt keine weiteren belastenden Vorfälle.
Mich interessiert aber sehr, ob und wie der Fluchtversuch in der ersten Panik mir zusätzlich angelastet werden kann. Ich war völlig durcheinander, fühlte mich von dem Detektiv körperlich bedrängt und wollte auf keinen Fall mit ihm in irgendein verstecktes Büro, wo ich mich nicht mehr wehren kann. Deshalb wollte ich weglaufen. Der Detektiv sagte mir, bei einem Fluchtversuch würde räuberischer Diebstahl vorliegen. Stimmt das und was bedeutet das?
Kann mir das jemand erklären? Danke!!!


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"Katrina"

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6 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

Hallo Katrina.

Laß dich von dem Gelaber nicht beeindrucken.

Ich neige normalerweise nicht zu solch einer Wortwahl, aber bei dem, was ich über so manchen Dedektiven zu hören bekomme, geht mir langsam aber sicher das Messer in der Tasche auf.

Damit überhaupt ein "räuberischer Diebstahl" vorleigen kann, müßtest Du die Ware im Moment Deiner Flucht noch im Besitz gehabt haben.

Und selbst, wenn das so war, müßtest Du entweder Gewalt gegen den Dedektiv angewendet haben, oder zumindest damit gedroht haben [vgl. §252 StGB ]

Die Sache wird entweder wegen Geringfügigkeit eingestellt, oder Du wirst zu einer kleinen Geldstrafe verurteilt (per Strafbefehl)



§ 252 StBG
Räuberischer Diebstahl


Wer, bei einem Diebstahl auf frischer Tat betroffen, gegen eine Person Gewalt verübt oder Drohungen mit gegenwärtiger Gefahr für Leib oder Leben anwendet, um sich im Besitz des gestohlenen Gutes zu erhalten , ist gleich einem Räuber zu bestrafen


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"Gruß, Bob
(Sozialarbeiter in der Straffälligen- und Drogenhilfe)"

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Katrina
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Herzlichen Dank, Bob. Das beruhigt mich doch sehr. Aber ich hatte die Ware noch bei mir. Ich wurde ja erst zu dem Büro hingeführt. Ich habe aber niemanden angegriffen und niemandem gedroht. Ich wollte nur weglaufen.

Ich habe am Wochenende einiges in diesem Forum gelesen und inzwischen glaube ich, dass der Detektiv mir eine ganz Reihe Halbwahrheiten gesagt hat, damit ich sein Protokoll gleich unterschreibe und die Fangprämie sofort bezahle.

Vielen Dank und viele Grüße
Katrina

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30226 Beiträge, 9531x hilfreich)

Ja, mit Sicherheit. Man sollte vor Ort -und in der Aufregung- nie etwas unterschreiben oder bezahlen.

Da gibt es den alten Dedektivspruch: "Zahlen Sie die Fangprämie und alles ist erledigt." Die "Erwischten" -froh nichts mit der Polizei zu tun zu bekommen- zahlen, und bekommen dann doch eine Anzeige.

Letztendlich steht die FP dem Laden zwar zu, wenn man des Diebstahls überführt ist, aber sehr viele Dedektive arbeiten äußerst unseriös, und mit einschüchternen Methoden. So wollen sie die Leute gerne -wie Du ja auch befürchtest hast- in irgendeine stille Ecke mitnehmen, um dort besser auf sie einwirken zu können. Aber die/der Beschuldigte(r) muß nirgendwo mit hingehen, sondern kann mitten im Laden stehenbleiben, und darauf bestehen, daß die Polizei gerufen wird (empfiehlt sich natürl. nur, wenn man unschuldig ist ;) )

So wie Du die Sache geschildert hast, kommt niemals ein "Räuberischer Diebstahl" in Frage (keine Gewalt oder Drohung damit, und man müßte Dir ja auch noch nachweisen, daß Du flüchten wolltest, um "Dir die Beute zu erhalten", und nicht weil Du Angst vor dem Dedektiv hattest). Das wäre ja auch der Hammer, denn dann wäre die Mindeststrafe 1 Jahr Knast, selbst bei minder schwerem Fall (der es dann hier wäre) wären es noch 6 Monate.

Wie schon gesagt, da Du nicht vorbelastet bist, wird die Sache zu 90% eingestellt. Die anderen 10% wären eine kleine Geldstrafe.

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"Gruß, Bob
(Sozialarbeiter in der Straffälligen- und Drogenhilfe)"

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
Hank
Status:
Praktikant
(918 Beiträge, 235x hilfreich)

Hallo!
Da muss ich Bob auf jeden Fall Recht geben. Wenn Du nur fliehen wolltest, ist 252 nicht gegeben. Detektive labern in der Tat viel - das gilt übrigens auch für den ein oder anderen Polizisten, die Straftatbestände gerne mal falsch subsumieren und den Beschuldigten bzw. in ihren Berichten oft nicht ganz richtige Sachen sagen.
Dies soll natürlich nicht als Verallgemeinerung verstanden werden und ist bei der oft komplizierten Formulierung unserer lieben Gesetzgeber auch durchaus verständlich. Auch viele Juristen hgaben ja immer mal wieder Probleme mit diversen Gesetzen...

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"Wu Wei"

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Katrina
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Ich danke Euch erstmal sehr für Eure Hilfe und melde mich später wieder, wenn es etwas Neues gibt. Bis dann.

0x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
JuR
Status:
Unparteiischer
(9878 Beiträge, 1432x hilfreich)

Guten Abend,

meines Erachtens ist Ihr Verhalten keinesfalls zu billigen. Desweiteren frage ich mich, was Sie als erwachsene Person zu so einem Verhalten gebracht hat? Bezüglich den Ausführungen zum §252 StGB schliesse ich mich an. Habe jedoch kein Verständnis für sowas.

Mit freundlichen Grüßen,

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