Lover der Frau zum Verschwinden zwingen- strafbare Nötigung?

29. Januar 2024 Thema abonnieren
 Von 
guest-12302.02.2024 22:00:26
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)
Lover der Frau zum Verschwinden zwingen- strafbare Nötigung?

Ein Kollege meiner Frau kommt ihr eindeutig zu nah. Sie schreiben sich eindeutige Nachrichten, dass sie sich sehr nah stehen. Er verheimlicht diese Nachrichten wiederum vor seiner Frau, die ihn ansonsten, arg misstrauisch, streng überwacht. Sie liest unter anderem seine Dienstmails. Ich weiß von alledem und könnte damit sein Leben "stark verändern" (seine Frau und seinen Arbeitgeber informieren).
Mache ich mich strafbar, wenn ich ihm androhe, dies zu tun, wenn er so weitermacht wie bisher und nicht das Büro wechselt, das Schreiben der Nachrichten unterlässt etc. - wenn er also nicht seine Beziehung, seinen Kontakt zu meiner Frau abbricht?

Notfall oder generelle Fragen?

Notfall oder generelle Fragen?

Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Ein erfahrener Anwalt gibt Ihnen eine vertrauliche kostenlose Einschätzung!
Kostenlose Einschätzung starten Kostenlose Einschätzung starten



18 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
vacantum
Status:
Lehrling
(1204 Beiträge, 207x hilfreich)

Zitat (von Meyck):
Mache ich mich strafbar, wenn ich ihm androhe, dies zu tun, wenn er so weitermacht wie bisher und nicht das Büro wechselt, das Schreiben der Nachrichten unterlässt etc. - wenn er also nicht seine Beziehung, seinen Kontakt zu meiner Frau abbricht?
Ja.

0x Hilfreiche Antwort

#2
 Von 
Nana71
Status:
Lehrling
(1181 Beiträge, 128x hilfreich)

Zitat (von Meyck):
Mache ich mich strafbar, wenn ich ihm androhe, dies zu tun, wenn er so weitermacht wie bisher und nicht das Büro wechselt, das Schreiben der Nachrichten unterlässt etc. - wenn er also nicht seine Beziehung, seinen Kontakt zu meiner Frau abbricht?


Mal ganz abgesehen von der Strafbarkeit, deine Ansprechpartnerin ist deine Frau und nicht ihr Lover.

Denk mal weiter. Selbst wenn deine Taktik aufginge, ist es demnächst vielleicht ein anderer. Bringt doch nix.

-- Editiert von User am 29. Januar 2024 08:06

Signatur:

Ich gebe lediglich meine Meinung wieder - Rechtsberatung gibt es gegen Bezahlung beim Anwalt.

0x Hilfreiche Antwort

#3
 Von 
guest-12302.02.2024 22:00:26
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Ok, vielen Dank! Das war eindeutig. Was droht mir denn? Und wie sieht es aus, wenn ich die Drohung mit dem Arbeitgeber rauslasse?

0x Hilfreiche Antwort

#4
 Von 
vacantum
Status:
Lehrling
(1204 Beiträge, 207x hilfreich)

Nötigung

Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
cirius32832
Status:
Schlichter
(7564 Beiträge, 1573x hilfreich)

Zitat (von Meyck):
Ok, vielen Dank! Das war eindeutig.


Ich glaube nicht. Denn du fragst ja nochmal was die blüht. Ich schliesse mich Nana an. Das Problem ist nicht die Person , sondern ihr habt ein Problem in Eurer Beziehung, was gelöst werden sollte

Signatur:

https://www.antispam-ev.de

1x Hilfreiche Antwort

#6
 Von 
wirdwerden
Status:
Unbeschreiblich
(38895 Beiträge, 14070x hilfreich)

Und - Deine Frau ist volljährig. Sie darf mit jedem in die Kiste hüppen, den sie haben will. Ehebruch ist nicht mehr strafbar. Da wird sich auch der Arbeitgeber raus halten. Mach Dich nicht lächerlich. Niemand, wirklich niemand außer Euch beiden kann hier die Ehe retten, wenn denn beide wollen.

wirdwerden

-- Editiert von User am 29. Januar 2024 10:11

2x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32964 Beiträge, 5764x hilfreich)

Zitat (von Meyck):
Mache ich mich strafbar,
Ja, denn Nötigung ist strafbar.
https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__240.html

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#8
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121956 Beiträge, 40085x hilfreich)

Zitat (von wirdwerden):
Deine Frau ist volljährig. Sie darf mit jedem in die Kiste hüppen, den sie haben will.

Richtig.

Deshalb ist auch überaus zweifelhaft, das er verschwindet.
Eventuell beschließen dann auch beide einfach ganz schnell Nägel mit Köppen zu machen ...


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

#9
 Von 
metttwurstkneckebrot
Status:
Praktikant
(602 Beiträge, 297x hilfreich)

Zitat (von vacantum):
Nötigung

Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Ich habe hier einmal das wichtige Wort hervorgehoben, das offenbar von den anwesenden Foristen geflissentlich ignoriert wird. Und jetzt ist die Frage: Ist es denn rechtswidrig, damit zu drohen, eine betrogene Frau von den Eskapaden Ihres Gatten in Kenntnis zu setzen?

Das ist bei diesem Paragraphen (vgl. § 240 Absatz 2) gleichbedeutend mit der Frage: Ist es denn verwerflich, dies zu drohen, wenn der angestrebte Zweck darin besteht, die Ehebrecher auf den Pfad der Tugend zurückzuführen?

Ich halte dies für abwegig. Wer eine solche Ansicht vertritt, den würde ich doch einmal um die Aktenzeichen entsprechender Urteile bitten.

-- Editiert von User am 29. Januar 2024 14:43

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32964 Beiträge, 5764x hilfreich)

Zitat (von metttwurstkneckebrot):
Ich halte dies für abwegig.
Hier fragt ja der ** Ehemann. Ob der *Lover* jemals eine Anzeige stellt, weiß niemand.
Ich persönlich finde es durchaus rechtswidrig, einem *Lover* so zu drohen:
Zitat (von Meyck):
wenn ich ihm androhe, dies zu tun, wenn er so weitermacht wie bisher und nicht das Büro wechselt, das Schreiben der Nachrichten unterlässt etc. - wenn er also nicht seine Beziehung, seinen Kontakt zu meiner Frau abbricht?
Was danach aus einer Anzeige des *Lovers* würde--- entscheidet sich später, evtl. erst durch ein Gericht.
Zitat (von metttwurstkneckebrot):
die Ehebrecher auf den Pfad der Tugend zurückzuführen?
LOL. Aus welchem Jahrhundert hast du denn diese *ehelichen Tugenden* ausgegraben?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#11
 Von 
vacantum
Status:
Lehrling
(1204 Beiträge, 207x hilfreich)

Zitat (von metttwurstkneckebrot):
Ist es denn verwerflich, dies zu drohen, wenn der angestrebte Zweck darin besteht, die Ehebrecher auf den Pfad der Tugend zurückzuführen?
Vor 100 Jahren oder mehr war es nicht verwerflich. Heute ist "auf den Pfad der Tugend zurückzuführen" eine Aussage der Ewiggestrigen.

0x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
guest-12302.02.2024 22:00:26
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank an alle, die sich die Zeit für einen Beitrag genommen haben. Kurz ein paar Präzisierungen:
- Mit meiner Frau habe ich natürlich schon öfter geredet und vieles zur Eherettung unternommen. Aber versucht mal, das Herz einer Frau wiederzugewinnen, wenn es von einem anderen besetzt ist. Ist nicht einfach, aber ich werde weitermachen, da ich unserem Kind keine getrennten Eltern zumuten möchte, die sich ansonsten immerhin gut verstehen.
- Meine Drohkulisse für den Kollegen meiner Frau besteht aus zwei Säulen:
a) ich weiß und kann es seinem Chef glaiubhaft vermitteln, dass er weiß, dass seine Frau seine Dienstmails liest. Sein Chef könnte ihm also (vielleicht) im äußersten Fall kündigen, weil er sensible Daten nicht gut schützt. Dass seinen Chef der Ehebruch (zu dem es im körperlichen Sinne definitiv noch nicht gekommen ist) nicht interessiert, weiß ich auch.
b) Ich lasse mein belegbares Wissen seiner Frau zukommen. Ich weiß, dass er sich nicht von ihr trennen möchte und eigentlich ein ruhiges Leben führen mag. Erzähle ich es also seiner Frau, bekommt er jede Menge Stress. Vielleicht, mir aber auch egal, möchte sie dann nicht mehr mit ihm leben.

Fazit eurer Beratung für mich: Ich schreibe ihm einen Brief, in dem ich ihm lediglich mitteile, was ich weiß, was ich davon halte und was ich mir wünsche. Das alles in einem recht sachlichen Ton. Eine Drohung wird er darin nicht finden, kann dieses Gefühl aber dadurch entwickeln, um schließlich den Schwanz einzuziehen. Mal sehen...

0x Hilfreiche Antwort

#13
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32964 Beiträge, 5764x hilfreich)

Zitat (von Meyck):
Fazit eurer Beratung für mich:
Falsch verstanden?
Lass die Finger davon, sollte dein Fazit sein.
Eifersucht und Untreue wird man nicht durch solche Briefe los. Manchmal gehts sogar nach hinten los. Oder mit nem anderen *Lover* weiter.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#14
 Von 
CarstenF
Status:
Lehrling
(1000 Beiträge, 169x hilfreich)

Allerdings wird man vom Strafrecht auch nicht gezwungen, irgendwelche Affären geheimzuhalten.

Die Story eignet sich wohl eher für ein Beziehungsforum.

0x Hilfreiche Antwort

#15
 Von 
guest-12302.02.2024 22:00:26
Status:
Frischling
(4 Beiträge, 0x hilfreich)

Denke nicht, dass sich die Frage für ein Beziehungsforum geeignet hat, weil ich ja ursprünglich was Straftechtliches in Erfahrung bringen wollte. Vom ursprünglichen Plan meiner Nötigung bin ich durch die hier aufgezeigten rechtlichen Folgen abgewichen, weil mir das Eis zu dünn, das Risiko zu groß erschien.
Werde also höchstwahrscheinlich diesen Brief schreiben, wohlwissend dass dadurch Gefühle nicht weggehen. Vielleicht aber bekomme ich dadurch die Chance, wieder Gefühle zu wecken. Wenn es nach hinten losgeht, muss ich damit umgehen lernen. Hauptsache, ich mache mich nicht strafbar.
Wenn jemand meint, dass es dennoch strafbar ist, den Nebenbuhler über seinen Kenntnisstand zu informieren, ihm nicht zu drohen, auch nicht ansatzweise, aber Wünsche zu äußern, der mag hier gerne noch was ergänzen. Ich war es nicht, der hier auf das Beziehungsforumgleis gewechselt ist, zumal mir die schon nach nur wenig Erfahrung zum Halse heraushängen.

0x Hilfreiche Antwort

#16
 Von 
metttwurstkneckebrot
Status:
Praktikant
(602 Beiträge, 297x hilfreich)

Zitat (von Meyck):
- Meine Drohkulisse für den Kollegen meiner Frau besteht aus zwei Säulen:
a) ich weiß und kann es seinem Chef glaiubhaft vermitteln, dass er weiß, dass seine Frau seine Dienstmails liest. Sein Chef könnte ihm also (vielleicht) im äußersten Fall kündigen, weil er sensible Daten nicht gut schützt.

Das hatte ich vorhin noch nicht verstanden.

Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass man drohen darf, die Ehefrau eines Kollegen über dessen Seitensprünge in Kenntnis zu setzen, aber:

Zu drohen, den Chef über vermeintliche (non-sexuelle) Dienstvergehen zu informieren, hielte ich tatsächlich für eine Nötigung im Sinne des StGB § 240.

Der Grund hierfür ist das Fehlen eines inneren Zusammenhangs zwischen dem Mittel und dem Zweck, die sogenannte Inkonnexität. Bei Inkonnexität kann Verwerflichkeit auch dann gegeben sein, wenn (a) die angedrohte Handlung nicht per se verboten ist, und (b) das angestrebte Ziel nicht per se verwerflich ist (vgl. NK-StGB/Toepel § 240 Rn 153).

Zitat (von Meyck):
Dass seinen Chef der Ehebruch (zu dem es im körperlichen Sinne definitiv noch nicht gekommen ist) nicht interessiert, weiß ich auch.

Was zum Teufel ist dann dein Problem? Dass deine Frau sich mit anderen Männern gut versteht? Ohgottogott.


-- Editiert von User am 29. Januar 2024 20:02

0x Hilfreiche Antwort

#17
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(32964 Beiträge, 5764x hilfreich)

Zitat (von Meyck):
Aber versucht mal, das Herz einer Frau wiederzugewinnen, wenn es von einem anderen besetzt ist.
Hm, und du meinst noch immer, das könnte klappen, wenn du solchen Brief schreibst?
...Na dann, sieh mal zu.

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

0x Hilfreiche Antwort

#18
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(121956 Beiträge, 40085x hilfreich)

Zitat (von Meyck):
ihm nicht zu drohen, auch nicht ansatzweise, aber Wünsche zu äußern,

Ob ich nun schreibe
"Ich werde Dir den Kopf mit meiner frisch geschliffenen Axt abhacken"
oder
"Ich wünsche Dir den Kopf mit meiner frisch geschliffenen Axt abzuhacken"
dürfte am Ende auf selbe hinaus laufen.

Wo hingegen
"Ich wünschr Dir den Befall des Anus von Bohrwürmern und 1000 eitrige Picken auf dem Rücken und kurze Arme"
straffrei bleiben dürfte.


Signatur:

Meine persönliche Meinung/Interpretation!
Im übrigen verweise ich auf § 675 Abs. 2 BGB

0x Hilfreiche Antwort

Und jetzt?

Für jeden die richtige Beratung, immer gleich gut.
Schon 271.846 Beratungen
Anwalt online fragen
Ab 30
Rechtssichere Antwort in durchschnittlich 2 Stunden
109.835 Bewertungen
  • Keine Terminabsprache
  • Antwort vom Anwalt
  • Rückfragen möglich
  • Serviceorientierter Support
Anwalt vor Ort
Persönlichen Anwalt kontaktieren. In der Nähe oder bundesweit.
  • Kompetenz und serviceoriente Anwaltsuche
  • mit Empfehlung
  • Direkt beauftragen oder unverbindlich anfragen
Alle Preise inkl. MwSt. zzgl. 5€ Einstellgebühr pro Frage.

Jetzt Anwalt dazuholen.

Für 60€ beurteilt einer unserer Partneranwälte diese Sache.

  • Antwort vom Anwalt
  • Innerhalb 24 Stunden
  • Nicht zufrieden? Geld zurück!
  • Top Bewertungen
Ja, jetzt Anwalt dazuholen