Mittäterschaft bei Diebstahl?

6. Oktober 2014 Thema abonnieren
 Von 
Rexmint
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)
Mittäterschaft bei Diebstahl?

Hallo. Person A und B gehen in ein Kleidungsgeschäft. Person A probiert verschiedene Sachen in der Umkleide an. Ein Shirt lässt Person A dann an und zieht einfach den Pullover drüber und Jacke. Person B hat davon nichts mitbekommen. Beim Rausgehen versucht ein Mitarbeiter Person A zu stellen, doch diese flüchtet. Person B wird dann festgehalten und befragt. Es wird nach dem Namen des Täters gefragt, jedoch macht Person B dazu keine Angaben. Darauf hin wird die Polizei gerufen und nimmt die Personalien von Person B auf und fragt ob Sie den Täter kenne. Person B sagt nichts dazu. Danach bekommt Person B Hausverbot und darf gehen.

Jetzt frage ich mich, ist Person B dadurch ein Mittäter? Was kann Person B im schlimmsten Fall drohen?

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7 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(33143 Beiträge, 17352x hilfreich)

Jetzt frage ich mich, ist Person B dadurch ein Mittäter? Wenn man ihm das Nichts-gewußt-haben glaubt, nicht. Das wird wohl auch darauf ankommen, wie er agiert hat - ob er also überrascht wirkte, als A angehalten wurde.
Was kann Person B im schlimmsten Fall drohen?
Er kann ein entsprechendes Verfahren bekommen. Falls Person A Gewalt angewandt hat, wäre es dann sogar "räuberischer Diebstahl". Und sollte er nicht als Mittäter beschuldigt werden, kann er als Zeuge zur Staatsanwaltschaft geladen und daselbst zur Aussage gezwungen werden.

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" Lebenslänglich sind NICHT 25 Jahre!"

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#2
 Von 
Rexmint
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Vielen Dank für die schnelle Antwort! Person A wurde nicht gefasst, nur die Tat wurde beobachtet. Sie ist dann einfach weggerannt. Also es gab kein Körperkontakt. Person B wurde darauf hin fest gehalten. Sie war natürlich sehr verwundert und konnte den das Geschehen im ersten Moment noch gar nicht realisieren. Was auch deutlich anzusehen war. Ist es strafbar keine Aussage durchzuführen?

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#3
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16970 Beiträge, 9447x hilfreich)


quote:<hr size=1 noshade>Ist es strafbar keine Aussage durchzuführen? <hr size=1 noshade>

Nein.

Wenn man nichts weiß, muss man nichts Aussagen (außer eben, dass man nichts weiß).

Wenn man was weiß, muss man es als Zeuge auch aussagen. Sonst drohen Ordnungsgelder oder Erzwingungshaft (bis zu 6 Monate).
http://dejure.org/gesetze/StPO/70.html

Die Preisfrage wird also sein, wie glaubwürdig es ist, wenn B behauptet, er/sie kenne A gar nicht.


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"
Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB ."

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#4
 Von 
NinaONina
Status:
Lehrling
(1504 Beiträge, 1226x hilfreich)

Wenn B mit A verwandt oder verlobt ist, muß A auch gar keine B belastenden Aussagen machen.

Das unzulässige Decken von B wäre allerdings höchstens Strafvereitelung, aber keine Mittäterschaft an der Haupttat.

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0x Hilfreiche Antwort

#5
 Von 
Rexmint
Status:
Frischling
(3 Beiträge, 0x hilfreich)

Person B hat nun eine Vorladung bekommen. Darin steht "Ermittlungsverfahren wegen folgender Straftat Ladendiebstahl gemäß § 242 StGB , Beihilfe gemäß 27 StGB". Sind das nun 2 Vorwürfe oder wie ist das zu verstehen? Wie sollte Person B nun reagieren? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Person B belangt werden kann. Da könnte die Verkäuferin aus dem Laden genauso angeschuldigt werden. Sie war ja auch mit im Laden als es passiert war. Vielen Dank für Antworten!

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#6
 Von 
drkabo
Status:
Weiser
(16970 Beiträge, 9447x hilfreich)


Ist man als Zeuge oder als Beschuldigter geladen? (Das sollte aus der Ladung hervorgehen.)

Davon hängt nämlich ab, welche Rechte man hat, wie es potenziell weiter gehen kann und was sinnvoll ist.

Hier kann man sich schon mal einlesen:
http://www.helduser.de/service/was-tun-wenn/details/vorladung-zur-polizei/


B sollte sich aber schon jetzt Gedanken über folgende Fragen machen, denn sie sind eventuell auch wichtig, wenn es darum geht entscheiden zu können, was sinnvoll ist.
- Sind A und B miteinander verwandt / verlobt / verheiratet?
- Kann B sich vorstellen, A zu verpfeifen?
- Wäre B bereit, Konsequenzen auf sich zu nehmen, um A nicht zu verpfeifen?
- Wäre A bereit, sich selbst zu stellen, um B aus der Schusslinie zu holen?
- Wäre es glaubwürdig wenn B behauptet, A nicht zu kennen?
(Wenn der Ladendetektiv aussagt, dass A und B gemeinsam den Laden betreten haben, dann wäre ein "Nicht-kennen" ziemlich unglaubwürdig ...)



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"
Für alle meine Beiträge gilt §675(2) BGB ."

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Harry van Sell
Status:
Unbeschreiblich
(122702 Beiträge, 40167x hilfreich)

quote:<hr size=1 noshade>dann wäre ein "Nicht-kennen" ziemlich unglaubwürdig <hr size=1 noshade>

Wobei ein "kennen" je nach Umstand nicht automatisch beinhaltet, das man die genaue Idendität von A kennt





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"Meine persönliche Meinung/Interpretation! Im übrigen verweise ich auf §675 Abs. 2 BGB ."

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