Mobbing in der Schule, Jugendpornographie

9. April 2019 Thema abonnieren
 Von 
kawabitti
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)
Mobbing in der Schule, Jugendpornographie

Hallo liebe Forumsgemeinde,
folgendes trug sich kürzlich zu und ich bitte euch um etwaige Vorschläge zur richtigen Vorgehensweise.
Die 14 jährige Tochter von Familie X war bis vor ca. einem Jahr mit dem gleichaltrigen Sohn von Familie Y ein "Pärchen". Beide Teenager gehen dabei auf die gleiche Schule. Im Zuge jugendlicher Unerfahrenheit schicken sich die beiden Videos via Messenger zu, wobei diese wohl teilweise nicht als jugendfrei einzustufen sind. Nachdem die beiden "Schluss" hatten, wurde der Ton zwischen ihnen rauer und wie es heutzutage Mode ist, natürlich auch viele Mitschüler in diese Diskrepanz mit eingespannt. Anscheinend nicht wissend, was er da tut schickte der Sohn von Familie Y eines der Videos an seine Freunde und es verbreitete sich dementsprechend wie ein Lauffeuer an der Schule. Für die Tochter von Familie X wurde sodann jeder Schultag zu einem Spießrutenlauf vom Gelächter der Mitschüler, über dumme Kommentare bis hin zu Bloßstellungen im großen Rahmen. Die Tochter vertraute sich daraufhin einem Lehrer an, mit der Bitte dies aber nicht den Eltern mitzuteilen. Der oder die Lehrer hielten sich auch daran und die Familie X der Tochter wusste nichts von diesem Vorfall und dem schrecklichen Mobbing gegen die Tochter. Durch einen Zufall erfuhren die Eltern nach längerer Zeit nun doch davon, wissen aber nicht, welche Maßnahmen durch die Lehrer getroffen wurden um dieses Debakel zu beenden.
Für die Familie der Geschädigten Tochter stellen sich nunmehr folgende Fragen:

Hätten die Lehrer die Eltern über diesen nicht als Bagatelle abzustempelnden Vorfall informieren müssen?

Macht es Sinn in irgendeiner Form gegen den Sohn der Familie Y vorzugehen?


Über eure Meinungen und Tipps freue ich mich

Gruß KB

-- Editiert von Moderator am 09.04.2019 15:55

-- Thema wurde verschoben am 09.04.2019 15:55

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12 Antworten
Sortierung:
#1
 Von 
guest-12314.12.2022 20:47:12
Status:
Schüler
(270 Beiträge, 68x hilfreich)

1: Strafanzeige gegen den Sohn der Familie Y tätigen für das verteilen der/des Videos, wegen aller in Betracht kommenden Delikte.
Da sie erst 14 Jahre alt ist und das Video sehr wahrscheinlich mit 14 Jahre gemacht wurde hängt da nämlich noch eine Anzeige und mehr wegen Verbreitung jugendpornographischer Schriften dahinter, ist das Video mit 13 Jahren gemacht worden, dann Verbreitung von kinderpornographischer Schriften.

2: Strafanzeige gegen den Lehrer, wegen aller in Betracht kommenden Delikte, er wusste das solche Videos kursieren und wer sie verschickt hat und hat weder die Eltern, noch die Polizei informiert.

3: Strafanzeige gegen unbekannt wegen Verbreitung jugendpornographischer Schriften evtl. sogar mehr: Zeuge ALLE Schüler.
Das Video wird mit Sicherheit immer noch geteilt und verschickt werden, nicht nur in der Schule, auch an Erwachsene.
Evtl. liegt das/die Videos schon im Internet auf diversen Plattformen.
Hierzu sollte man mit der Strafanzeige nicht warten.

4: Sich einen Anwalt hinzuholen, der sich um die zivilrechtlichen Angelegenheiten kümmert ( Löschung der Videos vom Handy und den Datenträgern des Sohnes und der verbreiteten Videos, falls dies möglich ist. Schmerzensgeld wegen Verbreitung der/des Videos etc. )

-- Editiert von essey am 09.04.2019 12:04

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#2
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5213 Beiträge, 1763x hilfreich)

Zitat (von essey):
er wusste das solche Videos kursieren und wer sie verschickt hat und hat weder die Eltern, noch die Polizei informiert


Man könnte schon fragen, ob hier überhaupt diesbezüglich eine Garantenpflicht besteht und, falls dem so ist, ob das Vertrauensverhältnis zu der Schülerin (die ja explizit den Lehrer unter Bitte um Vertraulichkeit überhaupt erst informiert hat) dem hier nicht vorgeht. Wir haben ja gerade nicht den Fall, daß ein Lehrer die Information eigenmächtig allein zum "Schutz des Rufes der Schule" zurückhält.

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#3
 Von 
kawabitti
Status:
Frischling
(6 Beiträge, 0x hilfreich)

Danke für eure bisherigen Antworten. Ich denke auch, dass dies ein sehr komplexer Fall ist und guter Rat hier teuer ist.

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#4
 Von 
Spejbl
Status:
Praktikant
(834 Beiträge, 145x hilfreich)

Derjenige, der das Video ins Netz gestellt hat, ist anzeigbar. Spätestens seit dem 25.05.2018. Datenschutz. Ich glaube nicht, daß die junge Frau ihr Einverständnis dazu gab, daß diese von ihrem Ex ins Netz gestelle werden.

Bei Cybermobbing hört nämlich der "Spass" auf. Hier hätte die Schule durchaus aktiv werden können. Ich meine, das sind Pädagogen, vielleicht auch Sozialarbeiter, eine Schulpaufsichts-behörde etc.

Dann hätte mit der Betroffenen erst einmal eingehend das Problem besprochen werden müssen. Zunächst auch ohne das Wissen an die Eltern weiterzugeben. Da die Eltern aber erziehungsberechtigt sind, haben sie aber auf jeden Fall ein Informationsrecht und das relativ zeitnah.

Auch und gerade in der Hinsicht, gerichtliche Massnahmen im Sinne ihrer Tochter einzuleiten.


-- Editiert von Spejbl am 09.04.2019 15:53

Signatur:

Jeder für sich allein, ist nichts. Zusammen aber, sind wir ein unschlagbares Team!

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#5
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(31257 Beiträge, 16705x hilfreich)

Strafanzeige gegen unbekannt wegen Verbreitung jugendpornographischer Schriften evtl. sogar mehr: Zeuge ALLE Schüler. Der schlichte Besitz ist auch schon strafbar, weswegen die Schüler durchaus keine Zeugen, sondern Täter sind.

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

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#6
 Von 
muemmel
Status:
Unbeschreiblich
(31257 Beiträge, 16705x hilfreich)

Derjenige, der das Video ins Netz gestellt hat, ist anzeigbar. Sogar jeder, der es besitzt.
Spätestens seit dem 25.05.2018. Nö - sowohl der Besitz und die Verbreitung von Jugendpornographie als auch der Verstoß gegen das Kunsturhebergesetz sind schon viel länger strafbar.

-- Editiert von muemmel am 09.04.2019 16:16

Signatur:

Bei nur einer Ratte im Zimmer handelt es sich nicht um einen Reisemangel ( Amtsgericht Köln).

0x Hilfreiche Antwort

#7
 Von 
Spejbl
Status:
Praktikant
(834 Beiträge, 145x hilfreich)

Zitat (von kawabitti):
Anscheinend nicht wissend, was er da tut schickte der Sohn von Familie Y eines der Videos an seine Freunde und es verbreitete sich dementsprechend wie ein Lauffeuer an der Schule. Für die Tochter von Familie X wurde sodann jeder Schultag zu einem Spießrutenlauf vom Gelächter der Mitschüler, über dumme Kommentare bis hin zu Bloßstellungen im großen Rahmen.


Warum gegen "Unbekannt"? Ist doch bekannt. Hilfsweise auch gegen "Unbekannt", denn die Helfer, die das Video hochluden, und ggf. die Plattform, die es veröffentlichte, sollen natürlich auch integriert werden.

Signatur:

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#8
 Von 
Anami
Status:
Unbeschreiblich
(26650 Beiträge, 4952x hilfreich)

Zitat (von kawabitti):
Im Zuge jugendlicher Unerfahrenheit schicken sich die beiden Videos via Messenger zu
Die sind zwar jugendlich, aber offenbar nicht unerfahren.
Zitat (von kawabitti):
natürlich auch viele Mitschüler in diese Diskrepanz mit eingespannt.
DAS wissen sie schon sehr genau. Also gar nicht unerfahren, weil erst 14.
Zitat (von kawabitti):
Anscheinend nicht wissend, was er da tut
Absolut wissend, was er da da tut und was daraus werden kann.
Zitat (von kawabitti):
Hätten die Lehrer die Eltern
Nö. Die Tochter hat den/die Lehrer gebeten, den Eltern nichts zu sagen. *Vertrauenslehrer* heißen so, weil sie auch was für sich behalten können.
Die Tochter war doch Beteiligte. Und nicht unerfahren und nicht unwissend.
Was macht die Tochter denn jetzt?

Zitat (von Spejbl):
Auch und gerade in der Hinsicht, gerichtliche Massnahmen im Sinne ihrer Tochter einzuleiten.
Hä? Was meinst du damit? Welche gerichtliche Massnahmen?
Zitat (von Spejbl):
Spätestens seit dem 25.05.2018.
Und vorher wars erlaubt?

Signatur:

Ich schreibe hier nur meine Meinung.

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#9
 Von 
Schalkefan
Status:
Praktikant
(948 Beiträge, 145x hilfreich)

Zitat (von muemmel):
Strafanzeige gegen unbekannt wegen Verbreitung jugendpornographischer Schriften evtl. sogar mehr: Zeuge ALLE Schüler. Der schlichte Besitz ist auch schon strafbar, weswegen die Schüler durchaus keine Zeugen, sondern Täter sind.


ich kann zum eigentlichen Fall nichts beitragen, aber hier würde mich doch interessieren: Wenn jemand ein solches Video unaufgefordert erhält (in diesem Fall hat der Junge das Video ja an Freunde verbreitet, ohne dass diese es "angefordert" haben) dann besitzt er ja dieses Video im Zeitpunkt des Erhaltes. Das allein kann doch nicht strafbar sein, der Empfänger kann ja nichts für den Inhalt irgendwelcher Nachrichten, die er erhält. Wie kann man also dahingehend die Strafbarkeit abwenden? Sofortiges löschen? Nicht-anschauen?

Ich z.B. lese manchmal tagelang keine Nachrichten auf meinem Handy.
in einem solchen Fall hätte ich dann ja tagelang eine strafbare Nachricht in Besitz ohne davon zu wissen...

0x Hilfreiche Antwort

#10
 Von 
Spejbl
Status:
Praktikant
(834 Beiträge, 145x hilfreich)

ja aber das Teilen bzw. Weiterverbreiten ist schon relevannt. Und das wurde offensichtlich getan. Am Sichersten ist tatsächlich: Löschen und zwar sicheres Löschen.

Signatur:

Jeder für sich allein, ist nichts. Zusammen aber, sind wir ein unschlagbares Team!

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#11
 Von 
!!Streetworker!!
Status:
Unbeschreiblich
(30192 Beiträge, 9444x hilfreich)

Wenn die Tochter heute 14 ist, und der Ex-Freund gleichaltrig, und das ganze ca. 1 Jahr her ist, müsste man erstmal klären wie alt die Beteiligten zum jeweiligen Tatzeitpunkt waren, also des Herstellens der Aufnahmen und des weiter verbreitens. Denn die Geschichte scheint ja schon etwas länger zurück zu liegen. War der Ex-Freund noch nicht 14, war er noch nicht strafmündig.

Bevor man also nicht das Alter der Beteiligten zu den jeweiligen Tatzeitpunkten kennt, lässt sich zu dem strafrechtlichen Teil der ganzen Sache überhaupt nichts weiter sagen.

Dann kommt es darauf an, was überhaupt genau auf den Bildern zu sehen ist, also ob es sich überhaupt um eine pornografische Schrift im Sinne des Gesetzes handelt. Der blosse Besitz von jugendpornografischen Schriften ist übrigens -für die Beteiligten- nicht strafbar, wenn diese Schrift seinerzeit in gegenseitigem Einvernehmen für den persönlichen Gebrauch hergestellt wurde. Strafbar wird's dann erst mit der Weitergabe.

Es fehlen hier also noch ein paar Infos, um die Sache aus strafrechtlicher Sicht beurteilen zu können.

Ganz allgemein: Wenn sich die Wogen mittlerweile wieder geglättet haben, keine Verbreitung der Bilder mehr stattfindet oder sie irgendwie kursieren, würde ich mir überlegen ob ich die ganze Sache noch mal neu aufkoche. Zumindest würde ich es vom Willen der Tochter abhängig machen, ob sie Lust hat in dem Zusammenhang noch mal in das Zentrum des Interesses gerückt zu werden. Vor allem dann, wenn strafrechtlich mglw. (s. oben) nicht mal was dabei herauskommt, oder kaum etwas.

Zitat (von "essey"):
ist das Video mit 13 Jahren gemacht worden, dann Verbreitung von kinderpornographischer Schriften.


Ja, wobei dann aber möglicherweise der "gleichaltrige" Freund auch erst 13 war und damit nicht strafmündig.

-- Editiert von !!Streetworker!! am 09.04.2019 20:19

2x Hilfreiche Antwort

#12
 Von 
BigiBigiBigi
Status:
Junior-Partner
(5213 Beiträge, 1763x hilfreich)

Zitat:
Der schlichte Besitz ist auch schon strafbar, weswegen die Schüler durchaus keine Zeugen, sondern Täter sind.


Das wird vor allem deswegen lustig, weil die Betreffenden dann schweigen und sogar lügen dürfen (solange sie keine falsche Verdächtigung begehen), um sich nicht selbst zu belasten. Dann fühlt sich der StA irgendwann so als ermittle er bei der Cosa Nostra. :D

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